E-Book erstellen und veröffentlichen: So wird aus deinem Manuskript ein E-Book, das auf jedem Reader gut aussieht

E-Book erstellen und veröffentlichen: So wird aus deinem Manuskript ein E-Book, das auf jedem Reader gut aussieht

„Ich speichere mein Word-Dokument einfach als PDF und lade es hoch – fertig ist das E-Book.“ Dieser Satz klingt logisch. Und er ist einer der häufigsten Irrtümer, die mir in Beratungsgesprächen begegnen. Denn ein PDF ist kein E-Book. Es sieht nur auf den ersten Blick so aus.

Vielleicht stehst du gerade an diesem Punkt: Dein Manuskript ist fertig oder fast fertig. Du weißt, dass viele Leser heute digital lesen, auf dem E-Reader, dem Tablet, dem Handy. Du willst also ein E-Book erstellen und veröffentlichen. Aber sobald du anfängst zu recherchieren, prasseln Begriffe auf dich ein: EPUB, Konvertierung, Reflowable, Metadaten, DRM, Distributor. Das fühlt sich an wie eine fremde Welt, oder?

Die gute Nachricht: Es ist keine. Ein E-Book zu erstellen ist Handwerk, und Handwerk kann man verstehen, planen und sauber umsetzen. Das machen wir jetzt gemeinsam, Schritt für Schritt: vom Format über den Weg vom Manuskript zur fertigen Datei bis zur Veröffentlichung.

Kurz gesagt: Ein E-Book ist kein PDF, sondern in der Regel eine EPUB-Datei. Ein offener Standard, bei dem sich der Text jeder Bildschirmgröße und Schriftgröße anpasst (das nennt sich „Reflowable“ oder Umfließen). Der Weg dorthin: Manuskript aufräumen, sauber ins EPUB-Format konvertieren, Metadaten und Cover ergänzen, auf mehreren Geräten testen, dann über eine Selfpublishing-Plattform oder einen Distributor veröffentlichen. Pro Verkauf erhältst du je nach Plattform und Preis meist zwischen 35 und 70 Prozent Tantiemen. Seit dem 28. Juni 2025 müssen neu veröffentlichte E-Books außerdem barrierefrei sein.

Ein PDF ist kein E-Book – und genau hier beginnt das Missverständnis

Kannst du ein PDF als E-Book verkaufen? Technisch ja, sinnvoll fast nie, denn ein PDF verhält sich auf einem E-Reader wie ein Poster hinter Glas. Lass mich das kurz übersetzen.

Ein PDF ist eine starre Seite. Jede Zeile, jeder Umbruch, jede Seitenzahl steht fest, egal, ob du die Datei auf einem großen Monitor oder einem kleinen E-Reader öffnest. Auf dem Reader bedeutet das: winzige Schrift, ständiges Zoomen, seitliches Schieben. Deine Leser geben nach wenigen Seiten entnervt auf.

Ein echtes E-Book funktioniert anders. Der Text „fließt“: Er passt sich automatisch an die Bildschirmgröße an, und der Leser kann selbst entscheiden, wie groß die Schrift sein soll. Stellt jemand die Schrift größer, ordnen sich die Seiten neu an; wie Wasser, das sich der Form des Glases anpasst. Deshalb gibt es in E-Books auch keine festen Seitenzahlen.

Das ist der Kern des „PDF = E-Book“-Irrtums: Ein PDF konserviert das Aussehen, ein E-Book konserviert den Inhalt und lässt das Aussehen flexibel. Für deine Leser ist das zweite die einzig angenehme Variante. Und wenn dir irgendwo versprochen wird, du könnest dein PDF „mit einem Klick“ in ein EPUB umwandeln – sei vorsichtig. Dazu gleich mehr.

EPUB ist der Standard, auf den du setzen kannst

Welches Format braucht dein E-Book? Die Antwort ist erfreulich klar: EPUB. Das ist das Standardformat für E-Books. Ein offener, freier Standard, der vom World Wide Web Consortium (W3C) gepflegt wird, also derselben Organisation, die auch die Standards des Internets verwaltet. „Offen“ heißt: Das Format gehört keinem einzelnen Konzern, jeder Reader-Hersteller kann es unterstützen und praktisch alle tun das.

Auch für Kindle-Geräte ist das keine Hürde mehr: Wer heute ein Kindle-E-Book erstellen will, lädt bei Amazon ebenfalls eine EPUB-Datei hoch; die Plattform wandelt sie beim Verarbeiten selbst in ihr internes Format um. Das heißt für dich: Eine einzige, sauber gebaute EPUB-Datei bedient den kompletten Markt. Du brauchst keine fünf Formate.

Reflowable oder Fixed Layout?

Innerhalb von EPUB gibt es zwei Bauweisen. Reflowable ist das, was ich oben beschrieben habe: Der Text fließt und passt sich an. Das ist der Normalfall für Romane, Erfahrungsberichte, Ratgeber, Sachbücher, also für fast alles, was hauptsächlich aus Fließtext besteht.

Fixed Layout ist das Gegenteil: Jede Seite ist fest gestaltet, Bild und Text stehen pixelgenau an ihrem Platz. Das braucht man nur bei Büchern, deren Gestaltung selbst der Inhalt ist: Bildbände, Comics, aufwendig illustrierte Werke. Der Preis dafür: Die Schrift lässt sich nicht mehr frei vergrößern, und auf kleinen Bildschirmen wird es schnell unkomfortabel.

Ich würde dir deshalb raten: Wenn dein Buch aus Text besteht – und das gilt für die allermeisten – nimm Reflowable. Fixed Layout ist die Ausnahme für Spezialfälle, nicht die elegantere Variante.

Vom Manuskript zum fertigen E-Book: der Weg in fünf Schritten

Wie erstellst du nun ein E-Book aus deinem Manuskript? Der Weg hat fünf Stationen. Ich zeige sie dir aus der Vogelperspektive, damit du weißt, was auf dich zukommt.

  1. Manuskript aufräumen. Ein sauberes Word-Dokument ist die halbe Miete: echte Überschriften-Formatvorlagen statt fett gedruckter Zeilen, keine Leerzeilen-Türme, keine Tabulator-Einrückungen, keine manuellen Trennstriche. Alles, was im Dokument „getrickst“ ist, rächt sich später im E-Book.
  2. In EPUB konvertieren – das ist die eigentliche Formatierung. Hier wird aus deinem Text eine strukturierte EPUB-Datei: Kapitel werden technisch als Kapitel angelegt, Absätze, Hervorhebungen und Bilder sauber ausgezeichnet. Das E-Book zu formatieren heißt nicht, es hübsch zu machen wie eine Printseite. Das heißt, dem Text eine saubere innere Struktur zu geben, damit er auf jedem Gerät funktioniert.
  3. Navigation, Metadaten und Cover ergänzen. Ein klickbares Inhaltsverzeichnis ist im E-Book Pflicht. Metadaten sind die unsichtbaren Begleitinformationen der Datei – Titel, Autorname, Beschreibung, Kategorien – und entscheiden mit, ob dein Buch in den Shops gefunden wird. Das Cover braucht eine eigene E-Book-Fassung: nur die Vorderseite, hochformatig, hochauflösend, und so gestaltet, dass es auch als briefmarkenkleines Vorschaubild noch wirkt.
  4. Validieren und auf echten Geräten testen. Eine EPUB-Datei lässt sich technisch prüfen, mit dem offiziellen Prüfwerkzeug EPUBCheck, sozusagen der TÜV fürs E-Book. Mindestens genauso wichtig ist der Praxistest auf verschiedenen Readern, dem Handy und dem Tablet. Erst wenn es überall sauber aussieht, ist es fertig.
  5. Veröffentlichen. Datei und Cover bei einer Plattform oder einem Distributor hochladen, Preis festlegen, Kategorien wählen. Dazu unten mehr.

Das ist die Landkarte. Wo es individuell wird, welche Struktur dein konkretes Manuskript braucht, wie Bilder, Fußnoten oder Sonderelemente am besten umgesetzt werden, welcher Vertriebsweg zu deinen Zielen passt, da hängt die richtige Antwort von deinem Buch ab. Dafür gibt es Beratung.

Kaputte E-Books entstehen fast immer bei der Konvertierung

Warum sieht ein E-Book manchmal „kaputt“ aus? Zerrissene Absätze, springende Schriftgrößen, Bilder am falschen Platz, ein Inhaltsverzeichnis, das ins Leere führt … In fast allen Fällen liegt es an einer schlampigen Konvertierung: Ein unaufgeräumtes Word-Dokument oder ein PDF wurde durch ein automatisches Umwandlungsprogramm geschickt, und niemand hat das Ergebnis gerichtet und geprüft.

Automatische Konverter übernehmen nämlich jeden versteckten Formatierungsfehler aus der Quelldatei und erfinden gern noch eigene dazu. Besonders heikel ist der Weg von PDF zu EPUB: Das PDF weiß nicht, was eine Überschrift, ein Absatz oder eine Fußnote ist; es kennt nur Buchstaben an festen Positionen. Ein Programm muss die Struktur also raten. Und es rät oft falsch.

Das Ärgerliche daran: Deine Leser sehen das sofort und sie verzeihen es nicht. Wer sich in den E-Book-Shops umschaut, stellt fest, dass schlechte Formatierung einer der häufigsten Gründe für vernichtende Bewertungen ist. Da steht dann nicht „die Geschichte war schwach“, sondern „unlesbar auf meinem Reader“. Das trifft dich doppelt, denn am Inhalt lag es gar nicht.

Deshalb ist ein sauber umfließendes, auf allen Readern funktionierendes E-Book echtes Handwerk: aufgeräumte Struktur, durchdachte Auszeichnung, Validierung, Gerätetests. Du kannst dir dieses Handwerk selbst erarbeiten oder du lässt dein E-Book erstellen, von Menschen, die das jede Woche tun. Beides ist legitim. Wichtig ist nur, dass es jemand richtig macht.

Seit 28. Juni 2025 ist Barrierefreiheit Pflicht

Ältere Frau liest mit vergrößerter Schrift auf einem E-Reader
Barrierefreiheit im E-Book heißt: Jeder Leser stellt sich Schrift und Darstellung so ein, wie er sie braucht.

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): E-Books, die seitdem neu auf den Markt kommen, müssen grundsätzlich barrierefrei sein. Das klingt erst einmal nach Bürokratie, ist aber im Kern genau das, was ein gut gemachtes E-Book ohnehin auszeichnet.

Barrierefrei bedeutet bei E-Books vor allem: eine saubere, technisch erkennbare Struktur. Überschriften sind als Überschriften ausgezeichnet, sodass eine Vorlesesoftware (ein sogenannter Screenreader) sie erkennt. Das Inhaltsverzeichnis ist navigierbar. Bilder bekommen Alternativtexte, also kurze Beschreibungen für Menschen, die sie nicht sehen können. Und ein Kopierschutz darf diese Funktionen nicht blockieren. Du merkst schon: Das ist zu großen Teilen die Beschreibung eines handwerklich sauberen EPUBs. Wer sein E-Book ordentlich erstellt, hat den Großteil des Weges zur Barrierefreiheit bereits hinter sich.

Wichtig zur Einordnung: Das Gesetz verpflichtet niemanden, überhaupt ein E-Book anzubieten, nur wenn du eines neu veröffentlichst, muss es barrierefrei sein. Für Einzelfälle sieht das Gesetz Ausnahmen vor, etwa bei unverhältnismäßiger Belastung. Was das für deinen konkreten Fall bedeutet, klärt im Zweifel ein Anwalt: Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung.

Veröffentlichen: deine Kanäle, die ISBN-Frage und was du pro Verkauf bekommst

Wie veröffentlichst du dein E-Book nun? Entweder direkt bei einer einzelnen Selfpublishing-Plattform oder über einen Distributor, das Fachwort für einen Vertriebsdienstleister, der dein E-Book mit einem einzigen Upload an viele Shops gleichzeitig liefert. Viele Autoren kombinieren beides. Welcher Weg für dich passt, hängt davon ab, wo deine Leser kaufen. Das ist eine klassische Beratungsfrage.

Brauchst du eine ISBN? Kanalabhängig. Die große Kindle-Plattform vergibt für E-Books eine eigene interne Nummer, dort geht es ohne ISBN. Viele Distributoren stellen dir für die breite Shop-Landschaft kostenlos eine ISBN zur Verfügung. Eine eigene ISBN auf deinen Namen ist anders als beim gedruckten Buch beim E-Book selten nötig. Du musst hier also nichts überstürzen.

Was verdienst du pro Verkauf? Beim E-Book bekommst du prozentuale Tantiemen vom Verkaufspreis und die sind deutlich höher als das, was Autoren im klassischen Verlag erhalten. Zwei Beispiele mit Quelle: Bei Amazons Kindle-Programm wählst du zwischen 70 Prozent (innerhalb eines vorgegebenen Preiskorridors, in Deutschland aktuell 2,99 bis 9,99 Euro Listenpreis) und 35 Prozent außerhalb dieser Spanne. Beim Distributor der Tolino-Welt liegt das Autorenhonorar im mittleren Preisbereich bei 70 Prozent des Nettoerlöses, in den shop-eigenen Kanälen sogar darüber. Die genauen Konditionen ändern sich gelegentlich, prüfe sie vor der Veröffentlichung immer direkt bei der Plattform.

Und der Kopierschutz? DRM (Digital Rights Management) ist ein digitales Schloss an deiner Datei. Hartes DRM kettet das E-Book an bestimmte Geräte und Konten. Es nervt ehrliche Leser und kann sogar mit der Barrierefreiheit kollidieren. Die meisten Selfpublisher fahren mit einem weichen Schutz (einem unsichtbaren Wasserzeichen in der Datei) oder ganz ohne DRM besser. Aus Erfahrung können wir sagen, dass es ohnehin keinen Unterschied macht: Menschen, die ein Buch kaufen wollen, kaufen es, und Menschen, die ein Buch illegal bekommen wollen, finden einen Weg, und kaufen es sowieso nicht.

Qualität sieht man – auch im E-Book

Aus der Praxis: Wiebke Tillenburg, Autorin einer nur 56 Seiten kurzen Geschichte, zweifelte anfangs, ob sich professionelle Gestaltung für so ein kleines Format überhaupt lohnt. Nach der Veröffentlichung war ihr Fazit eindeutig: Legt man ein selbst mit Word gebautes Buch neben ein professionell gesetztes, „sieht man den Unterschied und die Leser sehen das auch“. Ihr kurzes Format wurde gut angenommen, und gerade das hat ihr gezeigt, dass Qualität nicht an der Seitenzahl hängt.

Der Autor Thomas Matiszik hat denselben Gedanken für sich so formuliert: Leser dürfen nie das Gefühl haben, etwas Zweitklassiges zu kaufen, sie müssen etwas Erstklassiges in den Händen halten. Beim E-Book heißt „in den Händen halten“ eben auf dem Bildschirm. Der erste Eindruck deines Buches entsteht dort in den ersten drei Wischbewegungen. Und dafür lohnt sich das Handwerk.

Häufige Fragen rund ums E-Book

Wie mache ich aus meinem Word-Dokument ein E-Book?

Indem das Dokument zuerst strukturell aufgeräumt und dann in eine EPUB-Datei konvertiert wird, mit echten Überschriften, klickbarem Inhaltsverzeichnis, Metadaten und Cover. Danach wird die Datei validiert und auf mehreren Geräten getestet. Das kannst du selbst lernen oder als Dienstleistung erstellen lassen.

Kann ich mein PDF einfach als E-Book verkaufen?

Davon rate ich dir ab. Ein PDF hat starre Seiten und ist auf E-Readern und Handys mühsam zu lesen; automatische PDF-zu-EPUB-Umwandlungen erzeugen fast immer fehlerhafte Dateien. Der saubere Weg führt vom ursprünglichen Manuskript (z. B. der Word-Datei) direkt zum EPUB.

Brauche ich eine ISBN für mein E-Book?

Das hängt vom Vertriebskanal ab. Die große Kindle-Plattform braucht keine ISBN, viele Distributoren stellen kostenlos eine bereit. Eine selbst gekaufte ISBN ist für E-Books nur in Sonderfällen sinnvoll.

Wie viel verdiene ich pro verkauftem E-Book?

Je nach Plattform und Preisgestaltung meist zwischen 35 und 70 Prozent des Verkaufspreises, bei einzelnen Shop-Kanälen auch mehr. Die höheren Sätze sind in der Regel an einen bestimmten Preiskorridor gebunden. Die aktuellen Konditionen findest du direkt bei der jeweiligen Plattform.

Warum sieht mein E-Book auf dem Reader kaputt aus?

Fast immer wegen einer fehlerhaften Konvertierung: versteckte Formatierungsreste aus der Quelldatei, fehlende Strukturauszeichnung oder eine ungeprüfte automatische Umwandlung. Die Lösung ist keine andere Reader-App, sondern eine sauber neu gebaute EPUB-Datei.

Kann ich E-Book und gedrucktes Buch gleichzeitig veröffentlichen?

Ja, das ist sogar der übliche und sinnvolle Weg. Beide Ausgaben werden in den Shops miteinander verknüpft, und du erreichst Print- und Digitalleser von Tag eins an. Wichtig ist nur, dass das E-Book eine eigene, echte EPUB-Fassung bekommt, nicht die Druckdatei.

Dein Buch verdient eine digitale Ausgabe, die ihm gerecht wird

Ein E-Book zu erstellen und zu veröffentlichen ist kein Hexenwerk, es ist eine Handvoll klar benennbarer Schritte, sauber ausgeführt. Wenn du mit deinem Manuskript gerade an diesem Punkt stehst, lade ich dich zu unserer Buchberatung ein.

In dieser kostenlosen, ca. 60-minütigen Buchberatung entwickeln wir gemeinsam einen Plan für deine Buchveröffentlichung. Du wirst herausfinden, wo und wie dein Buch in den Vertrieb kommt und welche Veröffentlichungsstrategie zu deinem Projekt passt. Dafür gehst du jetzt auf www.buchagentur.de und trägst dich ein. Erzähl ein bisschen von deinem Buch und von deinen Zielen, und wir sprechen in den nächsten 2 bis 5 Tagen persönlich über deine geplante Buchveröffentlichung.

Hinweis: Die Ausführungen zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sind eine redaktionelle Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung.

Brauche ich ein E-Book?

Brauche ich ein E-Book?

Die Frage “Brauche ich ein E-Book“ sollte sich eigentlich kaum noch stellen. Digitale Bücher sind auf dem Markt etabliert und nicht mehr wegzudenken. Es gibt Leser, die ausschließlich digital lesen. Diesen willst du dein Buch natürlich auch präsentieren. Deshalb ist die simple Antwort, dass du sowohl Print als auch E-Book berücksichtigen solltest. 

Das bringt dir ein E-Book 

Dass du ein E-Book veröffentlichen solltest, steht außer Frage. Warum du ein E-Book veröffentlichen solltest, kommt darauf an, was dein Ziel mit deinem Buch ist. 

Bist du Unternehmer und willst logischerweise mehr Kunden finden, dann kannst du das mit einem E-Book erreichen. Einige Tipps dafür findest du hier: 3 Tipps für E-Books, die dir mehr Kunden generieren 

Bist du Autor und schreibst beispielsweise Romane, solltest du immer bedenken, dass längst nicht mehr alle Printbücher lesen. Viele Leser lesen ausschließlich nur noch E-Books. Diese Leser willst du sicher nicht ausschließen. Ohne ein E-Book werden sie deine Geschichten aber niemals entdecken. 

Was muss ich beim E-Book beachten? 

Ein E-Book unterscheidet sich rein technisch natürlich stark von Printbüchern. Der Schreibprozess ist zwar der gleiche, aber die Erstellung hat komplett unterschiedliche Ansätze. 

Deshalb gibt es beim E-Book einige Stolpersteine, die du vermeiden solltest. In diesem Artikel findest du einige davon: 10 Fehler, die du beim E-Book vermeiden solltest 

Der Verkauf von E-Books und Printbüchern kann ebenfalls unterschiedliche Ansätze haben. Vielleicht ist deine Zielgruppe sogar eine andere bei Print als beim E-Book. Um E-Books zu verkaufen, haben wir ebenfalls den ein oder anderen Tipp für dich: Mit diesen Tipps verkaufst du mehr E-Books 

Wer erstellt mein E-Book? 

Du kannst dein E-Book selbst erstellen, wenn du Erfahrung damit hast. Ansonsten übernehmen wir das natürlich gerne für dich. Wir erstellen dein E-Book übrigens aus der Buchsatz-Datei für dein Printbuch, sondern separat, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. 

Falls du dich fragst, ob du neben dem E-Book überhaupt noch ein Print-Buch brauchst, empfehlen wir dir noch diesen Artikel darüber, welches Buchformat die Zukunft bestimmen wird: E-Book oder Print? Wem gehört die Zukunft? 

Wir hoffen, diese Tipps konnten dir ein wenig helfen, die Frage „Brauche ich ein E-Book?“ zu beantworten.

Diese Buchpreise gibt es 

Diese Buchpreise gibt es 

Jeder Autor träumt vermutlich insgeheim davon, mal einen Preis für die geschriebenen Worte zu gewinnen. Die Chancen einen Buchpreis zu gewinnen sind nicht sehr hoch, aber nichts ist unmöglich. In diesem Artikel stellen wir dir einige Buchpreise vor, die du vielleicht in deiner Autorenlaufbahn mal gewinnen könntest.

Deutscher Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis wird jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer verliehen. Dabei wird der Roman des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Verlage können ihre Titel direkt einreichen. Dabei sind auch Titel genehmigt, die noch nicht erschienen sind. Die Gewinner werden von einer jährlich wechselnden Jury gekrönt. Der erste Platz ist mit 25.000 Euro dotiert. Die weiteren fünf Autoren auf der Longlist bekommen jeweils 2.500 Euro.

Selfpublishing Buchpreis

Der Selfpublisher-Verband e.V. vergibt seit dem Jahr 2020 den Selfpublisher Buchpreis an Indie-Autoren. Jedes unabhängig verlegte Buch, das im VLB gelistet wird, ist qualifiziert für eine Einreichung. Dabei werden in drei Kategorien Preise vergeben: Belletristik, Sachbuch/Ratgeber und Kinder-/Jugendbuch. Die Gewinner der einzelnen Kategorien bekommen 3.000 Euro beziehungsweise 1.000 Euro. Außerdem bekommen die Gewinner und die Longlisttitel verschiedene Sachpreise der Sponsoren des Buchpreises. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.

SERAPH

In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse verleiht die Phantastische Akademie seit 2012 den SERAPH. Der Literaturpreis wird in den Kategorien „Bester Roman“, „Bestes Debüt“ und „Bester Independent-Titel“ verliehen und ist mit 2.500 Euro in der Debüt-Kategorie und 2.000 Euro in den anderen beiden Kategorien dotiert. Außerdem bekommen die Gewinner handgefertigte Siegerstatuen, die ein wunderbarer Blickfang im Regal sind. Der Fokus liegt hier auf den phantastischen Genres Fantasy, Science-Fiction und Horror.

tolino media Newcomer Preis

Ein vergleichsweise junger Preis, der erstmals im Jahr 2020 verliehen wurde. Wie der Name schon sagt, werden hier Newcomer im Selfpublishing ausgezeichnet. Dabei darf jeder Titel als E-Book eingereicht werden, der bei tolino media veröffentlicht wurde. Pro Autor ist die Teilnahme aber auf ein Werk begrenzt. Aus allen Einreichungen werden am Ende von einer Jury drei Gewinner gewählt. Diese bekommen abstufend Preisgelder von 2.000, 1.000 und 500 Euro. Außerdem werden die Bücher in den Partnershops wie Thalia, Hugendubel oder Weltbild platziert.

Phantastikpreis der Stadt Wetzlar

Seit 1983 wird dieser Preis jährlich von der Stadt Wetzlar in Zusammenarbeit mit der Phantastischen Bibliothek Wetzlar verliehen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Literaturkennern aus Wetzlar und der näheren Umgebung, kürt das Gewinnerbuch. Die Preisverleihung wird vom Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar geleitet und für den Sieg gibt es 4.000 Euro. Zugelassen sind Bücher, die als Originalveröffentlichung in deutscher Sprache erschienen sind und aus dem Bereich der Phantastik kommen.

Preis der Leipziger Buchmesse 

Seit 2005 wird dieser Preis jährlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen. Allen Ausstellern auf der Messe steht es frei, ihre Werke einzureichen. Er ist in die drei Kategorien „Belletristik“, „Sachbuch und Essayistik“ und „Übersetzung“ unterteilt. Eine siebenköpfige Jury kürt am Ende aus einer Auswahl von 15 Nominierten die Gewinner. Das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro wird mit jeweils 1.000 Euro auf alle Nominierten und 15.000 Euro auf die drei Siegertitel verteilt.

Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres

Ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse gekürt: Der ungewöhnlichste Buchtitel des Jahres. Die Wahl findet über das Portal „Was liest du?“ der Mayerschen Buchhandlung statt und eine Fachjury entscheidet, welcher Titel den Preis mit nach Hause nehmen darf. Vielleicht hast du ja einen passenden Buchtitel und kannst dich der illustren Runde von Gewinnern wie „Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals“ oder „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ anschließen.

Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover

Dieser Preis wurde erstmals im Jahr 2017 vergeben. Seitdem wechselt er sich jährlich mit dem „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ ab und wird somit alle zwei Jahre von einer fünfköpfigen Jury verliehen. Hier werden junge Literaten gefördert, deren Karriere gerade erst beginnt. Deshalb dürfen nur Titel eingereicht werden, die nicht älter als vier Jahre sind. Für den Gewinn des Preises gibt es satte 10.000 Euro.

Du siehst, es lohnt sich, einen Titel bei einer Preisverleihung einzureichen. Selbst wenn du nicht gewinnst, kann es dein Buch in einen erweiterten Fokus rücken. Hast du schon mal einen Preis gewonnen?

Messestand auf der Buchmesse: Das solltest du wissen

Messestand auf der Buchmesse: Das solltest du wissen

Ein Messestand auf der Buchmesse kann sinnvoll sein. Aber wie fast immer kommt es darauf an wo und warum. Du solltest dir im Vorfeld immer Gedanken machen, was die beste Lösung für deinen Messeauftritt ist. 

Wir unterscheiden ein wenig zwischen der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse. Man sagt: „Frankfurt ist das Geschäft und Leipzig ist die Familie.“ Das merkt man auch, wenn man auf den Buchmessen unterwegs ist. Grob gesagt laufen in Frankfurt mehr Menschen in Anzug rum und in Leipzig mehr im Cosplay. 

Alternative zum Messestand in Frankfurt 

Ein Stand in Frankfurt ist teurer und lohnt sich nach meiner Erfahrung weniger als der günstigere Stand in Leipzig. 

In Frankfurt gibt es aber den Fakriro-Stand. Fakriro steht für Fantasy, Krimi, Romance. Mittlerweile ist die Bandbreit zwar größer, aber ursprünglich beschränkte sich das Projekt auf diese Genres. Die Idee zu Fakriro hatte Autorin Sabrina Schuh, die sich für die Umsetzung die Autorin Mary Cronos ins Boot holte. Gemeinsam verschaffen sie Selfpublishern mehr Sichtbarkeit. Unter anderem mit dem Stand auf der FBM. Auf diesem Stand bieten sie Ausstellungsplatz an, den man für einen verhältnismäßig günstigen Preis mieten kann. Dann wird das eigene Buch auf dem Stand in einem der Regale (Boxen genannt) ausgestellt. Wenn du willst, kannst du dir auch eine Signierstunde dazubuchen oder einfach Zeit am Stand verbringen, an dem dein Buch ausgestellt wird. Es ist zwar kein eigener Stand, aber ein günstiger Weg, mit deinem Buch auf die FBM zu kommen. Gerade für Selfpublisherinnen mit schmalem Budget empfehlenswert. Vor allem, weil du dich um nichts kümmern musst. Wenn dein Buch für den Stand ausgewählt wird, schickst du deine Exemplare an eine Adresse und Fakriro nimmt dein Buch mit auf die Messe. Du musst nicht mal anwesend sein. 

Zum Vergleich: Ein Stand auf der FBM kostet mindestens 1.500,00 Euro. Das ist die günstigste und kleinste Variante. Die Box am Fakriro-Stand ist ungefähr zehnmal günstiger. 

Messestand in Leipzig 

Ein Stand in Leipzig ist um einiges günstiger als in Frankfurt. Die LBM bietet verschiedene Standgrößen an. Die Preise bewegen sich alle im eher niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. 

Fakriro ist auf der LBM nicht vertreten. Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse wollen keine Gemeinschaftsausstellungen, bieten dafür aber durch die niedrigen Preismodelle Selfpublishern viele Möglichkeiten, selbst auf der Buchmesse auszustellen. Beispielsweise Kleinststände, die nur wenig Platz bieten, aber entsprechend günstig sind. 

Die LBM versucht auch vermehrt, Selfpublishing in die Messe zu integrieren. Beispielsweise war es 2017, als ich dort einen kleinen Stand hatte, noch so, dass die Selfpublisher mit kleinen Ständen abseits von allem anderen standen. Mittlerweile mischt die Messe diese Stände recht wild durch, sodass es keine explizite Ecke mehr gibt, in die eine bestimmte Gruppe abgestellt wird. Du kannst als Selfpublisher jetzt theoretisch auch neben einem Bestseller-Autoren-Stand stehen. Einfluss darauf hast du aber nicht. Soweit ich weiß, wird dir ein Stand zugeteilt und der ist es dann. Wer deine Nachbarn sind, siehst du dann vor Ort. 

Um den Kleinststand ein wenig aufzupeppen, empfehle ich, einen Stehtisch und vielleicht zwei ausklappbare Hocker mitzubringen. Die kriegst du in dem kleinen Bereich unter und hast dann einen netten kleinen Stand für dich und deine Bücher. Ob du die Möbel kaufst oder mietest, musst du entscheiden. Vermutlich macht es preislich keinen großen Unterschied. 

Hast du einen etwas größeren Stand, lockst du die Besucher am besten hinter die Theke, denn das erzeugt Aufmerksamkeit. Wenn andere Besucher sehen, dass an deinem Stand was los ist, sind sie auch interessiert. 

Das ist wichtig am Buchmessestand 

Dein Hauptaugenmerk für deinen Messestand sollte auf der Gestaltung und den Giveaways liegen. Nach der Buchmesse sortieren die Besucher erstmal aus: Dutzende Lesezeichen und Flyer verschwimmen zu einem Brei und kaum noch jemand wird sich daran erinnern, dass du ihnen das zweiundvierzigste Lesezeichen in die Hand gedrückt hast. 

Deshalb solltest du kreativ werden. Ich habe damals für „Die Krankheitensammlerin“ Teebeutel abgepackt, weil die Protagonistin Fiona gerne Tee trinkt. Den habe ich dann auf der Messe an meinem Stand verteilt. Sowas bleibt im Gedächtnis. Das hundertste Lesezeichen eher nicht. Eine weitere Möglichkeit wären beispielsweise Glückskekse, in denen du Botschaften verpackst, die auf dein Buch hinweisen. Natürlich sollten die Giveaways auch immer zu deinem Buch passen. 

Wichtig:

Eine Buchmesse ist kein Flohmarkt. Wenn du einen Stand mietest, wirst du die Kosten dafür nicht durch Buchverkäufe wieder reinholen. Das ist auch nicht das Ziel. Auf einer Buchmesse geht es darum, die eigene Reichweite zu vergrößern, Networking zu betreiben. 

Statt 200 Bücher auf die Messe zu schleppen, die am Ende niemand kauft, empfehle ich, nur ein paar Bücher mitzunehmen und stattdessen Bestellformulare vorzubereiten. Da können sich Interessenten dann eintragen und wenn du von der Messe zurück bist, arbeitest du das ab und verschickst die Bücher. Die Interessenten werden es dir auch danken, wenn sie nicht noch ein schweres Buch in ihrem Rucksack herumtragen müssen, wenn sie tagelang auf der Messe herumlaufen. 

Die Verpflichtung

Wenn du einen Stand auf einer Buchmesse hast, bedeutet das Verpflichtung. Du kannst nicht einfach mal ein oder zwei Stunden über die Messe gehen und deinen Stand unbeaufsichtigt lassen. Ein unbeaufsichtigter Stand begünstigt Diebstahl und da hat die Messeleitung natürlich gar kein Interesse dran. Deshalb musst du entweder durchgehend selbst an deinem Stand stehen oder du bringst dir Unterstützung mit. Beispielsweise eine Aushilfe. Wenn du dir mal kurz ein Wasser für 5,00 Euro holen willst, kannst du natürlich auch den Standnachbarn bitten, kurz aufzupassen. Und da wäscht eine Hand die andere. Übrigens: die 5,00 Euro für Wasser sind kein Witz. Bring dir lieber was zu Trinken und zu Essen mit. 

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Kombistand zu mieten. Dann gehst du nicht alleine auf die Buchmesse, sondern mit einer weiteren Autorin. Ihr teilt euch dann einen Stand und könnt euch natürlich absprechen, wer wann am Stand ist und wer wann vielleicht mal Pause macht oder sich die Messe anschaut. Außerdem bekommen eure Werke so mehr Aufmerksamkeit. Wer für ein Buch an euren gemeinsamen Stand kommt, wird vermutlich auch einen Blick auf das andere werfen. Am besten passt das natürlich, wenn die Bücher ihn ähnlichen Genres verankert sind, sich gleichzeitig aber auch nicht direkte Konkurrenz machen. 

Auf die Messe ohne eigenen Stand 

Du kannst auch ohne eigenen Messestand auf der Buchmesse Werbung für dein Buch machen. Dabei kannst du dich kreativ im Grunde richtig austoben. Auf der FBM gibt es beispielsweise jemanden, der dort keinen Stand oder eine Lesung gebucht hat. Der spielt auf einem Dudelsack und versammelt so Leute, die er dann zu einer eigenen Lesung führt, die er außerhalb der FBM veranstaltet. 

Es geht auch subtiler: Hannah von Hannahs Buchmarketing hat meistens ein grelles T-Shirt an, auf dem einfach „Buch mich“ steht. 

Oder du verteilst Tee oder Glückskekse ohne einen eigenen Stand. 

In jedem Fall solltest du Social Media für dich nutzen, wenn du auf der Buchmesse bist. Mach darauf aufmerksam, dass du da bist und wo du bist. Im besten Fall sind einige deiner Follower ebenfalls vor Ort und so kannst du diese zu dir lotsen. 

Oder du machst ein kleines Gewinnspiel über Social Media: „Wer mir das Codewort XYZ persönlich auf der Messe sagt, bekommt von mir ein Goodie.“ 

Ich als Unternehmerin laufe auf der Messe in der Regel immer mit meiner Cutterin herum und nehme Reels und Interviews auf, damit wir durchgehend Social Media bespielen können. Das kannst du natürlich auch als Autor machen, nur dann eben weniger unternehmerisch und auf die Bücher oder die Messe bezogen. 

Ein paar weitere Tipps, wie du dich als Aussteller auf die Buchmesse vorbereitest, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. 

Was machst du so auf der Buchmesse? Hast du einen eigenen Stand? Bist du lieber nur zu Besuch? Oder kommst du mit außergewöhnlichen Ideen vorbei? 

Ein Messestand auf der Buchmesse kann sinnvoll sein. Aber wie fast immer kommt es darauf an wo und warum. Du solltest dir im Vorfeld immer Gedanken machen, was die beste Lösung für deinen Messeauftritt ist. 

Wir unterscheiden ein wenig zwischen der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse. Man sagt: „Frankfurt ist das Geschäft und Leipzig ist die Familie.“ Das merkt man auch, wenn man auf den Buchmessen unterwegs ist. Grob gesagt laufen in Frankfurt mehr Menschen in Anzug rum und in Leipzig mehr im Cosplay. 

Alternative zum Messestand in Frankfurt 

Ein Stand in Frankfurt ist teurer und lohnt sich nach meiner Erfahrung weniger als der günstigere Stand in Leipzig. 

In Frankfurt gibt es aber den Fakriro-Stand. Fakriro steht für Fantasy, Krimi, Romance. Mittlerweile ist die Bandbreit zwar größer, aber ursprünglich beschränkte sich das Projekt auf diese Genres. Die Idee zu Fakriro hatte Autorin Sabrina Schuh, die sich für die Umsetzung die Autorin Mary Cronos ins Boot holte. Gemeinsam verschaffen sie Selfpublishern mehr Sichtbarkeit. Unter anderem mit dem Stand auf der FBM. Auf diesem Stand bieten sie Ausstellungsplatz an, den man für einen verhältnismäßig günstigen Preis mieten kann. Dann wird das eigene Buch auf dem Stand in einem der Regale (Boxen genannt) ausgestellt. Wenn du willst, kannst du dir auch eine Signierstunde dazubuchen oder einfach Zeit am Stand verbringen, an dem dein Buch ausgestellt wird. Es ist zwar kein eigener Stand, aber ein günstiger Weg, mit deinem Buch auf die FBM zu kommen. Gerade für Selfpublisherinnen mit schmalem Budget empfehlenswert. Vor allem, weil du dich um nichts kümmern musst. Wenn dein Buch für den Stand ausgewählt wird, schickst du deine Exemplare an eine Adresse und Fakriro nimmt dein Buch mit auf die Messe. Du musst nicht mal anwesend sein. 

Zum Vergleich: Ein Stand auf der FBM kostet mindestens 1.500,00 Euro. Das ist die günstigste und kleinste Variante. Die Box am Fakriro-Stand ist ungefähr zehnmal günstiger. 

Messestand in Leipzig 

Ein Stand in Leipzig ist um einiges günstiger als in Frankfurt. Die LBM bietet verschiedene Standgrößen an. Die Preise bewegen sich alle im eher niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. 

Fakriro ist auf der LBM nicht vertreten. Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse wollen keine Gemeinschaftsausstellungen, bieten dafür aber durch die niedrigen Preismodelle Selfpublishern viele Möglichkeiten, selbst auf der Buchmesse auszustellen. Beispielsweise Kleinststände, die nur wenig Platz bieten, aber entsprechend günstig sind. 

Die LBM versucht auch vermehrt, Selfpublishing in die Messe zu integrieren. Beispielsweise war es 2017, als ich dort einen kleinen Stand hatte, noch so, dass die Selfpublisher mit kleinen Ständen abseits von allem anderen standen. Mittlerweile mischt die Messe diese Stände recht wild durch, sodass es keine explizite Ecke mehr gibt, in die eine bestimmte Gruppe abgestellt wird. Du kannst als Selfpublisher jetzt theoretisch auch neben einem Bestseller-Autoren-Stand stehen. Einfluss darauf hast du aber nicht. Soweit ich weiß, wird dir ein Stand zugeteilt und der ist es dann. Wer deine Nachbarn sind, siehst du dann vor Ort. 

Um den Kleinststand ein wenig aufzupeppen, empfehle ich, einen Stehtisch und vielleicht zwei ausklappbare Hocker mitzubringen. Die kriegst du in dem kleinen Bereich unter und hast dann einen netten kleinen Stand für dich und deine Bücher. Ob du die Möbel kaufst oder mietest, musst du entscheiden. Vermutlich macht es preislich keinen großen Unterschied. 

Hast du einen etwas größeren Stand, lockst du die Besucher am besten hinter die Theke, denn das erzeugt Aufmerksamkeit. Wenn andere Besucher sehen, dass an deinem Stand was los ist, sind sie auch interessiert. 

Das ist wichtig am Buchmessestand 

Dein Hauptaugenmerk für deinen Messestand sollte auf der Gestaltung und den Giveaways liegen. Nach der Buchmesse sortieren die Besucher erstmal aus: Dutzende Lesezeichen und Flyer verschwimmen zu einem Brei und kaum noch jemand wird sich daran erinnern, dass du ihnen das zweiundvierzigste Lesezeichen in die Hand gedrückt hast. 

Deshalb solltest du kreativ werden. Ich habe damals für „Die Krankheitensammlerin“ Teebeutel abgepackt, weil die Protagonistin Fiona gerne Tee trinkt. Den habe ich dann auf der Messe an meinem Stand verteilt. Sowas bleibt im Gedächtnis. Das hundertste Lesezeichen eher nicht. Eine weitere Möglichkeit wären beispielsweise Glückskekse, in denen du Botschaften verpackst, die auf dein Buch hinweisen. Natürlich sollten die Giveaways auch immer zu deinem Buch passen. 

Wichtig:

Eine Buchmesse ist kein Flohmarkt. Wenn du einen Stand mietest, wirst du die Kosten dafür nicht durch Buchverkäufe wieder reinholen. Das ist auch nicht das Ziel. Auf einer Buchmesse geht es darum, die eigene Reichweite zu vergrößern, Networking zu betreiben. 

Statt 200 Bücher auf die Messe zu schleppen, die am Ende niemand kauft, empfehle ich, nur ein paar Bücher mitzunehmen und stattdessen Bestellformulare vorzubereiten. Da können sich Interessenten dann eintragen und wenn du von der Messe zurück bist, arbeitest du das ab und verschickst die Bücher. Die Interessenten werden es dir auch danken, wenn sie nicht noch ein schweres Buch in ihrem Rucksack herumtragen müssen, wenn sie tagelang auf der Messe herumlaufen. 

Die Verpflichtung

Wenn du einen Stand auf einer Buchmesse hast, bedeutet das Verpflichtung. Du kannst nicht einfach mal ein oder zwei Stunden über die Messe gehen und deinen Stand unbeaufsichtigt lassen. Ein unbeaufsichtigter Stand begünstigt Diebstahl und da hat die Messeleitung natürlich gar kein Interesse dran. Deshalb musst du entweder durchgehend selbst an deinem Stand stehen oder du bringst dir Unterstützung mit. Beispielsweise eine Aushilfe. Wenn du dir mal kurz ein Wasser für 5,00 Euro holen willst, kannst du natürlich auch den Standnachbarn bitten, kurz aufzupassen. Und da wäscht eine Hand die andere. Übrigens: die 5,00 Euro für Wasser sind kein Witz. Bring dir lieber was zu Trinken und zu Essen mit. 

Es gibt auch die Möglichkeit, einen Kombistand zu mieten. Dann gehst du nicht alleine auf die Buchmesse, sondern mit einer weiteren Autorin. Ihr teilt euch dann einen Stand und könnt euch natürlich absprechen, wer wann am Stand ist und wer wann vielleicht mal Pause macht oder sich die Messe anschaut. Außerdem bekommen eure Werke so mehr Aufmerksamkeit. Wer für ein Buch an euren gemeinsamen Stand kommt, wird vermutlich auch einen Blick auf das andere werfen. Am besten passt das natürlich, wenn die Bücher ihn ähnlichen Genres verankert sind, sich gleichzeitig aber auch nicht direkte Konkurrenz machen. 

Auf die Messe ohne eigenen Stand 

Du kannst auch ohne eigenen Messestand auf der Buchmesse Werbung für dein Buch machen. Dabei kannst du dich kreativ im Grunde richtig austoben. Auf der FBM gibt es beispielsweise jemanden, der dort keinen Stand oder eine Lesung gebucht hat. Der spielt auf einem Dudelsack und versammelt so Leute, die er dann zu einer eigenen Lesung führt, die er außerhalb der FBM veranstaltet. 

Es geht auch subtiler: Hannah von Hannahs Buchmarketing hat meistens ein grelles T-Shirt an, auf dem einfach „Buch mich“ steht. 

Oder du verteilst Tee oder Glückskekse ohne einen eigenen Stand. 

In jedem Fall solltest du Social Media für dich nutzen, wenn du auf der Buchmesse bist. Mach darauf aufmerksam, dass du da bist und wo du bist. Im besten Fall sind einige deiner Follower ebenfalls vor Ort und so kannst du diese zu dir lotsen. 

Oder du machst ein kleines Gewinnspiel über Social Media: „Wer mir das Codewort XYZ persönlich auf der Messe sagt, bekommt von mir ein Goodie.“ 

Ich als Unternehmerin laufe auf der Messe in der Regel immer mit meiner Cutterin herum und nehme Reels und Interviews auf, damit wir durchgehend Social Media bespielen können. Das kannst du natürlich auch als Autor machen, nur dann eben weniger unternehmerisch und auf die Bücher oder die Messe bezogen. 

Ein paar weitere Tipps, wie du dich als Aussteller auf die Buchmesse vorbereitest, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. 

Was machst du so auf der Buchmesse? Hast du einen eigenen Stand? Bist du lieber nur zu Besuch? Oder kommst du mit außergewöhnlichen Ideen vorbei? 

Buch bei Amazon veröffentlichen: Wie KDP wirklich funktioniert und was zwischen Hochladen und Verkaufen liegt

Buch bei Amazon veröffentlichen: Wie KDP wirklich funktioniert und was zwischen Hochladen und Verkaufen liegt

„Bei Amazon ein Buch zu veröffentlichen dauert keine halbe Stunde.“ Diesen Satz liest man überall. Und das Verrückte ist: Er stimmt. Technisch gesehen.

Du legst ein Konto an, lädst zwei Dateien hoch, klickst auf „Veröffentlichen“, und in der Regel steht dein Buch 72 Stunden später im größten Buchshop der Welt. Kein Verlag, der dich ablehnen kann. Keine Mindestauflage. Kein Karton voller Bücher im Keller.

Und trotzdem sitzen viele Autoren vor dem KDP-Dashboard – der Verwaltungsoberfläche von Amazons Selfpublishing-Plattform – und fühlen sich wie im Cockpit eines Flugzeugs. Tantiemenoption? Beschnitt? KENP? Eigene ISBN oder die von Amazon? Wenn du gerade mit einem fertigen oder fast fertigen Manuskript dasitzt und dich genau das fragst, bist du hier richtig. Ich erkläre dir, wie das Veröffentlichen bei Amazon wirklich funktioniert und warum der Klick auf „Veröffentlichen“ der einfachste Teil der ganzen Reise ist.

Kurz gesagt: Ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen ist über Kindle Direct Publishing (KDP) kostenfrei und technisch in kurzer Zeit machbar, als E-Book, Taschenbuch oder Hardcover im Print-on-Demand-Verfahren, also gedruckt erst bei Bestellung. Du bekommst Tantiemen: beim E-Book 35 oder 70 Prozent, beim gedruckten Buch 60 beziehungsweise 50 Prozent des Listenpreises minus Druckkosten. Die eigentliche Arbeit liegt nicht im Hochladen, sondern davor: veröffentlichungsreifes Manuskript, professioneller Buchsatz, ein Cover, das dein Genre trifft, und durchdachte Metadaten. Genau dabei begleitet dich Kahawa Medien.

KDP: Amazons Selfpublishing-Plattform – Veröffentlichen kostet nichts

Wie veröffentlichst du ein Buch bei Amazon? Über Kindle Direct Publishing (kurz KDP), Amazons hauseigene Plattform, über die jeder ein Buch hochladen und verkaufen kann, ohne einen Verlag zu brauchen. Drei Formate sind möglich: E-Book, Taschenbuch und Hardcover, also die gebundene Ausgabe.

Bei den gedruckten Formaten arbeitet Amazon mit Print-on-Demand. Das heißt übersetzt: Druck auf Bestellung. Es gibt keine Auflage und kein Lager. Erst wenn jemand dein Buch kauft, wird genau dieses eine Exemplar gedruckt und verschickt. Für dich heißt das: kein finanzielles Risiko, und dein Buch ist trotzdem dauerhaft lieferbar.

Und die Kosten? Die Veröffentlichung selbst ist komplett kostenfrei. Keine Einstellgebühr, keine Jahresgebühr. Amazon verdient über einen Anteil an jedem Verkauf, bei gedruckten Büchern zusätzlich über die Druckkosten, die von deinen Tantiemen abgezogen werden. Du zahlst also nur, wenn du auch verkaufst. Was du vorher in Lektorat, Buchsatz und Cover investierst, ist eine andere Geschichte. Dazu kommen wir noch.

So läuft die Veröffentlichung bei Amazon ab

Der Ablauf ist im Prinzip immer gleich, egal ob E-Book oder Taschenbuch:

  1. Konto anlegen. Auf kdp.amazon.com registrieren, Adresse, Bankverbindung und Steuerinformationen hinterlegen. Das machst du einmal.
  2. Buchdetails eintragen. Titel, Autorenname, Buchbeschreibung, Kategorien und Schlagwörter, die sogenannten Metadaten. Über sie finden Leser dein Buch überhaupt erst.
  3. Dateien hochladen. Das fertig gesetzte Innenleben (bei Print als druckfertiges PDF, beim E-Book als EPUB-Datei) und das Cover. Bei gedruckten Büchern braucht das Cover eine exakt berechnete Gesamtdatei inklusive Buchrücken und Beschnitt, das ist der zusätzliche Rand, der beim Zuschneiden in der Druckerei wegfällt, damit keine weißen Blitzer entstehen.
  4. Preis und Tantiemenoption festlegen. Du bestimmst den Listenpreis, also den Verkaufspreis, und wählst dein Tantiemenmodell.
  5. Veröffentlichen. Amazon prüft dein Buch; laut offizieller KDP-Hilfe ist es in der Regel innerhalb von 72 Stunden im Shop verfügbar.

Mein Rat aus der Praxis: Bestell dir vor der echten Veröffentlichung ein Korrekturexemplar, KDP nennt das „Proof“. Das ist ein Probedruck mit „Nicht zum Weiterverkauf“-Aufdruck zum reinen Druckkostenpreis. Erst wenn du das Buch in der Hand hattest, weißt du, wie Schrift, Ränder und Coverfarben gedruckt wirken. Diesen Schritt überspringen viele und ärgern sich dann über Details, die am Bildschirm nicht zu sehen waren.

Die Tantiemen-Logik: Beim E-Book wählst du zwischen 35 und 70 Prozent

Wie viel verdienst du pro verkauftem Buch? Beim E-Book bietet Amazon zwei Tantiemenoptionen: 35 oder 70 Prozent des Listenpreises (jeweils ohne Mehrwertsteuer gerechnet). Klingt nach einer einfachen Wahl, aber die 70-Prozent-Option ist an Bedingungen geknüpft:

  • Dein Listenpreis muss in einem von Amazon festgelegten Preiskorridor liegen; die aktuellen Grenzen zeigt dir KDP direkt bei der Preiseingabe an.
  • Gibt es eine gedruckte Ausgabe, muss das E-Book mindestens 20 Prozent unter deren Listenpreis liegen.
  • Amazon zieht eine kleine Übertragungsgebühr pro Verkauf ab, abhängig von der Dateigröße. Bei einem Roman vernachlässigbar, bei einem Bildband spürbar.
  • Sie gilt nur für Verkäufe in bestimmten Ländern; der deutsche Shop gehört dazu. Außerhalb bekommst du automatisch 35 Prozent.

Für die Praxis heißt das: Liegt dein Wunschpreis im Korridor, ist die 70-Prozent-Option fast immer die richtige Wahl. Die 35-Prozent-Option brauchst du, wenn du preislich aus dem Korridor heraus willst – sehr günstig oder sehr hochpreisig. Details in der KDP-Hilfe zu E-Book-Tantiemen.

Für Taschenbuch und Hardcover gilt eine eigene Formel, die du kennen solltest, bevor du deinen Preis festlegst:

Tantieme = Tantiemensatz × Listenpreis − Druckkosten

Der Tantiemensatz liegt laut KDP-Hilfe bei 60 Prozent. Seit einer Änderung im Juni 2025 allerdings nur noch oberhalb einer bestimmten Preisschwelle; für sehr günstig angesetzte Bücher gilt darunter 50 Prozent. Die Druckkosten berechnet Amazon nach einer festen Mechanik: ein Grundbetrag plus ein Betrag pro Seite, abhängig von Format und Farbigkeit. Farbdruck ist deutlich teurer, deshalb brauchen Bildbände und durchgehend farbige Ratgeber im Print-on-Demand schnell hohe Listenpreise.

Aus dieser Formel ergibt sich auch der Mindestlistenpreis: Amazon lässt dich keinen Preis festlegen, bei dem deine Tantiemen die Druckkosten nicht mehr decken. Ein dickes Buch kann also nicht beliebig günstig verkauft werden. Die Seitenzahl setzt die Untergrenze.

Ich würde dir raten, diese Rechnung ganz früh zu machen. Am besten, bevor der Buchsatz beginnt. Denn Seitenzahl, Format und Farbigkeit entscheiden über deine Marge, und manche Enttäuschung („pro Buch bleibt ja kaum etwas übrig“) ist in Wahrheit eine Planungsfrage, keine Amazon-Frage.

Eigene ISBN oder Amazon-ISBN? Eine Frage der Unabhängigkeit

Brauchst du eine eigene ISBN? Die ehrliche Antwort: für den Start bei Amazon nicht zwingend, aber die Entscheidung hat Folgen, die du kennen solltest.

Die ISBN ist die internationale Standardbuchnummer, sozusagen das amtliche Kennzeichen deines Buches im Handel. Bei KDP gilt: Ein E-Book braucht gar keine ISBN. Amazon vergibt intern eine eigene Artikelnummer, die ASIN. Für Taschenbuch und Hardcover bietet Amazon dir eine kostenlose ISBN an, oder du bringst deine eigene mit, die du in Deutschland über die ISBN-Agentur kaufst.

Der Haken an der kostenlosen Amazon-ISBN: Sie gehört nicht dir. Sie ist an Amazon gebunden, du kannst dein Buch mit dieser Nummer nicht zusätzlich über den Buchhandel oder andere Plattformen vertreiben, und als Verlag erscheint „Independently published“, nicht dein Name.

Meine Empfehlung fällt je nach Projekt unterschiedlich aus. Planst du ein einzelnes Herzensprojekt nur für Amazon, ist die kostenlose ISBN völlig in Ordnung. Willst du dein Buch breiter aufstellen – Buchhandel, Lesungen, mehrere Plattformen – nimm von Anfang an eine eigene; der Wechsel hinterher bedeutet technisch eine neue Ausgabe mit neuer Produktseite. Wichtig zu wissen: Kahawa Medien vergibt selbst keine ISBN, aber wir beraten dich ehrlich, welcher Weg zu deinem Projekt passt, und zeigen dir, wo du sie bekommst.

KDP Select: Kindle Unlimited gegen 90 Tage Exklusivität

KDP Select ist ein optionales Programm für dein E-Book: zusätzliche Sichtbarkeit gegen Exklusivität. Du verpflichtest dich, dein E-Book für jeweils 90 Tage ausschließlich bei Amazon anzubieten, nicht bei anderen Shops, nicht auf deiner eigenen Website, nirgendwo sonst in digitaler Form. Das gedruckte Buch ist davon nicht betroffen, das darfst du weiterhin überall verkaufen.

Im Gegenzug landet dein E-Book in Kindle Unlimited, Amazons Lese-Flatrate. Abonnenten können es dort lesen, ohne es zu kaufen und du wirst pro gelesener Seite vergütet. Amazon rechnet dafür in KENP, „Kindle Edition Normalized Pages“: eine normierte Seitenzählung, damit ein Buch mit großer Schrift nicht mehr „Seiten“ bekommt als eines mit kleiner. Der Betrag pro Seite stammt aus einem monatlichen Fonds und schwankt. Dazu bekommst du Werbewerkzeuge wie zeitlich begrenzte Gratis-Aktionen.

Ob sich das lohnt kommt auf dein Buch an. Für Vielleser-Genres – Liebesroman, Fantasy, Krimi-Reihen – kann Kindle Unlimited ein echter Reichweitenhebel sein. Für ein Sachbuch oder ein Buch, das du auch über eigene Kanäle verkaufen willst, wiegt die Exklusivität oft schwerer als der Nutzen. Und ein Detail, das viele übersehen: Die Teilnahme verlängert sich automatisch um weitere 90 Tage, wenn du sie nicht aktiv beendest.

Ehrlich gesagt: Die Druckqualität bei Amazon schwankt

Jetzt der Teil, den dir kaum jemand sagt, der dir KDP schmackhaft machen will. Print-on-Demand bei Amazon ist beeindruckend günstig und schnell, aber es ist Industriedruck in riesigen Mengen, und das sieht man manchmal. Aus vielen Projekten wissen wir: Farben können je nach Druckcharge unterschiedlich ausfallen, satte Cover wirken mal kräftig, mal etwas matschig. Und der Zuschnitt hat Toleranzen. Deshalb gehören in die Druckdaten großzügiger Beschnitt und Abstand zum Rand.

Das ist kein Grund, die Plattform zu meiden, es ist ein Grund, sie richtig einzuordnen. Für einen Roman mit cremefarbenem Papier und gut angelegtem Cover ist die Qualität absolut solide. Wenn dein Buch aber von präziser Farbwiedergabe lebt – ein Fotobuch, ein Bildratgeber, ein Vitrinen-Hardcover als Vermächtnis – dann würde ich dir raten, Alternativen mit anzuschauen oder das Projekt mit jemandem durchzusprechen, der die Plattformen im Vergleich kennt. Solche Abwägungen treffen wir in der Beratung ständig: Welcher Vertriebsweg passt zu welchem Buch? Darauf gibt es keine Pauschalantwort, aber für dein konkretes Projekt gibt es eine richtige.

Der eigentliche Engpass: alles, was vor dem Hochladen passiert

Und damit sind wir beim Kern. Wenn die Veröffentlichung bei Amazon so einfach ist, warum verkaufen sich dann so viele selbst veröffentlichte Bücher kaum? Weil zwischen „hochgeladen“ und „verkauft sich“ vier Dinge liegen, die mit dem KDP-Dashboard nichts zu tun haben:

  • Manuskriptreife. Lektorat und Korrektorat entscheiden, ob Leser nach der Leseprobe kaufen und ob die erste Rezension von Tippfehlern handelt oder vom Inhalt.
  • Buchsatz. Das professionelle Innenlayout: Schrift, Zeilenabstand, Seitenränder, Kapitelanfänge. Ein Buch aus Word erkennt man am ersten aufgeschlagenen Blick und Leser spüren das, auch wenn sie es nicht benennen können.
  • Cover. Es muss in Briefmarkengröße im Shop funktionieren und auf den ersten Blick das richtige Genre signalisieren. Das ist Handwerk, kein Geschmacksthema.
  • Metadaten. Beschreibung, Kategorien, Schlagwörter. Sie entscheiden, ob dein Buch gefunden wird oder auf Seite 14 der Suchergebnisse verschwindet.

Du musst das nicht alles selbst können. Dahinter stecken mehrere eigene Berufe. Entscheidend ist nur, dass du weißt: Hier liegt die eigentliche Arbeit. Das Hochladen ist der letzte Schritt von vielen, nicht der erste.

Aus der Praxis: Wenn der Eigenversuch ins Tal der Tränen führt

Wie sich das anfühlt, hat uns Heiko Scharfenort sehr offen erzählt. Er wollte sein Nachschlagewerk für Menschen mit Diabetes selbst fertig machen, doch das erste selbst erstellte PDF war, in seinen Worten, „sehr enttäuschend“. Jede kleine Änderung verschob die Umbrüche: „Da bin ich schier wahnsinnig geworden. Mit Word genauso.“ Er stand kurz davor aufzugeben. Erst mit professioneller Begleitung wurde daraus ein richtiges Buch und als er es zum ersten Mal in der Hand hielt, wusste er: „Die Entscheidung war richtig, das nicht selbst zu machen.“

Und Wiebke Tillenburg, die bei uns eine Kurzgeschichte hat setzen lassen, bringt es auf den Punkt: „Wenn man Bücher nebeneinanderlegt, die selbst mit Word gesetzt wurden, gegenüber professionell gesetzten, sieht man den Unterschied. Und die Leser sehen das auch.“ Genau darum geht es. Nicht um Perfektionismus, sondern darum, dass dein Buch im Shop neben Verlagsbüchern bestehen kann.

Häufige Fragen zum Veröffentlichen bei Amazon

Was kostet das Veröffentlichen bei Amazon?

Die Veröffentlichung über KDP selbst ist kostenfrei. Es gibt keine Einstellgebühr und keine laufenden Kosten. Amazon verdient über einen Anteil am Verkaufspreis und bei gedruckten Büchern über die Druckkosten pro verkauftem Exemplar.

Wie lange dauert es, bis mein Buch online ist?

Nach dem Klick auf „Veröffentlichen“ prüft Amazon dein Buch; in der Regel ist es laut KDP-Hilfe innerhalb von 72 Stunden im Shop verfügbar. Einzelne Elemente wie die „Blick ins Buch“-Leseprobe brauchen etwas länger.

Kann ich Fehler nachträglich korrigieren?

Ja, jederzeit. Du lädst eine korrigierte Datei hoch, Amazon prüft sie, und nach kurzer Zeit wird die neue Version ausgeliefert. Produktseite und Rezensionen bleiben erhalten. Dank Print-on-Demand gibt es keine fehlerhafte Restauflage. Aber Achtung: Bei vielen Korrekturen handelt es sich um eine neue Auflage, was im Impressum angegeben werden muss.

Eigene ISBN oder die kostenlose von Amazon?

Fürs E-Book brauchst du gar keine. Beim gedruckten Buch reicht die kostenlose Amazon-ISBN, wenn du nur bei Amazon verkaufen willst, sie ist aber an Amazon gebunden. Willst du auch in den Buchhandel oder auf andere Plattformen, nimm von Anfang an eine eigene.

Darf ich gleichzeitig woanders veröffentlichen?

Ja, solange du nicht bei KDP Select bist. Erst dieses optionale Programm verlangt für jeweils 90 Tage digitale Exklusivität für dein E-Book. Dein gedrucktes Buch darfst du in jedem Fall parallel überall anbieten.

Was sind die häufigsten Fehler bei KDP?

Ein Word-Export statt echtem Buchsatz, ein Cover ohne Genre-Signal, zu knapper Beschnitt, lieblose Metadaten und die Preisfestlegung ohne Tantiemen-Rechnung. Keiner dieser Fehler hat mit der Technik zu tun. Alle passieren vor dem Hochladen.

Dein Buch hat es verdient, dass der einfache Teil einfach bleibt

Lass dich von Dashboard-Begriffen und Tantiemen-Formeln nicht einschüchtern. Amazon KDP ist eine durchdachte, faire Plattform, und den technischen Teil kriegst du hin. Die wirkliche Frage ist, ob dein Buch bereit für diesen Moment ist, innen wie außen.

In einer kostenlosen, ca. 60-minütigen Buchberatung entwickeln wir gemeinsam einen Plan für deine Buchveröffentlichung. Du wirst herausfinden, wo und wie dein Buch in den Vertrieb kommt und welche Veröffentlichungsstrategie zu deinem Projekt passt. Dafür gehst du jetzt auf www.buchagentur.de und trägst dich ein. Erzähl ein bisschen von deinem Buch und von deinen Zielen und wir sprechen in den nächsten 2 bis 5 Tagen persönlich über deine geplante Buchveröffentlichung.