Amazon KI, KI Amazon, eine Verbindung, die einem nicht direkt in den Kopf schießt. Für Selfpublisher ist Amazons Kindle Direct Publishing (KDP) eine der wichtigsten Anlaufstellen. Amazon hat eine riesige Reichweite und diese kann einem Buch zu mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit verhelfen. Bei aller (berechtigten) Kritik am großen A, ist es für Autoren und Autorinnen immer noch wichtig, mit den eigenen Büchern dort vertreten zu sein. Wer sich beim Schreiben von künstlicher Intelligenz unterstützen lässt, muss allerdings neue Richtlinien beachten.

 

Amazon KI und die Richtlinien für Bücher

Die neuen Richtlinien ergeben durchaus Sinn, da Amazon KI beobachten will. Als das Thema KI Ende 2023/Anfang 2024 den großen Aufschwung erfuhr, haben es zahlreiche KI-generierte Bücher geschafft, sich in den Top 100 von Amazon festzusetzen. Das Problem dabei: diese Bücher waren allesamt sowohl inhaltlich als auch gestalterisch von schlechtester Qualität. Im Grunde liegt hier also die Gefahr einer Käufertäuschung vor.

Die neuen Richtlinien dürften also unter anderem dazu dienen, dass sich Amazon selbst absichert, falls sich Käufer durch Bücher von KI betrogen fühlen.

Zusätzlich wird Amazon aber auch Daten sammeln, wie sehr KI bei Büchern eine Rolle spielt. Anpassungen, Änderungen oder zusätzliche Regelungen bei KDP sind also nicht ausgeschlossen. Bisher geht man mit dem Thema aber eher „locker“ um.

 

Wie stuft Amazon KI bei KDP ein?

Der Einsatz von KI bei KDP beziehungsweise den darüber veröffentlichten Büchern ist in zwei Kategorien unterteilt:

KI-generierte Bücher bei KDP

Als KI-generierte Inhalte gelten alle Texte, Bilder und Übersetzungen, die direkt von einer künstlichen Intelligenz stammen. Das heißt, wenn du eine KI einen Text schreiben lässt und ihn anschließend bearbeitest, ist es ein KI-generierter Text.

KI-generierte Texte sollen Autoren bei KDP als solche angeben. Das gilt umfassend für alle KI-generierten Inhalte, auch, wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt.

Da Amazon KI möglichst genau statistisch erfassen will (zumindest vermuten wir das), beschränken sich die Angaben nicht rein auf den Text im Buch. Auch Covergestaltung, Illustrationen, Grafiken und sonstige Bilder, die eine künstliche Intelligenz erstellt hat, will Amazon gerne wissen.

Für alle KI-generierten will Amazon also gerne Informationen bekommen, auch, wenn Autoren diese noch nachbearbeiten. Amazon will dabei sogar recht genau wissen, wie stark der Einfluss von KI auf das Werk ist.

Deshalb stehen für die Kategorien Texte, Bilder und Übersetzungen jeweils vier „Stufen“ zur Auswahl:

  • Wenige KI-generierte Inhalte, kaum oder gar nicht bearbeitet
  • Wenige KI-generierte Inhalte, stark bearbeitet
  • Viele KI-generierte Inhalte oder alle Inhalte KI-generiert, kaum oder gar nicht bearbeitet
  • Viele KI-generierte Inhalte oder alle Inhalte KI-generiert, stark bearbeitet

An den Auswahlmöglichkeiten erkennt man unserer Meinung nach ganz gut, dass Amazon hier vor allem daran interessiert ist, Statistiken zu erfassen, um die Nutzung von KI bei Büchern besser einzuordnen.

KI-assistierte Bücher bei KDP

Andersherum verhält es sich mit KI-assistieren Inhalten nach der Definition von Amazon. Dabei handelt es sich um Inhalte, die Autoren, Grafiker, Designer oder andere Mitwirkende selbst erstellt haben, die aber nachträglich mit der Hilfe einer KI bearbeitet wurden.

Diese Inhalte fragt Amazon nicht ab, da es wohl davon ausgeht, dass es sich dabei um Zwecke der Optimierung, Fehlerbehebung oder Korrektur handelt. Das ist also anders zu bewerten, als die komplette Erstellung von Inhalten durch eine KI.

Die Richtlinien von KDP für maschinelle erstellte Inhalte, kannst du hier nachlesen: KDP Inhaltsrichtlinien

 

Amazon KI und was sich geändert hat

Soweit wir das beurteilen können, schreiben die meisten weiterhin selbst ihre Manuskripte und nutzen KI als unterstützendes Mittel. Das ist dann das, wie Amazon KI als Assistenz einstuft. Dementsprechend müssen die meisten Schreibenden auch keine zusätzlichen Angaben bei KDP machen.

Neu seit Ende 2023 ist die Begrenzung der Bücher, die an einem Tag über KDP veröffentlicht werden dürfen. Diese Anzahl hat Amazon auf 3 begrenzt, um gegen „Spam“ von KI-generierten Büchern anzugehen. Allerdings dürften nur die wenigsten ernsthaften Autoren unter dieser Begrenzung leiden.

Ob die Angabe für KI-generierte Inhalte notwendig ist, liegt laut Amazon auch weiterhin im Ermessen der Autoren selbst. Denn die Verantwortung für die Einhaltung der Richtlinien von KDP und die Rechte für das geistige Eigentum liegt bei den Verfassern und Verfasserinnen. Da liegt im Grunde ein größeres Problem: Niemand MUSS angeben, ob KI-generierte Inhalte im Buch verwendet wurden. Man setzt sich zwar der Gefahr aus, gemeldet zu werden, wenn es auffällt, aber eine hundertprozentige Garantie, hier einen Schwindel aufzudecken, gibt es nicht.

Es heißt also erst mal weiterhin die Augen offenzuhalten und selbst die Kontrollinstanz beim Buchkauf zu sein. Viele KI-generierte Bücher sind nicht gekennzeichnet, der Markt ohnehin damit überschwemmt. In Zukunft dürfte das Thema also weitere Relevanz erlangen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Wenn du dich noch gar nicht mit KDP auskennst, empfehlen wir dir, unsere Anleitung zur Veröffentlichung über KDP zu lesen.

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