Autoren-Shelfie … und jetzt mal Tacheles!

Mit diesem Autoren-Shelfie leiste ich meinen Beitrag zu einem Fotowettbewerb der Leipziger Buchmesse.

Und ich setze ein Statement. Was für eine Nachricht an mein Vergangenheits-Ich ich habe, welche Zukunftsprognosen ich mir erhoffe und warum ich mich zur Überschrift “Und jetzt mal Tacheles!” habe hinreißen lassen, erkläre ich euch in diesem Teetext.
belle
Also: Butter bei die Fische!

Foto: Micha Feuer

Mein Autoren-Shelfie bewerten bei der Leipziger Buchmesse (online) Foto: Micha Feuer

“Bücher stellen meine Welt auf den Kopf (-:”

Vor einigen Jahren, ich war definitiv noch minderjährig, habe ich durch den Kontakt zu einer Hamburger Hochschule mal mit Matthias Höfs telefoniert. Es war “der” Matthias Höfs! Und ich war zittrig, ein Fan von German Brass. Mein Traum war es, Musik zu studieren. Ich spielte mit Leidenschaft Trompete, und ich spiele dieses tolle Instrument auch heute noch, ganz zum Bedauern potentieller zukünftiger Vermieter.

Während alle anderen Kinder mit spätestens 10 Jahren ihr erstes Instrument spielten, man in der 5. Klasse an meinem Gymnasium mit musikalischem Schwerpunkt der sogenannten “Orchesterklasse” zugewiesen werden konnte und die Eltern einen mit Musikunterricht und Orchesterfahrten (Studienreisen im Klassenfahrt-Stil) finanzieren mussten, blieb ich auf der Strecke. Das Geld war nicht da. Frisch verhalbwaist hatte ich ohnehin keinen guten Start in der gymnasialen Schule.

Ich sparte also fleißig Geld, organisierte mir selbst eine Trompete incl. Unterricht (das dauerte einige Jahre) und versuchte, den musikalischen Anschluss an die Mitschüler meines Jahrgangs zu finden. Und dann war da das Telefonat mit Matthias Höfs. Er beurteilte meine Leistungen an der Trompete aufgrund einer Handy-Aufnahme, da ich keine besseren Mittel hatte. Ich tätigte die Aufnahme (mit dem Laptop, damals gab es für mich noch gar kein Handy), weil ich mir das Gespräch mit “dem” Matthias Höfs nicht entgehen lassen wollte.

Was geschah? Er sagt mir, den Traum vom Musikstudium könne ich bei meinem Leistungsstand vs. Alter schon mit 16 für immer und ewig begraben. Es gebe viel zu viele gute Musiker, die schon früher angefangen hatten. Denen das Geld hinten reingestopft wurde. So läuft das bei einer Karriere als Musiker nämlich. Man muss sich eigentlich schon im zarten Alter von fünf Jahren für seinen angestrebten Studiengang entscheiden und darauf hinarbeiten.

Niemals sollte ich das also schaffen. Blutjung und 16 Jahre alt, wie ich war, glaubte ich ihm im Unterbewusstsein und spielte seitdem nie wieder mit einer ordentlichen Stütze die Trompete. Mein Zwerchfell war wie labbriger Käse und im Studium ging dann gar nichts mehr. Obwohl ich sehr viel Kämpfergeist bewiesen habe und mir schließlich durch Nachhilfe und Arbeit neben der Schule den für das Studium erforderlichen Klavierunterricht geholt habe. Ich habe die Studienvorbereitende Ausbildung Musik in Hannover gemacht. Aber das schreibe ich ein andern Mal auf.

Die Quintessenz war wieder klar:

Du kannst das nicht. Gib besser auf.

Im Juni 2016 schrieb ich mit einem – äh – Kollegen. Ich wusste noch nichts vom Treiben diverser Autoren auf Twitter und war mit keinem einzigen davon vernetzt.

Benjamin Spang, Jasmin Zipperling, Jens-Michael Volckmann und andere große, aber zugängliche Namen sagten mir gar nichts. Woher auch, ich war in meinem Social-Media-Loch verschwunden und hatte seit mehreren Jahren nichts damit am Hut gehabt. An ein Autoren-Shelfie war noch lange nicht zu denken, hatte ich doch bis dato mein Gesicht vor der Öffentlichkeit versteckt. Weil es ohnehin zu dick und damit unpassend für alles war.

Meine ersten Gehversuche im Networking geschahen also durch diese erste E-Mail. An den Autorentypen, den ich über die Autoren-Bücherei entdeckt hatte. Sein Buch wurde dort vor meinem vorgestellt und hatte einige Bewertungen. Davon wollte ich lernen. Ich habe eigentlich nur wissen wollen, ob derjenige auch wie ich bei epubli veröffentlicht, oder ob er bod gewählt hat. Wie er es geschafft hat, dass Leute sein Buch kaufen, ohne dass er Social Media betreibt und sich selbst vermarktet. Er hat mir irgendwas faseliges geantwortet wie “wenn mir gesagt wird, was ich schreiben soll, schreibe ich das halt.”

Das alles klang nach einer merkwürdigen Mixtur aus Kleinverlagssklave und Ghostwriter. Vom “Self” aus dem Wort “Selfpublisher” war da nichts zu spüren und ich weiß auch nicht, was der Typ genau sagen wollte. Ist doch auch egal, denn einen pessimistischen Lass-mich-in-Ruhe-Autor trifft man mal per Mail, stellt den Kontakt wieder ein und gut is’. Doch in seiner Mail stand noch etwas anderes.

Er habe sich meine Autorenseite bei Amazon und meinen Auftritt bei Facebook angesehen. Auf Amazon gab es noch kein Autoren-Shelfie, aber dafür ein auf dem Kopf stehendes, durch Farben und Kontrast verfremdetes Foto von mir. Zu mehr habe ich mich nicht überwinden können.

Websites mit “verzichtbarem Inhalt” und “auf dem Kopf stehende Bilder” würden zeigen, dass ich mir keine Mühe geben würde.

Leute wie du verschwinden schnell wieder von der Bildfläche und bringen es zu nichts.

Und jetzt bin ich hier. Mit meinem Roman. Und einem belletristischen E-Book, das bald zum Print werden soll. Und einem weiteren Manuskript, das unfassbar gut werden wird, wenn ich mich weiter reinhänge. Und zwei Sachbücher habe ich auch geschrieben. In weniger als einem Monat turne ich mit einem eigenen Stand auf der Buchmesse rum. Mein Stand ist sauteuer und ich werde gesponsort. Weil es da einen Menschen gibt, der glücklicher Weise zwei Aussagen zur gleichen Zeit getätigt hat: “Du bist eine Investition in die kreative Zukunft” und “Ich hab’ zu viel Geld, kannst was abhaben!”.

Und ich gebe mir Mühe.

Autoren an die Steuer” ist kein belangloser Inhalt. Und auch kreative Teetexte oder Blogbeiträge wie dieser hier sind definitiv nicht verzichtbar.

Meine Bücher werden nirgends verschwinden, ich bin nicht ohne weiteres von der Bildfläche zu entfernen. Und trotzdem veröffentliche ich ein Foto, auf welchem ich auf dem Kopf stehe.

Es ist nicht falschrum, es ist herausstechend.

Jetzt mal Tacheles, Leute: Lasst euch nicht unterkriegen. Wer auch immer dir sagt, dass du etwas nicht schaffst, hat selbst noch nichts zu Stande gebracht. Isso. Punkt.

Mit diesem “Autoren-Shelfie” nehme ich beim Foto-Wettbewerb Die Leipziger Buchmesse sucht das beste Autorenshelfie! teil. Ich bitte dich herzlichst, mein Foto (so gut wie es dir möglich ist) zu bewerten und dabei die Chance auf kostenlose Eintrittskarten zur LBM zu bekommen. Ich kann durch das Autoren-Shelfie mehr Reichweite bekommen und dafür sorgen, dass ich nie von der Bildfläche verschwinde. Dass sich eines Tages ein blutjunger angehender Autor an mich wendet und ich ihm aufbauende, hilfreiche Worte antworte und nicht solch einen “du gibst dir keine Mühe, geh weg”-Bullshit.

kia_kahawa

Und ja, einen Laptop kann ich auch gewinnen, wenn ich unter die besten 20 Fotos komme. Den kann ich echt gut gebrauchen. Vielen Dank schon Mal!

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2 Gedanken zu „Autoren-Shelfie … und jetzt mal Tacheles!

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