Selbstständige, vor allem solche, die gerade anfangen, ihren beruflichen Traum zu leben, haben eines gemeinsam: Sie arbeiten allein.

Egal, ob plötzlich nach einem Angestelltenverhältnis oder als erste Arbeitserfahrung: Allein zu arbeiten kann ziemlich tricky sein.

 

Kia im Großraumbüro

Es hat positive Seiten, allein zu arbeiten. Bei einem Praktikum in der AOK war ich in einem Großraumbüro, in dem telefoniert, sich unterhalten und auch konzentriert gearbeitet wurde, aber auch Plastikkarten geschreddert wurden.

In diesem Großraumbüro hatte ich das Gefühl, dass die Zeit eher langsam vergeht, weil ich immer wieder abgelenkt und rausgerissen wurde. Meine Konzentration war nie so ganz komplett bei einer Sache. Andererseits war ich auch entsprechend angespannt, weil mich immer jemand bei der Arbeit beobachtet hat oder beobachten konnte. Es hatte also definitiv Pros und Contras.

Aus allen Wolken gefallen bin ich, als ich aus zweiter (oder eher dritter) Hand gehört habe, wie jemand zu jemand anderem gesagt hat: „Könntest du bitte langsamer arbeiten? Sonst erwartet man das auch von uns.“

Wenn jemand in einem Team sich weigert, sich der kollektiven Leistungsverweigerung anzuschließen und die Vermeidung von Leistungsbetrug über das soziale Miteinander-Auskommen stellt, kann so sehr schnell zum Außenseiter werden. Für uns buchnahe Selbstständige ist das natürlich nicht relevant, denn Selbstständige arbeiten, um zu arbeiten und nicht, um nicht zu arbeiten.

Dennoch lehrt uns das eine mögliche Lösung für Probleme, die aufkommen können, wenn man als Selbstständige*r allein arbeitet: Ein Coworking-Space. Hier arbeitet man in einem Großraumbüro mit mehreren anderen Leuten. Diese haben aber nichts mit dir und deinem Unternehmen zu tun, also gibt es keine Vergleiche und Verurteilungen. Das Gefühl, beim Arbeiten gesehen zu werden, besteht aber dennoch. Denn niemand will tatenlos und prokrastinierend faul am Platz sitzen, während alle anderen um ihn herum Erfolge erzielen.

 

Coworking, Bahnfahrten, Café-Besuche und die Bibliothek

Auf Bahnfahren lässt es sich nicht nur für viele Autor*innen gut schreiben, hier kann man auch richtig gut sonstige Arbeiten durchführen. Da du aber eher unwahrscheinlich eine*r der seltenen Leser*innen bist, die mit der Bahncard 100 täglich von Hamburg nach München fahren, einfach nur, um konzentriert arbeiten zu können, ist vielleicht auch ein Café etwas für dich.

Was ich für mich entdeckt habe und was vor allem bei Recherchen und einzelnen Aufgaben, die wenig Abwechslung, aber viel Konzentration am Stück erfordern, toll ist, ist die Bibliothek. Überleg mal, ob du hier arbeiten kannst. Dort bist du zwar allein, aber Bibliotheken haben eine gewisse Magie, die produktiv macht. Und zumindest in meiner Bibliothek gibt es einen Kreativraum und zwei Gruppenarbeitsräume – Zutritt kostenlos.

Beim Coworking bist du nicht allein, obwohl du allein arbeitest. Hier hast du sogar noch den Vorteil, dass du mit anderen Selbstständigen Pause machen und dich auf einem gewissen Niveau austauschen und auch inspirieren lassen kannst. Gerade durch Networking-Veranstaltungen bin ich in den Hafven in Hannover so „hineingewachsen“, dass ich immer jemanden treffe, den ich kenne und auf irgendwas ansprechen kann, wenn man sich außerhalb der Produktivitätszeiten etwa auf dem Flur, im Cafvé, im Pausenbereich oder im Innenhof trifft. Ich feiere Coworking und empfehle jeder von euch, das mal auszuprobieren.

 

Outsourcing und Delegieren

Natürlich kannst du am einfachsten vermeiden, allein zu arbeiten, wenn du mit anderen zusammen arbeitest. Du kannst Mitarbeiter*innen anstellen oder Freelancer beauftragen. Diese Personen arbeiten zwar in erster Linie für sich und ihre Ziele, aber sie haben ein berechtigtes und meist nicht allzu kleines Interesse daran, dass du mit deinen Zielen vorankommst. Denn wenn du erfolgreich bist, bekommt der oder die Beauftragte am ehesten neue Aufträge.

Bei Mitarbeitern ist es wichtig, diese so ins Unternehmen zu integrieren, dass die Unternehmensziele auch die Ziele des Personals sind. Das ist meiner Meinung nach ein Prozess und nicht selbstverständlich. Wenn ich selbst mehr Führungserfahrung habe, werde ich sicher auch darüber meine Erfahrungen teilen – doch noch sind sie nur theoretischer Natur und daher nicht erwähnenswert.

Schau im Internet übrigens mal nach einem Artikel, der „Warum Sie es sich nicht leisten können, keine Mitarbeiter zu haben“ oder so ähnlich heißt. Der ist super informativ und zeigt auch meine Meinung darüber, dass sich jede*r Unternehmer*in leisten kann, Arbeiten zu delegieren. Wie das aber dann konkret aussieht, kannst du an anderer Stelle erfahren.

Wie sieht das bei dir aus? Arbeitest du allein und bist fein damit? Brauchst du Ortswechsel, um Menschen in deiner Nähe zu haben? Oder bist du schon am Delegieren oder etwa beispielsweise mit einem Coach im Gespräch und somit nicht ganz auf dich allein gestellt? Erzähl es mir in den Kommentaren.

Alles Liebe,

Kia



Der Auto(r)preneur-Podcast:

Jeden Monat am 10., 20. und 30. veröffentliche ich eine neue Episode des Auto(r)preneur-Podcasts. Ich spreche über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse, die mit wichtigen Business-Themen zu tun haben, die für buchnahe Selbstständige relevant sein könnten. Bei Auto(r)preneur wirst du nicht mit Weisheit überschüttet, sondern sitzt mit mir im selben Boot.

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