Ich bin immer auf der Suche danach, wie etwas einfach geht. Wie kann man die große Frage nach der Vision, nach dem Warum, vereinfachen? Ich habe mich da mal informiert und ein paar Infos für euch.

 

Unbox your Vision

Tobias Beck hat in seinem Buch „Unbox your life“ eine einfache Methode gefunden, um die eigene Vision herauszufinden. Er sagt, du musst dir zwei Fragen stellen:

  1. Was hat dich in deiner Kindheit total fasziniert?
  2. Was inspiriert dich noch heute?

Für mich sind die Antworten auf diese Fragen ein wenig merkwürdig.

Als Kind hat es mich fasziniert, beschäftigt zu wirken. Von meiner ersten Arbeitsstunde, als ich mit drei oder vier Jahren am Computer eine Word-Seite voll mit großen „W“ geschrieben habe und meine Eltern mit den Worten „Pssst, ich bin am Arbeiten!“ abgewimmelt habe bis hin zu einem selbstgebastelten Notizbuch und der Liebe zu Büroartikeln schon mit fünf Jahren – ja, das war meine Sommerferienbeschäftigung und das Buch war leer – würde ich sagen, als Kind hat mich Bürokram fasziniert. Und Vögel, die ich ab der Grundschule auch schon als Haustiere hatte.

Was mich heute noch inspiriert? Puh. Steuererklärungen, Papier sortieren. Komplexe Projekte planen, in Teilaufgaben unterteilen und umsetzen.

Ihr seht: An mir ist eine hervorragende Sekretärin, persönliche Assistentin oder Verwaltungsfachangestellte verloren gegangen. Hätte ich einen solchen Karriereweg nach der Schule eingeschlagen, wäre ich heute der Ober-Boss aller Papiersortierer. Mit Sicherheit.

Aber: Das ist nicht meine Vision. Für mich hat diese Fragestellung nicht funktioniert.

 

Das Warum großer Persönlichkeiten

Manche Leute halten ihr Kind hoch und schreien einer Menge auf der Bühne zu: „Das ist mein Warum! Für dieses Kind will ich die Welt besser machen!“. Andere wollen das Meer sauber machen. Elon Musk will die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies machen.

Mein „Warum“ war lange Zeit nicht gut genug. Das habe ich mir nicht nur selbst gesagt, ich habe es leider auch von außen so gehört. Ich hatte immer das Gefühl, ja, die Gewissheit, dass mein Warum nicht genug ist. Ich muss die Welt verändern wollen, ansonsten tauge ich nicht zur Unternehmerin.

Aber mal im Ernst? Mein „Warum“ war lange Zeit: „Weil es mir Spaß macht“. Inzwischen tendiere ich dazu zu sagen, dass ich einfach ein erfülltes und glückliches Leben führen möchte. Und ganz im ernst? Eine weitere glückliche Person, die anderen ein Lächeln schenkt, ist ein Gewinn für diese Welt und eine Bereicherung für eine bessere Welt.

Es kristallisiert sich aber auch bei mir heraus, dass ich allmählich doch ein bisschen größer zu denken wage: Ich würde gerne die Spix-Aras, die in der Wildnis ausgestorben sind und nur in Gefangenschaft vom ACTP gezüchtet und auf Dauer ausgewildert werden, zurück nach Brasilien bringen. Also, wenn mich jemand fragt: „Warum willst du 10.000 Euro im Monat verdienen?“, dann wäre meine erste intuitive Antwort: „Weil ich dann Tausende Euro im Monat an den ACTP spenden kann“. Vielleicht kommt das mit der Weltverbesserungsabsicht noch. Vielleicht nicht. Jedenfalls habe ich deutlich weniger Druck, seit mir klar geworden ist, dass ich okay so bin wie ich bin und dass ich Unternehmerin sein darf.

 

Dein Vision Board

Brian P. Moran und Michael Lennington schreiben in „The 12-Week-Year“, dass deine Vision ambitioniert, aber dennoch realistisch sein. Sie sagen, dass deine Vision sich an deinen langfristigen Zielen orientieren soll. Fragen, die dabei helfen können, weichen eher von der öffentlich kommunizierten Unternehmensvision ab und entsprechen eher einem individuellen Lebensentwurf.

  • Wie willst du leben?
  • Wie viel Geld willst du verdienen?
  • Wo soll sich dein Unternehmen befinden?
  • Wie viel Zeit verbringst du mit deinen Kindern?
  • Und so weiter

 

Erstelle dir eine Visionstafel, ein „Vision Board“. Da kannst du Bilder, Sprüche, Skizzen und alles andere sammeln, was in dir Assoziationen zu deinen Zielen und Visionen weckt. Wenn du Gefühle mit einem Bild verbindest und dieses Bild so aufstellst, dass du es regelmäßig siehst, wird dein Unterbewusstsein immer wieder daran erinnert.

Stell dir mal vor, du wachst jeden Morgen neben einem Vision Board auf, auf dem ein riesiges Bild von einem Döner abgebildet ist. Glaubst du, du wirst häufiger als jetzt Döner essen? Wirst du häufiger Lust auf herzhafte Speisen im Allgemeinen haben?

Und was wäre, wenn du zu einem Bild von einer schlanken, muskulösen Frau beim Gewichtheben aufwachst? Hast du dann nicht häufiger Sport und Fitness im Kopf und eher seltener den Döner?

 

Ich denke, es ist sehr wichtig, sich ein Vision Board – genau wie Unternehmenswerte, siehe Entscheidungsmüdigkeit – gestalterisch schön herzurichten und immer wieder im Alltag im Blick zu haben. Umgesetzt habe ich es selbst noch nicht, aber das kann ja noch werden.

 

Wie sieht es bei dir aus? Hast du eine Vision? Bist du eher der Typ „Meer sauber machen“ oder der Typ „Spaß haben“? Hattest du schonmal Probleme mit dem Gedanken, dass du nicht genug bist, was deine grundlegenden Werte angeht? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn wir uns in den Kommentaren austauschen können.

Alles Liebe,

Kia



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