Hat dich meine Artikelserie zum Thema Crowdfunding inzwischen inspiriert, eine eigene Kampagne zu starten, den Break Even zu erreichen und das ganz große Marketing für dein Buchprojekt zu konzipieren? Dann fehlt dir nur noch eins: Viele Leute, die deine Crowdfunding-Kampagne unterstützen.

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, wie du viele Menschen erreichst, die zahlreich zu Unterstützerinnen und Unterstützern deiner Crowdfunding-Kampagne werden. Dabei hangele ich mich, ähnlich wie beim Artikel über Grafiken im Crowdfunding-Marketing, an den Stationen entlang, die ich bei meiner eigenen Crowdfunding-Kampagne zu Hanover’s Blind abgegangen bin.

 

Deine Follower werden dich unterstützen

Zunächst soll man vor seiner eigenen Haustür kehren, bevor … ja, keine Ahnung, wie der Spruch sinnvoll weiter gehen könnte. Dass du deine bereits vorhandenen Follower und Fans auf Twitter, Facebook, Instagram, Mojoreads, Lovelybooks oder vergleichbaren Plattformen mit deiner Crowdfunding-Kampagne ansprechen solltest, ist klar.

Doch es reicht nicht aus, einmalig zum Start der Kampagne auf sie hinzuweisen, und es reicht auch nicht aus, alle paar Tage “unterstütz meine Kampagne!” zu posten.

Achte darauf, dass die Inhalte immer einen gewissen Mehrwert bieten. Hier ein paar Ideen, was du in den sozialen Medien teilen kannst, damit die Leute auf deine Kampagnenseite klicken:

Du kannst deine Dankeschöns prominent in Szene setzen und beispielsweise jeden Tag darauf hinweisen, was man bei deiner Crowdfunding-Kampagne alles erwerben kann.

Immer, wenn eine bestimmte Summe erreicht ist, kannst du das in den sozialen Medien feiern. Vielleicht schreibst du ein paar Tweets und Postings vor, die etwas humorvoll mit Schnapszahlen wie 333,33 € oder 666,66 € umgehen, einen Post für die finanzielle Halbzeit, wenn nur noch 10 % fehlen und so weiter. Schon hast du Inhalte, die auf deine Kampagne aufmerksam machen.

Aber du solltest in den sozialen Medien auf Querverweise achten. Viele Follower mögen Accounts, die alle Aktivitäten einer Person zusammenfassen. Wenn du also im Radio oder im Fernsehen aufgetreten bist, mache darauf aufmerksam und verlinke im Nachhinein die entsprechende Aufzeichnung oder Mediathek. Auch, wenn die Presse über dich berichtet, kannst du das verlinken. Deine Follower schauen sich gerne an, was über dich und deine Kampagne berichtet wird, und andersherum wirkt dein Profil “vollständiger”, wenn Leute vom Zeitungsbericht auf deinen Facebook-Account stoßen und dort wiederum den Verweis auf die Zeitung sehen.

Außerdem wichtig: Blogger! Wenn Bloggerinnen und Blogger über dein Buch und dich berichten, solltest du auch deren Inhalte teilen und ihnen somit eine möglichst große Aufmerksamkeit und Reichweite geben.

 

Blogger-Kooperationen

Sehr zeitaufwendig, etwas kostenintensiv und absolut lohnenswert sind Kooperationen mit Bloggerinnen und Bloggern. Du kannst thematisch an deinem Buchprojekt entlang hangeln, das Medium Buch als Grundlage nehmen, oder aber auch Crowdfunding in den Vordergrund stellen, wenn du dir Blogs suchst, die für dich und deine Kampagne geeignet sind.

Ich habe beispielsweise in “Hanover’s Blind” über einen Menschen mit Sehbehinderung in Hannover geschrieben. Kooperationspartner, die in Frage kamen, waren Blogs, die aus und über Hannover berichten, Blogs mit Inklusion oder Sehbehinderungen als Thema, aber auch Crowdfunding- und Finanzierungsblogs für Start-Ups und Künstler und die klassischen Buchblogs passten dazu.

Schreib Bloggerinnen und Blogger bitte immer persönlich an, nachdem du ihren Blog umfangreich angesehen und geprüft hast, ob der Blog zu dir passt. Erwarte nicht von jedem eine Zusage, sondern schreib ruhig mehr Bloggbetreibende an. Für mein Crowdfunding von “Hanover’s Blind” habe ich mit sieben Blogs zusammengearbeitet, eine Podcast-Produktion steht noch aus.

Aber Moment mal – Podcast?

Ja, Podcast.

Blogger sind nicht gleich Blogger. YouTuber sind Blogger, Podcaster können Blogger sein. Streck deine Fühler aus!

 

Public Relations

Weniger, um direkt Unterstützer zu erreichen, sondern mehr, um die eigene Reputation zu erhöhen und in bestimmten Kreisen ein “Ich hab davon schonmal gehört” zu erreichen, helfen die klassischen PR-Maßnahmen.

Verfasse Pressemitteilungen und schick sie an lokale Redaktionen. Diese sind, vor allem, wenn sie eher kleinere Zeitungen rausbringen, dankbar für lokale Nachrichten. Nicht immer reagieren Redaktionen auf Pressemitteilungen: Idealerweise rufst du die jeweilige Chefredakteurin an und stellst einen Bezug her, fragst höflich, ob das Thema von Interesse ist und schickst anschließend nur aufgeforderte Pressemitteilungen raus.

In meinem Fall habe ich nicht nur niedersächsische und Hannoveraner Redaktionen angeschrieben, sondern auch Online-Magazine, bundesweite Zeitungen mit Bezug zum Thema (Blindenverband für Hanover’s Blind), aber auch das in Hannover ansässige Radio Leinehertz hatte Interesse daran, etwas mit mir und über mich zu machen.

Das Ergebnis: Ich habe einen Kontakt in der RTL Nord Redaktion und könnte da auf Dauer mal einen Beitrag über mich machen lassen (für die nächste Kampagne vielleicht?), ich war im Radio Leinehertz zu hören, das Stadtkind-Magazin Hannover hat über mich berichtet, die Unternehmerhelden haben einen Artikel veröffentlicht, und der Blindenverband hat meine Pressemitteilung gedruckt. Das ist doch nicht schlecht, oder?

Erst neulich, Mitte August, habe ich eine Dame kennengelernt, die im Gespräch hörte, dass ich Schriftstellerin bin und dann meinte: “Du bist doch die mit dem Blinden-Roman, oder?”. Läuft!

Exkurs Pressemitteilung:

Ich sollte einen eigenen Artikel darüber schreiben, aber in aller Kürze, wie eine Pressemitteilung aufgebaut ist:

  1. Deine Pressemitteilung sollte kurz und knackig geschrieben sein
  2. Jeder Satz enthält eine neue Information
  3. Schreibe aktiv und nicht sperrig
  4. Oben das Wichtige, unten das Unwichtigere. Eine Pressemitteilung muss von hinten wegkürzbar sein.
  5. Füge einen Downloadlink für Bildmaterial hinzu
  6. Gib eine Handynummer an, damit Rückfragen direkt an dich gestellt werden können
  7. Hier kannst du meine Pressemitteilung zum Start des Crowdfundings herunterladen. Vielleicht inspiriert sie dich oder hilft dir anderweitig.

 

Unterstützer aus der Offline-Welt

Vergiss bitte nicht die Offline-Welt! Im Reallife tummeln sich Leute, die dich kennen und mögen, und es gibt auch jede Menge Menschen, die als Laufkundschaft an deiner Crowdfunding-Kampagne interessiert sein können.

Ich bin mit dem Inhaber der nächsten Postfiliale per Du, und dort liegen regelmäßig meine Buchflyer aus. Hätte ich Flyer für die Crowdfunding-Kampagne gehabt, hätten sie auch dort liegen können.

Überlege, wo du aktiv bist und wo man dich schätzt. Gehst du regelmäßig zum Sport, hat vielleicht dein Sportverein oder dein Fitness-Studio Lust, einen Flyer auszulegen. Wenn du überdurchschnittlich viel in einem bestimmten Café, Wellness-Studio oder Arzt abhängst, kannst du auch dort Flyer platzieren. Das ist kein Witz: Flyer für die Krankheitensammlerin lagen schon bei meiner Hausärztin aus, und bei meiner Psychotherapeutin gibt’s bis heute Hanover’s Blind. Außerdem habe ich Freundinnen, die selbst beispielsweise Psychotherapie anbieten, in einem Buchladen arbeiten oder in einem anderen Coworking Space als ich arbeiten: Alle können Flyer auslegen. Das bringt in der Regel nicht übermäßig viel, aber wie sich in diesem Artikel allmählich herauskristallisiert: Tanze auf vielen Hochzeiten!

Außerdem können Menschen deiner Vergangenheit wertvolle Helfer für deine Crowdfunding-Kampagne werden. Ich habe meine alten Lehrerinnen und Lehrer, von Grundschule bis Abitur, allesamt angeschrieben. Einfach ein persönlicher Brief, was aus mir so geworden ist, eine Anekdote, die den Lehrer an mich erinnert (glaubt mir, man erinnert sich an mich!), und ein dezenter Hinweis auf die bevorstehende Veröffentlichung.

Wieso nicht?

 

Fazit: Alle Register ziehen

Zieh alle Register, wenn du Unterstützer für deine Crowdfunding-Kampagne finden möchtest. Du hast so viele Möglichkeiten, breitflächig Reichweite zu generieren, auch wenn du wenig Follower in den sozialen Medien hast.

Für mich persönlich hat sich der persönliche Kontakt als wertvollstes Medium herausgestellt. Ich kannte einige Bloggerinnen, die mir eifrig geholfen und auch mal eigene Kontakte angefragt haben. Außerdem habe ich beim BarCamp Hannover eine Session über mein bevorstehendes Crowdfunding gehalten und den Buchtrailer released. Im Publikum saß Patrick (liebe Grüße!), der mir den Kontakt zum Radio Leinehertz hergestellt hat.

Du siehst: Alles kann etwas bringen. Zieh die große Marketing-Maschine auf und bewege dich nicht nur in den Bereichen, in denen du dich wohlfühlst. Ich fühle mich sehr unwohl, Zeitungsredakteure anzurufen, aber Übung macht bekanntlich den Meister, oder?

P.S.: Nein, es ist keine unverschämte Eigenwerbung, wenn du in den Kommentaren unter diesem Artikel erzählst, welche Methoden und Medien du anwendest und dabei auf deine eigene Crowdfunding-Kampagne hinweist 😉

 

 

 

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