Exposé schreiben und Manuskript einreichen: So überzeugt dein Buch auf wenigen Seiten

Exposé schreiben und Manuskript einreichen: So überzeugt dein Buch auf wenigen Seiten

Da liegt es also, dein Manuskript. Monate, vielleicht Jahre Arbeit stecken darin. Und jetzt liest du auf der Website eines Verlags, du sollst das alles auf zwei bis drei Seiten zusammenfassen, als Exposé, dazu ein Anschreiben und eine Leseprobe. Viele Autoren denken an dieser Stelle, ein gutes Manuskript setze sich schon von allein durch und das Exposé sei nur eine lästige Formalie. Das ist der Irrtum, der die meisten Einsendungen scheitern lässt.

Denn im Verlag passiert es andersherum. Niemand liest zuerst dein Manuskript. Gelesen wird zuerst das Exposé, und oft auch nur das. Erst wenn diese wenigen Seiten überzeugen, schaut überhaupt jemand in deine Leseprobe. Dein Exposé ist also nicht die Zusammenfassung deines Buchs. Es ist die Eintrittskarte.

Vielleicht geht es dir gerade so wie vielen Autoren, mit denen ich spreche. Du hast dein Word-Dokument fertig, du willst dein Manuskript einreichen, und dann kommt diese leise Unsicherheit. Was wollen die da überhaupt lesen? Wie fasse ich 300 Seiten auf drei zusammen, ohne dass alles platt klingt? Und ganz ehrlich: Lohnt sich der Aufwand? Diese Fragen klären wir jetzt, Schritt für Schritt. Und ich zeige dir auch den zweiten Weg, auf dem dir ein Exposé hilft, ganz ohne Verlag.

Kurz gesagt: Ein Exposé ist eine kurze Verkaufs- und Arbeitsunterlage zu deinem Buch, meist zwei bis fünf Seiten mit Pitch, Inhaltsangabe (beim Roman mit Ende), Zielgruppe, Vergleichstiteln und Autorenvita. Wer sein Manuskript an einen Verlag oder eine Literaturagentur schicken will, reicht in der Regel Anschreiben, Exposé und Leseprobe ein, nie das komplette Manuskript unverlangt. Die Annahmechancen sind erfahrungsgemäß gering und die Wartezeiten lang. Ein Exposé lohnt sich trotzdem fast immer, denn es ist auch im Selfpublishing das beste Planungswerkzeug für dein Buch.

Das Exposé ist keine Zusammenfassung, sondern ein Verkaufsdokument

Was ist ein Exposé? Ein Exposé ist eine kompakte Darstellung deines Buchprojekts auf wenigen Seiten. Auf ihrer Grundlage befindet ein Verlag oder eine Literaturagentur, ob dein Manuskript geprüft wird. Es beantwortet drei Fragen. Worum geht es? Für wen ist das Buch? Und warum solltest ausgerechnet du es schreiben, beziehungsweise geschrieben haben?

Ein Exposé ist also kein Schulreferat über dein eigenes Buch. Es ist ein Verkaufsdokument. Der Lektor, der es liest, sucht darin nicht nach schönen Sätzen, sondern nach einem Projekt, das ins Programm passt und Leser findet. Deshalb darfst du im Exposé ruhig selbstbewusst sein. Du zeigst, was dein Buch besonders macht: dein Alleinstellungsmerkmal, also das, was Leser bei dir bekommen und nirgendwo sonst.

Und noch etwas vorweg, weil es viele überrascht. Ein Exposé schreibst du nicht in deinem Erzählton, sondern sachlich, im Präsens und auf den Punkt. Du verkaufst die Geschichte, du erzählst sie nicht noch einmal.

Diese Bestandteile gehören in dein Exposé

Was gehört in ein Exposé? Im Kern immer dieselben Bausteine, und die kannst du dir wie eine Vorlage merken, egal ob Roman oder Sachbuch:

  • Titel und Eckdaten: Arbeitstitel, Genre, geplanter oder tatsächlicher Umfang (in Normseiten oder Wörtern), Stand des Manuskripts (fertig, in Arbeit).
  • Pitch oder Logline: ein bis drei Sätze, die dein Buch auf den Punkt bringen. Die Logline ist der eine Satz, der neugierig macht: so, wie du einem Freund in der Kaffeepause erzählen würdest, worum es geht.
  • Inhaltsangabe: beim Roman die Handlung in Kurzform, inklusive Ende. Beim Sachbuch das Konzept und die Kernaussage.
  • Zielgruppe: wer dein Buch lesen wird. Möglichst konkret, nicht „alle, die gern lesen“.
  • Vergleichstitel: zwei bis drei erfolgreiche Bücher, in deren Nähe deines steht. Das wirkt nicht unoriginell, im Gegenteil: Es zeigt dem Verlag, dass es einen Markt für dein Thema gibt und du ihn kennst.
  • Alleinstellungsmerkmal: was dein Buch von diesen Vergleichstiteln unterscheidet.
  • Autorenvita: wer du bist, warum du dieses Buch schreiben kannst, was dich mit dem Thema verbindet. Beim Sachbuch zusätzlich deine Reichweite, falls vorhanden.

Wie viele Seiten ein Exposé hat? Üblich sind zwei bis fünf Seiten, beim Roman eher zwei bis drei. Kürzer ist fast immer besser. Wer ein Exposé nicht auf drei Seiten unterbringt, hat meist noch nicht den Kern seines Buchs gefunden. Und das merkt ein Lektor sofort.

Eine starre Exposé-Vorlage zum Ausfüllen gibt es übrigens nicht, und das ist auch gut so. Viele Verlage und Agenturen nennen auf ihren Einsendeseiten eigene Anforderungen. Ich würde dir raten, dich immer zuerst dort umzuschauen und deine Unterlagen daran auszurichten. Die Bausteine oben bleiben aber überall dieselben.

Exposé, Synopsis, Klappentext: drei Texte mit drei verschiedenen Aufgaben

Diese drei Begriffe werden ständig verwechselt, dabei ist der Unterschied einfach. Das Exposé ist das komplette Bewerbungspaket deines Buchprojekts: Pitch, Inhalt, Zielgruppe, Vergleichstitel, Vita. Die Synopsis ist nur die Inhaltsangabe, also die Handlung in Kurzform, und sie verrät das Ende. Der Klappentext ist das Gegenteil davon, ein Werbetext für Leser, der bewusst offen lässt, wie es ausgeht.

Die Synopsis ist also oft ein Teil des Exposés, und der Klappentext hat im Exposé nichts verloren. Hier steckt auch der häufigste Fehler in Einsendungen. Autoren schreiben eine spannende Inhaltsangabe, die kurz vor dem Höhepunkt abbricht, weil sie nicht „spoilern“ wollen. Für den Lektor ist das ein Problem, kein Spannungsbogen. Er muss wissen, ob deine Geschichte trägt, und das kann er nur beurteilen, wenn er das Ende kennt. Also: Im Exposé wird das Ende verraten. Immer.

Roman-Exposé und Sachbuch-Exposé funktionieren unterschiedlich

Wie schreibt man ein Exposé für einen Roman? Beim Roman-Exposé steht die Geschichte im Mittelpunkt. Du brauchst eine Logline, eine Synopsis mit Anfang, Mitte und Ende, kurze Figurenporträts der zwei bis vier wichtigsten Figuren und die Einordnung ins Genre samt Vergleichstiteln. Erzählt wird sachlich im Präsens, ohne Dialogzitate, ohne Cliffhanger. Deine Schreibkunst zeigst du in der Leseprobe. Das Exposé belegt, dass die Konstruktion stimmt.

Beim Sachbuch-Exposé ist es fast umgekehrt. Hier zählt weniger die fertige Formulierung als das Konzept. Du beschreibst die Kernthese deines Buchs, das Problem, das es für seine Leser löst, die klar umrissene Zielgruppe und eine Kapitelübersicht mit kurzen Zusammenfassungen. Dazu kommt deine Vita mit deutlich mehr Gewicht. Denn beim Sachbuch kauft der Verlag nicht nur ein Thema, sondern vor allem dich: deine Erfahrung, deine Glaubwürdigkeit und im besten Fall deine Sichtbarkeit. Ein Sachbuch kannst du deshalb auch einreichen, bevor das Manuskript fertig ist. Beim Roman gilt das Gegenteil, da erwarten Verlage in der Regel ein fertiges Manuskript.

So reichst du dein Manuskript beim Verlag ein, und das solltest du vorher wissen

Wie reicht man ein Manuskript beim Verlag ein? Du schickst nie das komplette Manuskript unverlangt, sondern ein Einsendepaket aus drei Teilen: Anschreiben, Exposé und Leseprobe. Das Anschreiben ist kurz, eine halbe bis ganze Seite. Es nennt Titel, Genre und Umfang, bringt deinen Pitch in zwei, drei Sätzen und sagt, warum du dich an genau diesen Verlag wendest. Kein Lebenslauf in Prosa, keine Entschuldigungen, kein „ich weiß, Sie bekommen viele Zuschriften“. Freundlich, professionell, kurz.

Die Leseprobe sind meist die ersten zwanzig bis fünfzig Normseiten, und zwar wirklich der Anfang deines Buchs, nicht die „beste Stelle“ aus der Mitte. Eine Normseite ist dabei die standardisierte Manuskriptseite des Buchmarkts, mit 30 Zeilen zu je maximal 60 Anschlägen, also rund 1.800 Zeichen mit Leerzeichen. Sie macht Manuskripte vergleichbar, egal welche Schriftart du nutzt. Bevor du einreichst, schau in jedem Fall auf die Website des Verlags. Dort steht, was er sehen will, in welchem Format und ob er unverlangte Einsendungen überhaupt annimmt. Viele große Publikumsverlage tun das nämlich nicht mehr und arbeiten nur noch mit Literaturagenturen zusammen. Eine Agentur vertritt dich gegenüber Verlagen und wird im Erfolgsfall am Honorar beteiligt; für viele große Häuser ist sie der einzige realistische Zugang.

Und jetzt der Teil, den ich dir ehrlich sagen möchte, weil du nur mit realistischem Bild gut wählen kannst. Verlage und Agenturen berichten selbst immer wieder, dass sie ein Vielfaches an Einsendungen erhalten, als sie Programmplätze haben. Die allermeisten unverlangten Einsendungen werden abgelehnt, und zwar häufig nicht, weil das Manuskript schlecht wäre, sondern weil das Genre nicht passt, das Programm voll ist oder ein ähnliches Buch schon existiert. Eine Absage ist deshalb kein Urteil über dein Buch. Sie ist der statistische Normalfall dieses Wegs. Dazu kommen lange Wartezeiten. Bis eine Antwort kommt, vergehen oft viele Monate, und nicht jeder Verlag antwortet überhaupt. Wer den Verlagsweg geht, sollte das wissen und einplanen: mehrere Einsendungen parallel, einen langen Atem und die Bereitschaft, mit Absagen umzugehen.

Heißt das, der Verlagsweg ist falsch? Nein. Wenn ein Verlag wirklich zu dir und deinem Buch passt, kann er ein richtig guter Weg sein, etwa wenn dir der Buchhandelsvertrieb eines großen Hauses wichtig ist oder ein Programm existiert, in das dein Buch wie angegossen passt. Ich will dir den Weg nicht ausreden. Ich will nur, dass du ihn mit offenen Augen gehst und weißt, dass es eine Alternative gibt, bei der du nicht auf ein Ja von außen wartest.

Der zweite Weg: Dein Exposé ist auch im Selfpublishing Gold wert

Brauchst du ein Exposé, wenn du gar keinen Verlag suchst? Ja, und zwar als Planungswerkzeug. Denn die Fragen, die ein Exposé beantwortet, sind dieselben, an denen jedes Buch trägt oder stolpert, auch ein selbst veröffentlichtes. Worum geht es im Kern? Wer soll es lesen? Was unterscheidet es von den Büchern, die es schon gibt? Wenn du das vor der Veröffentlichung schwarz auf weiß stehen hast, fällt dir jeder folgende Schritt leichter, vom Klappentext über das Cover bis zur Frage, wo dein Buch in den Vertrieb kommt.

Der Unterschied ist nur, wer dein Exposé liest. Beim Verlagsweg bewirbst du dich damit und wartest, ob jemand Ja sagt. Im Selfpublishing ist das Exposé dein eigener Kompass, und das Ja gibst du dir selbst. Du behältst alle Rechte, bestimmst über Cover, Titel und Inhalt und legst den Zeitplan selbst fest. Dafür liegen Aufgaben wie Lektorat, Buchsatz und Covergestaltung in deiner Verantwortung. Damit muss niemand allein bleiben. Hier macht eine erfahrene Begleitung den Unterschied, damit dein Buch am Ende nicht nach Selbstgemachtem aussieht, sondern nach Verlagsqualität.

Aus der Praxis

Annette, Psychologin mit über 30 Jahren Praxiserfahrung, hatte ein Sachbuch geschrieben, an dem sie über zehn Jahre gearbeitet hatte. Den klassischen Bewerbungsweg hat sie sich bewusst angeschaut und sich dagegen entschieden. „Ich wollte mich nicht der Situation ausliefern, 20 Verlage anzuschreiben und abgelehnt zu werden, bloß weil es nicht in deren Genre passt“, sagt sie. Und noch wichtiger war ihr etwas anderes. „Es sollte mein Buch bleiben – und nicht ein Buch, das in die Strategie eines Verlags passt.“ Sie hat ihr Buch mit professioneller Begleitung durch Kahawa Medien selbst veröffentlicht, mit Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Cover. Heute erfüllt sie ihr Buch „immer wieder mit Stolz und Freude“, sie nutzt es begleitend in ihrer Praxis, und ihre Buchpremiere wurde eine gut besuchte Lesung, bei der sie direkt Bücher verkauft hat. Selbst zu veröffentlichen, sagt sie, habe ihr „viel Freiraum gegeben“ und sie „in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt“.

Annette Goldschmitt-Helfrich, Psychologin und Sachbuch-Autorin

Annette Goldschmitt-Helfrich: „Es sollte mein Buch bleiben — und nicht ein Buch, das in die Strategie eines Verlags passt.“

Häufige Fragen zu Exposé und Einreichung

Was ist ein Exposé?

Ein Exposé ist die kompakte Darstellung deines Buchprojekts auf wenigen Seiten, mit Pitch, Inhaltsangabe, Zielgruppe, Vergleichstiteln und deiner Vita. Verlage und Literaturagenturen beurteilen danach, ob sie dein Manuskript prüfen. Im Selfpublishing dient es dir selbst als Planungsgrundlage.

Wie viele Seiten sollte ein Exposé haben?

Üblich sind zwei bis fünf Seiten, beim Roman eher zwei bis drei. Kürzer ist meist stärker, weil es zeigt, dass du den Kern deines Buchs kennst. Maßgeblich sind immer die Vorgaben des Verlags oder der Agentur, bei der du einreichst.

Was ist der Unterschied zwischen Exposé, Synopsis und Klappentext?

Das Exposé ist das vollständige Bewerbungspaket deines Projekts. Die Synopsis ist nur die Inhaltsangabe, und sie verrät das Ende. Der Klappentext ist Werbung für Leser und lässt das Ende bewusst offen. Im Exposé wird also gespoilert, im Klappentext nie.

Wie schreibe ich das Anschreiben an den Verlag?

Kurz und professionell, maximal eine Seite. Nenne Titel, Genre und Umfang, bring deinen Pitch in zwei bis drei Sätzen und sag, warum du dich an gerade diesen Verlag wendest. Verzichte auf Entschuldigungen und lange Lebensläufe, die Vita gehört ins Exposé.

Wie hoch sind die Chancen, dass ein Verlag mein Manuskript annimmt?

Erfahrungsgemäß gering. Verlage und Agenturen erhalten weit mehr Einsendungen, als sie veröffentlichen können, und lehnen die allermeisten ab, oft unabhängig von der Qualität. Eine Absage sagt deshalb wenig über dein Buch aus. Wer nicht jahrelang warten will, veröffentlicht professionell begleitet selbst.

Brauche ich ein Exposé auch im Selfpublishing?

Ja, als Planungswerkzeug lohnt es sich fast immer. Es zwingt dich, Kernaussage, Zielgruppe und Alleinstellungsmerkmal deines Buchs zu klären. Davon profitieren später Klappentext, Cover und Vermarktung. Du schreibst es für dich, nicht für einen Lektor.

Dein nächster Schritt

Egal, ob du dein Manuskript bei Verlagen einreichen oder dein Buch selbst veröffentlichen willst: Du musst diesen Weg nicht allein sortieren. Am meisten bringt dich jetzt ein klarer Plan weiter, der zu deinem Buch und deinen Zielen passt. Diesen Plan arbeiten wir gerne mit dir aus. Dafür musst du einfach nur einen unverbindlichen Termin für ein kurzes Erstgespräch mit uns buchen. Alles weitere besprechen wir dann persönlich.