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Cold Turkey Writer | Meine Erfahrungen

30. Juni 2017

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Cold Turkey Writer | Meine Erfahrungen

Strg + Alt + Entf.
Das ist das erste, was ich versuche zu machen. Ich stecke fest. In Cold Turkey Writer. 500 Worte soll ich schreiben, erst danach lässt mich dieses furchtbare Programm wieder allein.
Gut, ich bin nicht ganz unschuldig an der Sache, ich habe die 500 Worte selbst eingetippt. Es kann sein, dass es klüger gewesen wäre, mit nur einem Wort zu beginnen. Aber Selbstbetrug kommt mir nicht in die Tüte.

cold_turkey_writer
Jedenfalls habe ich mit Strg + Alt + Entf den Taskmanager starten können. Ich wollte das Programm abbrechen, um es herauszufordern. Denn wenn ich mich selbst betrügen kann, mache ich das auch. Es gibt ja immer einen guten Grund – äh – eine faule Ausrede, um sich dann doch von der Arbeit abzuhalten.
Einer dieser Gründe macht gerade Geräusche. Ich habe Discord offen und bin eigentlich gerade in einem Gespräch mit den BartBroAuthors. Ich habe ihnen scherzhaft gesagt, dass sie, wenn ich nicht mehr wiederkomme, Lars die Schuld geben sollen. Denn dieser werte Herr aus Saale hat mich auf dieses Programm gebracht.
Aber Cold Turkey Writer ist etwas gemeiner als gedacht. Ich bin nicht offline. Ich höre, wenn jemand etwas in die Gruppe schreibt. Und ich kann es nicht nachsehen. Auf der “5” habe ich mein Hotkey für mute und unmute. Ich höre das liebliche Geräusch vom Discord. 5 5 5 5 5. Die Bärte aus dem Verein kriegen das mit. Aber ich kriege nicht mit, wie sie das mitkriegen.

Jedenfalls habe ich den Task-Manager kurz aufblitzen sehen. Auch die Taskleiste war kurz zu sehen, aber das Programm hat sich, fett wie es ist, darüber gelegt. Ich arbeite an zwei Bildschirmen. Einer von ihnen ist aus. Der andere ist im Vollbildmodus mit Cold Turkey Writer behaftet.
Ich sehe nirgends, wie viele Worte ich bereits geschrieben habe. Bin total abgeschottet von der Umgebung meines Computers.
5 5 5 5. Hört mich jemand?
Nein.

Noch 177 Worte. Das erfahre ich oben im Programm, wenn ich den Fortschrittsbalken hovere.

Mir kommt ein Gedanke. Kann Cold Turkey Writer erkennen, ob ich ihn verarsche? Das wäre mal sehr interessant. Ich spamme also ein Wort.
Lars Lars Lars… Strg + C und Strg + V sind gesperrt. Copy & Paste wird also erschwert. Sehr gut.
Aber von Word kenne ich das so, dass ein einzelnes Zeichen als Wort gezählt wird.
Noch 105 Worte. ä ä ä ä ä ä ä ä ä ä ä  ä ä ä  ä ä ä  ä ä ä ä ä  ä ä ä ä  ä ä . Noch 73 Worte.
Schade! Ich hätte es schön gefunden, wenn Cold Turkey Writer nur drei aufeinanderfolgende Worte akzeptiert hätte.

Daher denke ich, ich sollte beim nächsten Mal die Einsperrung nach Minuten wählen.

Habe ich schon erzählt, dass Cold Turkey Writer nichts kostet? Jedenfalls nicht, wenn man die Scheduling-Funktion nicht braucht. Man kann Cold Turkey Writer nämlich wie einen Boss nutzen, der einen am Tag X von Y bis Z Uhr einsperrt. Jeden Montag von 8 bis 17 Uhr zum Beispiel. Oder jeden Tag zwischen 19 und 22 Uhr.
Ich sehe, ich habe mein Ziel erreicht. Trotz der “ä”-Buchstaben.

Oben wird mir angezeigt, ich kann eine Snooze-Funktion anwenden. 10 Minuten Snooze, wie ein Wecker.

Aber ich gehe jetzt auf “Save and Quit”. Denn das hier ist ein Teetext. Unüberlegt, mit Tee. Drachenfrucht-Mango. So ein fantastisches Zeug.

Hier kannst du das Programm kostenlos downloaden und dich selbst einsperren!

Anmerkung der Zukunfts-Kia: Eigentlich gibt es bei Teetexten keine Fazits. Aber ich möchte keinem Leser vorenthalten: Ich habe für diese 500 Worte (nun gut, insgesamt sind es jetzt 665 Worte, davon 28 “ä”s sowie neun Mal die 5) gerade mal 13 Minuten gebraucht. So produktiv und schnell war ich lange nicht. Ich denke, Cold Turkey Writer ist nichts fürs hochqualitative Arbeiten, bei dem man in einem Manuskript seine Figurendatenbanken und Zeitstrahle braucht. Aber für Blogbeiträge oder Artikelaufträge ist das ein fantastisches Programm. Ich bin verliebt.

kia_kahawa

Kia mit Drachenfrucht-Mango-Tee

P.S.: Der Text wird in .txt-Format abgespeichert. Easy also! Man darf keine Zeit mit Formatierungen o.ä. verschwenden ;D

 

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Kia (*1993) produziert. Gedanken mit Menschen teilen - ob als Blog, Roman, Zeichnung, Musikstück, Sachbuch oder Hörspiel - das ist es, was am Produzieren so fasziniert.

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2 Comments
  1. Monika

    Wie geil ist das denn??? :D

  2. Ulrike

    Ich habe sowas vor einiger Zeit mit dem Programm/Website Write or Die versucht. Ja, es zwingt dich erfolgreich zum Schreiben. Nein, dauerhaft war es mir zu stressig. Ich suche immer noch den gesunden Mittelweg. Im Moment behelfe ich mich mit Freedom und Brain.fm, wenn ich mich konzentrieren will.

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