Heute reden wir über Werbung.

Wir, das sind Charles Barnes, Julia von Rein-Hrubesch, Lin Rina, S. D. Foik und ich, Kia Kahawa.

Wir sprechen heute über Werbung für Autor*innen und über Buchwerbung. Ich frage meine Gäste heute, woraus deren Buchwerbung besteht und wie sie ihre Verkaufszahlen in die Höhe treiben. Es geht außerdem darum, womit Autor*innen in ihrem Schriftsteller-Dasein am besten Geld verdienen können und wie Buchwerbung richtig kreativ und schön geht.

Das Winterferien-Programm

Seit April 2020 gibt es jeden Freitag eine Autorenleben-Podcastfolge. Ab 2021 verändert sich das Podcast-Konzept, und ich werde ihn unter dem Namen Auto(r)preneur überall dort veröffentlichen, wo es Podcasts gibt. In den Monaten Juli und Dezember allerdings pausiere ich meinen eigenen Podcast und lasse andere Autor*innen zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Vom 01. Dezember bis zum 02. Januar wirst du 8 Podcasts hören, an denen insgesamt 10 Autor*innen mitgewirkt haben. Sei dabei und höre kostenlos die Folgen, die du möchtest (oder gerne alle!), oder unterstütze dieses Projekt zusätzlich mit einem monatlichen Betrag auf meiner Patreon-Seite: www.patreon.com/kiakahawa . Wenn du heute mit zwei Euro pro Monat einsteigst, zahlst du pro Podcast im Winterferien-Programm eine Unterstützung von etwa 25 Cent. Das klingt enorm wenig, kann uns aber helfen, dieses Programm zwei Mal jährlich mit immer neuen Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen.

 

Transkript des Podcasts

Kia Kahawa Den Anfang macht heute Charles H. Bans. Lieber Charles, wie machst du Buchwerbung? Wie wirbst du für deine Bücher und wie sorgst du dafür, dass sie sich verkaufen?

Charles H. Barnes Ganz ernsthaft? Gar nicht. Ich schalte keine Werbung, ich verteile keine Flyer, ich habe keinen großen Social Media Kanal und kenne auch niemanden, der einen hat. Die Leute finden mich. Also beim letzten Buch, das war das zweite Band einer Trilogie, das wurde am Freitagabend gegen 22 Uhr bei Amazon freigeschaltet und ich hab dann immer mal so geschaut, wieviel verkaufe ich denn? Wahrscheinlich gar nicht. Und dann zack, 20 Bücher waren verkauft. Ich hab keine Ahnung, wie die Leute mich finden. Wahrscheinlich kannten sie mich von meinem ersten Band. Aber selbst das. Das habe ich am Silvesterabend veröffentlicht. Ich glaube, es wurde so gegen 23 Uhr, also eine Stunde vor Neujahr, freigeschaltet und selbst da habe ich schon 2, 3 verkauft. In den nächsten Tagen hat es weiter geplätschert. Nach zwei Wochen ging es dann so richtig rauf, wo ich eigentlich gedacht hatte, ich muss mal langsam Werbung schalten. Habe angefangen, mich damit so ein bisschen zu beschäftigen und dann war mir das alles zu kompliziert. Dann habe ich es vor mich hingeschoben und auf einmal, zack: 20 Bücher, 30 Bücher, 50 Bücher am Tag verkauft. Ich habe keine Ahnung. Also selbst heute hab ich noch nichts geschaltet und verkaufe immer noch ein bis zwei Bücher jeden Tag, obwohl das Buch jetzt ein Dreivierteljahr schon auf dem Markt ist. Ich denke einfach, ich habe das Glück, dass das Genre als LitRPG sehr, sehr klein ist und die Fans einfach aktiv suchen. Nachteilig natürlich, jetzt im Januar ungefähr werde ich das dritte Buch meiner Trilogie veröffentlichen und dann das Genre wechseln. Dann wieder zur Fantasy, meine eigentliche Leidenschaft seit kleinster Kindheit. Und dann sieht es natürlich mit der Konkurrenz ganz anders aus. Die ist ja wahnsinnig groß. Und wenn ich Pech habe, muss ich spätestens dann anfangen, tatsächlich Werbung und Marketing zu betreiben.

Kia Kahawa Im Grunde ist das, was Charles gerade erzählt hat, der Traum von jeder Autorin und von jedem Autor. Wenn die Konkurrenz so klein ist und die Nische so klar definiert ist, dass man durch, einfach durch Suchanfragen und durch Leserinnen und Leser gefunden wird. Das ist doch ein Traum. Ich kann mir vorstellen, dass das wirklich sehr schön ist. Aber dadurch im Kontrast, wenn es dann an die Fantasy-Werke auf dem riesigen, hart umkämpften Fantasy-Markt geht, dass es dann tatsächlich deutlich schwieriger wird. Dann würde ich jetzt gerne mal von Sebastian, also von S.D. Foik, hören, wie er denn seine Werbung macht. Denn ich weiß, dass sein Buch in einem Genre vertreten ist, das definitiv von mehr Wettbewerb umgeben ist. Lieber Sebastian, wie machst du deine Buchwerbung?

S.D. Foik Das ist eine gute Frage, die ich nicht so beantworten kann, weil ich da einfach zu wenig Erfahrung gesammelt habe bis jetzt. Was ich aber schon durch diverse Gespräche herausgehört habe ist, dass Facebook-Werbung wohl irgendwie gar keinen Effekt hat. Also Amazon-Werbung sollte man schon gut und gezielt schalten und das schlägt sich wohl schon in den Verkaufszahlen nieder. Allerdings fehlt mir da auch die Erfahrung dazu. Und ich muss eigentlich gestehen, dass das, was sozusagen sich wirklich bei mir natürlich positiv auf die Zahlen ausgewirkt hat, war einfach der Artikel in der WAZ über mich. Also das ist eine Zeitschrift, die regional im Ruhrgebiet erscheint. Also das war so, wo ich wirklich einen signifikanten Verkaufserfolg erzielt habe.

Kia Kahawa Okay, ich merke schon, der heutige Podcast wird super spannend, denn ich komme später noch zu dem, wie ich Buchwerbung mache. Aber was ich jetzt schon mal sagen kann ist, ich war in der Neuen Presse und ich glaube auch schon mal in der Hannoverschen Allgemeinen, also in Hannover und Umgebung. Und ich glaube auch in ganz Niedersachsen relativ bekannt, die Zeitung. Also hat auf jeden Fall eine hohe Auflage. Und da hat sich nichts getan. Ich war sogar in Hannover im H1, im Fernsehen, hatte ein Fernseh-Interview zum Crowdfunding. Da ging nichts. Aber über Facebook-Werbung geht ‘ne Menge bei mir. Also das finde ich schon mal super spannend, dass wir da genau andersherum die Erfahrung oder die Gedanken haben. Ich gehe da aber später nochmal drauf ein, denn zuerst möchte ich nochmal eine weitere Stimme aus meiner Reihe der Gäste hören. Und zwar von Julia von Rein-Hrubesch. Julia, wie machst du Werbung für deine Bücher?

Julia von Rein-Hrubesch Ich bewerbe meine Werke gern damit, dass ich auf den Punkt komme. Das ist auch etwas, was ich selbst beim Lesen bevorzuge. Mich nervt unheimlich, dieses ewig lange Gelaber und Geschwafel. Ich hab auch oft das Gefühl, dass Schreibende sich einfach gern selbst hören und das nervt mich total. Also ich finde viele Wälzer, die könnten locker mit der Hälfte an Seitenzahl auskommen. Und ich finde auch, dass dieses zu viel Erzählen total faul ist. Denn mit wenigen und guten Worten auf den Punkt zu kommen, das ist doch eigentlich das Schwierige. Ich finde, das ist Kunst. Und da bin ich schon stolz auf mich, dass ich immer davon ausgehe, dass mir das gelingt. Damit werbe ich.

Kia Kahawa Okay. Das ist auch eine Art, auf meine Frage zu antworten. Hier ist Julia jetzt eher darauf eingegangen, was so ihr Credo ist, was ihre Bücher zusammenhält oder was ihr USP ist. Diese Unique Selling Proposition. Also das Alleinstellungsmerkmal für sie als Autorin bzw. für alle Bücher zusammen. Da sage ich ja immer gerne: Entweder ich schreibe Bücher, in denen die Protagonisten ihre eigenen Widersacher sind, oder ich sage, ich schreibe Außenseiter-Romane. Und so in der Art ist es bei Julia. Das gesamte Marketing, sie hat jetzt nicht gesagt, welche Methoden der Buchwerbung sie verwendet, so hier Facebook, YouTube, LovelyBooks, dies das, sondern vielmehr, womit sie all ihre Marketingmaßnahmen und die Bücher und ihr eigenes Autorinnen-Dasein auf einen Nenner bringt. Und ich finde, das ist auch eine super wertvolle Antwort und ein enorm wichtiger Gedanke für jeden und jede, die da draußen zuhört. Mein vierter Gast heute ist Lin Rina. Liebe Lin, wie machst du deine Buchwerbung?

Lin Rina Ich bin unglaublich schlecht darin meine eigenen Bücher in die Kamera zu halten und die Leute dazu zu bringen es zu kaufen, weil es das Beste ist, was sie je gesehen haben. Es ist einfach (lacht). Es fühlt sich so falsch an das zu behaupten. Und deswegen habe ich mich darauf verlegt, etwas zu tun, indem ich wirklich gut bin. Und das ist, ich sein. Ich versuche eine natürliche, echte Person zu sein, mit Stärken und Schwächen, die nicht nur die Sonnenseiten des Lebens zeigt und nicht nur die aufgeräumten Ecken ihrer Wohnung, sondern, die einfach ein wirklicher Mensch ist. Und ich versuche, mit den Menschen mein Ich zu teilen, meine Ansichten, meine Vorlieben, meine Schwächen. Und stelle oft fest, dass die Leute, die mich mögen und die Art, wie ich bin, auch meine Bücher mögen und die Art, wie sie sind. Weil natürlich von mir und von meinen Gedanken ja unglaublich viel in diesen Büchern drinsteckt. Und ja, das ist so, denke ich, meine, in Anführungszeichen, Werbestrategie. Weil es das ist, was ich kann. Ich sein.

Kia Kahawa Vielen Dank für deine Antwort. An Marketingmaßnahmen ist hier jetzt schon einiges bei rumgekommen. Lin Rina sagt, sie fokussiert sich eher auf das Autorinnen-Marketing und auf Social Media und verkauft so dann ihre Bücher über ihre Autorinnen-Marke. Julia hat quasi ein gleichbleibendes Konzept für alles, was sie macht. Sie kommt immer auf den Punkt. Charles ist offenbar relativ exklusiv in seiner Nische bei Amazon und wird von Leserinnen und Lesern gefunden. Hat sich also ganz, ganz klar positioniert. Wenn ihr herausfinden wollt, was das denn ist, wozu Charles sagt: Ja, keine Ahnung. Passt schon. Das nennt sich Positionierung. Und Sebastian fokussiert sich auf Public Relations, auf Presseberichte. Ich finde, dass das ein sehr, sehr gesunder und bunter Mix ist. Und das führt mich jetzt auch zu meiner Antwort auf meine eigene Frage. Liebe Kia, wie machst du Buchwerbung? Ja. Das ist meine Antwort. Ja. Ich mache tatsächlich alles bzw. habe ich bisher fast alles probiert und bin auf dem Weg alles einmal durch zu probieren. Ich habe schon kurz erwähnt, ich war in mehreren Zeitungsberichten. Ich habe einen Auftritt in einem Fernsehsender gehabt, so richtig mit Fernseher und Einschalten und so, also H1. Jetzt nicht Internet und on demand, sondern wirklich live, also live ausgestrahlt. Ich war im Radio, das war bei Radio LeineHertz in Hannover. Und ich verschicke Pressemitteilungen quasi immer, wenn es in meiner Schriftsteller-Manufaktur einen neuen Pups gibt, über den man berichten könnte. Und da ist dann tatsächlich auch einiges bei rausgesprungen. So, wie der Auftritt im Radio und der Auftritt im Fernsehen. Das kam dadurch, dass ich immer Pressemitteilungen rausschicke. Und das kann ich jedem und jeder immer nur empfehlen. Schickt Pressemitteilungen raus und lernt vorher ordentlich die zu schreiben. Macht euch eine Liste mit Chefredakteurinnen und Chefredakteuren, denn außer Chef ist nix gut genug für mich. Ich will immer gleich nach oben und ich will wichtig sein. Und so tun, als wäre ich wichtig. Und dann glauben die anderen das vielleicht. Und schreibt die Leute persönlich an. Ruft sie an. Es ist super unangenehm, aber ruft sie an und kündigt an, dass da eine Pressemitteilung kommt und fragt nach, ob das relevant sein könnte. Genau. Also pressemäßig hab ich da einiges schon ausprobiert. Dann geht es noch in Richtung, dass ich Social Media natürlich ziemlich stark bespielt habe in den letzten Jahren. Angefangen mit Facebook, was mir überhaupt keinen Spaß macht und mich auch nicht weiterbringt. Dann hab ich Facebook-Werbung probiert. Da kam ich dann bei einem negativen Return of Investment raus. Das heißt, da war dann, wenn ich einen Euro in Werbung reinstecke, wurden so viele Bücher gekauft, dass ich weniger als einen Euro Umsatz gemacht habe, sodass die Werbung nur gekostet hat. Der positive Return of Investment heißt ja quasi, ich stecke einen Euro rein und verdiene durch Käufe infolge meiner Werbung 1,10 Euro. Und dann habe ich 10 Cent quasi gewonnen. Das ist ein positiver Return of Investment. Was ich dann noch probiert habe, ist Blogger Relations. Daran arbeite ich tatsächlich seit 2016. Und die allererste Bloggerin, die ich je angeschrieben habe, hat dann gleich mein Buch gefeiert und geliebt und bei YouTube präsentiert und ist bis heute eine sehr, sehr gute Freundin. Wenn nicht vielleicht sogar meine beste Freundin inzwischen. Ja, könnte sein. Egal. Auf jeden Fall habe ich da wirklich nachhaltige, langfristige Kontakte. Und die Blogger Relations bringen jetzt nicht direkt die Verkäufe, aber den guten Ruf. Und ehrliche Meinungen über die Bücher und Rezensionen sind meiner Meinung nach extrem wichtig. Und jetzt aktuell konzentriere ich mich wirklich auf Bezahl-Werbung. Das heißt, wirklich Anzeigenwerbung, Bannerwerbung, gesponsorte Tweets, eine Premium LovelyBooks-Runde, ein BuchDeals Newsletter und Ankündigung der Neuerscheinung mit Push-Benachrichtigungen auf das Handy der Kunden und Targeting und so. Also ja, ich kann sagen meine Buchwerbung sieht jedes Mal anders aus. Zuerst war ich ganz ganz ganz stark in der Richtung Blogger und Leser gewinnen. Und dazu gehörte auch erstmal ein Name zu werden, bekannt zu werden. Das heißt, ich hab mir da eine Website zusammengefriemelt und ein Logo. Und ich bin dann für über 2.000 Euro auf die Leipziger Buchmesse mit einem Stand und hab da ausgestellt. Ich habe auf der gesamten Leipziger Buchmesse zwei Bücher verkauft, aber seitdem gehöre ich irgendwie zur Buchbranche und ich hab mich super gut vernetzt. Und das gehört eben auch dazu, um Blogger*innen und Leser*innen zu finden. Langfristig gesehen. Das war bei der „Krankheitensammlerin“ 2016 bis 2019, dann bei Hannovers Blind, da gab es ja zwei Crowdfundings, einmal für das Buch und einmal für das Hörbuch. Da ging’s extrem in Richtung PR, damit wir diese 2.500 Euro zusammen kriegen. Und das hat dann auch geklappt. Und das Buch wurde dann veröffentlicht mit Selfpublishing, Preisnominierung und mit Hörbuch. Und PR ist da einfach goldwert. Auch, weil man vor Ort regional sagen kann: Oh, da wohnt jemand um die Ecke und wurde zu einem Preis nominiert. Hey, das schreiben wir in die Zeitung. Yes! Daumen hoch! Und jetzt bei “Nachklang der Hoffnung” gehe ich ganz stark auf Bezahlwerbung. Und was ich dann daraus lerne, das kann ich euch vermutlich sagen, wenn ich Buch Nummer zehn veröffentlicht habe und den perfekten Buchwerbungs-Cocktail für mich herausgefunden habe. Denn das hab ich noch nicht. Denn ich bin ein krasser Langzeitspieler und möchte erst tausend Erfahrungen haben, bevor ich für mich persönlich ein, ja, etwas davon ableite. Okay, das war jetzt mein langer Monolog zum Thema Buchwerbung, aber das wollte ich ganz gerne in die Runde schmeißen. Und ich glaube, gemeinsam mit den Ergebnissen bzw. Antworten von Lin, Sebastian, Charles und Julia ist das jetzt schon mal ein sehr, sehr interessanter und wertvoller Buchwerbungs-Cocktail. So, und jetzt würde ich gerne von Charles Barnes wissen: Was für weitere Tipps hast du, was für Werbestrategien kennst du, womit kannst du uns noch bereichern?

Charles H. Barnes Leider kann ich euch überhaupt nichts sagen zu Messen, Social Media, Werbungen schaltet etc pp. Ich kann euch ein bisschen was zu Amazon sagen, weil ich bisher nur da veröffentlicht habe. Und zwar gibt es da die Auswahl zwischen reine Verkäufe und dieses Kindl Unlimited, wo dann halt die Leute für ein Abo sich so viel ausleihen können, wie sie wollen. Als Autor bekommst du dann pro gelesene Seite einen Bruchteil eines Cents – ungefähr einen Cent für vier gelesene Seiten. Aber die Seitengröße ist natürlich halt deren intern genormte Seite. Die ist nicht mal so groß wie eine Norm-Seite, sondern irgendwie anders. Wird auch nirgendwo genau erwähnt, wie groß das ist. Da bekommt man relativ wenig. Also, wenn es geht, verkaufen. Wenn ihr noch nicht bekannt seid, natürlich, nehmt ihr an beidem teil, um überhaupt Leute für euch zu interessieren. Weil die sind auf der sicheren Seite, wenn sie bei Kindern Unlimited sind, euch erst mal nur auszuleihen.

Kia Kahawa Vielen Dank dafür, Charles. Julia, wie sieht es bei dir aus? Wie verdienst du mit deinen Büchern Geld? Was machst du dafür?

Julia von Rein-Hrubesch Geld verdienen? Das ist eine gute Frage. Ich finde, die kommt auch in der Kunst; gerade beim Schreiben; immer zu kurz. Das ist etwas, worüber man nicht spricht. Warum eigentlich? Gut, dass wir das jetzt ändern. Ja: bei Lesungen. Das würde ich auf jeden Fall wählen. Also bei Lesungen hab ich Bücher verkauft, gut Bücher verkauft. Auf den Buchmessen bin ich oft also mit keinen Büchern mehr heimgegangen. Und es ist sogar schon vorgekommen, dass mich eine Leserin auf der Buchmesse gefragt, ob ich noch ein Buch hab. Ich gesagt: Nein, ich bin leider ausverkauft. Ach, das fand ich toll. Genau. Social Media Werbung, das hab ich auch entdeckt jetzt letztes Jahr, für mich. Das ist, wenn man z.B. Lesenden anbietet, signierte Exemplare zu verkaufen. Das geht ganz gut. Ansonsten bin ich, was Werbung angeht, nicht so gut. Leider. Aber das muss ich ändern.

Kia Kahawa Danke, Julia. Womit lebst du für deine Bücher, Sebastian?

S.D. Foik Ich werbe immer damit, dass meine Bücher authentisch und gut recherchiert sind. Und ich sage ja immer, alles, was im Buch so drinsteht, hat sich auch ereignet. Und das ist halt mein Anspruch als Historiker.

Kia Kahawa Okay, und wie ist die perfekte Buchwerbung deiner Meinung nach? Oder gibt es da was, was du gesehen hast, worüber du berichten möchtest?

S.D. Foik Mir ist die Notwendigkeit von Werbung schon klar. Aber dennoch muss ich sagen, ist mir keine Buchwerbung so prägnant in Erinnerung geblieben, dass sie mich begeistert hätte. Und was ich aber wirklich abgefahren finde, sind Werbeaktion von diversen Bloggern, die irgendwelche Aktion starten, um ein Buch zu promoten. Zu erwähnen wäre da sicherlich Jasmin Zipperling, die wirklich verrückte Aktionen für Bücher macht, um die zu promoten. Also sowohl die eigenen, als auch fremde Bücher. So hat sie sich zum Beispiel für das Buch “A Single Night” von Avi Andrews selbst ein Kleid aus 1 Dollar-Scheinen genäht und das auch angezogen und dann Fotos daraus gemacht oder damit gemacht, weil das in dem Buch vorkam. Und das ist halt wirklich crazy. Und diese Aktion ist halt auf Insta dokumentiert und sieht wirklich total abgefahren aus.

Kia Kahawa Danke dir. Und was findest du nervig an Buchwerbung?

S.D. Foik Nervig finde ich Werbung, wenn sie einfach zu oft auftaucht. Und deswegen versuche ich meine immer so etwas, ein bisschen gezielter zu dosieren.

Kia Kahawa Okay, Dankeschön. Dann würde ich gerne Julia fragen: Erinnerst du dich an eine kreative, abgefahrene oder besonders tolle Werbeaktion?

Julia von Rein-Hrubesch Nein, ich erinnere mich nicht, was die kreativste und schönste Buchwerbung ist, die ich je gesehen habe. Ich finde immer, Cover sind eigentlich die beste Buchwerbung. Wenn ich ein gutes Cover sehe, dann bin ich erst mal total Feuer und Flamme und will das Buch haben. Inzwischen gibt’s ja Gott sei Dank Leseproben. Aber eine bessere Werbung kann ich mir schlecht vorstellen. Ja, außer dann, wenn ein Buch von Lesenden empfohlen wird. Genau.

Kia Kahawa Und was ist die nervigste Werbung, die du in Erinnerung behalten hast?

Julia von Rein-Hrubesch Aaah, auf jeden Fall immer wiederkehrende Werbung. Zu oft, meine ich damit. Und definitiv sexistische Werbung. Viele Produkte werden ja immer noch beworben mit halbnackten Frauen, wo auch überhaupt keine Relevanz zum Produkt da ist. Da ist es dann so, dass ich das Produkt gar nicht erst kaufe und mich dann tierisch darüber aufrege. Genau.

Kia Kahawa Jetzt würde ich gerne von Charles H. Barnes hören: Was ist die nervigste Werbung – oder, nee, fangen wir erst mal an: Was ist die beeindruckendste und beste Werbung für Bücher, die du gesehen hast? Und danach erzähle gerne von der nervigsten oder schlimmsten Erfahrung, die du da mit Buchwerbung gemacht hast.

Charles H. Barnes Ich weiß ja nicht, wo ihr unterwegs seid oder auch selbst schon gemacht habt, aber so wirklich kreative Buchwerbung hab ich noch nicht erlebt. Sondern der Standard eigentlich nur: Cover und drunter der Klapptext dann irgendwo hingepinnt bei Twitter, Instagram oder was es auch immer zurzeit gibt. Einen Buch-Trailer hab ich noch nie gesehen. Weder bei YouTube noch sonst irgendwo, sondern nur von den Werbetreibenden. Als ich mich damals mal informiert habe, was könnte ich so machen? Ja, also da kenne ich jetzt nicht wirklich viel außerhalb der Norm. Zum Glück gibt’s auch jetzt nicht so viel nervige Werbung in meinem Leben. Bei Netflix und Spotify ist alles werbefrei und wenn ich bei YouTube oder auch meinetwegen Spiegel Online unterwegs bin, gibt’s natürlich die Versicherungswerbung et cetera pp. Die skippt man irgendwie schnell oder macht aber den Ton leiser. Also heutzutage ist es deutlich leichter als in den 90ern oder der Jahrtausendwende, als wir bei RTL, Pro7 et cetera nur so zu geklatscht worden sind mit Seitenbacher Werbung oder was es da alles gab.

Kia Kahawa Danke dir! Zum Schluss würde ich gerne von Lin Rina noch wissen: Gibt es die eine perfekte Buchwerbung deiner Meinung nach?

Lin Rina Ich denke, diese eine perfekte Strategie, um am besten Geld zu verdienen, gibt es einfach nicht. Ich glaube, jeder hat ein eigenes Talent dafür, seine Bücher zu präsentieren. Auf seine eigene, besondere Art. Für manche ist das Social Media, für andere ist das Anzeigen zu gestalten. Für wieder andere ist es einfach, sich an der Mund-zu-Mund Propaganda zu beteiligen oder da einfach gut zu sein, das zu unterstützen. Ich glaube, das ist auch sehr Genre- und Zielgruppenabhängig. Und diese eine, perfekte Strategie werden wir da wohl nie finden.

Kia Kahawa Ich danke euch allen. Das war eine super spannende Podcastfolge. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich beim Zuhören und Fragen stellen, sondern auch die Zuhörerinnen und Zuhörer da draußen super viel mitgenommen haben. Und ich habe das Gefühl, dass wir alle total unterschiedlich sind und viele verschiedene Erfahrungen und Meinungen haben, aber doch irgendwie total miteinander übereinstimmen. Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl. Aber ich glaube, das ist tatsächlich, was diese Podcastfolge aussagt. Buchwerbung ist so individuell, wie jedes Buch selbst. Und sowie Autorinnen und Autoren selbst. Und daher sollte jeder seinen oder ihren Weg finden. Und wenn dieser Weg noch nicht gefunden ist, dann einfach ausprobieren, weitermachen, authentisch sein und eben auch mal, meiner Meinung nach zumindest, auch mal auf die Nase fallen, wieder aufstehen und in eine andere Richtung gehen. Irgendwie hab ich gerade total Lust Buchwerbung zu machen und ich fühle mich gerade sehr motiviert. Ich hoffe, euch geht es auch so. Und wenn das so ist, dann bedanke ich mich, auch in eurem Namen, bei meinen heutigen Gästen, bei Charles H. Barnes, bei Lin Rina, bei Julia von Rein-Hrubesch und bei Sebastian aka S.D. Foik.

 

In dieser Folge mit dabei:

 

Charles H. Barnes

Twitter: https://twitter.com/CharlesHBarnes

 

Julia von Rein-Hrubesch

Website: www.juliaschreibtblog.wordpress.com

Twitter: www.twitter.com/JuliaInNathen

 

S. D. Foik

Website: https://sdfoik.com/

Instagram: https://www.instagram.com/s.d.foik/

Twitter: https://twitter.com/belgarriion

 

Lin Rina

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lin_Rina

Instagram: https://www.instagram.com/teekind

 

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