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Komplikationen mit der Außenperspektive

Mit einer neuen Perspektive, einer Außenperspektive, lässt es sich viel leichter leben. Probleme werden gelöst, Hindernisse überwunden und der Erfolg ist auf einmal garantiert.

Findest du solche Phrasen, an die solche Versprechen geknüpft sind, auch so erbärmlich wie ich? Das kann doch nie funktionieren!

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Stopp.

Das war Klickbait, und zwar vom Feinsten. Um genauer zu sein, es war Weiterlese- bzw. Reading-Bait, das wird der neue Shit unter klickliebenden Bloggingmonstern, passt nur auf.

Spaß beiseite: Ich habe diese Phrase gehasst. Und jetzt konnte ich die Außenperspektive für mich nutzen. Wie ich das geschafft habe, erzähle ich dir jetzt.

Doch zunächst lass mich dem Reading-Bait gerecht werden, denn die Kontra-Gedanken will ich niemandem verschweigen. Wenn dir jemand sagt, du solltest dich selbst mal von außen betrachten, kann das nur in die Hose gehen.

Denn die Reaktion von Menschen kann so oder so, keinesfalls aber produktiv ausfallen, wie ich finde.

So lief es bei mir:

“Ich mache nichts falsch! Ich tue alles, was ich kann!”

Würde mir jemand, wenn ich darüber jammere, dass ich nicht genug Geld verdiene, um zu überleben, sagen, ich solle mich mal von außen betrachten, um an das Problem heranzugehen, würde ich sofort dichtmachen. Die Unterstellung meines Gegenübers, ich täte nicht genug, ist schneller im Hirn als die Schallwellen des eigentlich Gesagten.

Ich habe im ersten Halbjahr 2017 locker 14 Stunden am Tag gearbeitet. Im Durchschnitt. Wochenenden und Urlaub gab es nicht, maximal Networking-Veranstaltungen, #kiaunterwegs oder Geschäftsreisen. Alles war voll von “Business Business” und bis Ende Mai habe ich zu keinem Zeitpunkt einen Feierabend gemacht, an dem ich nicht gearbeitet habe.
Wie das in der Außenperspektive aussehen würde, habe ich mich nie gefragt. Wieso auch? Ich habe nichts anderes gesehen als meinen Laptop, ob ich unterwegs war oder nicht.

Sagte man mir also, das Problem des mangelnden Erfolges würde ich sehen, wenn ich mich von außen betrachten würde, habe ich meinem Gegenüber gleich unterstellt, er wüsste nicht, wie viel ich eigentlich arbeitete.

Dann kam die typische Kia-Streit-Reaktion. Falls du, lieber Leser, mit mir befreundet bist und noch keinen Streit mit mir provoziert hast, dann pass’ hier gut auf, das kann hilfreich sein. Wenn ich mich angegriffen fühle, passiert folgendes:

  1. In einer hitzigen Diskussion streite ich den Mist ab, den du da von dir gibst
  2. Hoffentlich ohne zwischenmenschliche Verluste tue ich das Thema ab und gehe eine normale Kommunikation an
  3. Ich denke über das nach, was ich als Mist abgestempelt habe und schotte mich etwas ab
  4. Jetzt gebe ich dir gegenüber zu, dass du doch nicht so ganz Unrecht hast, nicht aber, ohne meine eigenen genialen Einfälle beizutragen, in der Hoffnung auf ein konstruktives Gespräch

Letzteres kann auch in Form eines Teetextes geschehen, also … Here we are!

Ich habe mich spielerisch in verschiedene Rollen versetzt und durchgespielt, wie diese Menschen mich von außen sehen und (wie es menschlich nunmal so ist) mich verurteilen.

Welche Lebensbereiche ich dabei beleuchtet habe, möchte ich hier nicht publik machen; auch nicht, was die Personen in meinem Kopf über mich geurteilt haben.

Die Personen meiner Außenperspektive waren Folgende:

  • Manfred, der 9-to-5-Finanzbeamte
  • Mutti
  • Frederic, der Leistungssportler
  • Hans, der Millionär
  • ein ehemaliger Klassenkamerad aus der 7. Klasse
  • mein Traummann

Das Ergebnis möchte ich dir bei diesem Experiment nicht vorenthalten. Ich habe sehr Essentielles gelernt:

  1. Achte auf deine Gesundheit! Bewegung ist wichtiger als Produktivität
  2. Vergiss Produktivität, sei lieber effizient
  3. Termine, Deadlines, To-Do-Stapel: Lass’ mal etwas liegen, schieb’ mal etwas auf (siehe Punkt 1)

Klar, diese Tipps hast du schon an zahlreichen Punkten des Internets gelesen. Aber ich habe sie gelernt, indem ich mich aus neuen Perspektiven gesehen habe. Und zwischen lesen und lernen liegt ein massiver Unterschied.

Erst, nachdem ich eine bild- und lebhafte Vorstellung meines Lebens hatte, sind mir diverse Bretter vom Kopf weggefallen. Begreifen hat mit greifen zu tun und vor wenigen Wochen konnte ich endlich so richtig echt begreifen, wodurch ich in der Geschäftigkeitsfalle gefangen war.

Übrigens hat mir als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen ein Gang in den Hugendubel Hannover “Do Less Get More” von Sháá Wasmund beschert und daher kenne ich auch den Begriff “Die Geschäftigkeitsfalle”. Ich will dir hier gar nicht empfehlen, das Buch zu kaufen (obwohl es klasse ist!), sondern dich einfach mal fragen:

Wie würde ein Leistungssportler deinen Alltag aus seiner Außenperspektive beurteilen? Was sagt ein 9-to-5-Zombie zu dem, was du tagtäglich machst? Und woran hätte selbst Petra, die arbeitslose Übergewichtige, an dir etwas auszusetzen?

Trau’ dich, es kann dir etwas beibringen.

kia_kahawa

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