Eine Not-To-Do-Liste ist witzig, oder? Einfach aufschreiben, was du nicht tun willst und dich an dieses Vorhaben halten. Wie eine To-Do-Liste, nur andersrum. Das Känguru will erstens nicht aufgeben und zweitens niemals vernünftig sein. Klar, eine Not-To-Do-Liste kann witzig sein, aber sie kann Selbstständigen und Unternehmer*innen auch weiterhelfen – ganz im Ernst, aber trotzdem mit Spaß.

So kam ich an die Not-To-Do-Liste

Vor einigen Jahren gab mir ein Freund eine Not-To-Do-Liste: Als Excel-Tabelle, die davon ausgeht, dass das, was wir aufschieben, keine Priorität für uns ist. Was wir aufschieben, ist aber oft das, was wir eines Tages mal als Priorität definiert haben. Das echte Leben ist komplizierter und wir können nicht pauschal sagen, dass wir etwas nicht erledigen, weil es keine Priorität ist.

Es kann daran liegen, dass das Büro nicht ablenkungsfrei eingerichtet ist, dass wir gegen unseren Biorhythmus arbeiten, dass uns Effizienz-Booster fehlen – aber darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Vielmehr möchte ich einen Fokus auf die Not-To-Do-Liste und die Chancen, die sie bietet oder bieten kann, legen.

 

Gewohnheiten und Standard-Tipps und Tricks

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich höre häufig, dass Menschen etwas nicht mehr tun wollen und dafür eine ihrer schlechten Gewohnheiten durch eine gute Gewohnheit ersetzen wollen. Und auch in allen Quellen, die ich dazu gelesen habe, werden Gewohnheiten und die Psychologie dahinter so dargestellt: Sie bestehen aus Reiz, Routine und Belohnung und wir müssen die Routine austauschen, um eine Gewohnheit zu verändern. Aber so lief das bei mir nicht.

Meine schlechte Angewohnheit, YouTube-Videos und Podcasts anzuhören, die mich thematisch irgendwie weiterbringen, mich in der akuten Praxis aber davon abhalten, das zu tun, was mir wirklich wichtig ist, habe ich einfach aufgegeben. Ich habe sie nicht durch eine andere Gewohnheit ersetzt. Geblieben sind die Kopfhörer, die ich mir aufsetze und dann stundenlang nichts höre, aber dennoch die Kopfhörer auf habe. Das heißt nicht, dass ich die Gewohnheit „Durch Persönlichkeitsentwicklung ablenken“ durch „Kopfhörer aufhaben und arbeiten“ ersetzt habe, denn die Verbindung „Kopfhörer“ und „Arbeiten“ habe ich nicht eingeübt und durch Wiederholungen eingeschliffen. Ich kann beides unabhängig voneinander, und weil es nicht wie bei Raucher*innen ist, die zum Kaffee die Zigarette „brauchen“, würde ich das nicht als Gewohnheit bezeichnen, wenngleich mir die Kopfhörer eine gewisse Abwesenheit aus der Welt um mich herum zusichern.

Es ist echt schwierig, wenn man überall exakt die gleichen Tipps kriegt, die sich auf Erfolgsgeheimnisse, gesunde Gewohnheiten und effizientes Arbeiten beziehen, und wenn genau diese Tipps für mich persönlich nicht funktionieren. Daher mache ich es mit der Not-To-Do-Liste und mache es dadurch einfach mal anders. Somit habe ich mir nicht nur die Persönlichkeitsentwicklungs-Prokrastination, sondern inzwischen auch Twitter als Zerstreuungsmethode abgewöhnt. Ohne Ersatzhandlung. Wohoo!

 

Deine eigene Not-To-Do-Liste

Schreib deine Not-To-Do-Liste, sobald du Erfahrungen machst, die irgendwie etwas hervorrufen, was für dich negativ ist. Wenn du dich aktiv dabei erwischst, wie du sinnlos durch deinen Social Media Feed scrollst, ergänze deine Liste um diese Aktivität.

Vielleicht hilft es dir, wenn du Konsequenzen ergänzt: Positive Konsequenzen, wenn du dir diese fünf Minuten für 30 Tage sparst. Vielleicht sind das zweieinhalb Stunden, die du sparst und stattdessen in Kundenakquise verwendest? Statt dir jeden Tag für fünf Minuten schlechte Nachrichten und Empörungen reinzuziehen, kannst du in einem Monat vielleicht zwei Kunden gewinnen. Oder 150 Euro verdienen. Oder oder oder.

Wichtig ist hierbei, dass deine Not-To-Do-Aufgabe glasklar formuliert ist. Willst du gar nicht mehr zu Twitter? Willst du nur nicht ohne genaue Absicht wie das Verfassen eines bestimmten Tweets auf die Seite und deine Zeit verplempern? Schreib es dir auf.

Und noch ein Tipp: Setze dir Fristen. Wenn wir etwas ab sofort nie wieder machen wollen, lehnt sich unser Innerstes dagegen auf. Ein Verbot bringt Verzicht mit sich, es fühlt sich an, als würde etwas fehlen, es hat mit Druck zu tun. Mach lieber eine Herausforderung daraus, in der du zum Beispiel 30 Tage lang etwas unterlässt.

Du kannst dir deine Erfolge notieren und versuchen, dich selbst Tag für Tag zu überbieten, du kannst aufschreiben, wie viel Zeit und / oder Geld (je nach zu vermeidendem Verhalten) du sparst und was du damit stattdessen tust.

Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Mach dir deine eigene Not-To-Do-Liste!

 

Was willst du nicht machen?

Schau dir mehrmals wöchentlich oder täglich deine Not-To-Do-Liste an. Achte darauf, was du nicht getan hast und belohne dich dafür.

Probier es aus und erzähl mir unbedingt von deinen Erfahrungen. Wie sieht deine ideale Not-To-Do-Liste aus? Hast du eine Not-To-Write-Liste? Was willst du nicht mehr tun, und was wirst du dadurch gewinnen? Ich wäre sehr gespannt zu erfahren, was du nicht machst. Erzähl es mir und den anderen Leser*innen in den Kommentaren. Denn was wir machen, steht doch so schon oft genug im Fokus, nicht wahr?

Alles Liebe,

Kia



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