Das Schönste und das Schlimmste im Autorenleben

Das Schönste und das Schlimmste im Autorenleben

Heute reden wir über das Schönste und das Schlimmste im Autorenleben.

Wir, das sind Alexander Greiner, Carolin Summer, Lily Magdalen und ich, Kia Kahawa.

Heute wollen wir das Autorenleben im Allgemeinen beleuchten. Dabei frage ich meine Gäste, was das Schönste in ihrem Autorenleben ist, was wir am Schreiben und an der Literatur genießen, welche Herausforderungen wir zu meistern haben und was uns als Autorinnen und Autoren nervt.

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Das Winterferien-Programm

Seit April 2020 gibt es jeden Freitag eine Autorenleben-Podcastfolge. Ab 2021 verändert sich das Podcast-Konzept, und ich werde ihn unter dem Namen Auto(r)preneur überall dort veröffentlichen, wo es Podcasts gibt. In den Monaten Juli und Dezember allerdings pausiere ich meinen eigenen Podcast und lasse andere Autor*innen zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Transkript des Podcasts

Kia Kahawa Heute beginnen wir mit Alexander Greiner und ich will wissen: Was ist das Schönste an Büchern, Alexander?

Alexander Greiner Hm, gute Frage. Um zu beantworten, was das Schönste an Büchern ist, muss ich fragen, warum gibt’s überhaupt Bücher? Und das ist leicht erklärt. Weil wir Menschen Geschichten lieben. Ja, okay, auch Wissensvermittlung ist ein Grund. Aber hintergründig geht’s immer um’s Geschichtenerzählen. Lange bevor es Bücher gab, haben sich die Menschen rund ums Feuer versammelt und sich dann Geschichten erzählt. Bücher gehören also quasi zu den ältesten Kulturtechniken der Menschen. Das liebe ich an Büchern. Und dabei ist es egal, welcher Gattung ein Buch angehört, ob es ein Roman oder ein Drehbuch ist oder ein Kochbuch. Am Wochenende hab ich z.B. ein Kochbuch ist im Jahre 1820 gelesen. Das ist 200 Jahre her. Das muss man sich mal vorstellen. Die Sprache war eine komplett andere als heute, aber schön. Es ging nicht nur darum, einfach nur das Zugeben der Zutaten anzuleiten, sondern auch darum, ein Gefühl für’s Kochen zu vermitteln.

Kia Kahawa Vielen Dank. Dann würde ich gerne weiter gehen zu Carolin Summer. Caroline, was ist für dich das Schönste an Büchern und Literatur?

 

Carolin Summer Das Schönste an Büchern und Literatur ist für mich die Fantasie. Sowohl, wenn ich selbst schreibe und die Geschichten aufs Papier bringe, die in meinem Kopf herumspuken, als auch, wenn ich selbst lese und dann sehe, was andere sich so einfallen lassen und wie vielfältig Ideen sein können.

Kia Kahawa Vielen Dank für deine Antwort. Unser dritter Gast heute ist Lily Magdalen. Und auch ihr möchte ich dieselbe Frage stellen. Liebe Lilly, was ist das Schönste an Büchern, an Literatur und am Schreiben?

Lily Magdalen Das Schönste an Büchern und das Schönste am Schreiben. Das ist beides die gleiche Sache, jetzt ganz spontan gesprochen. Und zwar der Moment, in dem du vergisst, dass du liest. Oder der Moment, in dem du vergisst, dass du schreibst. Weil dann bist du ganz tief drin in der Geschichte. Und letztendlich ist das ein Flow-Zustand und alles andere wird ausgeblendet. Ja, das ist einfach auch mit nichts vergleichbar. Ich bin froh, dass ich das tatsächlich, merke ich jetzt gerade zum ersten Mal, dass ich das bei beidem habe – beim Schreiben und beim Lesen bzw. umgekehrt, beim Lesen und beim Schreiben. Weil das Schreiben ja doch auch oft anstrengend ist und viele frustrierende Momente hat. Aber es gibt diese Momente, wo man vergisst, dass man schreibt. Und die Finger bewegen sich von ganz allein über die Tastatur und du hast deine Stimme gefunden und es fließt. Und das ist, das ist großartig.

Kia Kahawa Dieses Gefühl kann ich absolut nachvollziehen. Ich merke manchmal auch, wenn ich so richtig im Flow bin, dass ich gefühlt nur noch dekorativ am Schreibtisch sitze und quasi lese, was meine Hände da schreiben. Wenn ich komplett im Schreiben drin bin, dann ist das wunderbar. Und ich persönlich lese am liebsten Science Fiction oder Entwicklungsromane. Und gerade bei der Science Fiction, da tauche ich so richtig ab. Da bin ich in einer ganz anderen Welt und ich merke, ich habe ganz andere Prioritäten. Ist ja klar, wenn ich über eine KI lese, die seit tausenden von Jahren durch das Weltall fliegt und fremde Kulturen entdeckt und Planeten zivilisiert und Gott spielt und so. Und da werde ich definitiv völlig aus meinem eigenen Leben, ja, quasi katapultiert. Denn ich lese zwei Seiten und bin weg. Und wenn ich im Schreibflow bin, dann geht es mir auch so beim Schreiben. Allerdings kann ich da total zustimmen, dass es nicht so einfach ist, in diesen Schreibflow zu kommen, bzw. dass wir Autorinnen und Autoren sehr häufig frustrierende Momente haben, die uns nicht leicht von der Hand gehen. Und wenn wir jetzt schon mal beim Thema sind, würde ich gerne wissen: Was nervt denn so richtig? Was ist schlimm? Was ist anstrengend, riskant oder doof am Autorenleben? Liebe Carolin, was ist für dich das Nervigste?

Carolin Summer Ja, das Nervigste am Autorenleben? Ich glaube, für mich ist es Rohfassungen schreiben. Damit bin ich sicher nur eine von wenigen. Die meisten, die ich kenne, schreiben lieber Rohfassungen, als dass sie überarbeiten. Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich feile lieber an der fertig geschriebenen Geschichte rum, als dass ich sie direkt zu Papier bringe. Einfach, weil ich so perfektionistisch bin, dass ich dazu neige, schon während dem Runterschreiben immer wieder zurück zu springen und zu ändern, an Sätzen zu feilen, noch mal Dinge zu löschen, nochmal neu zu schreiben. Und das hält den ganzen Prozess natürlich irre lange auf.

Kia Kahawa Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich darf hier nochmal erwähnen, dass ich deine perfektionistische Ader schon sehr gut kenne, denn ich bin die Buchsetzerin von Carolines Weltenwechsler-Reihe. Und ja, ich habe tatsächlich nicht so häufig mit so sehr perfektionistischen Autorinnen und Autoren zu tun, bin aber super froh, denn uns beiden als Team entgeht wirklich gar nichts. Also naja, dann doch schon mal was. Also da muss ich sagen, das ist schon nervig. Gerade, wenn ich auf einem sehr sehr hohen Niveau arbeite und auch mit Menschen arbeite, die sehr perfektionistisch sind. Und dann kommt da so auf Seite 4 am Nachhinein heraus, dass da ein Leerzeichen zu viel ist. Das ist super ärgerlich. Und ich glaube, das wäre auch meine Antwort auf die von mir gestellte Frage. Was mich super nervt, ist die Betriebsblindheit, die wir Autorinnen und Autoren, tatsächlich dann aber auch Lektorinnen und Lektoren und Buchsetzer*innen haben. Nämlich dieses: Ich kenne den Text. Ich war da schon tausend Mal drüber. Ich habe jede Stelle siebenmal angeguckt oder gelesen und ich sehe keinen Fehler. Dann wird das Ding gedruckt, ich halte es in der Hand, schlage es auf und sehe da – einen Fehler. Ich glaube, das ist für mich persönlich das aller Nervigste im Autorenleben. Und was ich auch ziemlich anstrengend finde, ganz im Gegenteil zu Carolin, ist das Überarbeiten. Was aber vor allem daran liegt, dass ich noch keine richtige Überarbeitungsroutine habe und beim Überarbeiten eines Romans nicht genau sehen kann, aha, jetzt bin ich fertig. Also das, was ich vor einer Woche überarbeitet habe, kann ich jetzt noch einmal überarbeiten. Nächste Woche noch einmal. Die Woche darauf. Und am Ende mache ich nichts anderes mehr, als am besten ein Kapitel über Jahre überarbeiten. Das ist natürlich nicht gesund. Also zu wissen, wann Schluss ist und wann das Buch fertig ist, das fehlt mir einfach noch als Kompetenz. Und daher glaube ich, dass ich Überarbeiten noch doof finde. Aber nicht auf Dauer. Lily, wie sieht das bei dir aus? Was findest du so richtig meh?

Lily Magdalen Puh, ja. Da gibt’s, boah, gibt’s unglaublich viele Kleinigkeiten, die man jetzt aufzählen könnte, was einen alles nervt und frustriert. Und ja, sei es eine Schreibblockade, sei es, dass man nicht weiß, wo der Plot hingeht oder dass man einfach nicht zum Schreiben kommt. Ach, da gibt es unglaublich viele Kleinigkeiten. Aber das Schlimmste, was für mich auch, was sich am schlimmsten anfühlt, sind so Momente, in denen man sich a) entweder richtig viel Druck macht oder aus irgendeinem Grund glaubt, diesen Druck von außen zu spüren. Aber da kommt meistens von innen. Und b) ist eigentlich, das entsteht daraus und das ist ganz furchtbar, wenn man sich total unzulänglich fühlt und einfach nicht gut genug. Das ist so, dieses, das ist so dieser Moment auch kurz vor, ich lasse es. So, ich bin nicht gut genug. Das ist ein ganz schreckliches Gefühl. Ich wünsche es niemandem. Ich hoffe auch, dass ich da jetzt nicht für alle Autorinnen und Autoren spreche hier. Aber ich weiß von ganz vielen, dass sie das kennen. Und von ganz vielen generell kreativen Menschen, dass sie das kennen, dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein. Das, ja. Manchmal gibt es das im Positiven tatsächlich, wenn man ein Buch liest, was so unglaublich gut ist, dass man denkt: Boah, niemals werd‘ ich so gut sein. Was aber in dem Moment wahnsinnig beflügeln kann. Das ist dann sehr wünschenswert. Aber so dieses „kurz vorm Hinwerfen ich bin nicht gut genug“, ist ein schlimmes Gefühl. Ja, wünsche ich echt keinem.

Kia Kahawa Vielen Dank. Auch da kann ich total mitfühlen. Wie sieht es bei dir aus, Alexander? Fühlst du da auch mit oder gibt es was anderes, was dich so richtig aufregt oder nervt?

Alexander Greiner Was so richtig am Autorenleben nervt ist, dass es so schwer ist, den Lebensunterhalt damit zu verdienen. Lesungen sind ja quasi die einzige Einkommensquelle. Und aktuell, wegen die Pandemie, ja mehr oder weniger komplett ausgesetzt. Aber ich mache das Schreiben sowieso nicht, um Geld zu verdienen. Ich habe einen kleinen Job als Redakteur bei einem Online-Magazin. Wir befassen uns mit dem Lebensumstand Krebs. Hin und wieder erhalte ich erfreulicher Weise ein Stipendium von Förderstellen. Und zum Glück bekomme ich auch noch Geld vom Staat. Alles in Summe schafft mir dann den Freiraum, das Autorenleben in vollen Zügen zu genieße. Frei zu sein. Tagelang die passende Inspiration zu suchen. Oder auch, bis spät in die Nacht, stundenlang zu schreiben, weil ich ganz genau weiß, dass ich am nächsten Morgen nicht unbedingt pünktlich aufstehen muss, um zur Arbeit zu fahren.

Kia Kahawa Oh ja. Das mit den Lesungen kann ich total verstehen. Was ich da noch zu hinzufügen könnte, ist, dass die Buchmessen ja ausfallen. Und für mich persönlich sind die Buchmessen insgesamt der größte Umsatzmacher im Jahr, was auch auf meine schriftstellernahen Dienstleistungen, wie Buchsatz, Lektorat, Korrektorat auszuweiten ist. Denn da lerne ich natürlich Menschen kennen. Da lerne ich Kunden kennen. Da mache ich viel, viel Akquise. Und Lesungen bringen tatsächlich auch einen enorm hohen Umsatz in Richtung „nur Schreiben“. Also verglichen mit den schriftstellernahen Dienstleistungen nicht so viel, aber sie sind für mich als Schriftstellerin, reduziert, nur als Schriftstellerin gesehen, auch enorm wichtig. Und dass die wegfallen und dass wir als Autorinnen und Autoren quasi keine Hilfe vom Staat kriegen, dass das ausfällt, weil wir ja nicht nachweisen können, also ich zumindest, ich kann nicht nachweisen, dass ich jetzt eine Lesung gehalten hätte und dadurch X verdient hätte und deswegen hätte ich Geld bekommen. Und das klappt ja nicht. Also Corona-Soforthilfen für Autoren gibt’s im Grunde nicht. Das ist natürlich aktuell besonders nervig. Ich würde den Podcast gerne beenden, indem ich euch nochmal kurz frage, was das Schönste am Autorenleben ist. Von Lily Magdalen weiß ich, dass sie die Frage quasi schon in der ersten Frage beantwortet hat. Also bleiben uns jetzt nur noch Carolin und Alexander. Also Alexander, was ist mit Abstand das Allerschönste am Autorenleben für dich?

Alexander Greiner Was das Schönste am Autorenleben ist? Am meisten Freude macht es mir, mit der Sprache zu spielen.

Kia Kahawa Und Carolin, wie sieht es bei dir aus? Was ist das Allerschönste?

Carolin Summer Am meisten freue ich mich darüber, von den Lesenden zu hören, wie ihnen meine Geschichten gefallen haben. Natürlich, wenn sie sie gut fanden. Aber auch, wenn sie Kritik daran haben. Wenn das natürlich konstruktive Kritik ist, weil man aus der auch immer wieder was lernt und für die Zukunft was Neues mitnimmt. Weil ich glaube, dass man nie auslernt und ich mich und mein Schreiben auch immer noch verbessern möchte und dadurch eben besonders viel mitnehmen kann.

Kia Kahawa Oh ja. Wenn andere das lesen, was ich geschrieben habe, dann ist natürlich sehr, sehr, sehr viel Zeit vergangen, von der ersten Idee bis zum ersten Leser-Feedback. Und ich merke, dass ich im Tagesgeschäft sozusagen, also beim Schreiben, Planen, Plotten, Überarbeiten, dass ich da total selten an den Leser denke und mir viel zu selten dieses finale Ende, die Belohnung, vor Augen halte. Das ist natürlich wunderschön. Ich kann es einfach nur bestätigen, was Carolin sagt. Ich glaube, unsere Meinungen oder unsere Antworten auf die Frage sind hier einfach mal deckungsgleich. Ich habe nur gerade für mich gemerkt, ich achte viel zu selten darauf. Vielleicht ist das ja ein schönes Learning für dich, lieber Zuhörer, liebe Zuhörerinnen. Vielleicht hast du so ein bisschen gemerkt: Hey, mit den Sachen, die nerven, mit der Sache mit dem Geld und Corona und keine Hilfe bekommen, oder überarbeiten nervt, oder Rohfassungen nerven. Du merkst, damit bist du nicht allein. Und diese ganzen schönen und positiven Aspekte am Lesen, am Schreiben, an Büchern, am Autorenleben allgemein haben hoffentlich den einen oder die andere motiviert. Ich bedanke mich bei meinen heutigen Gästen Carolin Summer, Alexander Greiner und Lily Magdalen. Vielen Dank, dass ihr euch meinen Fragen gestellt habt.

 

 

In dieser Folge mit dabei:

 Carolin Summer

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Alexander Greiner

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Lily Magdalen

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… und ich: Kia Kahawa

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Recherche: So recherchieren wir!

Recherche: So recherchieren wir!

Heute reden wir über Recherche.

Wir, das sind Magret Kindermann, Charles H. Barnes, Julia von Rein-Hrubesch, S. D. Foik und ich, Kia Kahawa.

Wir sprechen darüber, wie groß unser Rechercheaufwand je nach Buchgenre ist, wie wir recherchieren und welche Tipps wir da mit euch teilen können. Außerdem ist ein Thema heute, wann Recherche genug oder zu viel ist und wann sie womöglich in Prokrastination münden kann – und was man dagegen tun kann.

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Das Winterferien-Programm

Seit April 2020 gibt es jeden Freitag eine Autorenleben-Podcastfolge. In den Monaten Juli und Dezember allerdings pausiere ich meinen eigenen Podcast und lasse andere Autor*innen zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Transkript des Podcasts

Kia Kahawa Ich würde gerne mit Charles H. Barnes beginnen und frage dich einfach mal: Charles, was schreibst du und wie groß ist der Rechercheaufwand?

Charles H. Barnes Als Fantasy und Science-Fiction-Autor heißt es ja oft: Ach, du kannst dir ja alles ausdenken. Musst du ja nicht recherchieren. Du hast es leicht. Das stimmt so nicht ganz. Immerhin greife ich ja doch schon recht gerne auf Bewährtes zurück. Sei es aus der Technik, aus der Flora und Fauna und ja auch teilweise aus Gesellschaftswissenschaften. Man kann sich natürlich Sachen ausdenken und das tue ich ja auch, aber es muss ja schon stimmig sein. Es muss passen. Man kann es sich nicht einfach zu leicht machen. Und dann fängt es an mit der Recherche.

Kia Kahawa Vielen Dank dafür. Das erinnert mich ein bisschen an die Vorträge von Maggo, also Marko M. Anders. Da gab es auf einem Literatur-Camp in Heidelberg mal diesen fast schon in der Bubble berühmten Weltenbau-Vortrag, wo er über alles und jedes einfach gesprochen hat. Und während er sich quasi einfach nur eine Fantasiewelt ausdenkt, redet er dann plötzlich darüber, dass er halt recherchieren muss, wie da irgendwelche Winde in Gebieten sind und dass, wenn da ein Gebirge ist, wie ist da die Wetterlage? Und man kann sich tatsächlich auch richtig intensiv kaputt recherchieren, statt einfach nur zu erfinden. Und ich kann diesen Drang, gerade in der Fantasie und in der Science Fiction, super gut verstehen, wenn man einfach alles stimmig haben muss. Denn ich schreibe selbst Science Fiction für den Plan 9 Verlag und da geht’s viel um künstliche Intelligenz. Schon mit dem ausgedachten Anteil, dass die in 200 Jahren ein Bewusstsein entwickelt haben. Aber da ist auch unfassbar viel Recherche zu tun. Julia, Julia von Rein-Hrubesch ist mein nächster Interviewpartner. Was denkst du denn über Recherche bzw. was kannst du uns zu dem Thema mitgeben?

Julia von Rein-Hrubesch Ich habe für die Pappeln, also für „Das Flüstern der Pappeln“, über die Glasbläserei recherchiert. Und da hat es mir auf jeden Fall sehr geholfen, dass ich schon mal eine Glasbläserei besucht habe und auch selbst eine Kugel hergestellt habe. Und das ist für mich immer sehr wichtig, dass ich, gerade wenn es um Handwerk geht, selbst da was versucht habe. Und das versuche ich auch immer dann irgendwie umzusetzen. Ob ich in ein Museum gehe oder ja, mir was kaufe zum Anschauen und auszuprobieren. Das ist für mich ganz, ganz wichtig, dass ich das anfassen kann. Wenn nicht, dann lese ich und schaue Videos an, wenn es um Handwerk geht. Und ansonsten, ja, das Übliche – im Internet recherchieren, Bücher lesen. Genau.

Kia Kahawa Woah, da kommen Kindheitserinnerungen auf. Ich war auch schon mal in einer Glasbläserei, habe aber noch nie was selbst gemacht. Ja, vielen Dank dafür. Jetzt würde ich gerne von S.D. Foik etwas hören. Und da habe ich so von Anfang an schon das Gefühl, mensch, bei dem Buch ist bestimmt sehr viel Recherche dabei. Aber, lieber Sebastian, stell dich doch mal komplett von vorne vor und erzähle uns mal, was für Recherche bei dir dahintersteckt.

 

S.D. Foik Mein Name ist Sebastian Foik und ich habe den Spionage-Thriller „Ära des Verrats“ geschrieben. Dabei geht es um die Jagd nach Edward Snowden aus der Sicht seiner Jäger, sowie den Ausbruch der Maidan-Revolution im Jahre 2013 in der Ukraine. Der Rechercheaufwand für das Buch war schon immens. Manche Dokumentationen über Snowden oder die Ukraine kann ich fast schon rückwärts zitieren. Und ich habe insgesamt sechs Jahre an dem Roman gearbeitet und in dieser Zeit fast alle Bücher, die mit der Ukraine und mit dem Thema Whistleblower zu tun haben, gelesen. Dazu unzählige Dokumentationen gesehen und ein Teil des Romans spielt ja später, nachdem er anfänglich in Honkong spielt, spielt er später in der Hauptstadt der Ukraine, in Kiew, und beschreibt die Stimmung und die Umstände, wie es zum Ausbruch der Maidan Revolution kam. Und dazu gibt es unzählige YouTube-Videos von diesen ersten Tagen und ich habe sie, muss ich fast gestehen, alle gesehen und habe meine fiktiven Protagonistinnen/Protagonisten in diese Ereignisse dieser Zeit dann reingeworfen. Um nochmal auf Hongkong zurückzukommen, da gibt es eine Szene, bei der es eine Verfolgungsjagd durch den Kowloon Park gibt und ich habe mir wirklich stundenlang Walkthrough Videos angeschaut, die durch den Park gelaufen sind. Also wirklich Leute, vorwiegend Koreaner, Japaner, Chinesen, laufen tatsächlich einfach durch bestimmte Orte in Hongkong und filmen alles. Und das hab ich dann halt für meine, ja, für meinen Roman benutzt. Habe mir das halt angeschaut, um die Stimmung dort einzufangen, wie es dort aussieht, wie es halt vielleicht auch/ welche Hörgeräusche oder Geräuschkulissen es im Hintergrund gibt. Und das Abgefahrene, es gibt sogar Fahrten in Aufzügen. Und zwar in dem Hotel Mira z.B., das eine wichtige Rolle in meinem Roman spielt, wo Snowden sich dort versteckt hat und seine Jäger ihn dort versuchen zu fangen. Und das war alles ziemlich nützlich für mich, dass es halt bei YouTube sowas gibt.

Kia Kahawa Dankeschön. Jetzt zu Magret Kindermann. Liebe Magret, wie sieht das bei dir aus? Wie viel Recherche brauchst du zum Schreiben?

 

Magret Kindermann Für meine Bücher brauche ich nicht besonders viel Recherche. Manchmal so Kleinigkeiten. Gerade bei meinem Buch „Killing Zombies and Kissing You“ brauchte ich ein paar Sachen. Sowas wie, wie schnell geht die Welt vor die Hunde, wenn Menschen nicht mehr da sind und Kraftwerke in Gang halten, das Wassersystem und all diese Sachen. Also wie schnell oder was/ im Klartext eigentlich. Was besteht noch nach sechs Monaten? Und die Recherche war auch recht kompliziert, weil es zwar viele Quellen gab, wie schnell alles geht, doch ganz ganz schnell sind wir bei sowas wie 100 Jahre nach der Apokalypse und 1.000 Jahre nach der Apokalypse. Und dann ist Plastik weg und all sowas. Also solche großen Zahlen, solche großen Sprünge macht dann, machen dann die Angaben einfach. Und sechs Monate ist doch so eine geringe Anzahl, dass ich mir die Frage gestellt habe, wieviel eigentlich tatsächlich noch erhalten bleibt? Und in erster Linie, der erste Anlauf ist natürlich immer irgendwie googlen und gucken, ob man relativ schnell was findet. Die Antwort ist oft ja auch irgendwie sehr eindeutig. Ich hab auch schon Menschen angesprochen und angefragt. Das liegt aber auch eher daran, also ich hab ja auch sehr journalistisch gearbeitet. Ich hab ja lange, lange als Redakteurin und Journalistin gearbeitet und daher ist Recherche für mich kein Fremdwort. Und eher für solche Sachen recherchiere ich dann viel. Meine literarischen Texte sind ja größtenteils eigentlich figurenbezogene Geschichten. Das heißt, ich muss jetzt nicht viel über Wissenschaft oder sowas lernen, sondern wenn, dann sind es so kleine Handlungen. Sowas wie, wie wahrscheinlich ist es, dass ich jemanden töten kann, indem ich ihm ein Messer in den Kopf ramme und solche Sachen. Also klar, das sind jetzt alles irgendwie sehr harte Sachen, die ich da recherchieren musste, aber ja. Und für mein aktuellstes Buch „Aro und der Tod“, das ist High Fantasy, und da hab ich natürlich den Vorteil, es ist Fantasy. Ich kann alles erfinden, aber auch da muss man halt schauen, dass es authentisch wirkt. Dass die Welt nicht, weiß ich nicht, zurecht gemogelt erscheint im Sinne von, ah, das ist jetzt so, weil Autorin X das und das braucht. Sondern man lehnt sich schon an irgendwelche bestehenden Systeme an. Ja, aber trotzdem ist es/ auch das sind Sachen, die ich da mir einfach ausdenken kann und die ich einfach erschaffen kann. Und das ist eigentlich das ganz schöne. Ich hab natürlich auch realistische Sachen geschrieben. Zum Beispiel eine große Sache waren „Die Tulpen“. In der Tulpologie, da hatte ich zwei verschiedene Antworten, und zwar ob Tulpen giftig sind oder nicht. Und da hab ich lange, lange, lange recherchiert und hab verschiedene Quellen gehabt. Unter anderem gab’s dann diese ganz, ganz vielen Quellen, die gesagt haben, dass vor allem die Stiele, Blätter und Zwiebeln giftig sind und vor allem die Zwiebeln. Und dann hatte ich eine andere Quelle. Da hieß es dann, dass in der Nachkriegszeit Tulpenzwiebeln gegessen wurden, um zu überleben. Und ich bin dann mir selbst einig geworden, dass Tulpenzwiebeln wahrscheinlich nicht irgendwie hochgiftig sind, sondern einfach unverträglich. Und wenn man sie in hohen Mengen isst, dass man sie dann nicht verträgt. Und auch, dass sie dann tödlich sein können. Aber ja, das war sehr schwierig und ich hab da auch versucht, mit mehreren Menschen zu sprechen. Aber selbst die waren sich nicht einig. Und dann irgendwann kommt man einfach an den Punkt, an dem man sich entscheiden muss.

Kia Kahawa Also, wenn du mit Menschen sprichst, sind das dann teilweise auch vereinbarte Interviews? Und wie hast du zuletzt recherchiert?

Magret Kindermann Genau. Und ich recherchiere natürlich, wie schon gesagt, definitiv erstmal über Internet und gucke, ob ich da schon etwas finde. Und wie habe ich zuletzt recherchiert? Ja, ich hab mich in irgendwelchen Fachforen herumgeschlagen. Foren sind immer ein ganz guter Anhaltspunkt, weil da auch oft so ein bisschen die Emotionen der Menschen mit dabei sind. Das ist natürlich wenn ich jetzt einen Artikel lese in der „Zeit“ oder sonst, weiß ich nicht, in irgend einem Fachmagazin oder sowas, dann hab ich da immer nur die puren Fakten. Und das wirklich Inspirierende sind ja immer die Emotionen. Und da kann ich dann immer mehr damit anfangen, wenn ich in irgendeinem Forum was von einem Menschen lese, der dann noch berichtet, wie ihm das ergangen ist. Und wenn man mal auf das Beispiel mit den Tulpen zurückgeht, da hab ich jetzt nichts in den Foren gefunden. Aber hätte ich was gefunden, dann wäre das vielleicht sowas wie gewesen: Ein Mensch, der berichtet hat, wie er in die Notaufnahme gegangen ist, weil er XY Symptome hatte. Was für mich natürlich sehr viel qualitativer ist, als wenn ich jetzt irgendwie einen Text habe, in dem darüber diskutiert wird, dass, weiß ich nicht, bestimmte Teile der Tulpen ungenießbar sind. Und genau. Also Foren sind für mich immer sehr wertvoll. Und ich habe auch schon Menschen angesprochen. Das ist, glaube ich, für mich immer so ein bisschen der letztere Weg. Weil das Schöne an Schreiben ist ja, dass ich nicht mit Menschen reden muss und mache das dann aber doch auch. Und ich habe jetzt zum Beispiel/ das ist glaub ich so ein bisschen, ah, das ist glaube ich so ein bisschen der Punkt: Ich recherchiere weniger Fakten als z.B. sowas wie die Atmosphäre. Also ich begebe mich gerne an Orte, die in meinen Büchern vorkommen oder denen zumindest nahe kommen. In meinem neuen Buch geht es zum Beispiel um ein verlassenes großes Gebäude, sehr prunkvolles, großes Gebäude und habe das Glück, dass ich hier in meiner Stadt so ein Gebäude habe. Und nicht nur das Glück, sondern natürlich ist es auch ein bisschen inspiriert davon und habe jetzt herausgefunden, dass man dort eine Tour machen kann. Und die hab ich jetzt auch gebucht und werde dort quasi einfach reingehen und mir das anschauen, damit ich erleben kann, wie es ist, dort zu sein und wie sich das anfühlt und wie sich das Echo verhält und irgendwelche Details, die mir auffallen. So eine Recherche mache ich eigentlich eher. So eine erlebte Recherche.

Kia Kahawa Wie sieht das bei dir aus, Julia? Recherchierst du auch am liebsten so erlebend wie Magret oder sprichst du eher mit Menschen oder bist du eher Richtung YouTube, Wikipedia, Google? Wie sieht das bei dir aus? Und wie hast du zuletzt recherchiert?

Julia von Rein-Hrubesch Mit Menschen sprechen, da verbinde ich manchmal meinen Brotjob damit. Ich habe z.B./ ich arbeite z.B. mit Menschen, die jagen oder förstern. Das ist natürlich, da bin ich immer voll neidisch. Oder gärtnern, die kann ich dann immer ausquetschen. Das ist sehr, sehr interessant. Zu „Das Flüstern der Pappeln“ hab ich einen Landwirt ausgequetscht, über die, ja, über die ganzen Mähmaschinen und diese Geräte. Und ja, das fand ich auch voll spannend. Sowas finde ich immer toll.

Kia Kahawa Das finde ich auch super spannend. Ich hatte da das Glück, dass ich, bevor ich „Hanover’s blind“ geschrieben habe, einen Yoga-Kurs in Hannover im Blindenzentrum gemacht habe. Also das war ein ganz normaler Yoga-Kurs für Menschen mit Rückenbeschwerden und in der Reha und dies und das. Aber auch Leute, die eigentlich gesund sind von außen, so wie ich, kamen über die Krankenkasse da rein und das war eben dann auf dem Gebiet. Und da waren ganz viele blinde Menschen, die ich dann eben auch kennengelernt habe. Und da hab ich dann auch einige Gespräche geführt und war auch kurz davor, also ein halbes Jahr davor, in Hamburg im „Dialog im Dunkeln“ und habe auf diese Weise sehr viel über das Leben von Menschen mit Sehbehinderung oder eben auch tatsächlich mit Blindheit erfahren und würde sagen, das war so meine letzte nennenswerte Recherche. Alles andere war eher, ja, jetzt für Science Fiction sehr, sehr viel Programmiersprachen und so. Und damit will ich jetzt niemanden langweilen. Wie ist es mit dir, Sebastian? Wie war deine letzte Recherche?

S.D. Foik Für „Ära des Verrats“ habe ich sehr viel schon bei YouTube rumgehangen und mir stundenlang Material über den Aufstand als auch über das Leben in Ukraine angeschaut. Und in Hongkong ebenfalls. Ich bin aber auch ein großer Freund von Fachbüchern. Zum Beispiel habe ich das Buch von Glenn Greenwald gelesen, wo er quasi diese ganze Operation beschreibt, wie er Snowden interviewt hat, wie es zum Kontakt kam und wie er dort technisch alle Sachen beschreibt, wie die NSA die Leute quasi überwacht. Also alle Präsentationen, die ihm Snowden übergeben hat, sind in seinem Fachbuch zu finden. Und dasselbe ist mir dann bei der Ukraine ebenfalls passiert. Also da habe ich ganz viele Bücher, auch Fachbücher, zu diesem Thema gelesen. Bei „Ära des Verrats“ ist mir aber auch gelungen, einen echten Zeitzeugen zu erwischen, der bei der Maidan-Revolution eine sehr wichtige Rolle gespielt hat. Rosislaw Bomme aka Artisto war mittendrin auf diversen Bühnen auf dem Maidan, hat dort Konzerte gegeben und war auch für die Hymne der Revolution zuständig. Und der hat mir dann halt sein halbes Leben erzählt und wie er sich, einem Soldaten ähnlich, auf die Revolution quasi vorbereitet hat. Und alles was über Artisto in dem Buch steht, stammt direkt von ihm, ist also gelebte Geschichte, quasi. Auch gesprochene Geschichte, oral history sozusagen. Und darauf bin ich wirklich sehr stolz. Weil vor allem Artisto auf einem riesigen medialen Schatz zu der Maidan-Revolution sitzt. Also Bilder und Videos, auf die ich dann in Zukunft zugreifen kann. Und ja, was Besseres kann einem Historiker nicht passieren.

Kia Kahawa Vielen Dank. Das klingt ja traumhaft, gerade für Historiker. Ja, dann kommen wir mal zu Charles. Wie sieht deine Recherche aus?

Charles H. Barnes Ganz klassisch: erst Google, dann Wikipedia. Aber wenn es schon eine Frage ist, die nicht aus Technik oder Wissenschaft ist, stößt man da schnell an seine Grenzen. Weil viele Leute schreiben über das, was sie denken oder ihrer Meinung nach sein sollten und nicht irgendwie sauber recherchierte Sachen auf. Dann muss ich schon zu richtigen Fachseiten gehen. Oder natürlich auch, wenn es eine wissenschaftliche Fragestellung ist, gibt es viele Publikationen, die frei verfügbar sind im Internet. Und wenn das noch nicht klappt, zur Not in die Bibliothek und da in den dicken Wälzern nachschauen. Und wenn ich Glück hab, finde ich ein oder zwei Experten, die mir die Fragen beantworten können. Weil meistens ist ja genau die Kleinigkeit, die man jetzt unbedingt nachschauen will, die gerade nicht erklärt worden ist. Egal, wie kleinlich sonst alles erklärt worden ist, genau die eine Frage natürlich hat man nicht klären können.

Kia Kahawa Oh ja, das kenne ich total. Jetzt nicht aus meinem Autorenleben, deshalb halte ich es kurz. Ich habe zwei Papageien, und zwar sind das Grünwangen-Rotschwanz-Sittiche. Und die gibt es in Deutschland gefühlt gar nicht. Also mein Züchter, von dem ich die beiden habe, denn es gibt tatsächlich keine Adoptionstiere auf dem Markt, weil kein Mensch dieses Tier kennt. Mein Züchter ist in Würzburg und da hab ich die dann her. Und alles was ich über die Tiere weiß, weiß ich tatsächlich aus dem amerikanischen Raum, weil es in Deutschland auch kaum Infos gibt. Ich war jetzt an der Tierhochschule in Hannover, weil da die einzige vogelkundige Tierärztin ist, die diese Art kennt und behandeln kann. Also gefühlt. Wahrscheinlich gibt’s noch mehrere, aber die einzige in dem Gebiet. Da saß dann auch ein Paar neben mir, die waren aus Cuxhaven. Die sind extra aus Cuxhaven angereist, weil es ab Hannover nordwärts keinen Tierarzt gibt. Und dann hab ich da in der tierhochschuleigenen Bibliothek, bzw. Buchhandlung ist das, ist zum Kaufen, dann habe ich da nachgefragt über ein Buch, weil ich ein bisschen Info über das Verhalten der Vögel haben wollte. Zum Beispiel, welcher Schrei was bedeutet. Klar, vieles lernt man aus dem Alltag, vieles über YouTube, aber ich würde ganz gerne vorbereitet sein, wenn mal, weiß ich nicht, ein Schmerzensschrei kommt und ich merke nicht, dass der Schmerzen hat, weil ich den Schrei nicht kenne. Und es gab kein einziges Buch über Vögel. Und auch bei der Recherche war das letzte Buch, das letzte deutschsprachige Buch, das über diese Vögel veröffentlicht wurde, war von 1986 oder so. Und da hat sich tatsächlich viel verändert in der Zwischenzeit. Was ich ganz gerne in Bibliotheken zum Leihen, nicht zum Kaufen, mache, ist, dass wenn ich mir ein Projekt vornehme, ich sage jetzt, ich will einen Roman schreiben und da geht es dann eben um künstliche Intelligenzen oder so oder um einen Aufstand, weiß ich nicht. Sagen wir einen Putsch in einem Staat, keine Ahnung. Oder Medizin. Irgendwas. Dann suche ich mir ein Thema raus und ich gehe dann in die Bücherei und hol mir da wirklich sechs, sieben, acht, neun, zehn Bücher und gehe dann in so einen Stillarbeitsraum und hab dann wirklich links den großen Bücherstapel. Dann hab ich dazu einen Laptop und was zu schreiben und manchmal auch mein Handy, um etwas abzufotografieren, wenn ich irgendetwas so festhalten möchte. Und dann arbeite ich diese Bücher durch. Also ich bin so eine richtig festbeißende Querleserin. Und ich brauche dann so fünf oder sechs Stunden, an denen ich wirklich nichts mache, außer diese Bücher quer zu lesen. Und ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich schlage die Bücher immer auf der guten Seite auf. Ich kriege da super Infos. Ich scanne die Inhaltsverzeichnisse. Ich wühle mich da durch. Und am Ende hab ich dann keine Energie mehr, denn fünf, sechs Stunden, wenn man das macht, dann ist man auch durch mit dem Tag. Aber danach fühle ich mich wie ein riesiger Profi, weil ich das Wissen aus fünf, sechs, sieben Büchern zusammengetragen habe. Und zwar das, was für meine Fragestellung bzw. viel wahrscheinlicher für meinen allgemein definierten Recherche-Bereich, bei dem ich sage, ja, ich möchte mehr erfahren. Mehr nicht, so. Nicht eine bestimmte Frage beantworten. Deshalb geht Google bei mir tatsächlich nicht. Da hab ich dann wirklich so ein kleines Pamphlet und gleichzeitig ganz viele Ideen, wo man das dann in dem geplanten Roman in welchem Kontext irgendwie noch einbauen kann. So als Nett-to-Know Fact oder indem man das einbaut und sich dann mit einem Augenzwinkern denkt, hey, Leserinnen und Leser, die da was drüber wissen, die werden sich freuen, dass dieses Detail da drin ist und yay und cool. Also ich hab manchmal so richtige Bücherei Wutanfälle. Hab ich voll Bock drauf. Ich will mal wieder in die Bücherei. Vielleicht schenke ich mir einen Büchereibesuch zu Weihnachten. Aber bei mir ist natürlich ganz wichtig, dass ich diese fünf, sechs Stunden Sessions an einem geplanten Tag mache. Ich bin hingegen so, wenn ich normal schreibe und dann eine Frage habe, dann erlaube ich mir nur diese eine einzige Frage zu beantworten. Das heißt, da recherchiere ich eigentlich gar nicht, da schlage ich nach. Denn, Recherche ist irgendwann genug und Recherche kann zu viel werden. Wie schützt ihr euch davor, meine lieben Gäste, dass Recherche zur Prokrastination wird und prokrastiniert ihr? Dazu würde ich jetzt gern zuerst Sebastian hören. Wie läuft das bei dir?

S.D. Foik Ich bin erst einmal wie so einen Schwamm, der alle Informationen zu einem Thema aufsaugt, aufschreibt und sie dann auch erstmal ins Buch packt. Ich habe aber auch im Laufe der Überarbeitungsschritte gelernt, einfach unwichtige Sachen herauszufiltern. Also alles, was die Geschichte nicht vorwärts bringt, muss einfach verschwinden. Und deswegen ist alles das, was derzeit in „Ära des Verrats“ auch zu finden ist, eigentlich nur noch 20 Prozent von der Rohfassung. Also ich habe sehr, sehr viel im Grunde dann im Zuge der Überarbeitung wirklich konsequent gestrichen. Und ich empfinde, oder habe auch nie Recherche als Prokrastination empfunden. Das war bei mir meistens ein fließender Prozess. Und das, was ich dann halt recherchiert und rausgefunden habe, wanderte erstmal sofort ins Buch und später vieles zu streichen, tat zwar weh, aber wie schon gesagt, es diente halt dem Lesefluss und darauf kommt es ja an. Und ich lasse mich eigentlich in den Schreibphasen aber auch nicht ablenken. Wenn ich im Flow bin, dann, dann schreibe ich auch. Dann bekomme ich schon so eine Art Tunnelblick und dann sind viele Ablenkungen auch nicht so wichtig für mich, also auch gar nicht vorhanden. Also dann schaue ich auch wenig Fernsehen, spiele auch kein Computer oder X-Box mehr, sondern lebe in der Geschichte und versuche alles, also mein gesamtes Leben, darauf auszurichten, um die Geschichte fertigzustellen.

 

Kia Kahawa Das klingt nach einer Fähigkeit, die sich viele Menschen wünschen. Mich eingeschlossen. Ich hätte das gerne. Ich bin allerdings nur zu diesem Tunnelblick fähig, wenn ich meine Faktoren von außen einfach ausschalte. Und wirklich, ich bin so ein Typ, ich stehe morgens um sechs auf und fange an zu schreiben. Und bevor ich nicht aufgehört habe zu schreiben, darf mich niemand stören. Habe allerdings, wie gesagt, zwei kleine Vögelchen, die mich dann doch stören. Deswegen bin ich da ein bisschen instabil, sage ich mal. Lasst uns mal zu Charles gehen. Lieber Charles, wie sieht das bei dir aus? Wann ist Recherche genug? Wann zu viel? Zu wenig? Und wie sieht das mit der Prokrastination aus? Wie läuft das bei dir ab?

Charles H. Barnes Am Anfang der Recherche steht die ganz konkrete Frage. Ist die beantwortet, bin ich durch. Klingt erst einmal leicht. Ist es nicht immer. Nach spätestens zwei, drei Stunden frage ich mich, brauche ich das Detail für das Buch? Wenn ja, mach ich weiter. Ist ja klar. Aber nach spätestens einem Tag bin ich immer fertig. So oder so!

Kia Kahawa Okay, das klingt ja super diszipliniert und vor allem, als hättest du einen ganz, ganz klaren Plan, was du recherchierst. Liebe Magret, wie sieht das bei dir aus?

Magret Kindermann Wie schon gesagt, irgendwann kommt dann dieser Punkt, an dem man sich dann einfach sagen muss, ich muss mich jetzt entscheiden. Ich muss jetzt überlegen, hab ich, wenn ich mehrere Quellen habe, die nicht das Gleiche aussagen und ich definitiv nicht dahinter komme, dann gibt es immer die Möglichkeit, dass man sich für eine, für eine Wahrheit entscheidet. Und dass man einfach sagt, ich baue mir eine fiktive Realität auf und gehe jetzt einen Weg. Das finde ich vollkommen legitim. Da gibt es sicherlich andere Leute, die wissenschaftlicher Arbeiten und deren Texte auch sehr viel näher an der Realität sind als meine. Die müssen dann anders arbeiten. Aber grundsätzlich gibt es einfach irgendwann einen Punkt, meiner Meinung nach, an dem man sich entscheiden muss. Und als Autorin hat man ja auch die Freiheit und die kann man auch nutzen. Und manchen Menschen ist es vielleicht wichtiger, manchen vielleicht noch weniger. Es gibt sicherlich auch viele Autor*innen, die gar nicht recherchieren und sich einfach alles sofort ausdenken oder mit ihren Ideen einfach mitgehen. Das ist auch okay, finde ich. Also ich persönlich lese schon gerne Bücher, bei denen man merkt, dass Recherche gemacht wurde. Aus den einfachen Gründen, dass die oft sehr viel mehr Details beinhalten, wie zum Beispiel jetzt bei der Tulpologie. Die Frage, ob die giftig sind oder nicht und das in den Einzelheiten hat bei mir tatsächlich dann auch noch für viel mehr Handlung und viel mehr Tiefe gesorgt. Und das hätte ich vorab von mir aus gar nicht auf dem Schirm gehabt, weil ich habe nie darüber nachgedacht, ob Tulpen essbar sind.

Kia Kahawa Und wie schützt du dich davor, dass Recherche zu Prokrastination werden kann?

Magret Kindermann Das Problem hab ich nicht, weil ich, wie gesagt, vom Bauchgefühl her eigentlich relativ schnell merke, wann nicht genug Info habe und genug Input habe. Da bin ich nicht so das Problemkind. Und ich prokrastiniere auch nicht viel. Ich gehöre eher zu den anderen Leuten. Ich übernehme mich ganz gerne mal, indem ich mir nicht genug Pausen lasse und dann muss er/ ich muss mich dran erinnern, dass ich dann einfach mal aufhöre oder auch mal nichts mache und vor allem den Text auch mal ruhen lasse. Der Text sollte definitiv auch mal hingelegt werden, vergessen werden, sodass man weiterleben kann und alles ein bisschen mehr mit Abstand betrachten kann. Und das ist eher meine Baustelle.

Kia Kahawa Wie sieht das bei unserer Julia aus? Wann ist Recherche zu viel? Wann zu wenig? Wie sind da deine Erfahrungen?

Julia von Rein-Hrubesch Ich habe Bücher gelesen, die mich mit Infos und Recherchematerial erschlagen haben. Da würde ich auf jeden Fall weniger bevorzugen als zu viel. Genau. Als schreibender Mensch neigt man natürlich dazu, das weiterzugeben, das Wissen, was man erlangt hat. Es ist ja auch spannend und man findet es toll und Teilen ist ja sowieso immer toll. Wissen teilen oder halt Informationen teilen. Und da muss man aufpassen, dass man Lesende nicht erschlägt damit. Ich würde das auch nicht über das Schreiben stellen.

Kia Kahawa Die Prokrastinationsfrage fehlt noch. Prokrastinierst du viel?

Julia von Rein-Hrubesch Was ist denn das für eine Frage? Die stellt man doch niemanden, der schreibt. Natürlich nicht. Doch, auf jeden Fall. Ja. Gibt’s da jemanden, der mit Nein antwortet? Darauf bin ich echt gespannt.

Kia Kahawa Tja, da wird es bestimmt super spannend, wenn dieser Podcast veröffentlicht wird und Julia ihn auch selber anhört und hört das Magret quasi Anti-Prokrastination betreibt. Ich bin super gespannt, ob sich da noch Gespräche drüber ergeben. Jetzt würde ich ganz gerne von dir, lieber Hörer oder von dir liebe Hörerin, einfach mal in den Kommentaren auf der Patreon Seite, in den sozialen Medien oder wo auch sonst du uns oder mich oder einen von uns erreichen kannst. Ich würde von dir einfach gerne mal hören, wie recherchierst du? Hast du da so Geheimtipps wie Google Scola, habe ich z.B. mal gehört. Was heißt gehört – ich hab’s ziemlich viel im Studium verwendet und tatsächlich auch bei meiner Texter Ausbildung. Und als ich angefangen habe als Texterin zu arbeiten. Also das ist scola.google.com, ungefähr müsste das sein. Ich weiß es nicht genau. Einfach mal googlen. Google wird dich schon darauf hinweisen. Ist von Google selbst. Wie oft kann man Google in einem Satz verwenden? Ich weiß es nicht. Jedenfalls, lass mich doch mal hören, wo du so recherchierst. Und vielleicht finden wir da ja ein paar Anhaltspunkte, wo man sich gegenseitig austauschen kann. Und was mich noch interessieren würde ist, was ist der abgefahrenste Funfact, den du beim Recherchieren rausgefunden hast? Erzähl es uns doch mal am besten in Social Media, tag einen von uns und dann erzähl doch einfach mal. Ja, das war es mit der heutigen Podcastfolge zum Thema Recherche. Ich bedanke mich vielmals bei Charles H. Barnes, Julia von Rein-Hrubesch, S.D. Foik und Magret Kindermann.

 

In dieser Folge mit dabei:

Charles H. Barnes

Twitter: https://twitter.com/CharlesHBarnes

 

Julia von Rein-Hrubesch

Website: www.juliaschreibtblog.wordpress.com

Twitter: www.twitter.com/JuliaInNathen

 

  1. D. Foik

Website: https://sdfoik.com/

Instagram: https://www.instagram.com/s.d.foik/

Twitter: https://twitter.com/belgarriion

 

Magret Kindermann

Facebook: https://www.facebook.com/MagretKindermann

Twitter: https://twitter.com/magretkind

Instagram: https://www.instagram.com/magretkind/

 

… und ich: Kia Kahawa

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Projekt- und Zeitmanagement für Autor*innen

Projekt- und Zeitmanagement für Autor*innen

Heute reden wir über Zeitmanagement für Autor*innen.

Wir, das sind Carolin Summer, Alexander Greiner, Liv Modes und ich, Kia Kahawa.

Heute wollen wir darüber sprechen, wie wir es hinkriegen, unsere Bücher zu planen und diesen Plan zu erfüllen. Dabei geht es darum, wie viel wir pro Woche oder pro Monat schreiben, wie wir uns Ziele setzen, worin unsere genaue Planung besteht und auch darüber, was das Projekt- und Zeitmanagement positiv beeinflussen kann.

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Weitere Informationen

Das Winterferien-Programm

Seit April 2020 gibt es jeden Freitag eine Autorenleben-Podcastfolge. In den Monaten Juli und Dezember allerdings pausiere ich meinen eigenen Podcast und lasse andere Autor*innen zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Kia Kahawa Ich würde gerne mit Alexander Greiner beginnen. Lieber Alexander, wie teilst du dir deine Schreibzeit ein und wie viel schreibst du eigentlich so pro Woche oder pro Monat z.B.?

Alexander Greiner Da ich beruflich viel schreibe, leidet die Zeit fürs kreatives Schreiben. Deshalb kann ich keine genauen Zahlen nennen, in welchem Umfang ich pro Woche oder Monat schreibe. Prinzipiell geht es mir eher um die Zeit, die ich mit dem Schreiben verbringe als die Anschläge. Ich sage jetzt extra Anschläge, weil Wörter zähle ich nicht, da sie für mich keine besonders aussagekräftige Kenngrößen sind. Besonders im Beruflichen muss ich mich da oft zurückhalten, dass die Texte nicht zu lang werden. Also ja, dort habe ich sowohl eine Anschlags-Grenze vor mir beim Schreiben. Beim kreativen Schreiben geht es mir ausschließlich nur um die Zeit, die ich mit dem Buchprojekt, z.B. beim Recherchieren oder beim Plotten oder direkt am Manuskript, verbringe. Den Druck, möglichst viele Anschläge zu generieren, kenne ich zwar auch. Das habe ich früher auch reichlich Macht, aber das bringt gar nichts. Es geht im Prinzip nur darum, das auszudrücken, was gesagt werden muss. Und wieviel Umfang es dazu braucht, ist komplett nebensächlich. Manches muss länger, manches kann kürzer erzählt werden. Und ich halte es immer so, dass ich mehr schreibe als nötig, weil im Nachgang wird eh noch unterschiedlich stark gekürzt. Beim beruflichen Schreiben ist das wahrscheinlich so ein Umfang von ein paar Prozent, dass halt einzelne Füllwörter usw. gestrichen werden oder Formulierungen gekürzt oder längere durch kürzere Wörter ausgetauscht werden. Beim kreativen Schreiben oder z.B. jetzt das vergangenes Jahr im Herbst herausgekommen ist, habe ich in der Manuskript-Version, die ich dem Verlag geschickt habe, ich glaube so etwas über 500.000, wahrscheinlich 520.000, 530.000 Anschläge gehabt. Im Endeffekt dann, die Version, die in den Druck ging, waren 380.000 Anschläge. Und ich habe dann nochmal alle Rohtexte überhaupt zusammengefasst, die ich für das Buch geschrieben habe. Das waren weit über 750.000, vielleicht 800.000 Anschläge. Das heißt, es wurde im Prinzip/ ich hab das Buch um die Hälfte gekürzt, das Manuskript um die Hälfte gekürzt.

 

Kia Kahawa Das ist ja spannend, dass du sagst, dass dir die Wortzahl nicht wichtig ist bzw. auch eigentlich die Anschläge nicht, weil da eh viel gekürzt wird. Einerseits hab ich von Stephen King aus dem Buch „Das Leben und das Schreiben“ gelernt, dass er meistens 10 Prozent kürzt oder 15. Ich glaube es waren 10, 10 Prozent werden beim Überarbeiten gekürzt und bei mir trifft sich das sogar relativ gut. Also so, dass ich die Hälfte kürze kommt inzwischen nicht mehr vor. Und ich muss sagen, dass ich bei meinem Science-Fiction-Roman z.B. vor allem das wirklich so habe, dass ich 2.000 Worte pro Kapitel habe. Klar, da sind Kapitel dabei, die haben 1.400. Da sind auch Kapitel dabei, die haben 3.900 Wörter. Aber im Mittel, so im Durchschnitt, ich glaube, ich habe über 50 Kapitel bereits geschrieben. Ja, natürlich, das sind, das sind aktuell schon 70, 80, fast 80. Fast 80 Kapitel. Ne, sogar mehr. Ach egal. Jedenfalls hab ich schon sehr, sehr viele geschrieben und im Durchschnitt sind es dann tatsächlich 2.000 Wörter. Und für mich persönlich ist es ganz wichtig, mir nicht, wie der Benjamin Spang das macht, nur die Zeit als Ziel zu setzen. So von wegen ich möchte pro Woche 10, 20, 30, 40 Stunden schreiben oder mich mit dem Projekt befassen, inklusive Plotting und Recherche. Denn da kommt bei mir zu viel Recherche auf. Ich muss definitiv das planen. Darüber sprechen wir später auch noch. Das muss ich definitiv trennen vom Schreiben. Denn wenn ich mir erlaube, beim Schreiben nicht nur zu schreiben, sondern auch zu planen und noch mehr zu recherchieren und so, dann schreibe ich extrem wenig und fange an, meine Zeit zu vergeuden. Aber das verschieben wir mal. Da frage ich euch gleich. Ich würde mal gerne zu Carolin Summer kommen und sie jetzt einfach mal das gleiche fragen, wie den lieben Alexander. Hallo Carolin, wie sieht das bei dir aus? Wie teilst du deine Schreibzeit ein?

Carolin Summer Meine Schreibzeitplanung gestaltet sich sehr flexibel. Tatsächlich habe ich nur ein großes Wort-Ziel im Monat, das ich versuche zu erreichen, damit meine Projektplanung funktioniert. Ansonsten schreibe ich an manchen Tagen richtig viel, an anderen relativ wenig, weil das immer darauf ankommt, wie die Auftragslage gerade aussieht.

Kia Kahawa Ja gut. Das kann ich super verstehen. Carolin ist Journalistin, ich bin eigentlich Texterin, habe aber inzwischen kaum mehr Textaufträge, weil ich zu viel anderes zu tun habe. Daher kenne ich das ziemlich gut. Also wenn da dann so ein Kundenauftrag reinkommt, der sehr viel Zeit benötigt – z.B. hatte ich jetzt letzte Woche einen Kunden, der vor Ort da war, so richtig mit Termin und Menschen in einem Haus und so. Da geht bei mir tatsächlich auch immer die Schreibzeit drauf, denn alles andere will ja noch erledigt werden. Also das ist echt ein bisschen schade, dass für mich als berufliche Schriftstellerin, also die es nicht nur als Hobby macht, dass da das Schreiben gefühlt dann doch die unterste Priorität bei dringenden Angelegenheiten und Terminen hat. Aber so ist das nun mal. Ein monatliches Wort-Ziel kann ich mir echt gut vorstellen. Also ich hab das für mich persönlich nicht direkt so gemacht, sondern ich plane eher in mehreren Monaten und sage dann, ja, da muss alles fertig sein. Also im Grunde fange ich quasi an Tag eins an und sage, jetzt ist mein aktuelles Projekt, z.B. mein Jugendbuch „Nachklang der Hoffnung“. Und dann sage ich mir, ich habe jetzt sechs Monate Zeit, von Anfang bis Ende alles fertig zu machen. Und dann plane ich mir nochmal einen Zwischenschritt ein und sage in den ersten zwei Monaten wird geplottet, geplant, recherchiert, Marketingkonzept erstellt und alles Mögliche, was drumherum anfällt, bevor das Schreiben losgeht. Dann schreibe ich zwei Monate lang intensiv. Dann mache ich meistens sowieso sechs Wochen Pause, in denen ich nichts mit diesem Manuskript zu tun habe, sondern so fächermäßig schon das nächste dann in der Planungsphase beginne. Und danach wird dann überarbeitet und danach kann es dann ins Lektorat bzw. in meine kleine Exposé-Fabrik. Ich weiß nicht, warum ich das so nenne. Und in Richtung Agenturen oder so. Aber wie ihr wisst, ist „Nachklang der Hoffnung“ im Selbstverlag erschienen. Okay, lasst uns mal zu Liv kommen. Liv Modes ist hier und ich würde von Liv gerne wissen, wie teilst du dir deine Schreibzeit ein?

Liv Modes Ich habe mittlerweile tatsächlich gar keine Schreibroutine mehr. Ich hatte früher mal eine. Ich bin jeden Morgen vor der Arbeit eher aufgestanden und habe mich 15 Minuten ans Manuskript gesetzt. Ich hab mir selber Deadlines gesetzt für eigene Projekte, auch wenn da vielleicht von extern keine Deadline irgendwo feststand. Ich hab mit Wordcounts gearbeitet, die ich erreichen wollte und es hat auch für mich eine Zeitlang gut funktioniert. Ich bin aber dieses Jahr an den Punkt gekommen, an dem es mir tatsächlich komplett den Spaß am Schreiben geraubt hat und deswegen hab ich das komplett über Bord geworfen. Ich glaub, da muss jeder seinen eigenen Rhythmus finden, was für einen selbst am besten funktioniert. Und ich weiß für mich, dass ich mit Deadlines und Routinen grundsätzlich arbeiten kann, wenn ich es brauche und wenn ich es muss für eine Abgabe z.B.. Aber wenn ich es nicht muss, dann mach ich’s auch nicht mehr.

Kia Kahawa Ok, vielen lieben Dank für diesen Einblick, Ihr drei. Ich würde ganz gerne bei Liv bleiben, denn das klingt jetzt so, als würdest du dich von Deadlines und von so einem Zeitplan quasi komplett befreien und quasi nur nutzen, wenn du darauf angewiesen bist. Aber ist das denn bei deinen Schreibprojekten wirklich so? Also hast du gar keinen Zeitplan? Schreibst du einfach drauf los? Oder machst du da dann doch schon so Ziele oder steckst Zwischenziele ab, damit du dich immer so ein bisschen beobachten kannst, damit du mit deinem Projekt vorwärts kommst? Wie machst denn du das jetzt tatsächlich dann in der Realität?

Liv Modes Ich muss gestehen, ich bin ein Organisationsfreak. Ich liebe Listen, ich liebe Zeitpläne und ich liebe Deadlines. Und ich bin auch sehr diszipliniert darin, die einzuhalten. Ich habe vor zwei Jahren im Selfpublishing eine Young Adult Novelle veröffentlicht, „Auf der anderen Seite der Sterne“ und dieses Buch hat unter 100 Seiten. Es ist wirklich nicht viel und ich hatte mir trotzdem für den kompletten Erstellungsprozess ein Dreivierteljahr eingeplant, was dazu geführt hat, dass ich durch diese ganze Zeit wirklich sehr entspannt gegangen bin. Weil ich genau wusste, wenn ich mich heute und morgen und übermorgen nicht ums Lektorat kümmern kann, habe ich immer noch genügend Zeit und muss mich nicht hetzen. Das war sehr hilfreich. Ja, jetzt z.B. für meinen nächsten Young Adult Roman, der nächsten Winter bei Impress erscheint, hab ich im Juni Abgabe. Das heißt, mein Plan ist jetzt, das Buch im Januar und Februar fertig zu schreiben. Grundsätzlich könnte ich das auch schneller, aber das ist wieder so ein Punkt, wo ich mir mehr Zeit einplane, falls etwas dazwischenkommt. Dann gebe ich das im März an meine Testleser*innen und ja, hab dann den April und Mai Zeit Kommentare einzuarbeiten oder den Testleser*innen z.B. auch mehr Zeit zu geben, falls bei denen was dazwischenkommt. Und so wird das hoffentlich alles eine sehr entspannte Zeit für alle Beteiligten.

Kia Kahawa Okay, vielen Dank. So rum verstehe ich das super gut. Ich mag die realistische und wohlwollende Planung eigentlich auch sehr gerne. Wenn du dir jetzt sagst, also wenn du wirklich sagst, neun Monate nimmst du dir Zeit für ein 100-Seiten-Buch, um das dann komplett fertig zu machen. Und dann diese Zwischenziele, wie du gerade erzählt hast, absteckst, dann klingt das ja super schön und ich glaube, ich kann davon tatsächlich etwas lernen. Denn ich bin zwar sehr, sehr gut in Planung und ich plane sehr viel. Ich halte meine Fristen alle ein. Ich hatte noch nie einen Kunden oder auch einen/ naja gut, ein Buch schon, aber ich hatte noch nie einen Kunden, der zu lange auf seine Arbeit hätte warten müssen. Aber bei Büchern, da kommt es dann doch schon mal vor, dass ich sowas sage wie, hey, Dezember 2019, da kommt „Zwei Seelen“ heute nach „Klang der Hoffnung“ raus. Und dann haben wir Dezember 2020 und das Buch wurde gerade angekündigt und ist gerade frisch aus dem Ei geschlüpft, sozusagen. Also bei mir kommt sehr, sehr oft etwas dazwischen und da glaub ich, liegt es daran, dass ich nicht so wirklich weiß, was ich will. Beziehungsweise vom Verlag weiß ich, mein Science Fiction Project, das ist ja eine Trilogie, das muss jeden Januar zum 15. einen Schritt, einen großen Schritt weiter gehen. Also da gibt’s dann eine Frist, die besagt, dass Teil 1 zum 15. Januar 2020 fertig sein sollte. Am 15. Januar 2021, das ist gar nicht mehr lange hin, da muss dann Teil 2 fertig sein. Und Teil 3 entsprechend ein Jahr später. Und theoretisch wäre das ja auch super entspannt, wenn man immer ein Jahr Zeit hätte, so wie ich das auch habe. Aber irgendwie schreib ich dann dazwischen doch noch Projekte und dann hab ich Urlaub und dann bin ich krank und dann ist da doch nochmal irgendwie dies und das und tralala. Also ich will zusammenfassend von meiner Seite aus sagen, dass ich eigentlich gut planen kann, aber noch nicht so weit bin, dass ich flexibel genug plane bzw. dass ich Unvorhergesehenes einplane. Das klingt, als wäre es ein Widerspruch in sich. Aber das magische Wort sind Puffer-Zeiten. Und wie Liv gerade erzählt hat, wenn man wirklich großzügig plant, dann kann man jeden Tag mit einem kleinen Teil des Gesamtziels ganz entspannt vorwärts schreiten und nicht so arbeiten wie ich in den letzten Wochen. Wer mir auf Twitter folgt, der hat das bestimmt gesehen, dass ich da dann gerne mal morgens um 6, 7, 8 Uhr angefangen habe zu twittern, dass ich heute bitte 4.000, 5.000, 6.000 Wörter schreiben möchte. Und dann habe ich versucht, mich selbst und auch andere damit zu motivieren. Und dann habe ich das auch zum größten Teil immer mal geschafft. Aber es ist dann doch entspannter innerhalb von eineinhalb Stunden ganz locker gemütlich zwei Kaffee zu trinken, 2.000 Wörter zu schreiben und zu wissen, das mache ich jetzt nicht jeden Tag, sondern hab auch mal Sonntag und nicht so, wie ich das derzeit mit Fristendruck mache. Also vielen Dank für den Beitrag. Und apropos Beitrag, ich würde jetzt gerne hören, was Alexander zu dieser Frage zu sagen hat. Alexander, wie sieht das aus mit Zeitplänen für Schreibprojekten? Mit Zielen, Zwischenzielen? Und was machst du wann und wie?

Alexander Greiner Hahaha, ja, ich und meine Zeitpläne. Ich war ja früher Projektmanager und ich finde so Zeitpläne oder Projektpläne sind nur eingeschränkt mit dem kreativen Schreiben vergleichbar. Ja, ich hab auch Zeitpläne fürs Schreiben, aber die halten überhaupt nicht. Und ich muss sie immer wahnsinnig verlängern, weil der Prozess bei mir einfach länger dauert, als ich es mir davor immer vorstelle. Und Zwischenziele? Ja, die sind gut. Aber ich finde, es bringt überhaupt nichts, sie dogmatisch zu verfolgen. Schreiben ist nicht ein Auto, das es gilt zusammenzubauen? Schreiben braucht ein Vor und Zurück, ein Gefühl für die Sprache und das Gesagte und da bringt es nix, stur von vorne nach hinten durchzuarbeiten. Ich mache mir da keinen Druck mehr.

Kia Kahawa Das klingt ja super entspannt und ich habe auch inzwischen den Eindruck, dass ein guter Plan nur ein guter Plan ist, wenn man ihn umplanen und umstrukturieren kann. Vielleicht sind Alexander und ich da ein bisschen alleine, denn Liv’s Plan klingt nicht so, als müsste man da etwas ändern. Und von unserer dritten Gästin heute, von der Carolin Summer, weiß ich aus eigener Hand, dass sie gerne, ja, doch schon ziemlich weit in die Zukunft plant. Also da kam letzten Oktober auf der Frankfurter Buchmesse kam sie zu mir und meinte, hey Kia, hast du im September Zeit für einen Buchsatz. Und dann hat sie gesagt, ich glaube, der 18. September oder so war es, hat sie gesagt, hast du am 18. September 2020 Zeit. Zu dem Zeitpunkt waren es also 11 Monate im Voraus. Und was kam? Eine E-Mail von Carolin. Nicht am 18. September, sondern ich glaube am 14. oder 13. oder so und dann hab ich den Buchsatz gemacht. Mit 11 Monaten voraus, auf den Tag genau angekündigt. Liebe Carolin, erzähl doch mal was.

Carolin Summer Meine Schreibprojekt haben alle von Beginn an ihren eigenen Zeitplan, sodass ich genau weiß, wann was stattfindet und auch mit Pufferzeiten. Sobald Leute von extern mit eingebunden sind, seien es nun die Testleser oder das Lektorat, das Korrektorat, der Buchsatz, dass wenn es da zu Verzögerungen kommt, ich trotzdem meine eigene Deadline noch einhalten kann. Ich weiß also genau, wie viel Zeit hab ich für die Rohfassung, wie viel für die Überarbeitung, wie lange sind die Testleser-Phasen, wie lange ist das Buch im Lektorat, im Korrektorat und so weiter. Bis dann halt letztendlich die Veröffentlichung stattfindet. Auch Probedrucke sind mit eingeplant und auch da, inzwischen aus Erfahrung, mit Verzögerungen und mit genügend Zeitpuffer, dass wenn z.B. was nicht stimmen sollte, dass ich noch Korrekturen vornehmen kann. Das sind zu einem großen Teil Erfahrungswerte. Beim ersten Buch habe ich sehr, sehr großzügig gerechnet und mir viel Zeit gelassen, aber auch genau mit notiert, wie lange was wirklich gedauert hat. Beim zweiten konnte ich dann schon konkreter planen. Beim dritten nochmal. Und jetzt, beim vierten, denke ich, dass ich es ganz gut abschätzen kann, wie lange ich brauche, um ein Buch zu veröffentlichen.

Kia Kahawa Vielen Dank. Das klingt ja super professionell. Und dann würde ich gerne gleich bei dir bleiben. Denn wenn du so einen schönen Plan hast, der Unvorhergesehenes durch diese Puffer-Zeiten mit einberechnet, dann hast du das doch sicherlich auch im Kleinen – an einem Tag oder in einer Woche – für dich so gestaltet, dass du für deine persönlichen Aufgaben immer verfügbar bist und hinterherkommst und nicht unterbrochen wirst. Daher würde mich jetzt von dir und gleich auch von meinen anderen beiden Gästen interessieren, wie sieht eigentlich dein Schreibort aus? Also dein Schreibplatz. Wo schreibst du? Und wo schreibst du am liebsten? Und wie schützt du dich vor Unterbrechungen?

Carolin Summer Einen Lieblingsschreibplatz gibt es bei mir gar nicht. Ich habe natürlich meinen Schreibtisch, auf dem die ganzen Monitore und Hilfsmittel aufgebaut sind und an dem ich meistens arbeite. Aber es kommt genauso gut vor, dass ich mich einfach mal auf den Balkon in die Hängematte setze oder aufs Sofa, in den Schaukelstuhl, um zu schreiben oder den Laptop mitnehme und von unterwegs aus arbeite. Von daher ist das mir relativ egal. Ich bin allerdings auch gewohnt, bei viel Umgebungslärm oder Unterhaltungen usw. zu arbeiten. Das heißt, ich bin da relativ resistent gegen und lasse mich einfach nicht stören oder unterbrechen.

Kia Kahawa Vielen Dank. Bei mir sieht das inzwischen etwas anders aus. Vor der großen Corona Zeit habe ich immer in Cafés am besten und am liebsten geschrieben oder auch im Hafen. Der Hafen ist der Coworking Space in Hannover, in dem ich gerne arbeite, um auch mal das Haus zu verlassen. Seit März habe ich allerdings das Haus nicht zum Arbeiten verlassen und daher ist es aktuell mein Tisch im Esszimmer, in dem ich jetzt schreibe. Und zwar immer am Laptop, denn am Computer im Arbeitszimmer habe ich die erste große Ablenkung, dass da meine Arbeit ist und leider eben auch Internet. Und durch Internet irgendwie Menschen und Dinge und Sachen. Und zum anderen sind im Arbeitszimmer meine beiden Papageien. Und im Gegensatz zu Carolin bin ich nicht die Person, die einfach sagt, ich lasse mich nicht unterbrechen oder stören. Ich lasse mich einfach unterbrechen oder stören. Vor allem, wenn die beiden sich streiten, wenn die um Futter betteln, wenn die niedlich sind, wenn die rumfliegen, wenn die schlafen. Und ich bin da jemand, ich kann super diszipliniert sein, muss allerdings dann entsprechende Faktoren von außen ausschalten bzw. ein Zimmer weiter gehen und dann funktioniert das bei mir. Liebe Liv, wie sieht das bei dir aus? Was ist denn dein liebster Schreibplatz?

Liv Modes Ich habe in der Form tatsächlich keinen festen Schreibplatz. Wenn ich zuhause bin, dann schreibe ich meistens am Schreibtisch oder auf der Couch. Aber zuhause ist halt auch die Gefahr der Ablenkung am größten, weil da eine ganze Wohnung voll mit Dingen ist, die ich gerade viel lieber tun würde als zu schreiben. Sei es jetzt Netflix gucken oder lesen oder Schokolade essen. Und deswegen kostet es auch sehr viel mehr Disziplin dann wirklich konzentriert am Text zu arbeiten. Was für mich richtig gut funktioniert, ist in der Bahn zu schreiben oder in der Mittagspause. Weil ich dann einmal feste Zeitfenster habe, in denen ich schreiben muss und dann aufhören muss, weil ich aussteigen muss oder ins Büro zurück muss oder so. Und gerade in der Bahn ist es auch immer sehr komisch, wenn man einen Laptop auf dem Schoß stehen hat und nicht schreibt. Das ist so ein bisschen dann der Druck von außen. Wenn Leute einen angucken, dann fühlt man sich gezwungen auch tatsächlich zu schreiben. Und das hilft dann auch sehr gut. Und was gerade wegen dieser festen Zeitfenster für mich auch super funktioniert, ist, mich in Cafés mit Leuten zu treffen und dann gemeinsam zu schreiben, wo man sich dann hinsetzt und sagt, wir beide konzentrieren uns jetzt die nächsten 20 Minuten nur aufs Manuskript und nichts Anderes. Und dann ist da noch eine zweite Person, die aufpasst, dass man das auch wirklich tut. Das funktioniert für mich auch sehr gut.

Kia Kahawa Oh ja, das inspiriert mich total. Ich hatte das vor zwei Jahren. Vor drei Jahren. Ich weiß nicht. Ich glaube, das ist schon drei Jahre her. Da hatte ich immer Schreibtreffs. Da hatte ich einen Autorenkollegen aus Hannover, mit dem hab ich mich dann/ also der war Student, der nicht viel Anwesenheitspflicht hatte und der so einen Minijob hatte. Das heißt, der hatte vormittags Zeit und hat da auch geschrieben. Und dann haben wir uns in einem Café getroffen und hatten dann auch diese Schreibzeit. Und am Anfang haben wir halt relativ viel geredet. Ich sag mal, die erste halbe Stunde. Aber irgendwann haben wir dann gesagt, so, jetzt schreiben wir und dann auch wirklich Pomodoro-Methode: Timer stellen, 25 Minuten schreiben, nicht reden und das hat richtig, richtig gut funktioniert. Also gerade, weil mir da jemand gegenübersitzt mit der Erwartungshaltung, dass ich jetzt schreibe. Und sobald jemand zum Handy greifen sollte, was bei mir jetzt kein Ding ist, denn mein Smartphone macht keine Geräusche und nervt mich nicht und das Internet ist dann eh aus. Aber sollte man durch die Gegend gucken oder zum Handy greifen oder irgendwas, dann wird man ja sofort von frontaler Sicht, aus einem Meter Entfernung, dafür gestraft mit einem bösen Blick. Also Schreibtreffs sind super und ich muss sagen, ich vermisse die total. Also dieser Freund, der hat aufgehört zu schreiben. Leider ist das also nicht mehr möglich. Aber eines Tages werde ich bestimmt mal wieder nicht alleine schreiben. Dafür hab ich auch den Coworking-Space. Da geht’s es halt nicht ums Schreiben. Aber da sitzen ganz viele Leute an vielen Tischen. Und an dem Tisch, an dem ich meistens sitze, da sind Plätze für fünf andere Leute, die da eben arbeiten. Das heißt, da sitzt dann der Web-Designer und da sitzt der Unternehmer und der E-Commerce Mensch und die arbeiten alle. Und die sind so produktiv. Und ich sage mal, das steckt an. Wenn ich dann da sitze, dann wird da nicht bei Twitter gesurft oder so und auch keine Kostenkalkulation gemacht, was ich tatsächlich sehr gerne mache, um mich von anderen Sachen abzulenken, da wird dann geschrieben. Und deswegen kann ich euch das allen, die das jetzt hören, ans Herz legen. Hört auf Liv! Probiert das mal aus. Alexander, wie sieht das bei dir aus? Wo schreibst du?

Alexander Greiner: Uh, der Schreibplatz. Das ist ein heikles Thema. Vor allem eben der richtige Schreibplatz. Ich hatte schon unterschiedlichste Schreibplätze. Institutionalisiert, in Schreibstudios, beim Coworking mit Freundinnen, in Ateliers von Schreibtrainer*innen, im Park, an der Donau, im Elternhaus am Küchentisch, im Zug. Im Zug schreiben ist super, weil du bist in Bewegung, dein Geist ist in Bewegung. Wo habe ich noch geschrieben? Im Warteraum, beim Arzt. Neun Wochen lang im Spital. Eine Woche mit Blick auf die Berge im Ferienhaus von Freunden. Drei Monate mit Blick aufs Meer in Kroatien. Das war überhaupt der beste Schreibplatz. Ja, sonst auch noch ganz klassisch im Café, daheim am Esstisch, auch stehend sogar, oder im Bett. Aktuell habe ich einen kleinen Klapptisch, den ich mir ans Wohnzimmerfenster stell, sodass ich dann rausschauen kann. Auf dem Fensterbrett steht eine schwarze Schreibtischlampe aus den fünfziger Jahren, würde ich sagen. Links daneben eine große Pflanze, Fensterblatt. Rechts daneben ein Bücherregal. Und dort sitze ich, habe meine Noise Cancelling Kopfhörer auf, manchmal auch Musik aufgedreht, mit dem Rücken zum Raum und bin ziemlich gut versunken in meine Arbeit. Das ist momentan der aktuell richtige Schreibplatz für mich.

Kia Kahawa Na, da hast du ja alles ausprobiert, was ein Autorenleben quasi hergibt. Das klingt ja super. Also im Urlaub schreiben bzw. an Orten schreiben und arbeiten, wo andere Urlaub machen, das will ich auf jeden Fall noch mehr vertiefen. Damit hatte ich angefangen, bevor dann die Stay at Home Phase begann und das klingt sehr, sehr gut. Und was ich echt toll finde ist, dass wir alle so beim Bahnfahren und unterwegs sehr gut schreiben können. Denn in der Bahn, nichts reicht an die Ergebnisse in der Bahn heran. Das ist einfach wunderbar. Richtig schön. Ok, wir sind jetzt schon am Ende dieses heutigen Podcast angekommen. Wir haben darüber gesprochen, dass wir eigentlich ziemlich ähnlich, aber auch unterschiedlich denken, z.B. dabei, wie man sich Ziele setzt. Also eine Planung, die sollte großzügig sein. Aber so eine Schreibzeit, von wegen ich schreibe jetzt 1.000 Wörter oder ich schreibe jetzt 2, 4, 5, 6.000 Wörter, das habe offenbar eher nur ich. Und die anderen, die mir jetzt Rede und Antwort gestanden haben, die haben eher so ein bisschen gesagt, ja, Hauptsache, ich erreiche meine Ziele und ich plane großzügig. Ich plane so, dass es funktioniert. Und Pläne sollten dann darüber hinaus auch flexibel und anpassbar sein. Und vor allem Unzuverlässigkeit vom Leben, von sich selbst und von anderen, sobald sie oder sofern sie involviert sind, berücksichtigen. Ansonsten, super spannend, was ich jetzt zu euren Schreibplätzen und -orten gehört habe. Ich würde einfach mal sagen, wir lassen das so stehen. Ich hoffe, den einen oder anderen da draußen, wer auch immer diesen Podcast gerade hört, fühlt sich inspiriert, etwas auszuprobieren, etwas zu verändern oder, je nachdem auf welcher Plattform ihr das hört, in die Kommentare zu schreiben, wie das denn aussehen würde, wenn ihr diese Fragen mal für euch selbst beantwortet.

 

In dieser Folge mit dabei:

 Carolin Summer

Website: www.wanderkraehe.de

Twitter: https://www.twitter.com/wanderkraehe

Instagram: https://www.instagram.com/wanderkraehe

Twitch: www.twitch.tv/welchenwechsler

 

Alexander Greiner

Autorenseite: https://www.alexandergreiner.com

Facebook: https://www.facebook.com/alexander.m.greiner

Instagram:  https://www.instagram.com/schreibgreiner/

YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCawKUz6GCT7qFsmp_B0Pwwg/

Twitter: https://twitter.com/fdq

Buchseite: https://www.facebook.com/AlsichdemTodindieEiertrat/

 

Liv Modes

Twitter: https://twitter.com/livmodesautorin

 

… und ich: Kia Kahawa

Website: https://kiakahawa.de/

Twitter: https://twitter.com/kiakahawa

Instagram: https://www.instagram.com/kiakahwa/

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Woher bekommen Autor*innen ihre Ideen?

Woher bekommen Autor*innen ihre Ideen?

Heute reden wir darüber, woher Autor*innen ihre Ideen bekommen.

Wir, das sind Julia von Rein-Hrubesch, Lin Rina, Charles H. Barnes, Magret Kindermann und ich, Kia Kahawa.

Dabei unterhalten wir uns nicht nur über Ideenfindung, sondern auch über das Mysterium der Muse, die einen küsst und dann zu einem hyperinspirierten Schreibrausch animiert. Aber auch das Thema Schreibblockaden gehen wir in dieser Podcast-Folge an.

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Weitere Informationen

Das Winterferien-Programm

Seit April 2020 gibt es jeden Freitag eine Autorenleben-Podcastfolge. Ab 2021 verändert sich das Podcast-Konzept, und ich werde ihn unter dem Namen Auto(r)preneur überall dort veröffentlichen, wo es Podcasts gibt. In den Monaten Juli und Dezember allerdings pausiere ich meinen eigenen Podcast und lasse andere Autor*innen zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Transkript der Podcast-Folge

Kia Kahawa Lasst uns direkt starten und ich würde gerne Lin Rina zuerst fragen: Woher kriegst du deine Ideen?

Lin Rina Das ist eine Frage, die mir oft gestellt wird und die leider gar nicht so leicht zu beantworten ist. Ich behaupte immer gerne, die Ideen liegen einfach so herum, weil es oft die Kleinigkeiten des Alltags sind, die einen schlussendlich zu irgendeiner Idee führen, die dann hinterher eine Geschichte ergibt. Wie der Text-Schnipsel von einem Lied oder einfach wie der Regen grad gegen das Fenster prasselt. Mich motivieren immer Hitzewellen zu irgendwelchen Büchern. Und Träume sind natürlich auch ganz vorne mit dabei. Was das Unterbewusstsein produziert, was es aus unseren Ängsten und aus unseren Wünschen macht ist oft so faszinierend und regt bei mir zu so so vielen Geschichtsideen an. Aber bei mir, ich merke, es ist ganz oft auch Musik oder der Text von Musik. Einmal stand ich beim Wäsche aufhängen draußen und habe das Volkslied gesungen „Die Gedanken sind frei“ und in dem Moment dachte ich mir, aber was wäre, wenn die Gedanken nicht frei wären? Und schon war die nächste Geschichtsidee geboren.

Kia Kahawa Das ist ja super spannend, dass du genau das ansprichst. Denn einerseits ist Musik eine super Inspirationsquelle. Für mich persönlich aber nur, wenn da kein Text drin ist. Also ich brauche wirklich den Hintergrund, der mich nicht irgendwie auf, der meine Gedanken nicht lenkt. Aber der emotionale musikalische Hintergrund, den kann ich sehr, sehr gut gebrauchen. Und dass du jetzt dieses „was wäre, wenn die Gedanken nicht frei sind“ sagst, das finde ich super spannend. Denn ich habe momentan das Gefühl, alle guten Bücher, die ich lese und die ich mag, beantworten einfach eine „Was wäre wenn“-Frage. Und so kriege ich dann tatsächlich beim Schreiben auch diese kleinen Ideen für Konflikte, für Cliffhanger, für Spannungsschleifen sozusagen, indem ich immer dieses „was wäre, wenn“ oder eher „was, wenn doch“, „was, wenn nicht“, wenn ich mich das frage. Jetzt würde ich gern Julia von Rein-Hrubesch fragen: Was fällt dir zu Ideenfindung ein?

Julia von Rein-Hrubesch Ein tolles Thema. Es ist riesig, vielfältig und bunt. Und ich liebe voll da drüber zu sprechen, weil viele Menschen auch was ganz Unterschiedliches sagen, woher sie ihre Ideen bekommen und Inspirationen. Ich schließe mich da der Mehrheit an. Dass Reisen unheimlich inspirierend ist, das stimmt natürlich. Andere Kulturen zu sehen. Andere Menschen. Die Natur. Aber ich kann auch sehr viele große Sachen aus kleinen Dingen schöpfen. Ich habe eine Novelle geschrieben, nachdem ich in der Wanne lag und eine Motte an der Decke flog. Aus Artikel lesen. Dokumentationen schauen. Das finde ich immer faszinierend. Letztens habe ich eine Dokumentation über die Goldgräber gesehen in Kanada. Und dann hat es mich sofort in den Fingern gejuckt, darüber etwas zu schreiben oder das irgendwo einzubauen. Es geht ja nicht nur darum, dass man das sofort als Thema nimmt, sondern das vielleicht so als Nebenstrang einbaut. Das finde ich immer voll spannend. Natur ist, Natur und Menschen sind für mich die größten Inspirationen. Bäume. Ich glaube, ich habe schon 20 Kurzgeschichten über Bäume geschrieben. Vielleicht so Oden an Bäume.

Kia Kahawa Ach Julia, ich bin total froh, dass du bei diesem Podcast dabei bist. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich dir zuhöre, dass ich dadurch inspiriert werde. Du bist für mich so inspirierend, dass mir jetzt Ideen kommen, indem ich dir zuhöre. Und ich glaube, das ist auch so ein kleiner Tipp, den ich an unsere Zuhörer und Zuhörerinnen geben möchte: Hört Leuten zu. Hört euch auch Podcasts an. Natürlich, schaut auch Dokumentationen, lest Artikel und zwar vielleicht genau zu den Themen, die gerade nicht relevant sind. Das kann ich mir super super gut vorstellen, dass eine Dokumentation zu, was habe ich denn neulich gesehen? Neulich habe ich so eine Arte-Dokumentation gesehen. Das war glaub ich in sieben kleinen Teilen á 3 Minuten? 5 Minuten? Über Social Media und wie das anfing. Also so richtig mit Radio Frequenzen, nee mit Telefon. Also da gab’s so ein geheimes Telefonnetzwerk und dann gab es irgendwas, also in den ganz ganz alten Jahren. 1980 oder so. Wie sich da die ersten sozialen Netzwerke, digital oder eben auch durch andere technische Errungenschaften, gebildet haben. Und das hat mich super inspiriert, obwohl ich jetzt nicht gesagt habe, hey, ich möchte genau darüber schreiben. Im Gegenteil. Es hat mir einfach so einen gewissen Inspirationsschub, so einen Vibe, so eine Mentalität oder so gegeben. Falls das irgendwie verständlich war. Dann kommen wir doch mal zu Charles H. Barnes oder Charles H. Barnes. Und ich würde gerne von dir, lieber Charles, wissen: Wie kommst du denn zu deinen Ideen?

Charles H. Barnes Meine Ideen kommen eigentlich entweder, wenn ich spazieren gehe oder faul auf der Couch herumsitze. Hauptsache, der Kopf ist frei, Tagträumen ist eingeschaltet. Man achtet gar nicht mehr auf die Umgebung. Man träumt einfach nur ein bisschen. Dann kommt auch schon die Szene, die man echt interessant findet. Figuren, die man mag oder auch nicht mag, ihre Beweggründe, ihre Hintergründe, ihre Vergangenheit. Das reicht doch schon, um das niederschreiben zu wollen. Alles andere kommt dann peu à peu.

Kia Kahawa Vielen Dank für diesen Einblick. Jetzt würde ich gerne von Magret Kindermann wissen, wie gehst du mit deinen Ideen um?

 

Magret Kindermann Mit meinen Ideen gehe ich sehr spielerisch um. Ich habe eigentlich keine großartigen Pläne, wie ich das mache, weil ich bisher auch selten jetzt verkrampft nach irgendwas suchen musste. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im Grunde genommen versuche, nicht die erste Idee zu nehmen, weil die erste Idee ist meistens eine auf der Hand liegende Assoziation. Und es hilft, wenn man die beiseiteschiebt und überlegt, was gibt’s noch Komisches? Und ja, Komisches. Was gibt’s einfach, was ist ein bisschen abwegiger ist? Vielleicht auch irgendwie zwei Sachen zusammenbringen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, damit man doch irgendwie noch etwas Interessantes oder Neues erschaffen kann. Das ist eigentlich so der Fahrplan, mit dem ich sehr gut fahre. Und das macht mir auch am meisten Spaß.

Kia Kahawa Ich erlaube mir mal, das so ein bisschen zusammenzufassen. Also meine vier Gäste für den heutigen Podcast haben jetzt gesprochen von Natur, von Musik, von Dokumentationen, von Musik, mit Text und mit diesen „was wäre, wenn es anders wäre oder wenn es so wäre“ Fragen, Spaziergänge, Nichtstun, Reisen und eben das Verwerfen der ersten Assoziationen und ein bisschen tiefer graben. Und all diese Ideen sorgen dann dafür, dass wir als Autorinnen und Autoren inspiriert sind, etwas zu schreiben. Und zum Thema Inspiration gibt es ja diesen Mythos der Muse. Wobei, vielleicht ist das ja gar kein Mythos. Lasst uns doch einfach mal über das Thema Muse sprechen. Liebe Lin, was ist eine Muse? Was ist das? Ist das eine Elfe? Eine Fee? Ein humanes Wesen? Ist das unsichtbar? Eine Energie? Erzähl mal, was ist eine Muse?

Lin Rina Hm, also meine Muse ist definitiv eine Frau. Aber wie sie aussieht? Sie wird wahrscheinlich Tee trinken. Aber Tee ist einfach das Elixier überhaupt, deswegen wird auch meine Muse Tee trinken. Naja, und begegnen tut sie mir in den meisten Fällen in der Dusche. Oder an anderen Orten, an denen man sich gerade entspannt und die Kreativität so richtig schön durch den Kopf fließen kann. Wie zum Beispiel, wenn man gerade auf dem Klo sitzt oder kurz vor dem Einschlafen im Bett, wenn man eigentlich ganz dringend schlafen sollte, aber der Kopf nicht aufhört Ideen zu spinnen. Deswegen habe ich auch immer ein Notizbuch am Bett und eins auf dem Klo und eins im Badezimmer. Kommt leider gar nicht so unhäufig vor, dass ich mitten beim Duschen das Wasser ausstelle, schnell raushüpfe, mir die Hände abtrocknen und eben ein paar Dialogschnipsel notiere, damit ich sie nicht vergesse. Ja, und es raubt mir natürlich auch regelmäßig den Schlaf. Aber wenn die Muse kommt, dann wäre es ja schade, sie zu vergeuden.

Kia Kahawa Das finde ich super spannend. Und da fällt mir ein, dass ich in „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King gelesen habe, dass er sich seine Muse wie einen fetten, haarigen Säufer vorstellt, der irgendwo in der Ecke sitzt und manchmal so voll im Delirium ist. Und manchmal hat er Bock und dann ist er trotzdem sehr, sehr ruppig. Das fand ich halt super witzig. Das wollte ich jetzt einfach mal so gesagt haben, denn von der Muse gibt es tatsächlich sehr viele unterschiedliche Ansichten. Julia, wie sieht es bei dir aus?

Julia von Rein-Hrubesch Das ist eine interessante Beschreibung seiner Muse. Meine Muse ist definitiv natürlich. Ich denke, sie ist ein Baum. Eine junge, graziöse Linde oder ein knorriger alter Birnbaum. So im Wandel der Jahreszeiten verändert er sich dann. Meine Muse ist auch nicht gleich. Die verändert sich. Genau. Die Frage, wo es mir begegnet, die finde ich auch total interessant. Stellt euch mal vor jemand geht los und sucht seine Muse. Das ist doch voll die gute Geschichte. Da ist sie schon, die Muse. Ich denke auch, wo wir schon von Stephen King sprechen, er hat ja auch gesagt, dass er davon ausgeht, dass es möglich ist oder dass es eigentlich so ist, dass man das antrainiert. Wenn man sich hinsetzt und schreibt, dass dann irgendwann man automatisch kommt in diese Ideenfindung und das, was die Muse ja mit sich bringt. Man muss ihr ja auch nicht immer gleich ganz direkt begegnen. Es reicht ja schon, wenn sie einen streift. Und ich denke, ja, dass das möglich ist, wenn man es immer wieder macht, sich immer wieder zum Schreiben hinsetzt, dass man das dann schafft immer von ihr zumindest berührt zu werden.

Kia Kahawa Okay, vielen lieben Dank, Julia. Jetzt sind wir von einer Frau über einen fetten, haarigen Säufer bis hin zu einem Baum gekommen. Da bin ich mal super gespannt, was Magret dazu sagt.

Magret Kindermann Für mich ist die Muse tatsächlich kein Ding, das außerhalb von mir ist, sondern eher ein Teil von mir. Ich würde es als etwas bezeichnen, was mehr einem Zustand gleicht. Einen Flow ergibt, vielleicht. Ja, sie begegnet mir, wenn ich entspannt bin. Wenn ich mich nicht zwinge. Wenn ich das Leben feiere und wenn mein Ego nicht so im Vordergrund ist. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt. Mein Ego und meine Muse, die beiden vertragen sich nicht sonderlich. Aber beide sind eben auch ein Teil von mir. Das heißt, die sind so ein bisschen im Streit miteinander. Im Streit nicht, aber, genau, man muss sie halt manchmal ein bisschen balancieren.

Kia Kahawa Dankeschön. Kommen wir mal zu Charles. Wie sieht das bei dir aus? Gibt’s für dich eine Muse? Bist du auch so inspiriert durch etwas von innen oder von außen? Was sagst du zum Thema Muse?

Charles H. Barnes Wenn ich ehrlich bin, über Musen habe ich nie groß nachgedacht. Ich muss einfach schreiben. Ich muss mich schon anstrengen, wenigstens einen Tag der Woche nicht zu schreiben. Besser zwei. Einfach wie einen ganz normalen Job behandeln, maximal fünf Tage die Woche schreiben. Natürlich, wenn man kann und nicht gerade Lohnarbeit machen muss. Aber wenn ich nicht schreibe über einen längeren Zeitraum, werde ich echt unzufrieden.

Kia Kahawa Da sagst du etwas, das mich gleich zum nächsten Thema bringt. Denn wenn man unzufrieden ist, wenn man nicht schreibt, dann sollte man schreiben. Aber man kann auch unzufrieden sein, weil man nicht schreiben kann. Thema Schreibblockade. Hast du Erfahrungen mit Schreibblockaden gemacht?

Charles H. Barnes Ich muss sagen, selbst nach dem dritten Buch habe ich keine wirkliche Schreibblockade erlebt, darum kann ich da nicht wirklich viel dazu sagen. Höchstens zu Szenen, wo man nicht mehr wirklich weiß, wie es weitergeht. Irgendwie kommt einem alles langweilig vor. Man ist uninspiriert. Was macht man? Also ich klappe erstmal meinen Laptop zu. Am besten Kopf abschalten. Vielleicht ein bisschen spazieren gehen. Und wenn es dann immer noch nicht geht, bis zum nächsten Tag warten. Nur ein Tipp von mir: Ich habe gemerkt, diese Pause sollte man nicht zu groß werden lassen. Zur Not schreibt man den größten Bockmist einfach auf, überarbeiten kann man immer noch. Wenn man sich irgendwie eine Woche oder mehr Zeit lässt, ist man dann richtig raus und der Widerwille weiterzumachen zu groß.

Kia Kahawa Oh ja. Hey, das kann ich total unterschreiben. Ich habe mich inzwischen zu so einer Art Saison-Arbeiterin entwickelt. Eigentlich will ich ganz gerne täglich schreiben und ich weiß auch tägliches Schreiben hilft mir extrem. Und nur, weil ich seit, ich glaube Mitte Oktober diesen Jahres, jeden Tag schreibe. Nein, ich glaube, das war Ende Oktober. Egal. Seitdem funktioniert es einfach besser und die Qualität wird auch enorm viel besser. Und weil ich mich auch an den Tagen, an denen ich keine Lust habe, dazu zwinge, kommt bei mir jetzt tatsächlich keine Schreibblockade mehr vor. Aber wir sprechen auch von einem Zeitraum von, naja, weniger als zwei Monaten. Aber ich hatte ganz, ganz große Probleme damit anzufangen mit dem aktuellen Projekt. Und auch mit vergangenen Projekten hatte ich riesen Probleme anzufangen und habe gar nicht geschrieben, bis ich dann irgendwann wieder angefangen hab zu schreiben. Also ich spreche jetzt wirklich von Monaten, die dazwischenlagen. Und wenn ich dann wieder drin war und drangeblieben bin und immer weitergemacht habe und auch, wie du sagst, diesen Bockmist aufgeschrieben habe, der manchmal in so einer halb blockierten Phase einfach nur zustande kommt, dann habe ich es geschafft. Und dann schreibe ich auch ein komplettes Manuskript, wenn es vorher gut geplant ist, in zwei oder drei Monaten. Das ist dann kein Ding. Sobald ich dann aber eine Woche pausiere oder länger, dann wird aus dieser Woche sehr, sehr schnell tatsächlich ein halbes Jahr. Und deswegen unterstreiche ich und highlighte ich einfach alles, was du sagst. Wie sieht es denn bei dir aus, Lin? Was sagst du zur Schreibblockade?

Lin Rina Ja, Schreibblockaden sind böse Tiere. Ich glaube aber, dass sie auch nicht ohne Grund kommen. Bei mir kommen Schreibblockaden oft gepaart mit Leseflauten und das zeigt mir immer ganz offensichtlich, dass mein Kopf einfach nicht bereit ist, sich auf eine andere Geschichte als die Realität einzulassen. Meistens sind das Zeiten, in denen bei uns zuhause es drunter und drüber geht. In denen es viel zu planen gibt. In denen ein Problem ansteht, das mein Kopf zu lösen hat oder in denen mein Kopf einfach festhängt und ich keine Kapazitäten für andere Welten habe. Und wenn ich in so eine Phase gerate, versuche ich sie nicht zu bekämpfen, sondern mich um mein reales Leben zu kümmern, damit ich, wenn das abgeschlossen ist, ich mich wieder auf die Geschichten einlassen kann. Natürlich gibt es aber auch Zeiten, in denen die Schreibblockaden nicht ein Problem von außen sind, sondern einfach nur Lustlosigkeit, Uninspiriertheit oder manchmal auch Faulheit. Und das sind Zeiten, in denen ich mich auch gerne mal zwinge zu schreiben. Denn Schreiben ist halt nicht nur mein Hobby, sondern mein Beruf. Und wenn man arbeiten soll, dann muss man arbeiten. Deswegen, das sind so… Was ich gerne mache, ist, Pinterest zu durchforsten, weil Pinterest nicht nur eine Zeitfalle, sondern auch eine große Quelle an Inspiration ist. Ich erstelle dann gerne Pinnwände und Unterkategorien. Ich sortiere die Eindrücke, die ich bekomme, um meinen Kopf zu sortieren. Ich suche auch gerne Musik raus, erstelle Playlisten, versuche mir die Stimmung des Buches durch die Musik zu holen. Und was mir auch besonders viel hilft, ist Telefonieren oder Sprachnachrichten machen, was ich auch oft tue, wenn Freunde nicht zur gleichen Zeit Zeit haben wie ich. Ja. Einfach darüber reden, was ich vorhabe zu schreiben. Und dadurch entsteht schon durch den Prozess des Redens und auch des Hin- und Herlaufens, denn ich kann nicht stillsitzen während ich rede, einfach neue Ideen, die, während ich es erzähle, sich selbst entwickeln. Und das hilft mir dann sehr dabei, wieder in das Buch zu finden, die Charaktere kennenzulernen und weiter zu schreiben.

Kia Kahawa Das sind ja super Tipps. Vielen Dank dafür. Also gerade das mit dem vom Reden zum Schreiben kommen, mit den Sprachnachrichten oder einfach ein Telefonat führen, das werde ich definitiv mal beherzigen. Denn bei mir ist das Schreiben auch der Beruf und ich habe gemerkt ich habe eine lese Flaute seit, ich glaube seit August schon. Seitdem höre ich nur Hörbücher und dann auch nur sachliche, also Sachbücher und Ratgeber und so. Und aktuell sieht es leider nicht so aus, als könnte ich irgendwie Zeit freischaufeln zum Lesen. Also nicht mehr dieses Jahr. Definitiv nicht. Daher vielen Dank für den Tipp. Liebe Magret, wie sieht es denn bei dir aus? Thema Schreibblockade. Was hast du zu sagen?

Magret Kindermann Schreibblockaden sind nie so mein Problem gewesen. Ich habe manchmal Momente, in denen ich nicht schreiben will. Das finde ich aber ehrlich gesagt nicht weiter schlimm. Das liegt aber auch daran, dass ich jetzt nicht irgendwie krampfhaft irgendwas abgeben muss und bei solchen Sachen, auch wenn ich Deadlines hatte, die ich mir auch selbst gemacht habe, ich bin eigentlich, also ich mache mir da immer sehr viel Puffer rein und ich arbeite oft auch dann recht viel daran und habe da nicht so die Probleme damit. Und neulich hatte ich aber z.B. mal einfach die Situation, in der ich dachte, ach, heute Abend habe ich ein bisschen Zeit, wenn mein Kind im Bett ist. Und was schreib ich denn mal? Und dann ist mir nichts eingefallen. Und ich wollte, ich wusste, ich wollte nicht am Roman weiterschreiben und hätte gerne irgendwie was neues, Kleines gemacht und hatte einfach keine Idee. Und das war dann auch in Ordnung. Und dann habe ich es sein lassen. Ich habe gelernt, dass Gehenlassen nicht schlecht ist, dass es auch etwas Schönes ist, wenn man mal nicht kreativ sein will oder nicht kreativ sein muss. Das ist ja auch immer so eine Sache. Wenn man einfach mal sich gehen lassen kann, träumen kann, faul sein kann, irgendetwas anders machen kann und nicht immer nur kreieren, kreieren, kreieren. Von daher bin ich da relativ tolerant mit mir selbst und lass uninspirierte Zeiten, einfach uninspiriertes Zeiten sein.

Kia Kahawa Einfach mal sein lassen im Sinne von, ich bin jetzt so, ich brauche das jetzt nicht und gut zu sich selbst sein. Das klingt super, super wertvoll und nach einer Eigenschaft, die jeder immer gebrauchen kann. Fast könnte ich jetzt darauf wetten, dass Julia etwas Ähnliches sagt und auch voll dafür ist, dass man gut zu sich selbst ist und niemals gegen Blockaden kämpft, sondern sie hinnimmt und etwas aus ihnen macht. Julia, liege ich richtig?

Julia von Rein-Hrubesch Eine Schreibblockade. Ich werde total bockig und fühle mich persönlich beleidigt, wenn ich nicht schreiben kann. Also ich weiß auch nicht so richtig, wie man eine Blockade definiert. Ich glaube, da gehört schon sehr viel dazu, dass man vielleicht mehr als unlustig und unmotiviert ist, sondern dass man tatsächlich nicht schreiben kann. Ich weiß auch nicht, ob mir das schon mal so ging. Aber ja, wenn ich unlustig bin oder unmotiviert, dann bin ich wirklich, dann hat man keine Freude mit mir. Was ich dann tue? Ja, nix außer zu bocken und zu warten, dass es vorbeigeht.

Kia Kahawa Okay, das ist ja super spannend. Ich habe dich total falsch eingeschätzt, gerade, aber umso besser, dass du das jetzt hier offenbart hast. Ich glaube, bockig sein darf man auch. Ich persönlich merke aber, wenn ich bockig bin, dann, naja, dann sorge ich dafür, dass ich ziemlich lange nicht schreibe. Und dann kommt es wieder dazu, dass ich ein halbes Jahr lang gar nichts mache. Und deswegen bin ich dann doch lieber dafür, dass so wie Charles zu machen. Also einfach weiterschreiben und auf gar keinen Fall zu viel Pause zu machen. Aber wir haben ja jetzt ganz viel gehört. Magret gibt den Tipp, einfach so die Situation der uninspirierten Zeit einfach hinzunehmen und das zu akzeptieren. Mit genug Puffer zu planen und dann wann anders weiter zu schreiben. Charles hat, wie gesagt, gesagt, schreib weiter, mach bloß keine Pause. Und auch wenn es der letzte Rotz ist, kriege es zu Papier. Mach weiter. Lin ist eher so dafür, sich in der Realität, auf die man sich ja gerade noch einlassen kann, irgendwas zu holen und dann auch mal damit umzugehen, dass man wieder in die Fiktion eintauchen kann. Und Julia bockt tatsächlich einfach, bis es vorbei ist. Das finde ich super, super spannend. Und tatsächlich ist diese Podcast-Folge jetzt auch schon kurz vorm Ende. Wir haben jetzt ausführlich über die Schreibblockade gesprochen. Davor war nochmal das Thema Muse. Wir hatten da einen Baum, wir hatten eine Frau, wir hatten eine Energie aus dem Inneren, die im Kontrast zum Ego steht. Und wir hatten auch eine nicht existente Muse und den fetten, haarigen Säufer. Außerdem haben wir darüber gesprochen, woher die Ideen kommen. Und da gab es wirklich sehr, sehr viele Ideen dazu, woher Ideen kommen. Ich bin absolut zufrieden mit dieser Podcast-Folge und bedanke mich ganz, ganz herzlich bei Lin Rina, Julia von Rein-Hrubesch, Charles H. Barnes und Magret Kindermann.

 

In dieser Folge mit dabei:

 

Julia von Rein-Hrubesch

Website: www.juliaschreibtblog.wordpress.com

Twitter: www.twitter.com/JuliaInNathen

 

Charles H. Barnes

Twitter: https://twitter.com/CharlesHBarnes

 

Magret Kindermann

Facebook: https://www.facebook.com/MagretKindermann

Twitter: https://twitter.com/magretkind

Instagram: https://www.instagram.com/magretkind/

 

Lin Rina

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lin_Rina

Instagram: https://www.instagram.com/teekind

 

… und ich: Kia Kahawa

Website: https://kiakahawa.de/

Twitter: https://twitter.com/kiakahawa

Instagram: https://www.instagram.com/kiakahwa/

Facebook: https://www.facebook.com/kahawakia

Buchensemble: https://www.buchensemble.de/

 

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Kreatives Schreiben lernen

Kreatives Schreiben lernen

Heute reden wir darüber, wie man kreatives Schreiben erlernt

Wir, das sind Alexander Greiner, Lily Magdalen, Liv Modes und ich, Kia Kahawa.

Wir sprechen über Tipps für Jungautor*innen, die 2021 ihr erstes eigenes Buch schreiben wollen. Wir reden aber auch darüber, wie wir uns laufend im Schreiben verbessern, und darüber, wo und wie wir kreatives Schreiben erlernt, erprobt und schließlich so weit entwickelt haben, dass wir unsere eigenen Bücher veröffentlichen konnten.

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Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Transkript des Podcasts

Kia Kahawa Als erstes würde ich gerne mit meinem ersten Gast, Alexander Greiner, ein bisschen darüber sprechen, wie das denn so ist, so das erste eigene Buch zu schreiben. Lieber Alex, wenn jetzt jemand zu dir kommt und sagt: Hey, ich will mein erstes Buch schreiben, so 2021 komplett, so als Ziel. Was wäre so das, was du zu sagen hättest?

Alexander Greiner Wenn mir Menschen sagen, dass sie auch ein Buch schreiben möchten, dann sage ich ihnen: Mach‘ es! Warum zögerst du? Was musst du ändern, damit du es endlich tust? Und welchen Rahmen musst du dir schaffen, um damit zu beginnen?

Kia Kahawa Okay. Dankeschön. Weise Worte. Wie war das denn bei dir, als du überhaupt angefangen hast, dann wirklich deine Texte zu einem Buch zu schreiben? Wie begann das bei dir?

Alexander Greiner Ich hatte schon viele Jahre die Idee, ein Buch zu schreiben, aber ich habe mich nie wirklich darum gekümmert. Und dann, als das Buch in greifbarer Nähe war, dann ist es mehr oder weniger von selbst gegangen. Warum? Weil ich davor schon ganz viele Texte gesammelt habe, die ich nicht aus dem Impuls heraus geschrieben habe, sie in einem Buch zu verwenden. Sondern damals ging es mir nur um das Schreiben selbst.

Kia Kahawa Und gibt es etwas, das du als Anfänger selbst gerne von anderen gehört hättest?

Alexander Greiner Was ich als Anfänger gern gehört hätte? Stellst dich nicht an. Schreib einfach. Zögere nicht und zweifle nicht zu viel. Und hol dir am Anfang nicht zu viel Feedback. Naja, und scheiß dich nicht an: Aufgeschrieben ist noch nicht veröffentlicht.

Kia Kahawa Okay. Aufgeschrieben ist noch nicht veröffentlicht. Einfach schreiben und nicht zu viel Feedback einholen. Das halte ich für echt gute Tipps. Ich habe, als ich angefangen habe zu schreiben, sehr sehr darauf geachtet, dass das, was ich schreibe, irgendwie Genialität ist, die vom Himmel fällt. Also das war so meine Erwartungshaltung an mich selbst. Und am Ende kam da dann auch nicht das raus, was ich gerne da gesehen hätte. Und dann dachte ich gleich: Oh Mensch, mein Talent ist verloren gegangen und ich kann niemals so schreiben. Also ich muss sagen, ich habe angefangen, da wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht, dass es ein Lektorat gibt. Ich dachte, ich nehme mir ein Buch aus dem Schrank von Rowohlt, das war da gerade mein bevorzugter Verlag, ich blättere das Buch auf, ich lese, ich glaube, Hans Rath hatte ich damals gelesen. Und dann dachte ich, wenn ich ein Buch schreibe, dann muss es vom ersten bis zum letzten Wort in der ersten Rohfassung, die dann ja auch gedruckt wird – Spoiler: Nein, wird sie nicht – ja, das muss dann genau so sein. Also ich ging davon aus, ich muss mich hinsetzen und von Anfang bis Ende ein Buch schreiben. Nicht ein Manuskript, nicht eine Version, keinen Entwurf, keine Rohfassung, ein Buch. Einfach so, wie man es dann liest. Ich würde diese Frage jetzt einfach ganz gerne mal weitergeben an Lily Magdalen. Wie sieht es bei dir aus? Stell dir mal vor, du wärst wieder Anfängerin und was hättest du da gerne gehört?

Lily Magdalen Ja, was hätte ich als Anfängerin gerne für Schreibtipps gehört? Kann ich gar nicht so genau beantworten, weil ich muss die Sache andersherum angehen bzw. für meinen Roman, den ich jetzt dieses Jahr veröffentliche, andersherum angehen. Als ich den angefangen habe zu schreiben, im NaNoWirMo 2017, da hatte ich schon unzählige Schreibtipps gelesen, gehört. Ich hatte mich ja ausgetauscht, war jahrelang wirklich auch Mitglied in der Schreibnacht und war auch super aktiv schon immer in der Bubble. Insofern, ja, meine Pinterest Pinnwand zum Thema Schreibtipps, die platzt aus allen Nähten und die platzte auch schon damals aus allen Nähten. Und vielleicht wäre das jetzt genau das, was ich auch hier als Tipp mitgeben möchte, dass ja, also ich finde das Wichtigste, wenn man sich vorgenommen hat, jetzt ein Buch zu schreiben, dann hat man ja diesen Drang, dann will man das machen. Man setzt sich hin, fängt an. Ich finde, das Wichtigste ist dranbleiben, tatsächlich. Dranbleiben kann für jeden ganz anders aussehen. Ganz unterschiedlich. Das kann sein, du setzt dich wirklich jeden Tag dran, schreibst eine bestimmte Wortzahl. Das kann sein, du nimmst dir immer am Wochenende Zeit dafür. Das kann auch sein, dass du das ganz unstrukturiert in dem Sinne angehst und dich immer dann dransetzt, wenn du grad ein Zeitfenster findest. Ganz egal, was es davon ist – weitermachen. Wenn man steckenbleibt – weitermachen. Wenn es schwierig ist – weitermachen. Dranbleiben. Dranbleiben. Und ja, wenn man in so einer Phase drin ist, wo man steckengeblieben ist, dann hört sich dranbleiben ganz furchtbar an. Weil wie? Wie soll man dranbleiben? In so einem Moment weiß man es gar nicht. Ja, die einen schaffen sich Rituale, können nur mit Kerzen und dem Lieblingstee schreiben. Die anderen setzen sich im ICE auf dem Boden und tippen irgendwie ein paar Wörter ins Handy. Das ist alles total richtig und in Ordnung. Deswegen, um nochmal quasi auf meinen Anfang zurückzukommen, ich finde es wichtig, klar, sich Schreibtipps durchzulesen und auch zu suchen, sich auch ein bisschen Handwerkszeug anzulesen, aber sich davon nicht verunsichern zu lassen. Viele Schreibtipps, denen man begegnet, die werden einem so als die absolute Wahrheit verkauft. Oder, wenn das nicht der Fall ist, scheinen zumindest so. Gerade wenn man anfängt, das erste Buch schreibt oder so, dann denkt man sich: Oh Gott, ich muss das auf jeden Fall so machen, sonst ist das falsch. Und da würde ich gerne einfach ermutigen: Findet was, was für euch funktioniert. Wo ihr euch wohl mit fühlt. Und wenn ihr das gefunden habt, dann einfach dabei bleiben, auch wenn halb Twitter es anders macht. Deswegen, genau. Für mich gehörte dazu übrigens, zu diesen Momenten, die mir geholfen haben dranzubleiben und was auch für mich funktioniert hat, wenn ich steckengeblieben bin und ich wusste: Okay, ich muss jetzt, ich muss jetzt von hier nach da oder eigentlich kommt jetzt die Szene, aber ich schreibe die/. Es fällt gerade so schwer. Dann habe ich mir a) die Erlaubnis gegeben, einfach irgendwas zu schreiben. So, das muss jetzt nicht gut werden. Schreib jetzt irgendwas hin. Und, eckige Klammer auf, hat mir einfach im ganzen Schreibprozess so unglaublich viel geholfen. Eckige Klammer auf, in deinen eigenen Worten reinschreiben, was da jetzt hin soll, so quasi, wie wenn du es jetzt per Sprachnachricht einer Freundin erzählst, eckige Klammer zu und dann mit der Szene weitermachen, wo es wieder flutscht. Das hat mir richtig gut geholfen. Und dann am Ende gab es natürlich Lücken zu füllen, aber das, ja genau. Aber in dem Sinne, wenn jetzt jemand sich den Tipp anhört und sich denkt, okay, eckige Klammer auf, damit kann ich gar nichts anfangen. Fallen lassen. Bloß, weil Lily Magdalen das in dem Podcast gesagt hat, muss das nicht stimmen. Findet was, was für euch selber funktioniert. Und genau. Und dann viel Spaß. Ist eine tolle Sache, das erste Buch schreiben.

Kia Kahawa Ah, das ist schon ein bisschen hart. Also dieses Dranbleiben. Ich weiß sehr, sehr gut, wovon du sprichst und wie wichtig das ist. Und ich habe auch gelernt, dass, wenn man eine Schreibblockade hat, dass man dann weiterschreiben soll. Und auch, dass man, wenn man eine Schreibblockade vermeiden möchte, dass man dann in einer Schreibsession aufhören soll, wenn’s am besten läuft. Wenn ich weiß, wie es weitergeht. Und das fällt mir immer richtig schwer. Also auf beiden Seiten fällt es mir super schwer. Denn einerseits, wenn ich weiß, wie es weitergeht und ich bin total im Buch drin und ich lebe in der Szene, dann will und kann ich nicht aufhören. Und bei einer Schreibblockade, auch wie du sagst, dieses „dann schreib halt irgendwas und erlaubt dir das da auch quasi mal Mist zu schreiben“, das fällt mir super schwer, denn ich hasse Überarbeiten. Wer mir schon mal bei Twitter über den Weg gelaufen ist, als ich überarbeitet habe, hat gemerkt, dass ich überarbeiten wirklich, wirklich nicht sehr gerne mag und dass es/ Ich bin so ein Planungsfreak. Ich kann es überhaupt nicht leiden zu überarbeiten, denn, wie du schon sagst, man kann sich irgendwas vornehmen: so viele Stunden oder so viele Wörter pro Tag oder pro Einheit oder irgendwas, aber überarbeiten geht gar nicht. Ist aber zum Glück nicht Thema dieses Podcasts und deshalb können wir mit dem Thema einfach mal weitermachen. Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für diese vielen guten Worte. Jetzt würde ich ganz gerne von meinem dritten Gast von heute etwas hören, nämlich Liv Modes. Liebe Liv, erzähl du uns doch mal, was für Tipps du einem Schreibanfänger oder einem Jungautoren, Jungautorin jetzt einfach mal geben würdest. Einfach unter der Voraussetzung jemand kommt hin und sagt: Ich möchte nächstes Jahr endlich mein Buch schreiben. Was sagst du?

Liv Modes Mein Tipp für Leute, die 2021 ihr erstes eigenes Buch schreiben wollen, ist: Lasst euch nicht entmutigen. Es wird der Moment kommen, an dem ihr eure Geschichte hasst. An dem ihr am liebsten die Datei in den Papierkorb verschieben wollt. An dem ihr alles löschen wollt und jeglichen Hinweis darauf vernichten wollt, dass dieser Text jemals existiert hat. Please don’t. Ich verspreche, das geht vorbei. Schreiben ist zwar fancy und Schreiben ist ein total cooles Hobby und es ist super cool, ein eigenes Buch zu schreiben, aber es ist auch verdammt harte Arbeit, die sehr viel Durchhaltevermögen erfordert. Und wenn es sich nicht immer anfühlt, wie das Allerbeste auf der Welt, dann ist das völlig in Ordnung. Gerade wenn man am Anfang noch steht und erst einmal seine eigene Stimme entwickeln muss, einen eigenen Stil entwickeln muss, dann ist es völlig in Ordnung, wenn Sachen auch mal nicht funktionieren. Dann darf man sich auch ausprobieren und dann darf man Sachen auch anders machen und dann darf man seine Texte ruhig auch mal hassen. Der erste Entwurf ist sowieso immer Scheiße. Das ist auch eine Sache, die hätte ich, als ich angefangen habe, gerne gewusst und ich hätte mir gewünscht, dass mir das jemand sagt: Der erste Entwurf ist immer Scheiße. Und das ist der Zweck eines ersten Entwurfs, Scheiße zu sein. Wichtig ist erst einmal, dass die Geschichte erzählt wird. Nachbessern und überarbeiten kann man später immer noch. Und gerade, wenn man am Anfang steht und erst einmal sich reinfindet in die ganze Sache, muss man auch nicht gleich beim ersten Entwurf direkt alle Schreibtipps berücksichtigen, die man irgendwo gelesen hat und alle Plotting-Methoden anwenden, von denen man irgendwo gehört hat. Erst einmal schreiben. Verbessern kann man immer noch.

Kia Kahawa Und was hättest du als Schreibanfängerin ganz gerne gehört?

Liv Modes Feedback. Feedback tut weh, ist aber wichtig. Das ist ein Satz, den hört man oft. Und grundsätzlich stehen wir dann alle da und nicken fleißig. Wenn wir dann aber die ersten negativen Kommentare zu Texten bekommen, dann stehen wir da und sind total fertig. Und das ist ein Punkt, den ich gerne Leuten mitgeben würde, die gerade auch anfangen: Schreibt erstmal. Findet eure Stimme. Und wenn ihr Feedback bekommt, dann nehmt es nicht persönlich. Schaut, was davon kann ich wirklich auf meinen Text anwenden? Was davon hilft mir auch besser zu werden? Lernt einen reflektierten Umgang mit Feedback, weil es macht euch nur besser. Es tut zwar weh, es tut immer weh, wenn ein eigener Text, den man total liebt und wo man total viel Energie reingesteckt hat, erst einmal auseinandergenommen wird. Aber es kann euch nur besser machen.

Kia Kahawa Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich würde mich jetzt noch dafür interessieren, wie habt ihr kreatives Schreiben gelernt? Lasst uns da mal mit Liv Modes anfangen. Wie bist denn du zum Schreiben gekommen?

Liv Modes Ich bin über Liebeskummer zum Schreiben gekommen. Ich war 13, total unglücklich verliebt in diesen einen Typen und hab angefangen, die schlimmsten, schlechtesten Liebesgedichte der Welt zu schreiben. Dann kamen Kurzgeschichten hinzu. Ich habe festgestellt: Okay, meine Kurzgeschichten sind nicht ganz so scheiße wie meine Liebesgedichte. Und die Sache mit dem Typen hatte sich dann irgendwann erledigt. Das Schreiben ist geblieben. Und dann habe ich eine Weile nur für mich selber geschrieben, hatte aber dann relativ schnell auch das Bedürfnis, mich mit anderen darüber auszutauschen, weil es angefangen hat, einen größeren und größeren Teil im Leben einzunehmen. In meinem Umfeld gab’s aber damals niemanden, der auch geschrieben hat oder mit dem ich mich darüber hätte austauschen können. Deswegen habe ich dann den Weg auf Schreibplattformen gefunden, am Anfang BookRix, später auch das Schreibnacht Forum. Und das waren auch die Orte, wo ich angefangen habe schreiben zu lernen in Anführungsstrichen. Also ich habe Schreiben wirklich fast komplett durch learning by doing gelernt, durchs Feedback einholen, darüber über Texte zu sprechen, auch andere Texte zu analysieren und testzulesen. Weil man dann oft sieht, wie machen andere Leute Sachen? Was kritisiere ich bei anderen Leuten? Was möchte ich in meine eigenen Texte mitnehmen? Was möchte ich anders machen? Und in der Hinsicht habe ich wirklich auch wahnsinnig viel durch Lektorate gelernt. Und das ist das, wodurch ich bis heute am meisten lerne. Mittlerweile habe ich mich auch mit ein paar handwerklichen Sachen mehr beschäftigt, wie Plotting-Methoden, Handlungsaufbau, Charakter Design. Aber ich lerne tatsächlich bis heute am meisten über learning by doing. Und es gab bisher noch kein Lektorat, aus dem ich nicht rausgegangen bin und irgendetwas Neues gelernt habe.

Kia Kahawa Oh ja, also gerade das mit den Lektoraten, das kann ich total nachvollziehen und das unterschreibe ich dir sofort. Ich weiß ganz genau, dass mein Schreibstil am Anfang einfach nicht vorhanden war. Und als ich dann die ersten zwei oder drei professionellen Lektorate mitgemacht habe, habe ich danach gemerkt: Aha, das ist aktiv schreiben, das ist passiv schreiben und das ist man und das ist ein Passiv und besser schreibe ich aktiv und bringe das Ganze zum Leben. Und dann kommt noch „show, don’t tell“ und so. Und das ist tatsächlich bis heute so. Also ich habe ja inzwischen/ ich arbeite ja als schriftstellernahe Dienstleisterin, mit Buchsatz und Texterstellung und Werbung und so. Und ich habe ein paar Mitarbeiter und ich erkenne das auf den ersten Blick, ob ein Text gut oder schlecht ist, einfach, weil ich so sehr auf meine alten Laster getrimmt bin, wie ich früher passiv Konstruktionen verwendet habe oder wie ich dieses „man schaute zu ihr rüber“ – ich fand das früher toll, aber ist halt nicht geil. Und ich merke das immer sofort. Ich habe da voll den Scanner-Blick und sehe das auch in fremden Texten und sage dann sofort: Ah, nochmal überarbeiten, ohne dass ich den Text gelesen habe. Und ich höre aktuell ganz viele Hörbücher und irgendwie hab ich das Gefühl, ich kann heutzutage heraushören, ob das ein Buch ist, das übersetzt wurde aus dem Englischen oder ob das im Deutschen selbst geschrieben wurde. Weil die Übersetzer*innen irgendwie diese Passiv-Konstruktionen und diese ganzen Fehler, die ich selber dann so gelernt habe, irgendwie besser übersetzen. Und im Deutschen ist es dann ziemlich häufig so, dass ich tatsächlich das höre und sofort geht bei mir so eine Alarmglocke an und ich denke so: Oh mein Gott, das ist ein Fehler, der wurde mir im Lektorat angekreidet und der hat es im Verlagsbuch verwendet. Also gut, das ist natürlich total übertrieben. Und man lernt im Lektorat zwar wie man was besser schreibt und was man besser machen kann, aber es sind halt eigentlich nicht diese Hammerschlag Geschichten von wegen: Du darfst niemals „als“ verwenden, niemals „dann“, niemals „dies“ oder so. Wobei ich muss sagen, „dies“ verwende ich nicht. Also wenn es die Möglichkeit gibt, „dies“ oder „das“ zu verwenden, ich schreibe immer „das“. Wenn jemand „dies“ schreibt, dann, ich weiß nicht, mir stellen sich da die Nackenhaare auf. Also ich hab ein bisschen zu krass gelernt. Ich muss mich da jetzt bremsen. Ich bin ein bisschen zu streng mit mir. Aber gerade dieses professionelle Lektorat, das wirklich ein Feedback ist, das über das Testlesen hinausgeht, sondern wirklich in Richtung Markttauglichkeit geht. Und dieses Manuskript, das ich jetzt lektoriert habe, sagt dann die Lektorin oder der Lektor, das ist gut, weil… das ist schlecht, weil… Du hast Stärken im Bereich XY. Du hast Schwächen im Bereich XY. Und PS: Hier sind nochmal 1.572 Kommentare an bestimmten Stellen und wenn man die dann alle liest und überarbeitet, dann entwickelt man sich. Und diese Entwicklung, die ist bei mir tatsächlich auch eine der krassesten Entwicklungen. Also durch das Lektorat, nicht durch Schreibratgeber. So, liebe Lily, wie sieht das denn bei dir aus? Wodurch hast du das kreative Schreiben erlernt?

Lily Magdalen Puh, ja. Wie hab ich kreatives Schreiben gelernt? Da ich eigentlich schon immer – schon immer klingt immer so abgedroschen, aber es stimmt einfach – ich hab schon immer geschrieben. Deswegen hab ich jetzt/ ja, ich habe nicht irgendwann beschlossen: Okay, ich will jetzt schreiben und hab’s mir dann durch einen Kurs oder sonstwas angeeignet. Ich habe schon immer geschrieben. Und das waren, teilweise waren das Schulaufsätze. Klar. Dann hatten wir in der vierten Klasse eine ganz, ganz großartige Lehrerin, die, also das war unsere Klassenlehrerin, die hatten wir – Gott, wie war das in der Grundschule – in Deutsch und Mathe auf jeden Fall. Ich glaube, in Heimat- und Sachkunde auch. Aber auf jeden Fall in Deutsch hat sie uns/ gab es einmal pro Woche eine Stunde kreatives Schreiben. Und da haben wir wirklich Geschichten geschrieben und das war so/ es war toll und es war eine meiner Initialzündungen als Kind tatsächlich auch zu sagen: Das will ich machen. Ich habe einfach schon immer geschrieben, ich habe nie damit aufgehört. Wie gesagt, Schreibtipps mir irgendwie im Internet durchgelesen et cetera, mich immer in Schreibforen ausgetauscht, mich immer mit Freundinnen ausgetauscht. Ich glaube ich habe jede Freundin, die ich jemals hatte, zumindest zu Schulzeiten immer irgendwie dazu gebracht, auch zu schreiben. Wir haben immer Geschichten geschrieben und dann ausgetauscht. Ich war da glaube ich relativ penetrant. Dann hab ich extrem viel gelesen, einfach. Also das/ Es wäre so schön, wenn das heute immer noch so wäre, aber es klappt leider nicht. Aber als Schülerin hab ich noch wahnsinnig viel gelesen. Ich war quasi wöchentlich in der Stadtbücherei. Da hab ich mir dann teilweise auch mal ein, zwei Schreibratgeber ausgeliehen und gelesen „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“. Das ist bestimmt vielen ein Begriff. Aber das ist jetzt auch nichts, also da hat für mich nicht, da hat es für mich nicht Klick gemacht. Und beim Thema Kurse besuchen und so hat es auch nie wirklich Klick gemacht. Deswegen, ja autodidaktisch, learning by doing, trial and error. Ich habe einfach schon immer geschrieben und quasi nie was Anderes gemacht.

Kia Kahawa Kreatives Schreiben in der Schule, das klingt ja super traumhaft. Ich erinnere mich dran, dass wir das in der dritten Klasse mal als Thema hatten. Dann hatten wir mal Bildinterpretation, also die Art von Interpretation, wo der Lehrer nicht sagt: Das ist falsch. Das hatten wir in der siebten Klasse und vielleicht irgendwann haben wir mal zwei Wochen lang Gedichte geschrieben, aber das war’s dann auch. Jetzt würde ich gerne Alexander befragen. Wie sieht denn dein Werdegang so aus? Wie bist du zum Schreiben gekommen? Was ist passiert, dass du heute hier bist?

Alexander Greiner Früher habe ich nur, eigentlich nur Profanes geschrieben. Ich komme aus der Unternehmensberatung mit einem sehr starken IT-Fokus. Da hat man natürlich reichlich mit recht komplexen Inhalten zu tun. Aber schon damals hatte ich den Anspruch, dass das, was ich schreibe, erstens schön klingt, zweitens gut lesbar ist und drittens einfach verständlich ist. Ich habe da schon sehr viel an den Formulierungen gefeilt. Das kreative Schreiben kam dann erst vor drei Jahren. Ich wollte mein Schreiben professionalisieren und habe einen Wochenend-Workshop in einem Schreibstudio in Wien gebucht und absolviert. Und danach war ich so angefixt vom Schreiben, dass ich dann einen ganzen Lehrgang dazu gebucht habe, der ein komplettes Jahr gedauert hat. Sogar länger, 13 Monate waren das. Inhalte waren Storytelling, Dramaturgie, Kurzgeschichten schreiben, auch größere Werke, wie Romane, entwickeln, Essays schreiben, schreiben über das eigene Leben und ganz, ganz viele Übungen zum Freischreiben, also um in den Schreibfluss hineinzukommen. Ja, und daneben habe ich natürlich sehr viele Bücher gelesen. Hauptsächlich Romane, aber auch ein bisschen so klassische Schreibliteratur.

Kia Kahawa Und wovon würdest du sagen, das bringt dich im Schreiben am besten weiter? Also was hilft dir dabei, dich zu verbessern?

Alexander Greiner Das ist easy. Lesen. Viel lesen und schreiben, dann das eigene Geschriebene lesen und überarbeiten und viel überarbeiten.

Kia Kahawa Okay, ja, also da stimme ich dir eigentlich voll zu. Aber dann auch doch nicht, denn man kann sich durch Lesen auch den Schreibstil kaputtmachen, jedenfalls, wenn man Kia Kahawa heißt. Denn wenn ich zu begeistert zu gute Bücher lese, dann habe ich beim Schreiben dann den Anspruch, so gut zu sein wie der Autor. Oder das, was mir beim Lesen aufgefallen ist irgendwie, was mich begeistert und mitgerissen hat, das fließt dann irgendwie in mein Schreiben rein. Jetzt nicht so Plagiat-Style, aber irgendwie mach ich mir dadurch dann doch selbst schon mal eine Schreibblockade. Das ist ein bisschen schwierig, aber ich hoffe natürlich, dass das niemandem außer mir sonst so im Wege stehen kann. Wenn du lesen, schreiben und überarbeiten und dann vor allem viel lesen, viel schreiben und viel überarbeiten sagst, wie stehst du da dann zu Feedback?

Alexander Greiner Feedback ist wichtig, aber ich würde es am Anfang nicht überbewerten. Ich finde, jede und jeder muss ihren und seinen eigenen Stil entwickeln. Da ist zu frühes Feedback kontraproduktiv. Lieber würde ich ein paar wenige Schreibtipps beachten, als sich in ein zu enges Korsett zu zwängen, das dann wiederum kein freies Schreiben mehr ermöglicht.

Kia Kahawa Okay, jetzt würde ich gerne von Liv hören: Wie verbesserst du dich im Schreiben? Was hilft dir dabei?

Liv Modes Es gibt ein wunderschönes Meme mit der Antwort auf die Frage, was man denn tun kann, um sich im Schreiben zu verbessern. Und einer der Punkte auf dieser Liste ist tatsächlich: Schreiben. Ich weiß, alle Autor*innen, die gerade vor ihren Manuskripten sitzen und prokrastinieren, werden jetzt entsetzt aufschreien. Aber man muss tatsächlich schreiben, um sich darin zu verbessern. Man muss es üben, wie alles andere auch. Und das ist für mich einer der wichtigsten Punkte, wie ich mich in meinem eigenen Schreiben verbessere, hoffentlich, indem ich mich immer wieder selbst herausfordere. Indem ich neue Sachen ausprobiere und es nochmal versuche, weil es nicht funktioniert hat. Und es dann nochmal versuche, weil es schon wieder nicht funktioniert hat. Und da eben dranzubleiben und zu schauen, was kann ich an Sachen auch in mein eigenes Schreiben integrieren. Der zweite Punkt, der für mich wichtig ist, um mich zu verbessern, ist tatsächlich zu Lesen in den Genres, in denen ich auch schreibe. Bei mir ist das hauptsächlich Young Adult und Entwicklungsromane. Und gerade bei Young Adult ist es für mich wichtig zu wissen, wie entwickelt sich der Markt und welche Themen sind für die 17/18-Jährigen relevant und welche sollte ich aufgreifen? Ich bin halt keine 17/18 mehr und muss deswegen irgendwo im Blick behalten, wie Dinge dargestellt werden sollten und welche Themen eben relevant sind. Und der dritte Punkt, der für mich in der Hinsicht wichtig ist, ist, mich auch in Bereichen fortzubilden, die auf den ersten Blick nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Sei es Politik, sei es Psychologie, Naturwissenschaften, Geschichte – alles solche Sachen. Weil mir in meinen Texten z.B. eben auch Diversität sehr wichtig ist und da viel Recherche und viel Sensibilität dazugehört, um Dinge richtig darzustellen. Und dann holt man sich eben auch einen Sensitivity Reader dazu, der den Text auf Dinge prüft, die vielleicht nicht richtig dargestellt wurden oder die falsch dargestellt wurden. Und dadurch lernt man eben auch dazu. Und dadurch wird man eben auch besser.

Kia Kahawa Okay, vielen Dank. Ich würde das jetzt einfach so wie es ist weitergeben an Lily Magdalen. Erzähl du doch mal.

Lily Magdalen Zum Thema verbessern, nehme ich jetzt einfach mal den aktuellen Roman, weil das tatsächlich die Geschichte ist, die am weitesten/ mit der ich am weitesten bin, sozusagen. Weil es ja der erste Roman ist, den ich veröffentliche. Dementsprechend auch der erste Roman, der wirklich viele, ja, der durch viele andere Hände gegangen ist, außer nur meine eigenen. Und jeder einzelne dieser Personen, die den Roman gelesen hat, hat dazu beigetragen, den zu verbessern. Während des Schreibens habe ich mich super super, super eng mit meiner lieben Freundin Jessy ausgetauscht. Beste WritingBuddy-Freundin aller Zeiten. Wir haben einfach, wir haben stundenlange Sprachnachrichten ausgetauscht. Ich hab ihr/ oh, das ist eine Sache, die hat mir super, super viel geholfen. Ich hab ihr/ Irgendwie haben wir damit angefangen und es war am Anfang total awkward, aber dann konnten wir nicht mehr aufhören, ich hab ihr jeden neuen Textabschnitt per Sprachnachricht vorgelesen. Im laut Lesen fallen einem schon so viele Dinge auf: Wortwiederholungen, Sätze, die holpern et cetera, teilweise hab ich während dem Vorlesen verbessert. Ja, dann hatte der Roman zwei Testlese-Runden und da hab ich unglaublich viel mitgenommen aus dem Feedback. Vor allem, dass ist mir vor allem dann in der Beta Runde aufgefallen, wo ich den Roman quasi Unbekannteren, nicht jede von denen, die den gelesen haben, war eine fremde Person für mich, aber doch über mein engstes Umfeld hinaus. Genau. Also da haben ein bisschen/ Das ging dann/ Ah, jetzt wiederhole ich mich. Einfach weitermachen. Das ging über das engste Umfeld hinaus und dementsprechend war das Feedback auch teilweise sehr unterschiedlich. Und ich habe an meinen eigenen Reaktionen auf das Feedback extrem viel erkannt. Immer, wenn ich gedacht hab: Pff, ja klar, du hast das jetzt einfach nicht verstanden. Oder: Okay, dann ist das halt nichts für dich. Oder egal irgendwie, wenn ich direkt innerlich auf Abwehr gegangen bin, sagt mir das etwas anderes über die Textstelle aus, als wenn ich denke: Okay, ja, da ist was dran. Okay, alles klar. Muss ich vielleicht nochmal… Oder wenn ich mich auch so angestachelt fühle, im Sinne von: Mein Gott, nein, das sollst du doch ganz anders sehen. Dann weiß ich auch, hier musst du noch etwas machen. Also ja, das hat mir viel geholfen. Gar nicht so sehr, was die Testlesenden auf einer Wortebene geschrieben haben, das selbstverständlich auch, aber darüber hinaus in mich selbst rein zu hören und zu erkennen, wie ich welches Feedback finde. Was extrem hilft, wenn das Feedback gegensätzlich ausfällt, wenn ein und dieselbe Sache von der einen Person gut und von der anderen schlecht gefunden wird. Dann sitzt man da und fragt sich, okay, was? Was davon? Ich kann ja nicht beides umsetzen. Und da hilft es wirklich, in sich selbst hinein zu hören. Tatsächlich. Und klar, von meiner Lektorin habe ich unglaublich viel gelernt und ich hoffe einfach, dass ich im nächsten Buch weniger und schönere und gezieltere Inquit-Formeln setzen werde und mit den Ellipsen, die ich sehr liebe und die ich auch als persönliches Stilmittel erachte, doch, trotz allem, ein bisschen sparsamer umgehe. Mal gucken. Das wird sich im zweiten Roman dann rausstellen, wie viel ich dann doch gelernt und mitgenommen habe.

Kia Kahawa Das sind super spannende Antworten. Ich bin gerade total begeistert von dieser ersten Podcast Folge des Winterferien-Programms 2020, mit ein bisschen 2021 dann mit der letzten Folge. Ich bin da jetzt gerade sehr, sehr happy drüber. Es geht also wirklich sehr, sehr viel darum, einfach zu schreiben, dranzubleiben, sich nicht unterkriegen zu lassen und auch wenn es irgendwie nicht geht, dann doch zu schreiben. Und wenn man Mist schreibt, Feedback immer gut aussortieren, zwar sich Feedback geben lassen, aber wie Lily gerade noch gesagt hat, dass man sich da schon das raussucht, was man überhaupt gebrauchen kann. Wenn eins negativ ist, eins positiv zum gleichen Text, dann kann man damit nur etwas anfangen, wenn man sich Gedanken über das Feedback macht. Aber auch nicht zu viele Gedanken, wie Alexander betont hat. Und was für mich persönlich ein goldwerter Tipp aus diesem Podcast ist, den ich natürlich schon vorher wusste, aber den ich gerne an euch nochmal, liebe Hörer, weitergeben möchte: Durch Lektorate könnt ihr richtig, richtig viel lernen. Wenn ihr also nicht vorhabt, euer Buch bei einem Verlag zu veröffentlichen, der macht das Lektorat dann ja kostenlos. Wenn ihr Self-Publisher sein solltet, dann könnt ihr einen Lektor oder eine Lektorin beauftragen, euren Text einmal komplett rüber zu bügeln, mit Kommentaren zu versehen und euch ganz, ganz viel Feedback zu geben. Und das kann wirklich auf Dauer den Schreibstil verbessern. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich nicht die Einzige bin, die das so für sich empfindet. Aber wichtig ist, wie wir schon einmal betont haben, der richtige Umgang mit Feedback. Ja, schreiben lernt ihr durchs Schreiben und durchs Lesen und durchs Überarbeiten. Und ich hoffe, ihr konntet sehr, sehr viel Inhalt von meinen Gästen Alexander Greiner, Liv Modes und Lily Magdalen mitnehmen.

 

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