Heute sprechen wir über unsere ersten Verlagsverträge, wie man an einen Verlag herantritt und ob und warum wir planen, weiterhin bei Verlagen zu veröffentlichen.

 

Wir, das sind heute neben mir Babsi Schwarz, Esther Bertram und Meddi Müller.

Babsi Schwarz hat ihren ersten Verlagsvertrag nach einer Lesung vom Verein „9lesen“ erhalten – aber nicht sofort danach und auch nicht für das Projekt, das sie dem Verlag zuerst vorgestellt hat.

Esther Bertram hat ihr Debüt „Skyle“ beim Kladdebuchverlag veröffentlicht.

Meddi Müller ist Verlagsautor und ehemaliger Verleger, der eine Menge neuer Bücher in der Pipeline hat.

Ich bin derzeit im Urlaub und daher habe ich euch mit diesem Podcast etwas ganz Tolles vorbereitet, nämlich das komplette Sommerferien Programm vom 3. Juli bis zum 20. August hört ihr mich und tolle Gäste wie Babsi Schwarz, Esther Bertram und Meddi Müller! Ab dem 30. August geht es dann wieder weiter wie bisher.

Lasst uns direkt ins Thema einsteigen. Wie haben wir unsere Verlagsverträge erhalten?

So haben wir unsere Verlagsverträge erhalten

Kia Kahawa: Babsi Du bist ja auch Verlagsautoren und zwar seit neustem. Herzlichen Glückwunsch dazu. Magst du erzählen, wie du an deinen Verlagsvertrag gekommen bist?

Babsi Schwarz: Ja, das ist eine längere Geschichte. Das war, glaube ich 2018 beim allerersten “9Lesen”, also “9Lesen” ist eine Veranstaltung mit 9 Autorinnen, die jeweils 10 Minuten vorlesen, meistens in gemütlichen Pubs und Bars. Ich organisiere es mit, deswegen kenne ich mich da aus. Kommt alle, wenn wir wieder stattfinden dürfen. Wir machen auch online gerade sehr viel auf Twitch und da haben Jana Tomy und ich unter anderem gelesen und wir hatten am Tag auf der Buchmesse so ein paar klein Verlage angesprochen, ob die nicht kommen möchten, hatten die eingeladen und dann war die liebe Denise vom Gedankenreich da, und die war ziemlich begeistert von Janas Lesestelle. Jana hat an dem Abend quasi einen Verlagsvertrag so zugesichert bekommen und ich sollte dann für meinen Urban Fantasy Projekt eben eine Leseprobe einschicken. Das hat sich dann alles ein bisschen gezogen und jedenfalls hat Denise mir das Feedback gegeben. Also ich mag wie du schreibst. Ich mag ja Ideen, aber dieses Projekt passt halt aktuell gar nicht. Und falls ich mal was anderes habe, soll ich mich doch damit melden. Und dann hat es ein bisschen gedauert, erstens bis ich mein jetziges Debüt, was bei Gedankenreich erscheinen wird, geschrieben habe. Das hatte ich nämlich ursprünglich für den Wettbewerb geschrieben und bis ich mich dann getraut habe, das auch wirklich nochmal einzuschicken.

Und ja, Denise hatte mir dann zugesagt und das war wirklich, das war glaube ich so zu Beginn der Pandemie, also Anfang 2020. Und das war echt so mein Lichtmoment in dem Moment. Und hat mir wirklich sehr, sehr viel Hoffnung und auch Kraft geschenkt. Und ich habe mich so unglaublich gefreut. Vor allem weil Jana, deren Buch ja schon jetzt ein paar Jahre draußen ist und ich so beim ersten “9Lesen” auf diesem Abend so berauscht, voll Glück und Endorphinen, da von gemeinsamen Signierstunde fantasiert haben und der Traum dann jetzt quasi bald wahr werden könnte. Also jetzt sind aktuell keine Signierstunde, aber jetzt wäre es theoretisch rein hypothetisch möglich, dass wir beide im Verlagstand stehen und signieren. Und ja, es ist schade, dass Denise das nicht mehr miterleben wird und dass ich hier nicht mehr dafür danken kann, dass sie mir da so viel Freude bereitet hat. Aber genau. So bin ich an meinen Verlagsvertrag bei Gedankenreich gekommen. Und die liebe Nadine, die den Verlag jetzt übernommen hat von ihrer Schwester, die kümmert sich auch ganz großartig. Und mal gucken. Ich hoffe, dass ich dann noch das eine oder andere Buch auch veröffentlichen kann.

Kia Kahawa: Eine starke Geschichte. Vielen Dank dafür. Ich fands total schön, dass der Gedankenreich Verlag nach Denise’ Tod weitergeführt wird und auch, dass du drangeblieben bist. Ich weiß noch, wie ich mit dir damals in Bamberg war. Ich hab dich besucht und du hast dir Gedanken gemacht, ob du nach deiner Einreichung jetzt nachfragen sollst oder lieber warten sollst. Und jetzt stehen wir hier. Mein zweiter Gast heute ist Esther Bertram und bei ihr interessiert mich natürlich auch enorm, wie sie an ihrem Verlagsvertrag gekommen ist, zumal ich das bisher nur aus Perspektive ihres Verlags bzw. ihrer Lektorin mitbekommen habe. Esther, wie bist du zu deinem Verlagsvertrag gekommen?

Esther Bertram: Ich bin über Glück und persönliche Kontakte zu einem Verlagsvertrag gekommen. Die damalige Lektorin, die ich auch persönlich kenne, hat mein Manuskript bei ihrem Umzug in einen neuen Verlag mitgenommen und da in einer Brainstormingrunde dem Team vorgestellt. Ich hatte ihr das eigentlich gegeben, weil ich sie kenne und eine professionelle Meinung von ihr haben wollte oder eine Meinung von ihr haben wollte, als Bekannte von mir, Freundin von mir und die hat dann aus einem Impuls heraus ein Manuskript dem Verlags-Team vorgestellt und die waren so begeistert, dass sie gesagt haben, dieses Manuskript wollen wir unbedingt verlegen. Am liebsten jetzt gleich sofort. Das war für mich sehr überwältigend.

Und das ging ja alles sehr, sehr schnell. Ich bin damals zur Frankfurter Buchmesse gefahren, um das Team kennenzulernen, den Verleger kennenzulernen und habe dann gesagt Okay, alles klar, mit diesem Team zusammen möchte ich diesen ersten Band verlegen. Das ist ein Zweiteiler. Das heißt, der erste Band ist verlegt. Genau. Und der zweite ist noch ausstehend. Und dadurch bin ich an einen Verlagsvertrag gekommen. Das ging dann auch relativ schnell mit den Verhandlungen. Das hat dann nur ein paar Tage gedauert, bis im Grunde alles in trockenen Tüchern war. Den Vertrag hab ich dann eine Weile später bekommen. Wir haben dann nochmal ein bisschen Tempo rausgenommen und haben gesagt, okay, wir lassen uns ein bisschen mehr Zeit, lassen das Ganze noch ein bisschen sacken, geben dem Ganzen eine Chance, also dem ganzen Projekt eine Chance zu reifen, dass das Projektteam sich auch zusammenfindet. Und dann hatte ich irgendwann auch den Vertrag bei mir auf dem Tisch. Und das war dann der Moment, wo es dann richtig losging. Und dadurch ist mein Debüt dann in einem Verlag erschienen.

Kia Kahawa: Ach wie cool. Das freut mich sehr, wie das bei dir gelaufen ist. Ich hab übrigens auf derselben Frankfurter Buchmesse. Ich glaube, es war dieselbe 2019. Da hab ich meinen Verlagsvertrag mit dem Plan-9-Verlag fit gemacht. Angefangen hat es bei mir ja mit Verlagsverträgen 2017 schon, auf der Leipziger Buchmesse 2017. Da bin ich bei einem Verlag so in die Dekoration gerannt und habe dadurch den Verleger kennengelernt. War ein ganz kleiner Verlag und die haben mir dann auch einen Vertrag angeboten, den ich dann letzten Endes tatsächlich abgelehnt habe. Also ich lehne Verträge nicht gerne ab, aber häufig und mit diesem Verlag haben das dann nicht zustande. Aber ich weiß noch, dass ich dann abends mit ein paar Leuten in einer Kneipe war und Julia von Rein-Kubisch hat mich gefragt, was mit mir los ist, ob ich verliebt bin oder so. Oder ob ich Liebeskummer hab. Ich glaub, ich hab erst einmal geheult, als ich meinen ersten Verlagsvertrag angeboten bekommen hab und dann, als sie als Buchmensch gefragt, ob ich Liebeskummer hab und jemand war dabei, der kein Buchmensch ist und meinte hast und Verlagsvertrag. Und Julia hat das dann irgendwie aufgegriffen und gesagt: “Ja toll. Ich als Autorin frage, ob du Liebeskummer hast und hier wird gefragt, ob du ein Verlagsvertrag hast.” Na dann war das einfach eine super, super witzige und in meiner Erinnerung, eine brennende Situation. Und dann habe ich auf der Leipziger Buchmesse 2017 auch noch einen anderen Verlag kennengelernt, mit dem ich dann wirklich einen Vertrag gemacht habe, so lange, bis es dann im Lektorat war. Dann sind wir auseinandergegangen und ich bin auch schon für einen Verlagsvertrag nach Berlin gefahren und hab da einen Tag lang mit den Verlegern ein Bier getrunken bei denen. Da gibt’s schon echt viele Geschichten, die ich da habe. Allerdings der erste Verlagsvertrag, den ich unterzeichnet habe und aus dem auch ein Buch rausgekommen ist, das ist ja der Plan 9 Verlag. Und an denen bin ich gekommen, indem ich auf der FARK, der Fantasy und Roleplay Convention Saarland war. Und da hab ich tatsächlich einen Tipp bekommen von einem Autor, der in der Bücherhalle ausgestellt hat. Und der hat gesagt: “Ah, guck mal, drüben der Acabus-Verlag, der macht demnächst Science Fiction”. Und dann bin ich zu Björn Bedey. Das ist der Geschäftsführer der GmbH, die über Acabus, Größenwahn, Plan 9 und anderen Verlagen steht. Es ist ja diese Verlagsgruppe sozusagen. Und mit ihm habe ich dann gesprochen und er wollte mir auch die Visitenkarte nicht geben. Er hat gesagt, ich soll erst das Manuskript pitchen. Ich soll erst mal eine Geschichte erzählen und hat mir dabei die Visitenkarte vors Gesicht gehalten und gesagt: “Ja, wenn der Pitch gut ist, kriegst du diese Karte”. Der Pitch war gut, ich hab die Karte gekriegt und auf der nächsten Frankfurter Buchmesse hab ich dann den Vertrag soweit fertig gemacht, dass wir da alle Einzelheiten besprochen haben, bevor es dann verschriftlicht wurde. Das war super witzig. Deswegen möchte ich jetzt gerne noch von Meddi Müller wissen. Wie bist du an deinen Verlagsvertrag gekommen? Denn Meddi ich über meine Verlegerin und jetzt bin ich mal ganz gespannt.

Meddi Müller: Ich selbst bin mittlerweile wieder Verlagsautor, war aber mal selbst Verleger, aber aus der Not heraus geboren. Weil ich bei sehr, sehr kleinen Verlagen war und die haben mir einfach vom Arbeitsablauf, von der Betreuung nicht so gefallen. Hab dann irgendwann mein eigenes Ding gemacht, hab gemerkt, dass es sehr sehr viel Arbeit und bin dann wieder zurück zum Verlag. Ich hab meinen ersten Verleger tatsächlich auf einem Autoren Stammtisch kennengelernt, weil durch die Vordertür kommst du eigentlich so gut wie gar nicht rein. Du musst durch die Hintertür kommen oder durch eine Seitentür, jemanden kennenlernen. Also mein ultimativer Tipp ist, taucht in die Szene eurer Stadt und sucht dort gezielt nach anderen Autorinnen und Autoren. Tut euch zusammen, tauscht euch und dann wird das eine zum anderen kommen. Und ja, man muss einfach Glück haben. Das muss man leider so sagen.

Kia Kahawa: Tja, durch die Vordertür ist niemand von uns reingekommen. Meddi war auf einem Autoren Stammtisch. Esther war mit ihrer Lektorin befreundet. Babsi hat die Verlegerin auf einer Lesung kennengelernt und ich hab meinen Verlag in der Bücherhallen auf der FARK im Saarland kennengelernt. Oder wahlweise, wenn man Angebote mit einbezieht, indem ich in die Dekoration eines Buchmessestandes rein gerannt bin. Ich schätze, das hinterlässt einen ganz eindeutigen Eindruck, wie Meddi, es schon sagte, taucht in die Buchbranche ein, knüpft Kontakte und kommt durch die Hintertür.

 

Unsere Entscheidung für den Verlag

Kia Kahawa: Und an dieser Stelle würde ich gern die nächsten Fragen stellen, nämlich zum Thema: Unsere Entscheidung für den Verlag. Also warum machen wir das eigentlich? Und da fang ich mal an mit Babsi. Liebe Babsi, warum hast du dich für deinen Verlag entschieden?

Babsi Schwarz: Also für mich war die Entscheidung relativ früh klar, weil wir ja Denise, die Verlegerin vom Gedankenreich Verlag bei “9Lesen” kennengelernt hatten und ich auch von Jana wusste, dass sie sehr gute Erfahrungen hatte und dass sie sehr viel in ihrem Lektorats- und im Cover-Gestaltungsprozess mitsprechen konnte. Und Selfpublishing ist für mich einfach finanziell und zeitlich rausgefallen, weil ich bis vor kurzem studiert habe. Und deswegen war klar, ich möchte es beim Verlag probieren. Aber ich hab mich ehrlich gesagt auch nicht für gut genug gehalten, einen großen Verlag zu finden. Vor allem, weil das ja oftmals besser mit einer Agentur im Rücken geht. Und ich wusste ja, dass Denise Schreibstil mochte und einfach mein allererstes Projekt, was ich ihr geschickt habe, abgelehnt hat, was halt gerade nicht in das Programm und gerade nicht auf den Markt gepasst hat. Und nicht, weil sie fand, dass ich scheiße geschrieben hatte und die Geschichte, die jetzt dann erscheint bei Gedankenreich, das wäre “die Legenden Nixen-Wunsch”. Ist halt nicht ganz so düster, wie das mein erstes Projekt, sondern es hat eine Abenteuer-Romantasy Geschichte mit Nixen und Piraten und einfach ein bisschen heiterer und ich wusste, dass es gut ins Verlagsprogramm von Gedankenreich passt und hab mich einfach erst einmal da beworben und hab dann auch sehr sehr schnell eine Zusage bekommen. Und das hat mich sehr gefreut. Deswegen hab ich mich da auch gar nicht groß weiter umgeschaut.

Kia Kahawa: Vielen Dank. Dass das Buch ins Verlagsprogramm passt, ist ja unfassbar wichtig und ich glaube auch, dass man mit der Suche irgendwann Schluss machen sollte, so wie du es getan hast. Wenn alles passt, dann darf man gerne “Ja” sagen und den Vertrag verhandeln und unterschreiben. Und es klingt einfach traumhaft bei dir. Ich habe meine ersten vier Verträge ja alle abgelehnt. Also einen hab ich ja unterschrieben. Das Buch war im Lektorat, aber dann war ich nicht zufrieden und wir sind auseinandergegangen und insgesamt war es erst bei meinem fünften Verlagsvertrag soweit. Und warum das so ist, ist ganz einfach. Bei mir müssen die Leistungen des Verlages und auch das Geld, also insgesamt alles, was der Verlag mir gibt, das muss stimmen. Also was das angeht, bin ich da ziemlich streng. Aber wenn das alles passt, dann ist es für mich auch so, dass ich einen Verlag deutlich mehr lohnt als Selfpublishing. Eben auch wegen des ganzen Umfangs, nicht nur wegen der Finanzen, sondern wegen der ganzen Arbeit, der ganzen Marketing-Maschinerie und den ganzen Drumherum Leistungen.

Meddi, warum hast du dich für einen Verlag entschieden?

Meddi Müller: Ich habe mich für einen Verlag entschieden, weil es einfach bequemer ist und man sich wirklich aufs Schreiben konzentrieren kann und natürlich auch das finanzielle Risiko dabei wesentlich geringer ist und man einfach eine bessere Infrastruktur im Verlag hat, die dort vorfindet. Man kann alle Ressourcen nutzen und es ist einfach ein besseres Paket.

Kia Kahawa: Danke für deine Antwort. Inzwischen bin ich da auch ganz deiner Meinung. Ab und zu ein Projekt als Selfpublishing, um sich neu zu erfinden oder etwas auszuprobieren. Das ist für mich absolut in Ordnung. Werde ich auch weitermachen. Aber eine Karriere als Selbstverlegerin, wie ich das mit Nachklang der Hoffnung, meinem Jugendbuch versucht habe, kann ich mir echt nicht mehr vorstellen. So Esther, warum bist du Verlagsautoren geworden?

Esther Bertram: Ich habe mich damals für einen Verlag entschieden, weil ich mir das Selfpublishing, den Selbstverlag nicht zugetraut habe. Ich habe gesagt, dass es mir zu viel Arbeit. Dies kann ich neben allem, was ich sonst mache, nicht leisten. Das war zu einem Zeitpunkt, als ich noch Studentin war. Im Master studiert habe, kurz vor dem Abschluss stand und nebenher eben freiberuflich schon an anderen Stellen als Künstlerin im weitesten Sinne gearbeitet habe. Dadurch hatte ich einfach einen sehr hohen Workload. Hab ich immer noch. Und habe dann gesagt, jetzt ins Selfpublishing zugehen, mit diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir zu viel auch Eigenverantwortung, das traue ich mir noch nicht zu. Inzwischen sehe ich das Ganze ein bisschen entspannter und kann mir auch vorstellen, dass zukünftig Titel von mir tatsächlich im Selbstverlag erscheinen. Das war damals noch so, dass ich gesagt habe, auf gar keinen Fall, das möchte ich nicht. Ich möchte die Maschinerie und die Strukturen eines Verlags im Hintergrund. Wie gesagt, inzwischen sehe ich das ein bisschen entspannter. Aber es ist schon für mich ein Vorteil des Verlags. Mal abgesehen davon, dass es schwierig ist, Manuskripte in Verlagen unterzubringen. Das ist sicherlich die größte Hürde.

Aber für mich ist der große Vorteil eines Verlags, dass eben dahinter im Grunde gebündelt eine Maschinerie steht, eine Struktur steht, die ein Buch nicht nur produzieren, sondern hinterher auch vermarkten kann, wo es Kontakte in den Buchhandel gibt. Solche Dinge, die mir als Privatperson fehlen. Als selbstständige Autorin kenne ich natürlich inzwischen auch über die Jahre einige Namen, Gesichter der Deutschen Buchblase, der Buch-Bubble, auch persönlich. Habe Stimmen und Gesichter zu den unterschiedlichen Leuten, habe die getroffen und bin da inzwischen auch relativ gut vernetzt. Das war zu dem Zeitpunkt, als die Verhandlungen mit dem Verlag losgingen, noch nicht so ausgeprägt. Und wie gesagt, wenn man alles gebündelt hat, das heißt Lektorat, Korrektorat, Satz, Druck, das Cover – Design, hinterher das Marketing. Wenn das alles gebündelt an einer Stelle ist wie in einem Verlag, kann das eben eine große Entlastung für mich als Autoren bedeuten. Das heißt, aber eben auch, dass ich viele Entscheidungen aus der Hand gebe und auch nicht so viel Mitspracherecht habe, wie ich es natürlich, wenn ich im Selbstverlag bin, habe. Aber das war für mich und ist für mich auch immer noch Grund genug, zu einem Verlag zu gehen.

Kia Kahawa Es ist witzig. Also ich musste gerade daran denken. Böse Zungen behaupten ja, Selfpublisher wären die Autoren, deren Bücher keinen Verlag gefunden haben. Und wir alle, als Verlagsautoren oder Verlagsautorinnen sitzen hier und stellen fest, dass wir überwiegend bei Verlagen veröffentlicht haben, weil uns das Selfpublishing zu anstrengend, zu finanziell riskant und zu aufwendig ist. Also ich habe ein bisschen das Gefühl, dass dadurch dieser böser Satz, Selfpublisher hätten einfach keinen Verlag gefunden, dass der dadurch echt total entkräftigt ist. Denn Selfpublishing ist echt kein Spaziergang, kein Blumenstrauß. Es ist harte Arbeit und ein großes, großes Risiko. Und das führt mich jetzt zum Thema Zukunft.

 

Veröffentlichen wir wieder bei Verlagen?

Kia Kahawa: Wollen wir denn weiterhin bei Verlagen bleiben oder wollen wir lieber mehr Risiko? Liebe Esther? Planst du weitere Bücher in Verlagen zu veröffentlichen? Und was schreibst du gerade?

Esther Bertram: Bei mir gibt es aktuell keine konkreten Pläne, mit einem meiner Titel in einen Verlag zu gehen. Ich habe noch keine Verträge, keine neuen Verträge auf dem Tisch und kein Projektteam für irgendetwas. Aber es steht der zweite Teil von Skyle aus. Da ist der erste Teil Weihnachten 2019 im Kladde Buchverlag erschienen und der zweite Teil ist das, wo ich jetzt aktuell auch immer wieder dran arbeite. Das ist etwas, was ich gelernt habe vom letzten Mal, dass ich mir jetzt wirklich die Zeit nehme, das Manuskript gründlichst mehrfach zu überarbeiten und wirklich erst damit loszugehen in einen Verlag und dann auch in ein Lektorat, wenn ich wirklich zufrieden bin mit dem Text. Das ist was, da hab ich mir beim letzten Mal nicht ausreichend Zeit genommen. Das ist was, was ich gelernt habe, wo ich jetzt auch in relativ engen Kontakt immer wieder mit meinen Testleser*innen bin, wo ich viel auch diskutiere und überlege mit Leuten, die dieses Manuskript schon lange begleiten. Denn es ist schon eine Weile geschrieben und Skyle angefangen zu schreiben, also im ersten Teil hab ich vor über 10 Jahren. Und mit diesen Leuten, die das von Anfang an begleiten, bin ich immer wieder in Kontakt und wir überarbeiten im Grunde gemeinsam den zweiten Teil. Oder ich halte immer wieder Rücksprache. Überarbeiten tue ich schon selbst. Genau, das ist das, wo ich jetzt gerade dran arbeite. Ich habe eine weitere neue Buchreihe in Planung, aber die steckt wirklich noch in den Kinderschuhen. Da möchte ich gerne versuchen, wie das ist, in einem kürzeren Format zu schreiben. Meine Manuskripte sind in aller Regel episch lang, zwischen 600 und 900 Seiten. Und ich würde gerne mal schauen, wie es ist, wenn ich in kürzeren Intervallen eine Reihe schreibe, also sowohl der kürzere Text als auch ein etwas schnelleres Veröffentlichungsdatum. Und da kann ich mir gut vorstellen, dass ich damit tatsächlich in den Selbstverlag gehe. So ein bisschen als Pilotprojekt für mich zum Ausprobieren. Aber den zweiten Teil von Skyle würde ich schon gerne wieder in einem Verlag unterbringen.

Kia Kahawa: Bei Buchreihen kann ich mich gleich einreihen. Ich schreibe zwar nicht 600 bis 900 Seiten pro Buch, aber meine nächsten beiden Bücher werden auch Verlagsveröffentlichungen sein. Mein erster Verlagsvertrag war nämlich der Vertrag für eine Trilogie, also ich habe im Grunde drei Verlagsverträge auf einmal gemacht und bin, was das reine Schreiben und Überarbeiten angeht, bis Dezember 2022 verplant. Meddi, du bist auch einer von der ausgebuchten Sorte, oder? Was ist für die Zukunft geplant?

Meddi Müller: Ich bin in der komfortablen Lage, bis Ende nächsten Jahres ausgebucht zu sein. Also ich fungiere auch als Herausgeber von einer Anthologie. Aber ich bin im Moment mit Verträgen eingedeckt bis Ende des nächsten Jahres, auch beim Verlag natürlich und hab schon einen weiteren Krimi in der Mache. Also mein aktuelles Buch ist jetzt erst rausgekommen, aber das nächste Band ist schon in Arbeit. Danach bringe ich noch ein besonderes Buch raus, weil ich ja Feuerwehrmann bin, schreibe ich über meine Einsätze. Dann habe ich noch eine Anthologie “Frankfurter für ein viertel Stündchen”, den vierten Band, also die Stunde wird jetzt vorgemacht. Also ich bin gut beschäftigt und ich werde auch weiter beschäftigt sein. Hoffe ich zumindest und werde noch ein paar Jahre zu tun haben.

Kia Kahawa: Danke dir. Wie sieht es bei dir aus, Babsi? Planst du weitere Bücher im Verlag zu veröffentlichen? Und was schreibst du als nächstes?

Babsi Schwarz: Ich plane auf jeden Fall weitere Bücher zu veröffentlichen. Ich bin nur grade am Ende meines Studiums und am Anfang des Berufslebens. Das heißt, es ist aktuell nichts in einem Level, wo ich sagen kann, das kann ich veröffentlichen. Also ich müsste erst ein paar Dinge fertig schreiben, aber ich habe noch einige Projekte in der Schublade, die ich unbedingt schreiben möchte. Aktuell schreibe ich einen Patreon Roman. Das ist ein Urban Fantasy mit Romance-Anteilen, “Die Pfützengeister”, wo es um ein Medium und einen, ja, nicht Mafia-, aber Syndikats-Boss geht. Und das macht mir gerade sehr viel Spaß. Das ist aber tatsächlich Patreon exklusiv. Und ansonsten hab ich noch ein paar andere Fantasy und romantische Projekte in der Schublade schlummern, die ich aber erstmal selber für mich soweit schreiben muss, dass ich ein Exposé zusammenstellen kann. Weil ich bin ein absoluter Pantser, d. h. ich plotten nicht viel und ich lerne meine Geschichte meistens selbst kennen. Und ich merke erst bei vielen Geschichten, wenn ich angefangen und eine gewisse Anzahl an Wörtern geschrieben habe, wohin es gehen wird, wie sich das entwickelt und dementsprechend ist es ein bisschen schwer, da dann so weit vorab Dinge zu klären. Und da muss ich selber mir ein bisschen den Hintern treten, dass ich da das aktiver weiter verfolge. Aber ich hoffe, dass ich vielleicht eine Agentur finde. Mein Debüt kommt jetzt raus und vielleicht kann ich mich bei einer Agentur vorstellen und das würde mich freuen und dann gucken, welches Projekt vielleicht gerade als nächstes am vielversprechendsten ist.

Kia Kahawa: Ich danke euch vielmals für eure Antworten. Wir unterscheiden uns alle ziemlich stark und haben dennoch eine Menge gemeinsam. Ich bin sicher, dass viele ZuhörerInnen etwas von uns als Verlagsautor*innen lernen konnten und bedanke mich für diese grandiose Folge bei Meddi Müller, Babsi Schwarz und Esther Bertram.

 

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In dieser Folge wurden erwähnt:

Jana Tomy

Gedankenreich-Verlag

9lesen e. V.

Plan-9-Verlag

Skyle

Acabus-Verlag

 

In dieser Folge mit dabei:

Barbara Weiß

Website: https://babsi-schwarz.de/

Twitter: @blues1ren

 

Esther Bertram

Twitter:  @inky_feathers

Instagram: @rabenfedern

 

Meddi Müller

Website: http://www.meddimueller.de/

Twitter: @MuellerMeddi

Instagram: @meddi_muller

 

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