Jeder kennt ihn, den Mafia-Gangster mit Hut: Al Capone! Doch wusstest du, dass der Begriff „Geldwäsche“ auf diesen bekannten Mafioso zurückzuführen ist? In diesem Artikel erkläre ich dir, was Geldwäsche ist, wie sie funktioniert und welche Strafen Geldwäscher*innen drohen.

Al Capone und die Geldwäsche

Al Capone hat illegal Geld verdient. Durch Erpressung, Drogenschmuggel, Prostitution und viele weitere Vergehen. Dieses illegal verdiente Geld hat Al Capone „gewaschen“. Namensgebend für die Geldwäsche ist seine Strategie gewesen, bei der er sich Waschsalons gekauft hat und in diese hat Geld einfließen lassen. Da in Waschsalons ausschließlich bar bezahlt wird – oder: zu Al Capones Zeiten: wurde –, konnte er das illegal verdiente Geld im Rahmen des Betriebsergebnisses des Waschsalons als legale Einnahme verbuchen. Er hat Geld – im Waschsalon – gewaschen.

 

Was ist Geldwäsche?

Geldwäsche ist im Prinzip der gegenteilige Gedanke von Steuerhinterziehung. Bei der Geldwäsche wird illegal verdientes Geld in den normalen Wirtschaftskreislauf gebracht.

Illegal verdientes Geld wird beispielsweise durch Erpressung, Drogen- und Waffenhandel oder illegale Prostitution erwirtschaftet. Aber Geldwäsche bezieht sich nicht nur auf illegal verdientes, sondern auch auf illegal hergestelltes Geld – also: Falschgeld!

Bei der Steuerhinterziehung geht es kurz gesagt darum, legal verdientes Geld am Finanzamt vorbeizuschmuggeln. Ich habe vor ein paar Wochen einen ausführlichen Artikel zum Thema Steuerhinterziehung verfasst.

Jährlich werden in der EU bis zu 140 Milliarden Euro illegal gewaschen. Das entspricht etwa einem Prozent der jährlichen europäischen Wirtschaftsleistung. Das ist eine Menge! Stell dir mal vor, du hast 100 € in Euromünzen vor dir auf dem Tisch liegen. Bereits eine dieser 100 Münzen könnte statistisch aus illegaler Quelle stammen.

Dass Geldwäsche existiert, ist der Grund, warum deine Bank misstrauisch wird und Fragen stellt, wenn du sehr hohe Geldsummen auf dein Konto einzahlen möchtest. Die Bank ist verpflichtet, in Verdachtsfällen die Polizei einzuschalten.

 

Wie funktioniert Geldwäsche?

Um Geld zu waschen, ist eine Menge Kreativität notwendig. Es gibt zahllose Methoden, wie Geldwäsche funktioniert. Damit du dir vorstellen kannst, wie Geldwäsche in der heutigen Zeit trotz Geldwäschegesetz und Bankgeheimnis funktionieren kann, stelle ich dir im Folgenden drei Maschen vor, wie Geldwäsche umgesetzt wird.

Aus Bargeld Buchgeld machen

Das illegal verdiente Geld kann mit legalen Aktivitäten vermischt werden. Geldwäscher haben für diese Masche der Geldwäsche eines oder mehrere Unternehmen, in das viele Kunden kommen, die bar bezahlen. Dazu gehören Restaurants und Waschsalons, aber auch Casinos zum Beispiel.

Hat man nun also eines dieser legalen Geschäfte, die idealerweise nicht besonders gut laufen, kann der Geldwäscher das Geld hinzuschieben. Das illegal verdiente Geld wird dann so behandelt, als sei es legal durch Bareinnahmen im Restaurant von Kunden dem Geldwäscher zugeflossen. Auf der Bilanz steht dann, dass das Restaurant gut läuft, das Geld wird versteuert und kann vom Unternehmer/Geldwäscher legal verwendet werden.

Die Scheinfirma im Ausland

Eine weitere Methode zur Geldwäsche hat mit dem Ausland zu tun. Der Geldwäscher gibt vor, ein Unternehmen im Ausland gegründet zu haben. Dabei handelt es sich um eine Scheinfirma. Diese Scheinfirma beauftragt nun den Geldwäscher, also die tatsächlich existierende und legale Firma in Deutschland. Der Geldwäscher stellt seiner Scheinfirma eine Rechnung über diesen Auftrag. Die Scheinfirma bezahlt mit dem illegal erworbenen Geld des Geldwäschers und verschwindet danach ggfs. vom Erdboden. Der Geldwäscher selbst hat Geschäftsunterlagen darüber, dass er einen Auftrag bekommen hat, diesen angenommen hat und legal bezahlt wurde. Das Geld ist gewaschen.

Smurfing

Beim Smurfing wird der illegal verdiente Geldbetrag in sehr viele kleine Beträge aufgespalten und auf Konten eingezahlt. Es handelt sich auch um Smurfing, wenn dazu Dritte verwendet werden. Du hast sicher schonmal im Internet an dubiosen Stellen oder im eigenen Spam-Ordner von der Möglichkeit gelesen, Geld zu verdienen, indem du Geld von jemandem bekommst und es an anderer Stelle einzahlst. Nach dem Motto: „Du kriegst 1.000 Euro in Bar und zahlst es bei dir ein. Du überweist mir 900 Euro, und die restlichen 100 Euro sind dein Honorar“. Dabei handelt es sich m.E. auch um Smurfing.

 

Weitere Geldwäsche-Methoden

Zusätzlich von diesen drei „Basics“ gibt es noch verschiedene weitere Methoden, Geld zu waschen. Diese Maschen heißen dann beispielsweise Structuring oder Layering. Das Geld kann durch verschiedene Methoden gewaschen werden – und dabei habe ich Methoden rund um gedrucktes Falschgeld noch gar nicht recherchiert. Es ist eine Menge.

 

Das Geldwäschegesetz

Der Tatbestand der Geldwäsche wird in § 261 im Strafgesetzbuch genannt. Zusätzlich gibt es seit 1993 noch das Geldwäschegesetz. Es wurde 2008 überarbeitet und über Passagen zur Terrorismusfinanzierung ergänzt. Mit dem Geldwäschegesetz hängt es auch zusammen, dass deine Bank heutzutage deinen Personalausweis vor Ort kopiert, wenn du ein Konto bei ihr eröffnen möchtest.

Und auch, als ich meinen Roman „Hanover’s Blind“ über Crowdfunding finanziert habe, musste ich das Post-Ident-Verfahren durchlaufen, damit über Crowdfunding keine Geldwäsche betrieben werden kann.

Es gibt ein paar Indikatoren, anhand derer Banken Geldwäsche-Verdachtsfälle ausmachen. Wenn jemand beispielsweise sehr viele Konten hat, hohe Bargeldeinzahlungen tätigt, viel Bargeld einlagert, mitführt oder per Geldtransport bewegt – oder auch, wenn schlechte Konditionen bei der Gelanlage akzeptiert werden.

 

Strafen für Geldwäsche

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 261 Geldwäsche

(1) Wer einen Gegenstand, der aus einer rechtswidrigen Tat herrührt,

  1. verbirgt,
  2. in der Absicht, dessen Auffinden, dessen Einziehung oder die Ermittlung von dessen Herkunft zu vereiteln, umtauscht, überträgt oder verbringt,
  3. sich oder einem Dritten verschafft oder
  4. verwahrt oder für sich oder einen Dritten verwendet, wenn er dessen Herkunft zu dem Zeitpunkt gekannt hat, zu dem er ihn erlangt hat,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Geldwäsche ist kein Spaß. Alle Staaten sind sehr daran interessiert, Geldwäsche unter hohe Strafen zu stellen. Allein wer „leichtfertig nicht erkennt“, dass es sich bei dem Gegenstand aus Absatz 1 (siehe oben) um einen aus einer rechtswidrigen Tat herrührenden Gegenstand (und das heißt auch: Geld) handelt, kann bis zu zwei Jahre ins Gefängnis kommen. Alternativ droht eine Geldstrafe. Das gilt nicht für den Rechtsanwalt, der den Geldwäscher später verteidigt 😉

Bei Geldwäsche – und auch beim Versuch der Geldwäsche – drohen allgemein bis zu fünf Jahre Haft. In schweren Fällen liegt die Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren, und wer Tatsachen verschleiert oder verheimlicht, die mit Geldwäsche zu tun haben, wird ebenso bestraft.

 

Na, alles klar? Jetzt weißt du, was Geldwäsche ist und wie sie überhaupt in einem so sicheren Land wie Deutschland funktionieren bzw. übersehen werden kann. Wenn dich Themen rund um Steuern, Abgaben und Finanzen interessieren, könnte dich auch mein Artikel zur Steuerhinterziehung interessieren.

 

Alles Liebe,

Kia



Die Artikel aus der Reihe “Autoren an der Steuer” und dieser Artikel über Geldwäsche wurden nicht von einem Steuerberater verfasst und ersetzen keine professionelle Beratung. Für individuelle Beratung suche bitte einen Steuerberater auf. Mein Ziel ist es lediglich, allgemeine Informationen auf dem Gebiet der Steuern für meine Leser*innen bereitzustellen und insbesondere Autor*innen und Kreativen Hilfen zur Orientierung an die Hand zu geben. Alle Angaben ohne Gewähr. Beachte das Datum der Veröffentlichung dieses Artikels – Steuergesetze können sich jährlich ändern!

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