Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten, 12 Sekunden

Als Blogger Geld verdienen mit der VG Wort

Wie man mit einem eigenen Blog Geld verdienen kann, gehört inzwischen schon zu den Grundpfeilern des digitalen Grundwissens für Autoren. Doch auf meine Affiliate-Links klicken die Leute nur sehr selten, die Patreon-Spenden dümpeln nur so vor sich hin und Outbound-Werbung durch eingeblendete, nervige Banner habe ich längst auf meiner Seite gesperrt.

Dennoch verdiene ich mit dem Blog auf kiakahawa.de Geld. Und der größte Anteil kommt von der VG Wort! Eine halbe Milliarde Euro wird auf 180.000 Wahrnehmungsberechtigte aufgeteilt. Klingt das nicht toll? Ich kriege etwas von diesem Kuchen ab. Und das kannst du auch!

als_blogger_geld_verdienen

Was bringt die VG Wort für Blogger?

Die VG Wort ist die sogenannte Verwertungsgesellschaft Wort. Sie funktioniert wie die GEMA, nur eben nicht für Musiker, sondern für Autoren, Verlage und Blogger.

Wenn Musik im Radio gespielt wird, kostet das den Radiosender GEMA Gebühren. Bei Veranstaltungen werden Tanzgeld, Aufschlag auf Eintrittskarten und co erhoben. Äquivalent für uns Autorinnen und Autoren ist dabei anderes, mehr oder minder kostenloses Bereitstellen von unserem Content.

Meine gedruckten Bücher beispielsweise habe ich in Stadtbibliotheken abgegeben und erhalte so von der VG Wort eine Ausschüttung für die Büchereiausleihungen. Aber das ist eine andere Geschichte. Als Blogger mit der VG Wort Geld verdienen liegt im Vergleich zur GEMA also auf der Hand: Man stellt kostenlos Content im Internet zur Verfügung, der auf dem eigenen Blog gelesen werden kann. Dafür gibt es Geld für den Blogger.

Jeder Artikel, der im Jahr 1.500 oder 750 Mal angeklickt wird, bringt mir nach aktuellem Stand (2016, Meldung in 2017) 23,80 €. Dieser Betrag kann von Jahr zu Jahr variieren, aber das ist nicht der Punkt. Für 2017 steht der Betrag nicht fest, aber voraussichtlich sind 20,00 € realistisch. Mehr dazu im Folgenden.

Angenommen, du veröffentlichst 52 Artikel im Jahr. Das ist einer pro Woche. So kannst du mit der VG Wort als Blogger 1.040 € in diesem Jahr verdienen. Bleiben deine Artikel aktuell und werden weiterhin gut besucht, dann verdienst du im nächsten Jahr 2.080 €. Denn du hast 52 neue Artikel und 52 alte Artikel. So kannst du schon nach fünf Jahren 5.200 Euro jährlich mit deinem Blog verdienen, wenn du jede Woche neuen Content bringst, der relevant ist und gut besucht wird.

Schreibst du zwei Artikel in der Woche, erreichst du nach nur fünf Jahren den Deckelbetrag von 10.000 Euro, der dir jährlich für den Blog ausgezahlt wird. Das hängt natürlich an einigen Voraussetzungen, aber mal im Ernst: Welche Voraussetzungen können dich daran hindern, ein passives Einkommen von bis zu 833 Euro im Monat zu verdienen? Und das nur durch deinen Blog, den du womöglich auch ohne Blogger-Gehalt betreiben würdest?

 

Wie funktioniert die VG Wort?

Die VG Wort hat ihren Sitz dort, wo wir zahlreiche namhafte Verlage auch antreffen: In München! Der Verband deutscher Schriftsteller drängte 1958 darauf, dass es eine Institution gibt, die Zweitverwertungsrechte verwaltet und Tantiemen ausschüttet.

Ihre Einkünfte erzielt die VG Wort an den Stellen, wo sie tatsächlich logisch sind. Jeder Packen Kopierpapier, jeder Drucker und Kopierer, und auch CD-Rohlinge enthalten einen Betrag, der an die VG Wort abgeht. Da man auf Papier theoretisch deinen Blogartikel ausdrucken könnte, fließt ein Teil der Einnahmen beim Verkauf von Kopierpapier in die VG Wort, und schließlich zu dir als Blogger.

Größere Einnahmeposten sind Abgaben, die Büchereien, Lesezirkel und auch Schulen an die Verwertungsgesellschaft abführen müssen.

Seit 2007 gibt es das METIS. Das ist das Meldesystem für Texte auf Internetseiten und daher relevant für Bloggerinnen und Blogger. Durch das METIS verdiene ich auch an diesem Artikel voraussichtlich meine zwanzig Euro.

 

Mit welchen Artikeln können Blogger Geld verdienen?

Ein Blog-Artikel ist nicht gleich ein Blog-Artikel. Als Blogger kannst du mit der VG Wort Geld verdienen, wenn dein Artikel mindestens 1.800 Zeichen lang ist. Das entspricht einer einzigen Normseite. Wenn ich 1.800 Zeichen schreibe, enthalten diese im Durchschnitt 274 Wörter; damit du ein Gefühl dafür bekommen kannst, was 1.800 Zeichen sind.

Dieser Artikel muss öffentlich zugänglich sein. Ein bezahlter Mitgliedsbereich schließt eine Vergütung durch die VG Wort aus.

Und dieser Artikel muss 1.500 Mal im Jahr angeklickt werden. Dabei zählt nicht das Jahr ab Veröffentlichung des Artikels, sondern das Kalenderjahr. Wird dein Artikel bis zum 31.12. 1.490 mal geklickt und am 1.1. des Folgejahres zehn Mal geklickt, so bekommst du für das Vorjahr keinen Cent von der VG Wort.

Ich möchte dir an dieser Stelle, bevor du diese Seite schließt und dir denkst: „1.500 Aufrufe! Das schaffe ich doch nie!“ vor Augen führen, was 1.500 Aufrufe im Jahr eigentlich sind. Es sind…

  • 125 Aufrufe im Monat
  • 28 Aufrufe in der Woche
  • 4 Aufrufe am Tag

Ich kenne keinen Blogger, der weniger als vier Aufrufe täglich hat 😉

Eine weitere Voraussetzung zum Geld verdienen als Blogger durch die VG Wort ist, dass der Inhalt stimmt. Es darf nicht rassistisch, pornografisch, menschenverachtend oder verfassungswidrig sein. Das erklärt sich hoffentlich von selbst.

Hat dein Artikel mehr als 10.000 Zeichen incl. Leerzeichen, so genügen lediglich 750 Aufrufe im Jahr. Das sind dann nur zwei pro Tag und traffic-mäßig auch für kleinere Blogger machbar.

Zusätzlich zur regulären Ausschüttung gibt es noch eine Sonderausschüttung. Diese liegt bei wenigen Euro in Abhängigkeit zu den Texten. Ich persönlich behandele diese Ausschüttung als „Meldegeld“. Denn das Melden der einzelnen Artikel ist nicht ohne und dauert ein paar Stunden. Für weniger als 20 gemeldete Artikel erhältst du so 10,00 €, für 21 – 60 Texte erhältst du einmalig 30,00 €. Diese Angaben findest du jährlich in den VG Wort Quoten.

 

Die VG Wort und die Zukunft des Blogger-Gehalts

Artikel von "Selbstständig im Netz", 2012

Artikel von “Selbstständig im Netz”, 2012

Bei selbstständig-im-netz.de bemängelte der Autor in der Pro- und Contra-Gegenüberstellung der VG Wort als Einnahmequelle für Blogger, dass die Einkünfte rückläufig seien. Die VG Wort würde weniger einnehmen und es würde immer mehr Autoren geben. Das könnte im Prinzip stimmen, sagt mein Bauchgefühl. Aber schauen wir uns doch mal konkrete Zahlen an:

2014 gab es 10,00 € für einen Artikel mit mindestens 1.800 Zeichen und einem Mindestzugriff von 1.500 Aufrufen.

2015 bekam man bereits 12,00 € für einen solchen Artikel.

In 2016 lag dieser Betrag überraschenderweise schon bei 20,00 € und für 2017 steht seit Kurzem ein Betrag von 23,80 € fest.

Quelle: Quoten-Übersichten aus den Jahren 2017 und 2015

Auch nach einem Rechtsstreit mit Martin Vogel, der Rückforderung von 86 Millionen Euro von Verlagen und einem neuen Gesetz, das Dezember 2016 in Kraft trat, wurde die Zukunft der VG Wort immer wieder diskutiert. Interessante Artikel zu diesem Thema möchte ich dir hier verlinken, denn es kann nicht schaden, möglichst viel über die VG Wort zu erfahren und das aktuelle Geschehen zu beobachten:

Übermedien: Urheber bekommen, was ihnen zusteht 20. Mai 2017

FAZ: Weihnachten, mitten im Mai 22. Mai 2017

Buchreport:  Autoren verzichten auf Millionen 31. Juli 2017

 

Wie kann man nun konkret mit der VG Wort Geld verdienen?

 

Mit der VG Wort Geld verdienen ist einfach, aber langatmig.

Hi, ich bin Tom.

Hi, ich bin Tom.

Zunächst brauchst du einen Zugang zu T.O.M..

TOM ist „Texte Online Medien“ und bietet dir den Zugang zu allen Funktionen, die du im Backend brauchst. Wenn du nicht nur als Blogger, sondern auch als Autor bei der VG Wort mitmachen möchtest, musst du einen Wahrnehmungsvertrag abschließen. Den findest du online, musst ihn ausdrucken (auf Din A 4! Das ist wichtig), unterschreiben und wegschicken. Du wirst dann per E-Mail freigeschaltet und kannst auch künftig deine veröffentlichten Werke melden.

Zwischen Wegschicken des Vertrages und Erhalt der Zugangsdaten vergingen in meinem Fall etwa vier Monate.

Hast du den Zugang zu TOM, geht alles ganz intuitiv. Du bestellst hier sogenannte Zählmarken, die in etwa so aussehen: 846f52aa99b441e6b90a32febadd841c. Das ist eine meiner Zählmarken mit einer kleinen Veränderung, denn ich möchte meine Zählmarken nicht unzensiert öffentlich machen.

Diese Zählmarke kannst du dann auf deiner Website in einem Blog-Artikel einbinden. Die Zählmarke wird mit dem Artikel verbunden und sobald das geschehen ist, wird jeder einzelne Klick gezählt. Ab dem 31.12. des Jahres hast du dann etwa sieben Monate Zeit, eine Meldung zu erstellen. Das geht, indem man bei T.O.M. auf „Meldung erstellen“ klickt. Ist die Meldung erstellt, wartet man bis Oktober und hat dann lecker Geld auf dem Konto. Das muss anschließend natürlich ordnungsgemäß versteuert werden. „Autoren an die Steuer!“, kann ich da nur sagen.

Wenn du willst, dass ich eine ausführliche Anleitung zum Umgang mit VG Wort Zählmarken und den Einkünften daraus herausgebe, sag‘ mir bitte in den Kommentaren Bescheid. Ich bin gerne bereit, mir diese Mühe zu machen, aber ich möchte auch, dass es genügend Leute interessiert 😉

 

An dieser Stelle würde ich dich also bitten, mir unbedingt einen Kommentar dazulassen, dir schleunigst bei der Verwertungsgesellschaft einen Vertrag zu holen und meine Arbeit hier bei Patreon oder über Paypal zu unterstützen. Denn die Auszahlung der 23,80 € für diesen Artikel kommt frühestens Anfang Oktober 2018. Hat dir dieser Artikel ein bisschen geholfen, bedanke dich doch mit einem Euro. Der tut nicht weh und kann mir trotz VG Wort Einnahmen helfen.

kia_kahawa

Spenden für mehr informative Artikel:

http://patreon.com/kiakahawa


Teilen, ohne dass es weniger wird! Folgen ohne Stalking:
Benachrichtige mich per Mail über die nächsten Neuerungen!
Schau mal vorbei...
Einblicke in das Leben einer Autorin
Wenn du willst, schau dir Facebook an

7 Gedanken zu „Als Blogger Geld verdienen mit der VG Wort

  • Liebe Kia,
    Dein Artikel ist sehr interessant für mich.

    Ja, tatsächlich melde ich dort schon meine Bücher, aber das mit den Zählmarken und dem Einbinden habe ich noch nicht verstanden. Da hätte ich gerne noch Infos.

    Am Sonntag wird Dein Artikel bei mir veröffentlicht.

  • Mich würde noch interessieren, inwieweit die VG Wort auch für Beiträge zuständig ist, die bei etablierten Medien im öffentlich zugänglichen Onlinebereich erscheinen. Viele Lokalredaktionen stellen Inhalte immer noch ohne Rücksprache oder Zusatzvergütung auf ihre Website. Da wäre eine kleine Honorierung, zumal sie soweit ich weiß, sowieso VG Wort-Beiträge dafür zahlen müssen, eigentlich schön.

    Ansonsten: Super Artikel und sehr hilfreich!

    • Hi Sonja,
      das ist jetzt vielleicht peinlich, aber ich habe deine Frage nicht ganz verstanden.
      Geht es darum, dass die Inhalte von Autor A auf der Seite von X veröffentlicht werden? Das ist doch ein Verstoß gegen das Urhebergesetz, wenn es ohne Rücksprache geschieht. Kannst du mir da ein Beispiel nennen?
      Im Prinzip gibt es die VG Wort Vergütung auch für geistiges Eigentum, das auf fremden Seiten veröffentlicht wurde. Meine Artikel bei http://www.steuerazubi.com beispielsweise kann ich auch vergüten lassen. Wie genau, weiß ich noch nicht, da stehen noch zwei Telefonate aus. Bei Interesse schreibe ich darüber dann natürlich auch gerne einen Artikel.
      Verbesser mich gerne, wenn ich das jetzt falsch verstanden habe.
      Liebe Grüße
      Kia

  • Danke für die gute Übersicht! Ich habe nur eine Anmerkung bzw. Nachfrage: Die Sonderausschüttung kannte ich bislang so, dass die nur für Texte gilt, die man als Urheber nicht selbst verwaltet und entsprechend keine Zählpixel einbauen kann. Ein Beispiel wäre da meiner Meinung nach die Situation wie im Kommentar von Sonja. Ich habe eine Zeitlang auch Artikel für eine Art Onlinemagazin geschrieben und da kam für die Vergütung nur die Sonderausschüttung in Frage, die dafür aber unabhängig von der Zugriffszahl erfolgte. So, wie ich es verstanden habe, greift die Sonderausschüttung daher nicht für die Texte, die man selbst mit Zählpixeln versieht, für die gilt nur die reguläre METIS-Ausschüttung gemäß Zugriffszahlen. Oder hab ich da was falsch verstanden? 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.