Das habe ich 2025 gelernt (und mir für 2026 vorgenommen)

von | 31.12.2025 | 0 Kommentare

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. 2026 wird sich einiges ändern. Wie jedes Jahr habe ich auch 2025 einige Learnings sowohl privat als auch geschäftlich mitgenommen. Welche das sind, erzähle ich dir in diesem kleinen Artikel.

Persönliches Learning: Gelassenheit und Haltung

Ich will gar nicht so viel Persönliches preisgeben dieses Mal, aber ganz ohne geht es natürlich nicht.

2025 habe ich sozusagen eine Grundeinstellung freigeschaltet: „Es wird schon.“ Ich habe eine gewisse Sicherheit für mich selbst entwickelt. Anstatt bei Problemen direkt in den Panik-Modus zu schalten, gehe ich es jetzt viel gelassener an. Ich nehme das Problem an. Ich bewundere das Problem. Ich habe zwar keine Lösung für das Problem und muss eine finden, aber nicht direkt aufspringen und dem Problem hinterherrennen.

Es fühlt sich erwachsen an. Beruhigt. Ich weiß, dass nicht immer alles rund läuft. Dass es gute und schlechte Zeiten gibt. Aber ich habe an Gelassenheit gewonnen und weiß auch, dass sich ein Problem auch morgen noch lösen lässt.

In dem Zusammenhang habe ich außerdem gelernt, dass es okay ist, von Traditionen abzuweichen. Nur weil man etwas so macht oder schon immer so gemacht hat, heißt es nicht, dass man das weiterhin so machen muss. Ganz im Gegenteil. Häufig ist es gerade der neue Ansatz, der dich voranbringt.

Mir wurde mal gesagt: „Prioritäten setzen bedeutet, zu entscheiden, was ich jetzt vernachlässige.“

Ich fand das schrecklich, aber wenn ich auf meinen Alltag schaue, ist dieser Satz ziemlich wahr.

Ich habe in den letzten Monaten immer geguckt, was ich am ehesten vernachlässigen kann – und es war immer das Privatleben.

Ich kann mich immer noch nicht so sehr aus dem operativen Geschäft zurückziehen wie ich es gerne würde, aber es ist auf einem extrem guten Weg.
Ich arbeite weiter daran, weniger Arbeitslast zu haben und wieder mehr Balance in mein Leben zu kriegen.

 

Persönliches Learning: Schreibblockaden und Inspiration

Ich habe ein Buch gelesen: „Wir haben keine Antimemetik-Abteilung“ von Sam Hughes.

Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Wenn es um Kreativität geht oder um Ideen – gerade ich, als jemand, der mehrere Jahre von einer Schreibblockade betroffen war, der kein weiteres Buch schreibt und sich nicht als Autor sieht – dann ist dieses Buch eine Offenbarung.

Wer denkt, er hat keine Idee, keine Kreativität und es gibt keine neuen Ideen mehr, gerade in Zeiten von KI, der sollte dieses Buch lesen.

Es ist skurril, abgefahren, düster. Es hat mit Monstern zu tun, es hat mit Ideen zu tun. Es ist total faszinierend.
Es ist wie ein Autounfall zwischen zwei Buchdeckeln. Man muss hingucken.

Das ist eine Leseempfehlung.

Und darauf bin ich in diesem Jahr auch stolz:
Seitdem ich Bücher zu meinem Beruf gemacht habe, brauchte ich ein neues Hobby. Ich habe nicht mehr gelesen.
Und in diesem Jahr habe ich wieder angefangen, das Lesen zu genießen – als Privatperson.

 

Geschäftliche Learnings

Bezogen auf mein Unternehmen, die Buchbranche und mich als Geschäftsführerin habe ich so einige Dinge aus dem Jahr 2025 mitgenommen. Es war nicht das leichteste Jahr, um es mal so auszudrücken. Aber aus schwierigen Zeiten geht man gestärkt hervor. 2025 hat mir auf gewisse Weise den Weg für die Zukunft gewiesen.

Buchmessen, Umsätze und strategische Neuorientierung

Ich bin jedes Jahr sowohl auf der Frankfurter Buchmesse als auch der Leipziger Buchmesse anwesend. In den letzten Jahren – und 2025 ganz besonders – habe ich allerdings festgestellt, dass diese Besuche nicht mehr lohnenswert für mich sind. Auf der LBM 2026 werde ich mich noch aufhalten, weil das schon gebucht ist und ich dort einige Termine habe. Aber ich werde andere Wege gehen.

Die Buchbranche ist unfassbar langsam, was Digitalisierung und die Adaption von KI angeht. Damit meine ich natürlich nicht, dass KI Bücher schreiben soll. Aber innerhalb der Branche gibt es durchaus Bereiche, in denen KI sinnvoll eingesetzt werden könnte. Für Automatisierungen und Modernisierung von Abläufen, Auswahlkriterien und anderem. Machen wir uns nichts vor: KI ist da und sie wird bleiben. Und wer sich nicht zumindest ein Stück weit dieser Entwicklung öffnet, wird auf der Strecke bleiben. Frag mal die Unternehmen, die sich in den Neunzigern dem Internet verwehrten. Die meisten davon kannst du nicht mehr fragen, weil sie nicht mehr da sind.

Ich lehne mich weit aus dem Fenster und sage: Ich habe eines der automatisiertesten, digitalsten und modernsten Unternehmen der Branche.

Und dabei ist es so, dass ich mich in diesem Umfeld nicht so wohlfühle.

Mein Unternehmen ist extrem effizient, mein Team ist extrem effizient. Die Begleitarbeit – Buchhaltung, E-Mail, Projektplanung, Kalender – ist automatisiert. Kein Cent wird verschwendet. Das ermöglicht, dass meine Mitarbeiter sich voll auf die kreative Arbeit konzentrieren.

Das gibt mir eine gute Position auf dem Buchmarkt, aber es gibt mir auch ein gewisses Gefühl der Einsamkeit.

Ich bin ein bisschen müde geworden, der große Fisch im kleinen Teich zu sein und dabei nicht beachtet zu werden, weil die anderen Fische entweder blind sind oder mir sozusagen ausweichen.
Deshalb werde ich mich 2026 mit meinem Unternehmen im Marketing und im Vertrieb vollkommen auf die Zielgruppe Sachbücher und Expertenbücher stürzen.
Ich werde viel mehr mit Unternehmern zusammenarbeiten. Ich habe mein unternehmerisches Umfeld und mein Netzwerk bereits angepasst. Ich bin in anderen Kreisen unterwegs, und das tut mir sehr gut. Natürlich bin ich weiterhin ein Teil der Buchbranche und werde verfolgen, was sich dort tut, aber ich schwimme in einer anderen Bucht als zuvor.

 

Druckkostenzuschussverlage: Trend und Ernüchterung

Seit Jahren kämpfe ich gegen DKZV und versuche alle Autoren und Autorinnen möglichst weit davon fernzuhalten, auf diese Abzocke reinzufallen. Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Druckkostenzuschussverlage boomen.
Sie sind intelligenter geworden, sich zu tarnen und die Leute in Knebelverträge zu bringen. Ich habe dieses Jahr einige dieser Verträge gesehen und mit vielen Betroffenen gesprochen.

Ich mache mich weiterhin stark für die Aufklärung über diese Pseudoverlage.

Selbst unter meinen eigenen Kunden waren dieses Jahr zwei, die trotz Aufklärung und obwohl wir ihr Buch hergestellt haben, am Ende trotzdem zu Druckkostenzuschussverlagen gegangen sind.

Sie bezahlen mit ihrem Geld bei mir die Dienstleistung und bei den Zuschussverlagen den Zuschuss für deren angebliche Dienstleistung.
Der Zuschussverlag verwendet eine billige Buchsatz-Vorlage, irgendein KI-generiertes Schreiben und ein angeblich passendes Cover an den Drucker schicken – und dafür noch mal ein paar hundert Euro nehmen.

Man kann die Leute nicht zu ihrem Glück zwingen.
Die Autoren, die darauf reinfallen, wollen das Märchen glauben, sie wollen abgezogen werden.
Auch wenn ich Beratung, Erklärungen, Expertise und Warnungen entgegenbringe, wollen sie einfach nicht hören.

Das hat mich schockiert. Gleichzeitig bekomme ich immer mehr Anfragen von Personen, die fast reingefallen wären oder tatsächlich reingefallen sind und jetzt den „richtigen“ Weg gehen wollen.

Ich habe losgelassen. Ich habe mehr Ruhe gewonnen.
Ich werde weiterhin aufklären, aber weniger aktiv.
Ich werde nicht mehr frustriert sein, wenn Menschen meinen Rat ignorieren.

Für 2026 plane ich eine Aktion gegen Druckkostenzuschussverlage. Bleib also gespannt, was da kommt. Bis dahin kannst du dich zum Beispiel in diesem Artikel informieren.

 

Unternehmerische Entwicklung: Marketingangebote 2026

Ich habe festgestellt, dass viele Autoren und Autorinnen große Probleme mit dem Marketing für ihr Buch haben. Das überrascht mich zwar nicht, aber ich habe bisher ignoriert, wie groß diese Schwierigkeiten tatsächlich sind.

Deshalb arbeite ich gerade am Buch-Marketing-Online-Training.
Ich biete ab sofort Einzelberatungen an zum Thema Marketing rund ums Buch.

Ich fokussiere mich dabei auf:

  • Rezensionen gewinnen
  • den Amazon-Algorithmus beeinflussen
  • Amazon-Paid-Ads
  • Landingpages
  • Verkaufsseiten
  • Online-Shops für Bücher
  • E-Mail-Automation
  • Pre-Release-Marketing und Vorankündigungszeit

Diese Einzelberatung biete ich ausschließlich meinen Kunden an, denn ich möchte vermeiden, dass ein schlechtes Buch mit gutem Marketing verkauft wird. Wenn du also bei uns dein Buch herstellen lässt, kannst du auch diesen Kurs in Anspruch nehmen. So bekommst du ein komplettes Rundumpaket für dein Buch. Komplett professionell und von hoher Qualität.

 

GmbH-Gründung und die Sache mit der Geduld

Aus Kia Kahawa Verlagsdienstleistungen wurde Kahawa Verlagsdienstleistungen und jetzt die Kahawa Medien GmbH. Zumindest auf dem Papier ist das der Name. Wir arbeiten weiter als Kahawa Verlagsdienstleistungen, weil das der etablierte Name ist. Aber ich habe dieses Jahr eine GmbH gegründet beziehungsweise aus meinem Unternehmen eine GmbH gemacht.

Und dabei habe ich gelernt, dass Geduld eine Tugend ist.

Ich war naiv und dachte, dass wenn man im Juli eine GmbH gründet, sie bis Dezember vollständig steht – Geschäftskonto, Steuernummer, alles.
Das ist nicht möglich. Die Prozesse sind irre langsam.

Die Lösung war, zu akzeptieren, dass man einfach warten muss.
Man hängt nicht in der Telefonwarteschleife und beißt in die Tischkante.
Man wartet einfach, bis das Schreiben kommt, und dann ist auch gut.
Irgendwann ist der Prozess abgeschlossen. Man selbst kann den Vorgang ohnehin nicht beschleunigen.

 

Erfolge des Jahres

Zum Schluss möchte ich gerne noch zwei Kunden erwähnen, deren Bücher 2025 besonders erfolgreich waren:

  1. Michael Wohlfahrt – Die Steuerberater-Bibel, Altes Testament
    Das Buch wurde als Expertenbuch als Lead-Magnet veröffentlicht.
    Michael hat erzählt, dass er innerhalb weniger Wochen nach Veröffentlichung einen sechsstelligen Umsatz gemacht hat.
    Herzlichen Glückwunsch, eine herausragende Leistung.
  2. Michael Maurus – Das Multiversum der Menschlichkeit
    Dieses wunderschöne Buch, das wir lektoriert, begleitet und gestaltet haben, hat es auf die Longlist des Selfpublishing-Buchpreis 2026 geschafft.

Vielleicht ist dein großer Erfolg ja 2026 dabei. Ich jedenfalls freue mich auf ein neues Jahr voller Bücher, aber auch den Aufbruch in neue Gefilde. Ich werde jede Menge neue Autoren und Autorinnen kennenlernen, die aus einer anderen Richtung kommen als diejenigen, die wir bisher mit unseren Dienstleistungen betreuen. Es wird eine bunte Mischung und ein aufregendes Jahr. Davon bin ich überzeugt.

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