Am 1. Mai habe ich einen Podcast veröffentlicht, in dem ich darüber spreche, warum ich mit dem Selfpublisher-Dasein ein Ende ausmachen möchte. Es geht um Margen, Finanzen, Tantiemen, Buchausstattung und den Geruch von Papier: Warum Books on Demand, TWENTYSIX und Epubli nichts mehr für mich sind und welche Alternative ich ab sofort einschlagen möchte, erkläre ich euch im Podcast.

Hier geht’s zum Podcast: Patreon

Disclaimer: Die nachfolgenden Inhalte und Beispiel-Rechnungen beziehen sich ausschließlich auf Printbücher. Die Idee dahinter ist, dass sich eine gedruckte Auflage in sich selbst rentieren soll und E-Books “on top” kommen. Die Rechnungen stellen keine fallrealistischen Zahlen dar, da E-Books einen Großteil der Einkünfte von Autorinnen und Autoren darstellen.

Was sind Distributoren, was sind Verlage?

Ich habe zwei Bücher veröffentlicht. „Die Krankheitensammlerin“ und „Hanover’s Blind“. Beide bei den unterschiedlichen und doch gleichen Distributoren Books on Demand und TWENTYSIX.

Distributoren sind weder Druckereien noch Verlage. Sie übernehmen Dienstleistungen wie Verlage wie beispielsweise

  • Lieferung der Pflichtexemplare an die deutsche Nationalbibliothek
  • Vergabe der ISBN in einem verlagsähnlichen Nummernkreis
  • Lieferbarmachung bei VLB, Libri (Großhandel), Amazon und co

Der Autor / die Autorin muss dennoch, ganz im Gegensatz zu einer Verlagsveröffentlichung, folgende Kosten tragen:

  • Lektorat
  • Korrektorat
  • Buchsatz
  • Coverdesign
  • Marketing

Bei der Buchveröffentlichung über einen Distributor haben Selfpublisher*innen also so oder so viel zu investieren und machen das Meiste in erster Linie selbst. Doch lohnt sich das? Ich möchte ein bisschen rechnen.

Lohnt sich Selfpublishing bei Books on Demand & co.?

Für die Berechnungsgrundlage der nachgestellten Rechnungen möchte ich ein Buch mit pauschalen 200 Seiten verwenden. Das ist für mich realistisch, da ich „Die Krankheitensammlerin“ bei epubli in der ersten Auflage mit 192 Seiten, in der zweiten Auflage bei Books on Demand mit 212 Seiten, und „Hanover’s Blind“ mit 188 Seiten bei Twentysix veröffentlicht habe.

Wenn du meine Rechnungen nachverfolgen möchtest, kannst du das bei den Preis-Kalkulatoren von Books on Demand (Runterscrollen bis “Ladenpreis-Kalkulation”) oder TWENTYSIX (runterscrollen bis “Verkaufspreis-Kalkulation und Margen) nachvollziehen. Auch den Preiskalkulator von Epubli ziehe ich für diesen Artikel heran.

Die Buchausstattung für die folgenden Rechenbeispiele

Ein Buch mit 200 Seiten, glänzender Laminierung und cremefarbenen Papier (90 g/m²) ist die Grundlage für folgende Berechnungen.

Bei Books on Demand und TWENTYSIX wende ich das 12 * 19 cm Taschenbuchformat an, bei Epubli 12,5 * 19 cm, da Epubli kein ähnlicheres Format anwendet. Bei Amazon können Selfpublisher*innen ihre Buchmaße frei wählen, also arbeite ich auch hier mit 12 * 19 cm.

Außerdem rede ich hier zunächst nur von On-Demand-Produkten und erwähne die Eigenexemplare nur am Rande. Eine Ausgabe von Hanover’s Blind kostet mich für den Eigenbedarf 6,32 € netto. Ab 25 Exemplaren 5,50 €. Ab 50 Exemplaren 5,22 € … Ab 200 Exemplare 4,14 €. Aber: Liebe Selfpublisher*innen: Verkauft ihr regulär und planmäßig gemäß eurer Liquiditätsrechnung sicher über 200 Exemplare vom Wohnzimmer aus? Ich jedenfalls nicht.

So viel verdiene ich an einem Buch

Books on Demand

Ich kalkuliere also bei Books on Demand. 12 * 19. Strukturgeprägt, 200 Seiten. Bei dieser Kalkulation beträgt die Ladenpreisempfehlung 7,99 €. Die Marge im Buchhandel beträgt 1,01 €. Im BoD-Shop 1,52 €.

Stückpreis bei Bestellung: 6,50 € netto. Danach 5,70 € ab 25 Exemplaren. Nur so als Info.

Wenn ich dieses fiktive 200-Seiten-Buch also bei BoD Für 9,99 € verkaufen möchte, kann ich pro verkauftem Exemplar 1,84 € im Buchhandel verdienen und 2,76 €, falls der sehr seltene Fall eintreten sollte und jemand mein Buch über den BoD-Shop kauft.

Halten wir fest: Ein verkauftes Exemplar bringt bei BoD nach unserer Rechnung 1,84 €.

TWENTSIX

Ich mache dieselben Eingaben (12 * 19 cm, cremeweiß, strukturgeprägt, 200 Seiten).

Das Ergebnis bei 9,99 € Verkaufspreis: 1,61 € Marge im Buchhandel.

Ein Exemplar kostet 6,96 € im „privaten Buchbestellungs-Vorgang“.

Pro Buch sind das erstmal 0,46 € mehr Kosten. Wenn ich ein Buch verkaufe, bekomme ich bei TWENTYSIX  0,23 € weniger. Also: 1,61 € statt 1,84 €. Hinzu kommt die Veröffentlichungsgebühr 39,00 € statt 19,00 €.

Halten wir fest: Ein verkauftes Exemplar bringt bei TWENTYSIX nach unserer Rechnung 1,61 €.

Epubli

Seit zwei Jahren habe ich nicht mehr dort veröffentlicht, u. a. da die Cover nicht austauschbar sind und ich mit dem Kundenservice von Epubli nicht besonders zufrieden war.

Ich kann hier nicht die Angaben von 12 * 19 cm machen, sondern 12,5 * 19 cm. Der Rest ist so ähnlich wie möglich: 90 g/m² cremeweißes Papier, Softcover, keine Strukturprägung möglich. Ich erwarte also, dass das Buch etwas günstiger wird.

Die privaten Bestellungskosten betragen 6,09 € brutto, also 5,69 € netto. Zunächst ist Epubli günstigste Option, zumal hierbei keine Veröffentlichungsgebühr anfällt.

Bei einem Verkaufspreis von 9,99 € würde ich bei Epubli … tadaa: 1,25 € im Buchhandel verdienen!(Nein, das ist kein Witz. Rechne es nach!)

Halten wir fest: Ein verkauftes Exemplar bringt bei Epubli nach unserer Rechnung 1,25 €.

 

Die viel zu teuren Autorenexemplare

Die einzige Person, die bei Books on Demand oder TWENTYSIX meine Bücher über den BoD-Shop kauft … nun ja, das bin ich selbst. Klingt komisch, aber lasst uns auch hier mal kurz rechnen. Ich möchte 10 Exemplare für eine Lesung haben.

Ich kann 10 Exemplare à 6,50 € kaufen. Dazu fallen Versandkosten von 7,80 € zzgl. MwSt an und ich muss eine Woche auf meine Lieferung warten. Am Ende habe ich 72,80 € netto für zehn Bücher bezahlt.

Wenn ich meine eigenen Bücher als Kundin kaufe, kostet ein Exemplar 9,99 € brutto (= 9,33 € ohne Umsatzsteuer). Ich erhalte pro verkauftem Buch, auch wenn ich es an mich selbst verkaufe, eine Marge von 2,76 € brutto (2,58 € netto). Also rechnen wir 9,33 € – 2,58 € = 6,75 €. Versandkosten fallen nicht an, die Lieferung ist innerhalb von drei Tagen da.

Wenn ich also mein eigenes Buch als Kundin kaufe, zahle ich für meine Eigenexemplare 6,75 €. Wenn ich als Autorin eine Eigenexemplarbestellung in dieser zugegeben sehr geringen Menge aufgebe, zahle ich pro Exemplar 7,28 €.

Und auch ohne Umsatzsteuerpflicht rentiert sich diese Variante: 9,99 € Ladenverkaufspreis – 2,76 € Autorenhonorar = 7,23 €. Pro Exemplar kann ich als Kleinunternehmerin also 5 Cent sparen (7,23 € statt 7,28 €) und erhalte die Lieferung deutlich schneller.

Bei Twentysix sieht die Rechnung ähnlich, sogar noch etwas lukrativer für den “Fake-Kunden” aus.

 

Die Veröffentlichungskosten eines Buches

Wir gehen vom günstigstenen Buch aus mit Preisen etwas unterhalb normaler Werte. Damit ich möglichst fair und günstig rechnen kann. Sagen wir, ein günstiges Lektorat kostet 4,00€ pro Normseite statt 6,00 € bis 8,00 €, wie als branchenüblicher Normseitenpreis bekannt. Bei unseren 200 Seiten machen das 800 € Lektoratskosten.

Ein Buchsatz ohne Grafiken und aufwendige Zusätze ist bei guten Freunden und ordentlicher .rtf-Datei schon für 400 € zu erhalten. Das günstigst-mögliche Korrektorat ist vielleicht für 1,25 € pro Seite möglich, kostet also 250 €. Die Veröffentlichungsgebühr habe ich zur Vergleichbarkeit der Plattformen rausgelassen, Marketing ist auch teuer, aber hier lasse ich es bewusst raus, weil ich auf etwas Bestimmtes hinaus möchte. Coverkosten kommen ebenfalls mit dazu. Für 300 € kriegt man sicher ein sehr günstiges Buchcover.

Realistisch und mit ein bisschen Puffer wären eher Kosten wie 1.200 € Lektorat, 700 € Buchsatz, 500 € Korrektorat, 500 € Buchcover. Aber bleiben wir bei den kleinstmöglichen Zahlen. 

DIe Gesamtkosten des Veröffentlichungsprozesses betragen also mindestens 1.450 €, eher aber bewegen sie sich um 2.000 €.

Halten wir also fest: Eine Buchveröffentlichung kostet in unserem Beispiel 1.450 , weil wir ein sehr dünnes Buch haben und gute Freunde, die uns mit Rabatten abwerfen.

 

Wie viele Bücher muss man bei BoD und co. verkaufen?

Der Buchverkauf muss, wenn ich Selfpublishing professionell betreiben möchte, die Veröffentlichungskosten aufwiegen. Ich will immerhin mindestens beim Break Even, bei 0 rauskommen. Idealerweise verdiene ich aber den ein oder anderen Cent an meinen Büchern.

BoD

1450 € : 1,84 = 788 verkaufte Bücher nötig

TWENTYSIX

1450 € : 1,61 = 900 verkaufte Bücher nötig

Epubli

1450 € : 1,25 = 1.160 verkaufte Bücher nötig

Wir müssen also in der kleinstmöglichen und allergünstigsten Rechnung zwischen 788 und 1.160 Bücher verkaufen, um bei Null rauszukommen. Bei Null heißt: Die reinen Herstellungskosten sind abgedeckt. Kein Marketing, keine Rezensionsexemplare, keine Buchmesse-Reise, keine Werbeanzeige.

 

Etwas realistischer rechnen

„Hanover’s Blind“ hatte Investitionen von 3.500 €. Dass davon knapp 2.200 € duch Crowdfunding zusammenkamen, lassen wir mal außen vor, denn Crowdfunding ist nicht der Normalfall bei einer Buchveröffentlichung.

Bei BoD wären 1.900 verkaufte Exemplare nötig, um Hanover’s Blind auf Null zu bringen. Bei TWENTYSIX 2.100 Exemplare, bei epubli 2.800 Exemplare. In diesem Fall, und erst, wenn das eintritt und ich diese zwei bis dreitausend Exemplare verkauft habe, bin ich kein Hobbyautor mehr. Hobby heißt, einer Leidenschaft nachzugehen und dafür eben auch Geld zu bezahlen. Fürs Stricken kauft man Wolle, für den Papagei Futter und Spielzeug … Hobby!

Ich habe diese Anzahl der Bücher noch nicht verkauft. Ich konnte meine Kosten u. a. durch Crowdfunding und durch Lesungen so weit decken, dass Hanover’s Blind schon seit Anfang 2019 Gewinn bringt. Auch die Krankheitensammlerin bringt erst Gewinn, seit ich ein paar Lesungen veranstaltet habe. Aber das ist ein anderes Thema.

Wir haben es also mit einem harten Widerspruch zu tun. Ich sehe mich nicht als Hobbyautorin, sondern nehme diese ganze Selfpublishing-Sache ernst. In meiner “Rente” (haha) möchte ich von Tantiemen leben können. Außerdem möchte ich mit 30 Jahren einen Bestseller, also ein Buch mit 100.000 Verkäufen auf dem Markt haben. Ich habe große Ziele, sie sind vielleicht auch ziemlich größenwahnsinnig, aber das schadet niemandem.

Wenn ich bei BoD 100.000 Bücher verkaufe, sind das 184.000 € Tantieme. Das ist viel Geld, ja, aber dazu ist eine riesige Menge Marketing nötig. Ich kann keine 100.000 Bücher mit 6.000 – 7.000 € Marketingbudget generieren, es sei denn, mein Buch ist so genial, dass sich die Verkäufe verbreiten wie ein Lauffeuer.

Da ich aber realistisch rechnen will, gehen wir mal davon aus, dass ich einen Glücksgriff habe und 15.000 Exemplare verkaufe. Also 27.600 € Einnahmen. Gegen 3.000 € Veröffentlichungskosten und meinetwegen 3.000 € Marketingbudget. Ein Jahr harte Arbeit. Gewinn von 21.600 €.

Auf den Gewinn kommt die Sozialversicherung. Künstlersozialkasse. 25 %. Es bleiben 16.200 €.

Darauf kommt die Einkommensteuer. 1.378 € nach Grundtabelle.

Zack, es bleiben 14.822 € netto. 1.235 € im Monat.

Wäre ziemlich cool, oder?

Tja, so einfach ist das leider nicht.

 

Der Traum der hauptberuflichen Schriftstellerin

Jetzt kommt der Knackpunkt: Ich bin hauptberuflich selbstständig, lebe also das, was viele (angehende) Schriftsteller*innen erreichen wollen. Ich habe kein Studium, keine Festanstellung, keine Familie.

Wenn abhängig Beschäftigte ihre Steuern zahlen oder von der Steuer bezahlt sind, machen sie ihre Steuererklärung und alles ist erledigt. Gehalt minus Werbungskosten gleich Einkünfte. Die kann der Festangestellte dann für die privaten Lebenshaltungskosten verwenden.

Bei mir kommen pro Euro, den ich einnehme, ca. 70 % Betriebsausgaben drauf.

Im Monat zahle ich beispielsweise:

  • Mehrere hundert Euro Krankenversicherung
  • Lizenzen, Konzessionen, Software (von Buchhaltung bis Adobe CC)
  • Mitgliedsbeiträge und Versicherungen
  • Umsatzsteuer und Einkommensteuer-Vorauszahlungen
  • Mitarbeiter
  • Reisen, Buchmessen
  • Marketing, Website, Server

Was überbleibt, davon lebe ich. Von diesen 1,84 € bei einem verkauften Exemplar bei BoD bleiben ca. 30 % über, was 55 Cent pro verkauftem Buch ausmacht. So müssen wir eigentlich rechnen, wenn wir hauptberufliche Schriftsteller*innen sein wollen.

Um nun meine sehr günstigen 1.450-€-Investition wieder reinzuholen, müsste ich 2.626 Bücher verkaufen. Für die realistische 3.000-€-Investition sind es fast 5.500 Bücher. Jedes Buch, das ich darüber hinaus verkaufe, bringt 0,55 €. Wie viele Bücher ich verkaufen müsste, um die 1.235 € Nettoeinkommen im Monat zu haben, von denen ich oben in der vereinfachten Rechnung geträumt habe, kannst du dir ja denken.

Und weißt du was? Marketing macht so keinen Spaß. Bei Google- oder Amazon Werbung zahlt man meist pro Klick um die 0,80 €. Damit fällt diese Marketingchance weg.

Noch kurz ein paar positive Worte: TWENTYSIX und BoD gehören bekanntlich zusammen. Sie haben hervorragenden Kundenservice, wenn Fehler entstehen, sind sie unproblematisch und kulant. Sie stürzen dich nicht in Unkosten, wenn ein Fehler auch mal auf deiner Seite liegt.

Durch TWENTYSIX wurde ich zu einem Autorencoaching in Leipzig eingeladen, stand als Expertin in einer Art Sprechstunde am Stand, halte Vorträge auf den Buchmessen und habe wertvolle Kontakte geknüpft. Und auch durch Epubli und BoD können deine Bücher auf den Messen ausgestellt werden, ohne dass du einen eigenen Stand hast, und der Einstieg in die Buchbranche ist auch bei kleinem Budget sehr toll.

Ich halte von Distributoren sehr viel, wenn es um den Einstieg in die Buchbranche geht. Ich habe meinen Einstieg mit diesen Distributoren gemacht und bereue nichts. Ich möchte die Distributoren nicht missen in der Buchbranche.

Aber es ist Zeit, voranzuschreiten. Wenn ich wirklich Vollzeit-Schriftstellerin werden möchte.

 

Kia probiert es jetzt mit dem Selbstverlag

Ich möchte mein Jugendbuch mit dem Arbeitstitel „Zwei Seelen“ über Nova MD veröffentlichen. Die Exemplare drucke ich dann bei Books Factory. Soweit jedenfalls der Plan.

Kontra: Ich bin die Verlegerin. Ich muss das Geld vorstrecken.

Pro: Nova MD lagert meine Bücher ein und macht es bei libri lieferbar, übernimmt den Vertrieb. Eine ISBN kann man ebenfalls über Nova MD bekommen, oder aber auch seine eigene ISBN mitbringen. Ich denke drüber nach, einen Verlag zu gründen und darüber ISBN zu beziehen, bin aber noch nicht sicher.

Nova MD lagert Bücher für 4 € im Monat für mindestens zwei Jahre. Es handelt sich beim Selbstverlag um normale Buchverkäufe, nicht um “Print on Demand”. Die Auflage wird gedruckt sein und rumliegen. Wer das Buch bestellt, kriegt es geschickt. Der Drucker druckt nicht bei jeder Bestellung.

Außerdem kann ich bei Booksfactory eine Lieferung an zwei Adressen veranlassen. So kann ich z. B. 30 Bücher zu mir schicken lassen und die restlichen 200 direkt an Nova MD schicken.

Und, das habe ich noch gar nicht erwähnt: Mich nervt die Buchausstattung von Distributoren-Büchern! Immer 12 * 19. Immer ohne Klappe. Farbseiten sind relativ teuer. Harfcover unbezahlbar. Immer das gleiche Papier. Es riecht nach Selfpublishing! Im Ernst, ich kann rausriechen, wo bzw. wie ein Buch gedruckt wurde.

Wenn ich in den Selbstverlag gehe, kann ich:

  • Individuelle Buchblockgestaltung
  • Kein Zwang zur identischen SP-Buchausstattung
    • Folienprägung, Goldprägung …
    • Klappen möglich
    • Papiermöglichkeiten
    • Farbdruck im Innenumschlag

Also lasst uns mal wieder kalkulieren.

Kalkulation im Selbstverlag

Bei einer kleinen Auflage von 300 Büchern für den Start gehe ich mit 363 € in Vorleistung, wenn ich alle oben bei den BoD-, TWENTYSIX- und Epubli-Rechnungen ausgewählten Eckdaten übernehme. Der Stückpreis pro Buch beträgt 1,21 €.

Bei einem Verkaufspreis von 9,99 € würde ich also 8,78 € verdienen, wenn ich ein Buch selbst verkaufe. Ich muss sagen: Bei dem Gedanken habe ich noch mehr Lust auf Lesungen und Buchmessen und das Marketing drumherum! Bei einem Selbstverkauf müsste ich 42 Bücher verkaufen, um den Break Even der Druckkosten zu erreichen.

Bei einem Verkauf über Nova MD kämen allerdings nur 3,70 € raus. Abzüglich der Druckkosten von 1,21 € wäre der Gewinn auf 2,49 € geschmälert. Das ist nicht die Welt, aber mehr als im Selfpblishing. Würde ich Veröffentlichungskosten von 1.450 € haben, würde ich also 582 Exemplare verkaufen müssen.

Also entweder hoffen, dass die E-Books einiges bringen, oder die Auflage von Anfang an erhöhen. Hier sehe ich definitiv ein großes finanzielles Risiko in der Invesition. Aber ich möchte es wagen. Vielleicht mit einer 500er-Auflage.

 

Fazit

Selfpublishing ist teuer. Der Selbstverlag ist ein großes Risiko, gibt mir aber viel mehr Entscheidungs- und Entfaltungsfreiheit, was die Buchausstattung angeht. Ich denke an bedruckte Buchschnitte, an farbige Klappen, an Illustrationen vor jedem Kapitel. An ein Buchblock-Maß, das man sonst nur von Großverlagen kennt, das nichts mit 12 * 19 zu tun hat. Ich denke an den Geruch von diesem herrlichen cremeweißen Papier.

Derzeit sitze ich an meiner Liquiditätsrechnung und an einem Marketingplan. Ich möchte mit meinen selbst zu veröffentlichenden Büchern den nächsten Schritt gehen. Es ist riskant und nicht für jeden was, und ich kann nicht sagen, ob ich das wirklich auf Dauer durchziehe und nicht doch irgendwann zu den Distributoren zurückkehre. Sie sind für geringes Risiko die beste Wahl. Aber ich glaube, ich muss etwas wagen.

Ich bin bald keine Selfpublisherin mehr, sondern Selbstverlegerin. Wenn du mich auf diesem Weg begleiten möchtest, werde doch bitte Mitglied auf meiner Patreon-Seite für einen Dollar im Monat. Das sind umgerechnet 23 Cent pro Woche oder pro Podcast, und du kannst unverschnörkelt alles aus dem Selbstständigen- und bald Selbstverleger-Leben hören. Alles, was sich um Einblicke in Finanzen, Steuern, zukünftige Projekte und Tipps dreht, erfährst du Freitagnachmittag bei Patreon. Sei dabei, wenn ich versuche, hoch zu fliegen und nicht tief zu fallen.

Ich hoffe, dieser Blogartikel hat dir eine gute Übersicht gegeben.

Willst du up to date bleiben?

[wysija_form id=”1″]

Manchmal buggt dieses Formular! Nutze stattdessen diese Seite: Newsletter.