Brauche ich ein E-Book?

Brauche ich ein E-Book?

Die Frage “Brauche ich ein E-Book“ sollte sich eigentlich kaum noch stellen. Digitale Bücher sind auf dem Markt etabliert und nicht mehr wegzudenken. Es gibt Leser, die ausschließlich digital lesen. Diesen willst du dein Buch natürlich auch präsentieren. Deshalb ist die simple Antwort, dass du sowohl Print als auch E-Book berücksichtigen solltest. 

Das bringt dir ein E-Book 

Dass du ein E-Book veröffentlichen solltest, steht außer Frage. Warum du ein E-Book veröffentlichen solltest, kommt darauf an, was dein Ziel mit deinem Buch ist. 

Bist du Unternehmer und willst logischerweise mehr Kunden finden, dann kannst du das mit einem E-Book erreichen. Einige Tipps dafür findest du hier: 3 Tipps für E-Books, die dir mehr Kunden generieren 

Bist du Autor und schreibst beispielsweise Romane, solltest du immer bedenken, dass längst nicht mehr alle Printbücher lesen. Viele Leser lesen ausschließlich nur noch E-Books. Diese Leser willst du sicher nicht ausschließen. Ohne ein E-Book werden sie deine Geschichten aber niemals entdecken. 

Was muss ich beim E-Book beachten? 

Ein E-Book unterscheidet sich rein technisch natürlich stark von Printbüchern. Der Schreibprozess ist zwar der gleiche, aber die Erstellung hat komplett unterschiedliche Ansätze. 

Deshalb gibt es beim E-Book einige Stolpersteine, die du vermeiden solltest. In diesem Artikel findest du einige davon: 10 Fehler, die du beim E-Book vermeiden solltest 

Der Verkauf von E-Books und Printbüchern kann ebenfalls unterschiedliche Ansätze haben. Vielleicht ist deine Zielgruppe sogar eine andere bei Print als beim E-Book. Um E-Books zu verkaufen, haben wir ebenfalls den ein oder anderen Tipp für dich: Mit diesen Tipps verkaufst du mehr E-Books 

Wer erstellt mein E-Book? 

Du kannst dein E-Book selbst erstellen, wenn du Erfahrung damit hast. Ansonsten übernehmen wir das natürlich gerne für dich. Wir erstellen dein E-Book übrigens aus der Buchsatz-Datei für dein Printbuch, sondern separat, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. 

Falls du dich fragst, ob du neben dem E-Book überhaupt noch ein Print-Buch brauchst, empfehlen wir dir noch diesen Artikel darüber, welches Buchformat die Zukunft bestimmen wird: E-Book oder Print? Wem gehört die Zukunft? 

Wir hoffen, diese Tipps konnten dir ein wenig helfen, die Frage „Brauche ich ein E-Book?“ zu beantworten.

Diese Buchpreise gibt es 

Diese Buchpreise gibt es 

Jeder Autor träumt vermutlich insgeheim davon, mal einen Preis für die geschriebenen Worte zu gewinnen. Die Chancen einen Buchpreis zu gewinnen sind nicht sehr hoch, aber nichts ist unmöglich. In diesem Artikel stellen wir dir einige Buchpreise vor, die du vielleicht in deiner Autorenlaufbahn mal gewinnen könntest.

Deutscher Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis wird jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer verliehen. Dabei wird der Roman des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Verlage können ihre Titel direkt einreichen. Dabei sind auch Titel genehmigt, die noch nicht erschienen sind. Die Gewinner werden von einer jährlich wechselnden Jury gekrönt. Der erste Platz ist mit 25.000 Euro dotiert. Die weiteren fünf Autoren auf der Longlist bekommen jeweils 2.500 Euro.

Selfpublishing Buchpreis

Der Selfpublisher-Verband e.V. vergibt seit dem Jahr 2020 den Selfpublisher Buchpreis an Indie-Autoren. Jedes unabhängig verlegte Buch, das im VLB gelistet wird, ist qualifiziert für eine Einreichung. Dabei werden in drei Kategorien Preise vergeben: Belletristik, Sachbuch/Ratgeber und Kinder-/Jugendbuch. Die Gewinner der einzelnen Kategorien bekommen 3.000 Euro beziehungsweise 1.000 Euro. Außerdem bekommen die Gewinner und die Longlisttitel verschiedene Sachpreise der Sponsoren des Buchpreises. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.

SERAPH

In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse verleiht die Phantastische Akademie seit 2012 den SERAPH. Der Literaturpreis wird in den Kategorien „Bester Roman“, „Bestes Debüt“ und „Bester Independent-Titel“ verliehen und ist mit 2.500 Euro in der Debüt-Kategorie und 2.000 Euro in den anderen beiden Kategorien dotiert. Außerdem bekommen die Gewinner handgefertigte Siegerstatuen, die ein wunderbarer Blickfang im Regal sind. Der Fokus liegt hier auf den phantastischen Genres Fantasy, Science-Fiction und Horror.

tolino media Newcomer Preis

Ein vergleichsweise junger Preis, der erstmals im Jahr 2020 verliehen wurde. Wie der Name schon sagt, werden hier Newcomer im Selfpublishing ausgezeichnet. Dabei darf jeder Titel als E-Book eingereicht werden, der bei tolino media veröffentlicht wurde. Pro Autor ist die Teilnahme aber auf ein Werk begrenzt. Aus allen Einreichungen werden am Ende von einer Jury drei Gewinner gewählt. Diese bekommen abstufend Preisgelder von 2.000, 1.000 und 500 Euro. Außerdem werden die Bücher in den Partnershops wie Thalia, Hugendubel oder Weltbild platziert.

Phantastikpreis der Stadt Wetzlar

Seit 1983 wird dieser Preis jährlich von der Stadt Wetzlar in Zusammenarbeit mit der Phantastischen Bibliothek Wetzlar verliehen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Literaturkennern aus Wetzlar und der näheren Umgebung, kürt das Gewinnerbuch. Die Preisverleihung wird vom Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar geleitet und für den Sieg gibt es 4.000 Euro. Zugelassen sind Bücher, die als Originalveröffentlichung in deutscher Sprache erschienen sind und aus dem Bereich der Phantastik kommen.

Preis der Leipziger Buchmesse 

Seit 2005 wird dieser Preis jährlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen. Allen Ausstellern auf der Messe steht es frei, ihre Werke einzureichen. Er ist in die drei Kategorien „Belletristik“, „Sachbuch und Essayistik“ und „Übersetzung“ unterteilt. Eine siebenköpfige Jury kürt am Ende aus einer Auswahl von 15 Nominierten die Gewinner. Das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro wird mit jeweils 1.000 Euro auf alle Nominierten und 15.000 Euro auf die drei Siegertitel verteilt.

Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres

Ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse gekürt: Der ungewöhnlichste Buchtitel des Jahres. Die Wahl findet über das Portal „Was liest du?“ der Mayerschen Buchhandlung statt und eine Fachjury entscheidet, welcher Titel den Preis mit nach Hause nehmen darf. Vielleicht hast du ja einen passenden Buchtitel und kannst dich der illustren Runde von Gewinnern wie „Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals“ oder „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ anschließen.

Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover

Dieser Preis wurde erstmals im Jahr 2017 vergeben. Seitdem wechselt er sich jährlich mit dem „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ ab und wird somit alle zwei Jahre von einer fünfköpfigen Jury verliehen. Hier werden junge Literaten gefördert, deren Karriere gerade erst beginnt. Deshalb dürfen nur Titel eingereicht werden, die nicht älter als vier Jahre sind. Für den Gewinn des Preises gibt es satte 10.000 Euro.

Du siehst, es lohnt sich, einen Titel bei einer Preisverleihung einzureichen. Selbst wenn du nicht gewinnst, kann es dein Buch in einen erweiterten Fokus rücken. Hast du schon mal einen Preis gewonnen?

Messestand auf der Buchmesse: Das solltest du wissen

Messestand auf der Buchmesse: Das solltest du wissen

Ein Messestand auf der Buchmesse kann sinnvoll sein. Aber wie fast immer kommt es darauf an wo und warum. Du solltest dir im Vorfeld immer Gedanken machen, was die beste Lösung für deinen Messeauftritt ist. 

Wir unterscheiden ein wenig zwischen der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse. Man sagt: „Frankfurt ist das Geschäft und Leipzig ist die Familie.“ Das merkt man auch, wenn man auf den Buchmessen unterwegs ist. Grob gesagt laufen in Frankfurt mehr Menschen in Anzug rum und in Leipzig mehr im Cosplay. 

Alternative zum Messestand in Frankfurt 

Ein Stand in Frankfurt ist teurer und lohnt sich nach meiner Erfahrung weniger als der günstigere Stand in Leipzig. 

In Frankfurt gibt es aber den Fakriro-Stand. Fakriro steht für Fantasy, Krimi, Romance. Mittlerweile ist die Bandbreit zwar größer, aber ursprünglich beschränkte sich das Projekt auf diese Genres. Die Idee zu Fakriro hatte Autorin Sabrina Schuh, die sich für die Umsetzung die Autorin Mary Cronos ins Boot holte. Gemeinsam verschaffen sie Selfpublishern mehr Sichtbarkeit. Unter anderem mit dem Stand auf der FBM. Auf diesem Stand bieten sie Ausstellungsplatz an, den man für einen verhältnismäßig günstigen Preis mieten kann. Dann wird das eigene Buch auf dem Stand in einem der Regale (Boxen genannt) ausgestellt. Wenn du willst, kannst du dir auch eine Signierstunde dazubuchen oder einfach Zeit am Stand verbringen, an dem dein Buch ausgestellt wird. Es ist zwar kein eigener Stand, aber ein günstiger Weg, mit deinem Buch auf die FBM zu kommen. Gerade für Selfpublisherinnen mit schmalem Budget empfehlenswert. Vor allem, weil du dich um nichts kümmern musst. Wenn dein Buch für den Stand ausgewählt wird, schickst du deine Exemplare an eine Adresse und Fakriro nimmt dein Buch mit auf die Messe. Du musst nicht mal anwesend sein. 

Zum Vergleich: Ein Stand auf der FBM kostet mindestens 1.500,00 Euro. Das ist die günstigste und kleinste Variante. Die Box am Fakriro-Stand ist ungefähr zehnmal günstiger. 

Messestand in Leipzig 

Ein Stand in Leipzig ist um einiges günstiger als in Frankfurt. Die LBM bietet verschiedene Standgrößen an. Die Preise bewegen sich alle im eher niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. 

Fakriro ist auf der LBM nicht vertreten. Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse wollen keine Gemeinschaftsausstellungen, bieten dafür aber durch die niedrigen Preismodelle Selfpublishern viele Möglichkeiten, selbst auf der Buchmesse auszustellen. Beispielsweise Kleinststände, die nur wenig Platz bieten, aber entsprechend günstig sind. 

Die LBM versucht auch vermehrt, Selfpublishing in die Messe zu integrieren. Beispielsweise war es 2017, als ich dort einen kleinen Stand hatte, noch so, dass die Selfpublisher mit kleinen Ständen abseits von allem anderen standen. Mittlerweile mischt die Messe diese Stände recht wild durch, sodass es keine explizite Ecke mehr gibt, in die eine bestimmte Gruppe abgestellt wird. Du kannst als Selfpublisher jetzt theoretisch auch neben einem Bestseller-Autoren-Stand stehen. Einfluss darauf hast du aber nicht. Soweit ich weiß, wird dir ein Stand zugeteilt und der ist es dann. Wer deine Nachbarn sind, siehst du dann vor Ort. 

Um den Kleinststand ein wenig aufzupeppen, empfehle ich, einen Stehtisch und vielleicht zwei ausklappbare Hocker mitzubringen. Die kriegst du in dem kleinen Bereich unter und hast dann einen netten kleinen Stand für dich und deine Bücher. Ob du die Möbel kaufst oder mietest, musst du entscheiden. Vermutlich macht es preislich keinen großen Unterschied. 

Hast du einen etwas größeren Stand, lockst du die Besucher am besten hinter die Theke, denn das erzeugt Aufmerksamkeit. Wenn andere Besucher sehen, dass an deinem Stand was los ist, sind sie auch interessiert. 

Das ist wichtig am Buchmessestand 

Dein Hauptaugenmerk für deinen Messestand sollte auf der Gestaltung und den Giveaways liegen. Nach der Buchmesse sortieren die Besucher erstmal aus: Dutzende Lesezeichen und Flyer verschwimmen zu einem Brei und kaum noch jemand wird sich daran erinnern, dass du ihnen das zweiundvierzigste Lesezeichen in die Hand gedrückt hast. 

Deshalb solltest du kreativ werden. Ich habe damals für „Die Krankheitensammlerin“ Teebeutel abgepackt, weil die Protagonistin Fiona gerne Tee trinkt. Den habe ich dann auf der Messe an meinem Stand verteilt. Sowas bleibt im Gedächtnis. Das hundertste Lesezeichen eher nicht. Eine weitere Möglichkeit wären beispielsweise Glückskekse, in denen du Botschaften verpackst, die auf dein Buch hinweisen. Natürlich sollten die Giveaways auch immer zu deinem Buch passen. 

Wichtig:

Eine Buchmesse ist kein Flohmarkt. Wenn du einen Stand mietest, wirst du die Kosten dafür nicht durch Buchverkäufe wieder reinholen. Das ist auch nicht das Ziel. Auf einer Buchmesse geht es darum, die eigene Reichweite zu vergrößern, Networking zu betreiben. 

Statt 200 Bücher auf die Messe zu schleppen, die am Ende niemand kauft, empfehle ich, nur ein paar Bücher mitzunehmen und stattdessen Bestellformulare vorzubereiten. Da können sich Interessenten dann eintragen und wenn du von der Messe zurück bist, arbeitest du das ab und verschickst die Bücher. Die Interessenten werden es dir auch danken, wenn sie nicht noch ein schweres Buch in ihrem Rucksack herumtragen müssen, wenn sie tagelang auf der Messe herumlaufen. 

Die Verpflichtung

Wenn du einen Stand auf einer Buchmesse hast, bedeutet das Verpflichtung. Du kannst nicht einfach mal ein oder zwei Stunden über die Messe gehen und deinen Stand unbeaufsichtigt lassen. Ein unbeaufsichtigter Stand begünstigt Diebstahl und da hat die Messeleitung natürlich gar kein Interesse dran. Deshalb musst du entweder durchgehend selbst an deinem Stand stehen oder du bringst dir Unterstützung mit. Beispielsweise eine Aushilfe. Wenn du dir mal kurz ein Wasser für 5,00 Euro holen willst, kannst du natürlich auch den Standnachbarn bitten, kurz aufzupassen. Und da wäscht eine Hand die andere. Übrigens: die 5,00 Euro für Wasser sind kein Witz. Bring dir lieber was zu Trinken und zu Essen mit. 

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Kombistand zu mieten. Dann gehst du nicht alleine auf die Buchmesse, sondern mit einer weiteren Autorin. Ihr teilt euch dann einen Stand und könnt euch natürlich absprechen, wer wann am Stand ist und wer wann vielleicht mal Pause macht oder sich die Messe anschaut. Außerdem bekommen eure Werke so mehr Aufmerksamkeit. Wer für ein Buch an euren gemeinsamen Stand kommt, wird vermutlich auch einen Blick auf das andere werfen. Am besten passt das natürlich, wenn die Bücher ihn ähnlichen Genres verankert sind, sich gleichzeitig aber auch nicht direkte Konkurrenz machen. 

Auf die Messe ohne eigenen Stand 

Du kannst auch ohne eigenen Messestand auf der Buchmesse Werbung für dein Buch machen. Dabei kannst du dich kreativ im Grunde richtig austoben. Auf der FBM gibt es beispielsweise jemanden, der dort keinen Stand oder eine Lesung gebucht hat. Der spielt auf einem Dudelsack und versammelt so Leute, die er dann zu einer eigenen Lesung führt, die er außerhalb der FBM veranstaltet. 

Es geht auch subtiler: Hannah von Hannahs Buchmarketing hat meistens ein grelles T-Shirt an, auf dem einfach „Buch mich“ steht. 

Oder du verteilst Tee oder Glückskekse ohne einen eigenen Stand. 

In jedem Fall solltest du Social Media für dich nutzen, wenn du auf der Buchmesse bist. Mach darauf aufmerksam, dass du da bist und wo du bist. Im besten Fall sind einige deiner Follower ebenfalls vor Ort und so kannst du diese zu dir lotsen. 

Oder du machst ein kleines Gewinnspiel über Social Media: „Wer mir das Codewort XYZ persönlich auf der Messe sagt, bekommt von mir ein Goodie.“ 

Ich als Unternehmerin laufe auf der Messe in der Regel immer mit meiner Cutterin herum und nehme Reels und Interviews auf, damit wir durchgehend Social Media bespielen können. Das kannst du natürlich auch als Autor machen, nur dann eben weniger unternehmerisch und auf die Bücher oder die Messe bezogen. 

Ein paar weitere Tipps, wie du dich als Aussteller auf die Buchmesse vorbereitest, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. 

Was machst du so auf der Buchmesse? Hast du einen eigenen Stand? Bist du lieber nur zu Besuch? Oder kommst du mit außergewöhnlichen Ideen vorbei? 

Ein Messestand auf der Buchmesse kann sinnvoll sein. Aber wie fast immer kommt es darauf an wo und warum. Du solltest dir im Vorfeld immer Gedanken machen, was die beste Lösung für deinen Messeauftritt ist. 

Wir unterscheiden ein wenig zwischen der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse. Man sagt: „Frankfurt ist das Geschäft und Leipzig ist die Familie.“ Das merkt man auch, wenn man auf den Buchmessen unterwegs ist. Grob gesagt laufen in Frankfurt mehr Menschen in Anzug rum und in Leipzig mehr im Cosplay. 

Alternative zum Messestand in Frankfurt 

Ein Stand in Frankfurt ist teurer und lohnt sich nach meiner Erfahrung weniger als der günstigere Stand in Leipzig. 

In Frankfurt gibt es aber den Fakriro-Stand. Fakriro steht für Fantasy, Krimi, Romance. Mittlerweile ist die Bandbreit zwar größer, aber ursprünglich beschränkte sich das Projekt auf diese Genres. Die Idee zu Fakriro hatte Autorin Sabrina Schuh, die sich für die Umsetzung die Autorin Mary Cronos ins Boot holte. Gemeinsam verschaffen sie Selfpublishern mehr Sichtbarkeit. Unter anderem mit dem Stand auf der FBM. Auf diesem Stand bieten sie Ausstellungsplatz an, den man für einen verhältnismäßig günstigen Preis mieten kann. Dann wird das eigene Buch auf dem Stand in einem der Regale (Boxen genannt) ausgestellt. Wenn du willst, kannst du dir auch eine Signierstunde dazubuchen oder einfach Zeit am Stand verbringen, an dem dein Buch ausgestellt wird. Es ist zwar kein eigener Stand, aber ein günstiger Weg, mit deinem Buch auf die FBM zu kommen. Gerade für Selfpublisherinnen mit schmalem Budget empfehlenswert. Vor allem, weil du dich um nichts kümmern musst. Wenn dein Buch für den Stand ausgewählt wird, schickst du deine Exemplare an eine Adresse und Fakriro nimmt dein Buch mit auf die Messe. Du musst nicht mal anwesend sein. 

Zum Vergleich: Ein Stand auf der FBM kostet mindestens 1.500,00 Euro. Das ist die günstigste und kleinste Variante. Die Box am Fakriro-Stand ist ungefähr zehnmal günstiger. 

Messestand in Leipzig 

Ein Stand in Leipzig ist um einiges günstiger als in Frankfurt. Die LBM bietet verschiedene Standgrößen an. Die Preise bewegen sich alle im eher niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. 

Fakriro ist auf der LBM nicht vertreten. Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse wollen keine Gemeinschaftsausstellungen, bieten dafür aber durch die niedrigen Preismodelle Selfpublishern viele Möglichkeiten, selbst auf der Buchmesse auszustellen. Beispielsweise Kleinststände, die nur wenig Platz bieten, aber entsprechend günstig sind. 

Die LBM versucht auch vermehrt, Selfpublishing in die Messe zu integrieren. Beispielsweise war es 2017, als ich dort einen kleinen Stand hatte, noch so, dass die Selfpublisher mit kleinen Ständen abseits von allem anderen standen. Mittlerweile mischt die Messe diese Stände recht wild durch, sodass es keine explizite Ecke mehr gibt, in die eine bestimmte Gruppe abgestellt wird. Du kannst als Selfpublisher jetzt theoretisch auch neben einem Bestseller-Autoren-Stand stehen. Einfluss darauf hast du aber nicht. Soweit ich weiß, wird dir ein Stand zugeteilt und der ist es dann. Wer deine Nachbarn sind, siehst du dann vor Ort. 

Um den Kleinststand ein wenig aufzupeppen, empfehle ich, einen Stehtisch und vielleicht zwei ausklappbare Hocker mitzubringen. Die kriegst du in dem kleinen Bereich unter und hast dann einen netten kleinen Stand für dich und deine Bücher. Ob du die Möbel kaufst oder mietest, musst du entscheiden. Vermutlich macht es preislich keinen großen Unterschied. 

Hast du einen etwas größeren Stand, lockst du die Besucher am besten hinter die Theke, denn das erzeugt Aufmerksamkeit. Wenn andere Besucher sehen, dass an deinem Stand was los ist, sind sie auch interessiert. 

Das ist wichtig am Buchmessestand 

Dein Hauptaugenmerk für deinen Messestand sollte auf der Gestaltung und den Giveaways liegen. Nach der Buchmesse sortieren die Besucher erstmal aus: Dutzende Lesezeichen und Flyer verschwimmen zu einem Brei und kaum noch jemand wird sich daran erinnern, dass du ihnen das zweiundvierzigste Lesezeichen in die Hand gedrückt hast. 

Deshalb solltest du kreativ werden. Ich habe damals für „Die Krankheitensammlerin“ Teebeutel abgepackt, weil die Protagonistin Fiona gerne Tee trinkt. Den habe ich dann auf der Messe an meinem Stand verteilt. Sowas bleibt im Gedächtnis. Das hundertste Lesezeichen eher nicht. Eine weitere Möglichkeit wären beispielsweise Glückskekse, in denen du Botschaften verpackst, die auf dein Buch hinweisen. Natürlich sollten die Giveaways auch immer zu deinem Buch passen. 

Wichtig:

Eine Buchmesse ist kein Flohmarkt. Wenn du einen Stand mietest, wirst du die Kosten dafür nicht durch Buchverkäufe wieder reinholen. Das ist auch nicht das Ziel. Auf einer Buchmesse geht es darum, die eigene Reichweite zu vergrößern, Networking zu betreiben. 

Statt 200 Bücher auf die Messe zu schleppen, die am Ende niemand kauft, empfehle ich, nur ein paar Bücher mitzunehmen und stattdessen Bestellformulare vorzubereiten. Da können sich Interessenten dann eintragen und wenn du von der Messe zurück bist, arbeitest du das ab und verschickst die Bücher. Die Interessenten werden es dir auch danken, wenn sie nicht noch ein schweres Buch in ihrem Rucksack herumtragen müssen, wenn sie tagelang auf der Messe herumlaufen. 

Die Verpflichtung

Wenn du einen Stand auf einer Buchmesse hast, bedeutet das Verpflichtung. Du kannst nicht einfach mal ein oder zwei Stunden über die Messe gehen und deinen Stand unbeaufsichtigt lassen. Ein unbeaufsichtigter Stand begünstigt Diebstahl und da hat die Messeleitung natürlich gar kein Interesse dran. Deshalb musst du entweder durchgehend selbst an deinem Stand stehen oder du bringst dir Unterstützung mit. Beispielsweise eine Aushilfe. Wenn du dir mal kurz ein Wasser für 5,00 Euro holen willst, kannst du natürlich auch den Standnachbarn bitten, kurz aufzupassen. Und da wäscht eine Hand die andere. Übrigens: die 5,00 Euro für Wasser sind kein Witz. Bring dir lieber was zu Trinken und zu Essen mit. 

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Kombistand zu mieten. Dann gehst du nicht alleine auf die Buchmesse, sondern mit einer weiteren Autorin. Ihr teilt euch dann einen Stand und könnt euch natürlich absprechen, wer wann am Stand ist und wer wann vielleicht mal Pause macht oder sich die Messe anschaut. Außerdem bekommen eure Werke so mehr Aufmerksamkeit. Wer für ein Buch an euren gemeinsamen Stand kommt, wird vermutlich auch einen Blick auf das andere werfen. Am besten passt das natürlich, wenn die Bücher ihn ähnlichen Genres verankert sind, sich gleichzeitig aber auch nicht direkte Konkurrenz machen. 

Auf die Messe ohne eigenen Stand 

Du kannst auch ohne eigenen Messestand auf der Buchmesse Werbung für dein Buch machen. Dabei kannst du dich kreativ im Grunde richtig austoben. Auf der FBM gibt es beispielsweise jemanden, der dort keinen Stand oder eine Lesung gebucht hat. Der spielt auf einem Dudelsack und versammelt so Leute, die er dann zu einer eigenen Lesung führt, die er außerhalb der FBM veranstaltet. 

Es geht auch subtiler: Hannah von Hannahs Buchmarketing hat meistens ein grelles T-Shirt an, auf dem einfach „Buch mich“ steht. 

Oder du verteilst Tee oder Glückskekse ohne einen eigenen Stand. 

In jedem Fall solltest du Social Media für dich nutzen, wenn du auf der Buchmesse bist. Mach darauf aufmerksam, dass du da bist und wo du bist. Im besten Fall sind einige deiner Follower ebenfalls vor Ort und so kannst du diese zu dir lotsen. 

Oder du machst ein kleines Gewinnspiel über Social Media: „Wer mir das Codewort XYZ persönlich auf der Messe sagt, bekommt von mir ein Goodie.“ 

Ich als Unternehmerin laufe auf der Messe in der Regel immer mit meiner Cutterin herum und nehme Reels und Interviews auf, damit wir durchgehend Social Media bespielen können. Das kannst du natürlich auch als Autor machen, nur dann eben weniger unternehmerisch und auf die Bücher oder die Messe bezogen. 

Ein paar weitere Tipps, wie du dich als Aussteller auf die Buchmesse vorbereitest, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. 

Was machst du so auf der Buchmesse? Hast du einen eigenen Stand? Bist du lieber nur zu Besuch? Oder kommst du mit außergewöhnlichen Ideen vorbei? 

Buch bei Amazon veröffentlichen: Wie KDP wirklich funktioniert und was zwischen Hochladen und Verkaufen liegt

Buch bei Amazon veröffentlichen: Wie KDP wirklich funktioniert und was zwischen Hochladen und Verkaufen liegt

„Bei Amazon ein Buch zu veröffentlichen dauert keine halbe Stunde.“ Diesen Satz liest man überall. Und das Verrückte ist: Er stimmt. Technisch gesehen.

Du legst ein Konto an, lädst zwei Dateien hoch, klickst auf „Veröffentlichen“, und in der Regel steht dein Buch 72 Stunden später im größten Buchshop der Welt. Kein Verlag, der dich ablehnen kann. Keine Mindestauflage. Kein Karton voller Bücher im Keller.

Und trotzdem sitzen viele Autoren vor dem KDP-Dashboard – der Verwaltungsoberfläche von Amazons Selfpublishing-Plattform – und fühlen sich wie im Cockpit eines Flugzeugs. Tantiemenoption? Beschnitt? KENP? Eigene ISBN oder die von Amazon? Wenn du gerade mit einem fertigen oder fast fertigen Manuskript dasitzt und dich genau das fragst, bist du hier richtig. Ich erkläre dir, wie das Veröffentlichen bei Amazon wirklich funktioniert und warum der Klick auf „Veröffentlichen“ der einfachste Teil der ganzen Reise ist.

Kurz gesagt: Ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen ist über Kindle Direct Publishing (KDP) kostenfrei und technisch in kurzer Zeit machbar, als E-Book, Taschenbuch oder Hardcover im Print-on-Demand-Verfahren, also gedruckt erst bei Bestellung. Du bekommst Tantiemen: beim E-Book 35 oder 70 Prozent, beim gedruckten Buch 60 beziehungsweise 50 Prozent des Listenpreises minus Druckkosten. Die eigentliche Arbeit liegt nicht im Hochladen, sondern davor: veröffentlichungsreifes Manuskript, professioneller Buchsatz, ein Cover, das dein Genre trifft, und durchdachte Metadaten. Genau dabei begleitet dich Kahawa Medien.

KDP: Amazons Selfpublishing-Plattform – Veröffentlichen kostet nichts

Wie veröffentlichst du ein Buch bei Amazon? Über Kindle Direct Publishing (kurz KDP), Amazons hauseigene Plattform, über die jeder ein Buch hochladen und verkaufen kann, ohne einen Verlag zu brauchen. Drei Formate sind möglich: E-Book, Taschenbuch und Hardcover, also die gebundene Ausgabe.

Bei den gedruckten Formaten arbeitet Amazon mit Print-on-Demand. Das heißt übersetzt: Druck auf Bestellung. Es gibt keine Auflage und kein Lager. Erst wenn jemand dein Buch kauft, wird genau dieses eine Exemplar gedruckt und verschickt. Für dich heißt das: kein finanzielles Risiko, und dein Buch ist trotzdem dauerhaft lieferbar.

Und die Kosten? Die Veröffentlichung selbst ist komplett kostenfrei. Keine Einstellgebühr, keine Jahresgebühr. Amazon verdient über einen Anteil an jedem Verkauf, bei gedruckten Büchern zusätzlich über die Druckkosten, die von deinen Tantiemen abgezogen werden. Du zahlst also nur, wenn du auch verkaufst. Was du vorher in Lektorat, Buchsatz und Cover investierst, ist eine andere Geschichte. Dazu kommen wir noch.

So läuft die Veröffentlichung bei Amazon ab

Der Ablauf ist im Prinzip immer gleich, egal ob E-Book oder Taschenbuch:

  1. Konto anlegen. Auf kdp.amazon.com registrieren, Adresse, Bankverbindung und Steuerinformationen hinterlegen. Das machst du einmal.
  2. Buchdetails eintragen. Titel, Autorenname, Buchbeschreibung, Kategorien und Schlagwörter, die sogenannten Metadaten. Über sie finden Leser dein Buch überhaupt erst.
  3. Dateien hochladen. Das fertig gesetzte Innenleben (bei Print als druckfertiges PDF, beim E-Book als EPUB-Datei) und das Cover. Bei gedruckten Büchern braucht das Cover eine exakt berechnete Gesamtdatei inklusive Buchrücken und Beschnitt, das ist der zusätzliche Rand, der beim Zuschneiden in der Druckerei wegfällt, damit keine weißen Blitzer entstehen.
  4. Preis und Tantiemenoption festlegen. Du bestimmst den Listenpreis, also den Verkaufspreis, und wählst dein Tantiemenmodell.
  5. Veröffentlichen. Amazon prüft dein Buch; laut offizieller KDP-Hilfe ist es in der Regel innerhalb von 72 Stunden im Shop verfügbar.

Mein Rat aus der Praxis: Bestell dir vor der echten Veröffentlichung ein Korrekturexemplar, KDP nennt das „Proof“. Das ist ein Probedruck mit „Nicht zum Weiterverkauf“-Aufdruck zum reinen Druckkostenpreis. Erst wenn du das Buch in der Hand hattest, weißt du, wie Schrift, Ränder und Coverfarben gedruckt wirken. Diesen Schritt überspringen viele und ärgern sich dann über Details, die am Bildschirm nicht zu sehen waren.

Die Tantiemen-Logik: Beim E-Book wählst du zwischen 35 und 70 Prozent

Wie viel verdienst du pro verkauftem Buch? Beim E-Book bietet Amazon zwei Tantiemenoptionen: 35 oder 70 Prozent des Listenpreises (jeweils ohne Mehrwertsteuer gerechnet). Klingt nach einer einfachen Wahl, aber die 70-Prozent-Option ist an Bedingungen geknüpft:

  • Dein Listenpreis muss in einem von Amazon festgelegten Preiskorridor liegen; die aktuellen Grenzen zeigt dir KDP direkt bei der Preiseingabe an.
  • Gibt es eine gedruckte Ausgabe, muss das E-Book mindestens 20 Prozent unter deren Listenpreis liegen.
  • Amazon zieht eine kleine Übertragungsgebühr pro Verkauf ab, abhängig von der Dateigröße. Bei einem Roman vernachlässigbar, bei einem Bildband spürbar.
  • Sie gilt nur für Verkäufe in bestimmten Ländern; der deutsche Shop gehört dazu. Außerhalb bekommst du automatisch 35 Prozent.

Für die Praxis heißt das: Liegt dein Wunschpreis im Korridor, ist die 70-Prozent-Option fast immer die richtige Wahl. Die 35-Prozent-Option brauchst du, wenn du preislich aus dem Korridor heraus willst – sehr günstig oder sehr hochpreisig. Details in der KDP-Hilfe zu E-Book-Tantiemen.

Für Taschenbuch und Hardcover gilt eine eigene Formel, die du kennen solltest, bevor du deinen Preis festlegst:

Tantieme = Tantiemensatz × Listenpreis − Druckkosten

Der Tantiemensatz liegt laut KDP-Hilfe bei 60 Prozent. Seit einer Änderung im Juni 2025 allerdings nur noch oberhalb einer bestimmten Preisschwelle; für sehr günstig angesetzte Bücher gilt darunter 50 Prozent. Die Druckkosten berechnet Amazon nach einer festen Mechanik: ein Grundbetrag plus ein Betrag pro Seite, abhängig von Format und Farbigkeit. Farbdruck ist deutlich teurer, deshalb brauchen Bildbände und durchgehend farbige Ratgeber im Print-on-Demand schnell hohe Listenpreise.

Aus dieser Formel ergibt sich auch der Mindestlistenpreis: Amazon lässt dich keinen Preis festlegen, bei dem deine Tantiemen die Druckkosten nicht mehr decken. Ein dickes Buch kann also nicht beliebig günstig verkauft werden. Die Seitenzahl setzt die Untergrenze.

Ich würde dir raten, diese Rechnung ganz früh zu machen. Am besten, bevor der Buchsatz beginnt. Denn Seitenzahl, Format und Farbigkeit entscheiden über deine Marge, und manche Enttäuschung („pro Buch bleibt ja kaum etwas übrig“) ist in Wahrheit eine Planungsfrage, keine Amazon-Frage.

Eigene ISBN oder Amazon-ISBN? Eine Frage der Unabhängigkeit

Brauchst du eine eigene ISBN? Die ehrliche Antwort: für den Start bei Amazon nicht zwingend, aber die Entscheidung hat Folgen, die du kennen solltest.

Die ISBN ist die internationale Standardbuchnummer, sozusagen das amtliche Kennzeichen deines Buches im Handel. Bei KDP gilt: Ein E-Book braucht gar keine ISBN. Amazon vergibt intern eine eigene Artikelnummer, die ASIN. Für Taschenbuch und Hardcover bietet Amazon dir eine kostenlose ISBN an, oder du bringst deine eigene mit, die du in Deutschland über die ISBN-Agentur kaufst.

Der Haken an der kostenlosen Amazon-ISBN: Sie gehört nicht dir. Sie ist an Amazon gebunden, du kannst dein Buch mit dieser Nummer nicht zusätzlich über den Buchhandel oder andere Plattformen vertreiben, und als Verlag erscheint „Independently published“, nicht dein Name.

Meine Empfehlung fällt je nach Projekt unterschiedlich aus. Planst du ein einzelnes Herzensprojekt nur für Amazon, ist die kostenlose ISBN völlig in Ordnung. Willst du dein Buch breiter aufstellen – Buchhandel, Lesungen, mehrere Plattformen – nimm von Anfang an eine eigene; der Wechsel hinterher bedeutet technisch eine neue Ausgabe mit neuer Produktseite. Wichtig zu wissen: Kahawa Medien vergibt selbst keine ISBN, aber wir beraten dich ehrlich, welcher Weg zu deinem Projekt passt, und zeigen dir, wo du sie bekommst.

KDP Select: Kindle Unlimited gegen 90 Tage Exklusivität

KDP Select ist ein optionales Programm für dein E-Book: zusätzliche Sichtbarkeit gegen Exklusivität. Du verpflichtest dich, dein E-Book für jeweils 90 Tage ausschließlich bei Amazon anzubieten, nicht bei anderen Shops, nicht auf deiner eigenen Website, nirgendwo sonst in digitaler Form. Das gedruckte Buch ist davon nicht betroffen, das darfst du weiterhin überall verkaufen.

Im Gegenzug landet dein E-Book in Kindle Unlimited, Amazons Lese-Flatrate. Abonnenten können es dort lesen, ohne es zu kaufen und du wirst pro gelesener Seite vergütet. Amazon rechnet dafür in KENP, „Kindle Edition Normalized Pages“: eine normierte Seitenzählung, damit ein Buch mit großer Schrift nicht mehr „Seiten“ bekommt als eines mit kleiner. Der Betrag pro Seite stammt aus einem monatlichen Fonds und schwankt. Dazu bekommst du Werbewerkzeuge wie zeitlich begrenzte Gratis-Aktionen.

Ob sich das lohnt kommt auf dein Buch an. Für Vielleser-Genres – Liebesroman, Fantasy, Krimi-Reihen – kann Kindle Unlimited ein echter Reichweitenhebel sein. Für ein Sachbuch oder ein Buch, das du auch über eigene Kanäle verkaufen willst, wiegt die Exklusivität oft schwerer als der Nutzen. Und ein Detail, das viele übersehen: Die Teilnahme verlängert sich automatisch um weitere 90 Tage, wenn du sie nicht aktiv beendest.

Ehrlich gesagt: Die Druckqualität bei Amazon schwankt

Jetzt der Teil, den dir kaum jemand sagt, der dir KDP schmackhaft machen will. Print-on-Demand bei Amazon ist beeindruckend günstig und schnell, aber es ist Industriedruck in riesigen Mengen, und das sieht man manchmal. Aus vielen Projekten wissen wir: Farben können je nach Druckcharge unterschiedlich ausfallen, satte Cover wirken mal kräftig, mal etwas matschig. Und der Zuschnitt hat Toleranzen. Deshalb gehören in die Druckdaten großzügiger Beschnitt und Abstand zum Rand.

Das ist kein Grund, die Plattform zu meiden, es ist ein Grund, sie richtig einzuordnen. Für einen Roman mit cremefarbenem Papier und gut angelegtem Cover ist die Qualität absolut solide. Wenn dein Buch aber von präziser Farbwiedergabe lebt – ein Fotobuch, ein Bildratgeber, ein Vitrinen-Hardcover als Vermächtnis – dann würde ich dir raten, Alternativen mit anzuschauen oder das Projekt mit jemandem durchzusprechen, der die Plattformen im Vergleich kennt. Solche Abwägungen treffen wir in der Beratung ständig: Welcher Vertriebsweg passt zu welchem Buch? Darauf gibt es keine Pauschalantwort, aber für dein konkretes Projekt gibt es eine richtige.

Der eigentliche Engpass: alles, was vor dem Hochladen passiert

Und damit sind wir beim Kern. Wenn die Veröffentlichung bei Amazon so einfach ist, warum verkaufen sich dann so viele selbst veröffentlichte Bücher kaum? Weil zwischen „hochgeladen“ und „verkauft sich“ vier Dinge liegen, die mit dem KDP-Dashboard nichts zu tun haben:

  • Manuskriptreife. Lektorat und Korrektorat entscheiden, ob Leser nach der Leseprobe kaufen und ob die erste Rezension von Tippfehlern handelt oder vom Inhalt.
  • Buchsatz. Das professionelle Innenlayout: Schrift, Zeilenabstand, Seitenränder, Kapitelanfänge. Ein Buch aus Word erkennt man am ersten aufgeschlagenen Blick und Leser spüren das, auch wenn sie es nicht benennen können.
  • Cover. Es muss in Briefmarkengröße im Shop funktionieren und auf den ersten Blick das richtige Genre signalisieren. Das ist Handwerk, kein Geschmacksthema.
  • Metadaten. Beschreibung, Kategorien, Schlagwörter. Sie entscheiden, ob dein Buch gefunden wird oder auf Seite 14 der Suchergebnisse verschwindet.

Du musst das nicht alles selbst können. Dahinter stecken mehrere eigene Berufe. Entscheidend ist nur, dass du weißt: Hier liegt die eigentliche Arbeit. Das Hochladen ist der letzte Schritt von vielen, nicht der erste.

Aus der Praxis: Wenn der Eigenversuch ins Tal der Tränen führt

Wie sich das anfühlt, hat uns Heiko Scharfenort sehr offen erzählt. Er wollte sein Nachschlagewerk für Menschen mit Diabetes selbst fertig machen, doch das erste selbst erstellte PDF war, in seinen Worten, „sehr enttäuschend“. Jede kleine Änderung verschob die Umbrüche: „Da bin ich schier wahnsinnig geworden. Mit Word genauso.“ Er stand kurz davor aufzugeben. Erst mit professioneller Begleitung wurde daraus ein richtiges Buch und als er es zum ersten Mal in der Hand hielt, wusste er: „Die Entscheidung war richtig, das nicht selbst zu machen.“

Und Wiebke Tillenburg, die bei uns eine Kurzgeschichte hat setzen lassen, bringt es auf den Punkt: „Wenn man Bücher nebeneinanderlegt, die selbst mit Word gesetzt wurden, gegenüber professionell gesetzten, sieht man den Unterschied. Und die Leser sehen das auch.“ Genau darum geht es. Nicht um Perfektionismus, sondern darum, dass dein Buch im Shop neben Verlagsbüchern bestehen kann.

Häufige Fragen zum Veröffentlichen bei Amazon

Was kostet das Veröffentlichen bei Amazon?

Die Veröffentlichung über KDP selbst ist kostenfrei. Es gibt keine Einstellgebühr und keine laufenden Kosten. Amazon verdient über einen Anteil am Verkaufspreis und bei gedruckten Büchern über die Druckkosten pro verkauftem Exemplar.

Wie lange dauert es, bis mein Buch online ist?

Nach dem Klick auf „Veröffentlichen“ prüft Amazon dein Buch; in der Regel ist es laut KDP-Hilfe innerhalb von 72 Stunden im Shop verfügbar. Einzelne Elemente wie die „Blick ins Buch“-Leseprobe brauchen etwas länger.

Kann ich Fehler nachträglich korrigieren?

Ja, jederzeit. Du lädst eine korrigierte Datei hoch, Amazon prüft sie, und nach kurzer Zeit wird die neue Version ausgeliefert. Produktseite und Rezensionen bleiben erhalten. Dank Print-on-Demand gibt es keine fehlerhafte Restauflage. Aber Achtung: Bei vielen Korrekturen handelt es sich um eine neue Auflage, was im Impressum angegeben werden muss.

Eigene ISBN oder die kostenlose von Amazon?

Fürs E-Book brauchst du gar keine. Beim gedruckten Buch reicht die kostenlose Amazon-ISBN, wenn du nur bei Amazon verkaufen willst, sie ist aber an Amazon gebunden. Willst du auch in den Buchhandel oder auf andere Plattformen, nimm von Anfang an eine eigene.

Darf ich gleichzeitig woanders veröffentlichen?

Ja, solange du nicht bei KDP Select bist. Erst dieses optionale Programm verlangt für jeweils 90 Tage digitale Exklusivität für dein E-Book. Dein gedrucktes Buch darfst du in jedem Fall parallel überall anbieten.

Was sind die häufigsten Fehler bei KDP?

Ein Word-Export statt echtem Buchsatz, ein Cover ohne Genre-Signal, zu knapper Beschnitt, lieblose Metadaten und die Preisfestlegung ohne Tantiemen-Rechnung. Keiner dieser Fehler hat mit der Technik zu tun. Alle passieren vor dem Hochladen.

Dein Buch hat es verdient, dass der einfache Teil einfach bleibt

Lass dich von Dashboard-Begriffen und Tantiemen-Formeln nicht einschüchtern. Amazon KDP ist eine durchdachte, faire Plattform, und den technischen Teil kriegst du hin. Die wirkliche Frage ist, ob dein Buch bereit für diesen Moment ist, innen wie außen.

In einer kostenlosen, ca. 60-minütigen Buchberatung entwickeln wir gemeinsam einen Plan für deine Buchveröffentlichung. Du wirst herausfinden, wo und wie dein Buch in den Vertrieb kommt und welche Veröffentlichungsstrategie zu deinem Projekt passt. Dafür gehst du jetzt auf www.buchagentur.de und trägst dich ein. Erzähl ein bisschen von deinem Buch und von deinen Zielen und wir sprechen in den nächsten 2 bis 5 Tagen persönlich über deine geplante Buchveröffentlichung.

5 Distributoren für dein Selfpublishing

5 Distributoren für dein Selfpublishing

Immer mehr Autoren bringen ihr Buch selbst heraus, statt es an einen Verlag nach dem anderen zu schicken. Möglich machen das die Print-on-Demand-Anbieter, auch Distributoren genannt. Das heißt, sie drucken dein Buch – und zwar erst, wenn es jemand bestellt – und bringen es in den Handel.

Welchen du wählst, entscheidet mehr, als die meisten denken. Davon hängt ab, was dein Buch kostet, wie es sich anfühlt und wo es überhaupt zu kaufen ist. Wir stellen dir hier die fünf wichtigsten Anbieter vor – mit ihren Konditionen, Stärken und Schwächen im Überblick.

(mehr …)
Was ISBN, VLB und DNB sind und Ablieferungspflichten für Selfpublisher

Was ISBN, VLB und DNB sind und Ablieferungspflichten für Selfpublisher

Kia Kahawa definiert und unterscheidet die für Selfpublisher wichtigen Abkürzungen ISBN, VLB und DNB und klärt darüber hinaus über Ablieferungspflichten auf.

Dieser Artikel beginnt mit einer natürlichen Recherche für einen Service-Blogartikel und endet mit einer verzweifelten Autorin über Papierchaos-Deutschland, Föderalismus-Bürokratie und über das Nicht-ganz-informiertsein von uns allen, eingeschlossen der Autorin.

Woher weiß ich eigentlich, ob mein Distributor seine vertraglichen Leistungen erbringt? Als Autorin von nun inzwischen fünf belletristischen Werken möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen, auch, um den Kunden von Kia Kahawa Verlagsdienstleistungen zu zeigen, wie das alles funktioniert. Es geht im Folgenden darum, was eine ISBN bewirkt, um das VLB und auch um die DNB. Kurzum: Um all die Leistungen, die im Rahmen einer Veröffentlichung in Deutschland verpflichtend sind.

Meine Erfahrungen mit Selfpublishing-Distributoren

In einem anderen Blogartikel haben mein Team und ich zusammengetragen, welche Auswahl Selfpublisher im Metier des On-Demand-Drucks haben. Hier kannst du mehr zu „5 Distributoren für das Selfpublishing“ lesen. In diesem Artikel sind Books on Demand, Tredition, epubli, KDP und tolino media festgehalten. TWENTYSIX, die Kooperation zwischen Randomhouse und Books on Demand, haben wir kürzlich rausgeschmissen, da TWENTYSIX im ersten Quartal 2024 ihren Betrieb eingestellt und alle Verträge zu Books on Demand transferiert hat.

Ich persönlich habe darüber hinaus Erfahrungen mit allen Distributoren, zumindest als Verlagsdienstleisterin. Die Bücher meiner Kunden kamen bislang bei jedem Distributor raus und ich habe auch für jeden Distributor mindestens ein Kundenbuch im Kundinnenauftrag hochgeladen und eingerichtet.

Als Autorin sind meine Printbücher erschienen bei: Books on Demand, Epubli, TWENTYSIX und im Auflagendruck im Selbstverlag. E-Books habe ich zudem bei tolino media und bookrix untergebracht.

Meine Erwartungen an Selfpublishing-Distributoren

Ich erwarte von einer Selfpublishing-Plattform, dass sie:

  • meinem Buch eine ISBN zuweist,
  • das Buch im Buchhandel innerhalb von 24 Stunden lieferbar macht,
  • das Buch also im Verzeichnis lieferbarer Bücher aufzufinden ist,
  • und dass die Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek gesendet werden.

Wann ist eine ISBN Pflicht?

Wenn du ein Buch über eine Selfpublishing-Plattform, auch Distributor genannt, veröffentlichst, ist eine ISBN Pflicht, sobald du das Buch veröffentlichst und verkaufst. Die „Fun“-Projekte können natürlich ohne ISBN hergestellt und auch in kleinerem oder im privaten Umfeld vertrieben werden.

Eine Ausnahme bildet Amazon: Hier ist häufig gar keine ISBN verpflichtend, Amazon hat mit der ASIN einen eigenen Nummernkreis für Buchveröffentlichungen. Zudem gibt es keine gesetzliche Verpflichtung für die Nutzung von ISBN.

Die ISBN ist nur notwendig, wenn ich will, dass mein Werk im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet ist und ich es über den (deutschen) Buchhandel verkaufen möchte. Das ist für mich als gewinnorientierte Unternehmerin und Buchautorin der Fall.

Wir merken uns also: Wer eine ISBN hat, steht im VLB.

Suchen im VLB

Das Verzeichnis lieferbarer Bücher sagt uns, ob ein Buch für den deutschen Buchhandel lieferbar ist. So weit, so offensichtlich. Daher lautet der Link für die Direktsuche: https://www.buchhandel.de/suche

Bei Buchhandel.de suche ich also nach meinem Namen Kia Kahawa im VLB – also ich suche im Verzeichnis lieferbarer Bücher nach allen Titeln, die irgendwas mit mir zu tun haben.

Dazu gehören neben Veröffentlichungen vereinzelter Kundinnen, in denen ich in irgendeiner Art und Weise genannt werde, auch Publikationen in Fachzeitschriften:

Aber ich finde auch meine belletristischen Titel. Neben den aktuellen Titeln auch „Hanover’s Blind“ unter dem Imprint TWENTYSIX LOVE.

https://www.buchhandel.de/suche/ergebnisse?query=(au%3Dkia%20kahawa)

Ich finde also unüberraschender Weise: Meine Bücher sind lieferbar. Sowohl das aus dem Selbstverlag (Nachklang der Hoffnung) als auch das Print-on-Demand mit TWENTYSIX (Hanover’s Blind) als auch die aktuellste Verlagsveröffentlichung (Aufruhr; Band 2 der Logfiles-Trilogie).

Ein Quervergleich mit Buchhandelswebsites zeigt: Passt alles. Alles lieferbar. Meine ersten drei von vier Erwartungen wurden also schon erfüllt. Andernfalls hätte es sicherlich Probleme gegeben, von denen ich ohne aktive Suche erfahren hätte.

Suchen in der DNB

Nun kommen wir zur Suche in der DNB, der deutschen Nationalbibliothek. Aufgabe der DNB ist es, eine zentrale Archivbibliothek Deutschlands zu sein. Alle in deutscher Sprache veröffentlichten oder auch fremdsprachig, aber in Deutschland veröffentlichten Werke werden hier archiviert. Zur Veröffentlichung sind die Abgabe von zwei Printausgaben oder einer elektronischen Ausgabe (bei E-Books) fällig.

Der Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek ist im Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) vom 22. Juni 2006 verankert. In der dazu gehörenden Pflichtablieferungsverordnung (PflAV) sind ergänzende Regelungen zur Anwendung des Gesetzes festgelegt.

Quelle: https://www.dnb.de/DE/Professionell/Sammeln/sammeln_node.html

Diese Aufgabe übernimmt wieder der Selfpublishing-Distributor. Epubli hat das 2017 bei der allerersten Auflage von „Die Krankheitensammlerin“ übernommen, Books on Demand hat es 2019 bei der zweiten Auflage, die ich dort veröffentlicht habe, übernommen. Auch Hanover’s Blind wurde 2018 von TWENTYSIX an die Deutsche Nationalbibliothek übermittelt.

Welche Informationen genau in der DNB stehen, wird durch einen Klick auf das Werk offensichtlich. Für Hanover’s Blind erfahren wir Verfasser, Verlag, Erscheinungsdatum 2018, ISBN, EAN und die Info, dass das Werk zu On-Demand-Zwecken veröffentlicht „und/oder als E-Book“ angeboten wird.

Das liest sich sehr unkonkret, ist aber an dem Symbol oben links erkennbar. Im Hover sagt das kleine Computer-Symbol: „Online-Ressourcen“. Zudem finden wir in den Details die Information zu „Umfang/Format“: „Online-Ressource (pdf)“.

Dieser Eintrag sagt also nicht, ob mein Printbuch ordnungsgemäß an die Deutsche Nationalbibliothek geliefert worden ist.

Wo ist also mein Printbuch?

Ich suche nun konkret nach Hanover’s Blind und finde zwei Ankündigungen: Einmal mein Hardcover und einmal mein Softcover. Erscheinungstermin November 2022 – das lag daran, dass TWENTYSIX drei Imprints, darunter „TWENTYSIX LOVE“ ins Leben gerufen hatte und dadurch irgendwas geändert hat – sei es drum.

Die Ankündigungen zeigen oben links mit ihrem Symbol, dass es sich hier um die Kategorie „Bücher“ handelt.

Und sobald ich das Datenblatt öffne, sehe ich: Tadaa! Mein Werk wurde als Neuerscheinung vom Verlag gemeldet, ist aber nach all den Jahren noch nicht im Haus vorhanden – weder in Frankfurt noch in Leipzig.

Frankfurt Vom Verlag gemeldete Neuerscheinung, Publikation noch nicht im Haus
Leipzig Vom Verlag gemeldete Neuerscheinung, Publikation noch nicht im Haus

Quelle: https://portal.dnb.de/opac/showFullRecord?currentResultId=%22Hanover%27s%22+and+%22Blind%22%26any&currentPosition=1

Nachschauen im Vertrag

Natürlich ist es sinnvoll, sich zu vergewissern, ob die Abgabe der Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek vertraglich geregelt war. Es könnte immerhin sein, dass TWENTYSIX als einziger Anbieter diese Aufgabe nicht für ihre Kunden übernimmt.

Weil ich den Vertrag mit TWENTYSIX gemacht habe, ist mein Buchvertrag nicht mehr bei Twentysix zu finden. Bei Books on Demand, wohin die Bücher transferiert worden sind, wird kein Vertrag gefunden, da diese nicht übertragen wurden – immerhin bestand der Vertrag nicht über die myBoD-Plattform.

Zum Vergleich: So sieht es bei der aktuellen Version von „Die Krankheitensammlerin“ im Konto von myBoD aus. Das Vertragsdatum ist da und ich kann jederzeit nachschauen, welche Leistungen vereinbart wurden:

Prinzipiell bin ich als Selfpublishering verpflichtet, die Ablieferung sicherzustellen. Wenn ich einen Vertrag habe (und ihn griffbereit habe und das nachweisen kann), in dem geregelt ist, dass mein Distributor die Ablieferungspflicht erfüllt, kann man diesen sicherlich in die Verantwortung nehmen.

Aber den Vertrag mit dem Distributor TWENTYSIX, das nicht mehr existiert, den ich in der myBoD-Plattform nicht mehr auffinden kann – den habe ich sicher irgendwo auf der Festplatte. Natürlich könnte ich BoD anschreiben und die würden mir sicherlich super schnell und kundenfreundlich den Vertrag senden, aber mal ehrlich: Bei meinen selbst veröffentlichten Titeln, die allesamt über vier Jahre alt sind, ist es mir lieber, die Bücher gleich morgen selbst zur DNB zu schicken. Ich hab welche auf Vorrat und will gerade nur einen Blogartikel über ISBN, VLB und DNB schreiben. Dass ich mich im Folgenden fast ausschließlich mit Ablieferungspflichten befasse, habe ich nicht erwartet.

Gegen die Ablieferungspflicht verstoßen

Die Deutsche Nationalbibliothek schreibt ausdrücklich, dass Printbücher abgeliefert werden müssen: Auch zwingend, wenn synchron eine E-Book-Variante veröffentlicht wird.

Zitat:

Veröffentlichen Sie ein Medienwerk auf einem körperlichen Träger in Deutschland, dann sind Sie dazu verpflichtet, zwei Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek zu senden: unaufgefordert und unentgeltlich.Netzpublikationen sammeln wir in einfacher Ausfertigung. Für die Ablieferung können Sie verschiedene Importschnittstellen nutzen. Erscheint eine Publikation sowohl als physische Ausgabe als auch als Netzpublikation, sind grundsätzlich beide Erscheinungsformen ablieferungspflichtig.

Quelle: https://www.dnb.de/DE/Professionell/Sammeln/sammeln_node.html

Auch Medienwerke, die einzeln auf Anforderung („on demand“) gedruckt werden, unterliegen der Ablieferungspflicht. Wir sammeln sie in der Regel in digitaler Form als Netzpublikation, bei höheren Auflagen, ab 25 Stück, wird auch die Ablieferung von zwei physischen Exemplaren erwartet.

Quelle: https://www.dnb.de/DE/Professionell/Sammeln/sammeln_node.html

Die Frist für diese Ablieferung beträgt eine Woche nach der Veröffentlichung. Wenn man das nicht einhält, erhält man zunächst eine Erinnerung oder „Ermahnung“ durch die DNB, und dann können Ordnungswidrigkeiten vorliegen, und zwar mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro. (Quelle: https://www.it-recht-kanzlei.de/faq-ablieferung-pflichtexemplare-ebooks.html#abschnitt_59)

Such nach dir selbst

Ich möchte noch einmal betonen, dass die Vergabe einer ISBN mit der Abgabepflicht in die Deutsche Nationalbibliothek nicht zusammenhängt. Auch Bücher ohne ISBN können abgabepflichtig sein, und das trifft natürlich vor allem auch auf E-Books zu. Bitte lies deinen eigenen Vertrag und recherchier selbst: Ist dein Buch lieferbar? Sind alle Daten korrekt? Ist dein Buch in der DNB eingetragen? Steht dort nur „Ankündigung“?

Bei diesem interessanten Zufall, über den ich gestolpert bin, musste ich zweierlei Dinge tun: Erstens: einen Blogartikel schreiben und zweitens ein paar mir bekannte Selfpublisher in der DNB zu recherchieren. Sowohl altbekannte Kolleginnen, die meine TWENTYSIX-Kolleginnen waren als auch einige Kunden von mir, haben durch die Bank weg bei den Printbüchern „Ankündigung“ stehen: Tolino Media für 2023, Nova MD 2022, Books on Demand 2022 – das ist alles mehr als eine Woche her.

Ablieferungspflicht auf Länderebene?!

Okay, dann schick ich einfach mal meine Bücher selbst, einfach zur Sicherheit, und schreibe diesen Blogartikel und informiere meine Kunden, damit jeder auf der sicheren Seite ist (oder anfängt, die Verträge genau zu lesen und den Distributor ab dem fünfundzwanzigsten verkauften Exemplar anzumahnen). Und dann ist alles gut, oder?

Leider nicht.

In meiner Recherche finde ich, ehrlicher Weise, als ich nach einem Fun-Fact für den Abschluss dieses Artikels noch kurz was googlen wollte, noch heraus, dass es Pflichtexemplarregelungen je nach Bundesland gibt. Also gut, doch noch kein Feierabend.

Als in Hannover lebende Schriftstellerin und Unternehmerin müsste ich also auch noch eine Abgabe an die Landesbibliothek für mein Wohnsitzbundesland Niedersachsen abgeben. Das ist leider mehr als ein Fun-Fact.

Hier sind die gesetzlichen Richtlinien je nach Bundesland. Ich konzentriere mich bei den Gesetzesausschnitten nur auf die Abgabepflicht, nicht auf Entschädigungsrechte und wie du Geld zurückkriegen kannst – das würde den bisher ohnehin schon gesprengten Rahmen zu Diamant pressen.

Baden-Württemberg:

Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren an die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe und die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart

§ 1 [Ablieferungspflicht]

§ 1 Abs. 1 Satz 2 geänd. mWv 1. 1. 2004 durch G v. 17. 2. 2004 (GBl. S. 66)

Von jedem Druckwerk, das im Geltungsbereich dieses Gesetzes verlegt wird, hat der Verleger der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe und der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart je ein Stück abzuliefern. Er hat ein Exemplar an die Landesbibliothek, in deren Bezirk das Druckwerk verlegt wird, unentgeltlich und frei von Versendungskosten und das zweite Exemplar an die andere Landesbibliothek auf deren Anforderung gegen eine Entschädigung in Höhe von 50 v.H. des Ladenpreises frei von Versendungskosten abzuliefern; die Entschädigung wird auf Antrag gewährt

Quelle: https://www.blb-karlsruhe.de/die-blb/rechtsgrundlagen/pflichtexemplargesetz/

Bayern

Gesetz über die Ablieferung von Pflichtstücken

Pflichtstückegesetz (PflStG)

Vom 6. August 1986

Der Landtag des Freistaates Bayern hat das folgende Gesetz beschlossen, das nach Anhörung des Senats hiermit bekanntgemacht wird:

Art. 1

Umfang der Ablieferung

Von allen mittels eines Vervielfältigungsver- fahrens hergestellten und zur Verbreitung bestimmten Texten, die in Bayern verlegt werden, sind ohne Rücksicht auf die Art des Textträgers und des Vervielfältigungsverfahrens unaufgefordert innerhalb von zwei Wochen nach Erscheinen unentgeltlich und auf eigene Kosten zwei Stücke in handelsüblicher Form an die Bayerische Staatsbibliothek München abzuliefern (Pflichtstücke).

Quelle: https://www.bsb-muenchen.de/kompetenzzentren-und-landesweite-dienste/landesweite-aufgaben-und-dienste/pflichtstelle/

Berlin

Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren(Pflichtexemplargesetz – PflExG)in der Fassung vom 15. Juli 2005

§ 1Ablieferungspflicht

(1) Von allen körperlichen und unkörperlichen Medienwerken, die in Berlin verbreitet oder öffentlich zugänglich gemacht werden, ist unaufgefordert und innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Verbreitung oder öffentlichen Zugänglichmachung ein Pflichtexemplar unentgeltlich in handelsüblicher Form an die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Quelle: https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-PflExGBErahmen

Brandenburg

Verordnung des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur zur Durchführung des Brandenburgischen Landespressegesetzes über die Anbietung und die Ablieferung von Pflichtexemplaren an die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (Pflichtexemplarverordnung – PflEV)vom 29. September 1994(GVBl.II/94, [Nr. 71], S.912)

Auf Grund des § 13 Abs. 3 des Brandenburgischen Landespressegesetzes vom 13. Mai 1993 (GVBl. I S. 162) verordnet der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur

§1

Anbietungspflicht

(1) Von jedem Druckwerk, das im Land Brandenburg verlegt wird, hat der Verleger mit Beginn der Verbreitung des Druckwerks ein Stück (Pflichtexemplar) frei von Versendungskosten der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam zur Ansicht zuzusenden und zum unentgeltlichen Erwerb anzubieten.

Quelle: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211531

Bremen

Bremisches Bibliotheksgesetz (BremBibG) vom 28. März 2023 (Brem.GBl. 2023, S. 305)

§ 7Pflichtexemplarrecht

(2) Von jedem körperlichen Medienwerk, das im Geltungsbereich dieses Gesetzes erscheint, ist unmittelbar nach Beginn der Verbreitung der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen ein Exemplar unentgeltlich und frei von Versandkosten anzubieten und auf Verlangen abzuliefern. Als innerhalb des Geltungsbereiches dieses Gesetzes erschienen gelten auch solche körperlichen Medienwerke, die Bremen oder Bremerhaven als Verlagsort nur in Verbindung mit einem anderen Ort nennen. […]

Quelle: https://www.transparenz.bremen.de/metainformationen/bremisches-bibliotheksgesetz-brembibg-vom-28-maerz-2023-190930?asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&template=20_gp_ifg_meta_detail_d

Hamburg

Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren(Pflichtexemplargesetz – PEG)Vom 14. September 1988

§1

Ablieferungspflicht

Von jedem Druckwerk, das innerhalb des hamburgischen Staatsgebietes verlegt wird, hat der Verleger ein Stück an die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky abzuliefern (Pflichtexemplar). Für digitale Publikationen gelten die Vorschriften dieses Gesetzes entsprechend.

Quelle: https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-PfliExplAblGHAV1P1

Hessen

Hessisches Bibliotheksgesetz(HessBiblG)Vom 20. September 2010

§ 6Pflichtexemplarrecht

(2) Die Ablieferungspflichtigen haben Medienwerke in körperlicher und unkörperlicher Form in einfacher Ausfertigung nach Abs. 3 abzuliefern. Ablieferungspflichtig ist, wer berechtigt ist, ein Medienwerk zu verbreiten oder erstmals öffentlich zugänglich zu machen und den Sitz, eine Betriebsstätte oder den Hauptwohnsitz in Hessen hat.

Quelle: https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-BiblGHEV5P6

Mecklenburg-Vorpommern

Pressegesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern(Landespressegesetz – LPrG M-V)Vom 6. Juni 1993

Zum 21.05.2024 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

§ 11Ablieferungspflicht der Verleger und Drucker

(1) Von jedem Druckwerk, das in Mecklenburg-Vorpommern verlegt wird oder das als Verlagsort einen Ort innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns neben einem anderen Ort nennt, hat der Verleger ein Stück binnen eines Monats nach dem Erscheinen kostenfrei an die von der Kultusministerin zu benennenden Stellen abzuliefern (Pflichtexemplare). Satz 1 gilt entsprechend für den Drucker oder sonstigen Hersteller, wenn das Druckwerk keinen Verleger hat.

Quelle: https://www.landesrecht-mv.de/bsmv/document/jlr-PresseGMVrahmen

Niedersachsen

Niedersächsisches Pressegesetz (NPresseG) vom 22. März 1965 (Nds. GVBl. S. 9 – VORIS 22610 01 00 00 000 -)

Gliederungs-Nr. 22610010000000

§ 12 Ablieferungspflicht der Verleger und Drucker

(1) Von jedem Druckwerk, das im Geltungsbereich dieses Gesetzes verlegt wird oder das als Verlagsort einen Ort innerhalb des Geltungsbereiches neben einem anderen Ort nennt, hat der Verleger ein Stück binnen eines Monats nach dem Erscheinen kostenfrei an die Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover abzuliefern (Pflichtexemplar). Satz 1 gilt entsprechend für den Drucker oder sonstigen Hersteller, wenn das Druckwerk keinen Verleger hat.

Quelle: https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/dual/bb1b1e43-c9a5-386e-bede-4f940beafc62/11122eba-b46c-3366-baf9-40f49474ae8e

Nordrhein-Westfalen

Gesetzzur Regelung des Pflichtexemplarrechts in Nordrhein-Westfalen

Vom 29. Januar 2013

§ 1Ablieferungspflicht, Sammelpflicht

(1) Von allen mittels eines Vervielfältigungsverfahrens hergestellten und zur Verbreitung bestimmten Medienwerken, die in Nordrhein-Westfalen verlegt werden, hat unabhängig von der Art des Trägers und des Vervielfältigungsverfahrens der Verleger unaufgefordert innerhalb einer Woche nach Beginn der Verbreitung ein Stück unentgeltlich und auf eigene Kosten an die jeweils zuständige Universitäts- und Landesbibliothek abzuliefern (Pflichtexemplar). Entsprechendes gilt für Medienwerke in unkörperlicher Form, die in öffentlichen Netzen dargestellt werden; bei diesen kann an die Stelle der Ablieferung die Bereitstellung nach den Maßgaben der zuständigen Bibliothek treten.

Quelle: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=13717&vd_back=N31&sg=1&menu=0

Rheinland-Pfalz

Landesbibliotheksgesetz

Vom 03. Dezember 2014

Zum 24.05.2024 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

§ 3Pflichtexemplarpflicht

(1) Von jedem körperlichen Medienwerk, das im Geltungsbereich dieses Gesetzes verlegt wird, ist unmittelbar nach Beginn der Verbreitung ein Exemplar an die von dem für das Bibliothekswesen zuständigen Ministerium bezeichnete Stelle (LBZ und andere beauftragte Bibliotheken) unentgeltlich und frei von Versandkosten abzuliefern (Pflichtexemplar). Die zuständigen Bibliotheken sind verpflichtet, die Pflichtexemplare zu sammeln, zu erschließen und für die Benutzung bereitzustellen sowie ihre Erhaltung und Benutzbarkeit dauerhaft zu sichern.

Quelle: https://www.landesrecht.rlp.de/bsrp/document/jlr-BiblGRPrahmen

Saarland

Saarländisches Mediengesetz

Vom 27. Februar 2002

Zuletzt geändert durch Gesetz vom 19. September 2012

§ 14Vorschriften für die Presse

(1) Von jedem Druckwerk, das im Saarland verlegt wird, hat die Verlegerin oder der Verleger den vom Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft bezeichneten Stellen ein Stück anzubieten und auf Verlangen gegen angemessene Entschädigung abzuliefern (Pflichtexemplar).

Quelle: https://www.presserecht.de/index.php?option=com_content&task=view&id=32&Itemid=27#p14

Vom 01. Dezember 2015

Novelierung des Saarländischen Mediengesetzes

§ 14Pflichtexemplar

(1) Von jedem Medienwerk, das im Saarland verlegt wird, ist unabhängig von der Art des Trägers und des Vervielfältigungsverfahrens von der Person, die das Medienwerk verlegt, unaufgefordert unmittelbar nach Beginn der Verbreitung unentgeltlich und auf eigene Kosten ein Stück (Pflichtexemplar) in marktüblicher Form an die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek abzuliefern. Ein Anspruch auf Aufnahme eines Medienwerks als Pflichtexemplar besteht nicht.

Quelle: https://www.amtsblatt.saarland.de/jportal/portal/t/wz7/page/bsverkslprod.psml?doc.hl=1&doc.id=VB-SL-ABlI2015901-G&documentnumber=1&numberofresults=1&doctyp=Verkuendungsblatt%3Asl-abl-i-ges&showdoccase=1&frompsml=group/HomepageUser/html/fpverksl.psml&action=portlets.jw.CopySessionState&source=fpverksl.psml&doc.part=D&paramfromHL=true#focuspoint

Sachsen

Sächsisches Gesetz über die Presse

Vom 03. April 1992

Zuletzt geändert durch Artikel 13 des Gesetzes vom 11. Mai 2019 (SächsGVBl. S. 358)

§ 11Ablieferungspflicht analoger und digitaler Publikationen

(1) Von jeder Publikation, die im Geltungsbereich dieses Gesetzes verlegt, verbreitet oder auf sonstige Weise öffentlich zugänglich gemacht wird, hat der Ablieferungspflichtige binnen eines Monats seit dem Erscheinen ein Stück unentgeltlich und auf eigene Kosten an die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden abzuliefern (Pflichtexemplar).

Quelle: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/4197-SaechsPresseG#p11

Sachsen-Anhalt

Pressegesetz für das Land Sachsen-Anhalt (Landespressegesetz)

Vom 14. August 1991

Zuletzt geändert durch das Gesetz vom 18. November 2004

§ 11Ablieferungspflicht der Verleger und Drucker

(1) Von jedem Druckwerk (§ 6), das im Geltungsbereich dieses Gesetzes verlegt wird oder das als Verlagsort einen Ort innerhalb des Geltungsbereiches neben einem anderen Ort nennt, hat der Verleger ein Stück binnen eines Monats nach dem Erscheinen kostenfrei an die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle abzuliefern (Pflichtexemplar). Satz 1 gilt entsprechend für den Drucker oder sonstige Hersteller, wenn das Druckwerk keinen Verleger hat.

Quelle: https://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/bsst/document/jlr-DruckWuaAbgDVST2010rahmen

Schleswig-Holstein

Gesetz für die Bibliotheken in Schleswig-Holstein

Vom 30. August 2016

Zum 27.01.2021 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

§ 19Anbietungspflicht und Pflichtbibliotheken

(1) Von jedem Medienwerk, das im Geltungsbereich dieses Gesetzes verbreitet oder öffentlich zugänglich gemacht wird, ist unabhängig von seiner Herstellungsart oder seiner Wiedergabeform jeweils ein Exemplar unaufgefordert und unmittelbar nach Beginn der Verbreitung oder öffentlichen Zugänglichmachung den Pflichtbibliotheken (Absatz 4) anzubieten und auf deren Verlangen unentgeltlich und auf eigene Kosten abzuliefern oder zu übermitteln (Pflichtexemplar).

Quelle: https://www.bibliotheksverband.de/sites/default/files/2021-01/Bibliotheksgesetz%20Schleswig-Holstein_0.pdf

Thüringen

Verordnung über die Ablieferung digitaler Publikationen an die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

vom 08. Februar 2011

§ 1Ablieferungspflicht

(1) Von jeder digitalen Publikation, die im Geltungsbereich des Thüringer Pressegesetzes verbreitet wird, haben die nach § 12 Abs. 3 Satz 3 TPG Ablieferungspflichtigen ein Medienwerk vollständig, unentgeltlich und auf eigene Kosten binnen einer Woche nach Beginn der Verbreitung oder der öffentlichen Zugänglichmachung an die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek abzuliefern.

Quelle: https://landesrecht.thueringen.de/bsth/document/jlr-DigPublAblVTHV1P4

Fazit

Ich hätte das alles wissen müssen. Ich hätte das alles selbst schon viel früher nachschlagen und recherchieren müssen.

Nichtsdestotrotz habe ich es jetzt getan und mich selbst fortgebildet, um meine Kunden bestmöglich beraten zu können. Zugleich ist daraus ein Blogartikel gefunden, der zumindest für den Rechtsstand 2024 die Ablieferungspflicht auf Länderebene darstellt.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Wir müssen uns zeitig um unsere Pflichten kümmern, und wir dürfen uns leider nicht darauf verlassen, dass Distributoren (oder auch Selfpublishing-Plattformen genannt) die Pflichtexemplare einreichen. Zudem wäre es sinnvoll, Verträge nicht nur beim Vertragspartner, wie in meinem Fall bei TWENTYSIX oder bei myBoD liegen zu lassen, sondern selbst ordentlich digital abzulegen.

Dass meine Stichprobe aber sowohl für Titel von tolino media, Nova MD und Books on Demand Ablieferungszustände mit dem Status „Ankündigung“ und dem Hinweis der Deutschen Nationalbibliothek „Vom Verlag gemeldete Neuerscheinung, Publikation noch nicht im Haus“ gefunden hat, lässt mich wundern. Das heißt nicht notwendigerweise, dass ein Distributor nicht seinen Pflichten nachgekommen ist, denn ich gehöre die dazugehörigen Verträge nicht. Und noch weniger kenne ich die Arbeitsgeschwindigkeit der DNB, denn bei über 100.000 neuen Selfpublishing-Titeln im Jahr stelle ich mir das ziemlich anstrengend vor.