Eigentlich wollte ich nur über den 5-Tage-Sprint nach Jake Knapp schreiben. Stattdessen geht es in diesem Artikel um zwei verschiedene Arten von Ablenkungen und wie du sie vermeiden kannst, und ich habe auch zwei verschiedene Arten von Sprints ermittelt, die gegen Ablenkungen helfen. Diese stelle ich dir in diesem Artikel vor.

 

Ablenkungen von außen und von innen

Es gibt innere und äußere Ablenkungen. Widmen wir uns zunächst den äußeren Ablenkungen.

Äußeren Ablenkungen vorbeugen

Äußere Ablenkungen kennen wir alle zu genüge. Die Notifications am Smartphone, ein Anruf, jemand klingelt an der Tür, Kinder stürmen durch die Tür, das Haustier will was oder auf dem Desktop geht unten rechts eine dieser tollen Windows-Unterbrechungs-Nerv-Dingsis, man nennt es auch „Mitteilung“, auf und will nicht nur visuell, sondern auch mit einem Tönen deine Aufmerksamkeit.

Natürlich ist die beste (und einzige) Methode, diese Art der Ablenkungen, die dich oft vielleicht nur ganz kurz von deiner Arbeit abbringen, zu vermeiden, sie vorzubeugen. Jede Unterbrechung schränkt deine Effizienz massiv ein. Es kann bis zu 15 Minuten dauern, nach einer kurzen Unterbrechung zurück zu einer Aufgabe zu finden und dabei dieselbe Effizienz wie vor der Unterbrechung herzustellen.

Du kannst die Klingel abschalten, das Smartphone in einen anderen Raum legen (und stummschalten), den Flugmodus aktivieren, ein Schild mit „bitte nicht stören“ an deine Tür hängen oder schlichtweg den Raum wechseln. Gerade durch die Corona-Pandemie haben viele Personen Erfahrungen mit dem Home Office und den damit einhergehenden Ablenkungen gemacht. Doch die sind nicht immer von außen. Viele kommen auch von innen.

Innere Ablenkungen vermeiden

Wenn der Geist auf Wanderschaft geht, du Tagträumen verfällst oder beim Ausfüllen der Anlage EÜR deiner Steuererklärung plötzlich merkst, wie dringend du die Fenster putzen oder Wäsche bügeln solltest, dann liegt eine Ablenkung von innen vor.

Diese kannst du vermeiden, indem du mit deiner verfügbaren Zeit sinnvoll haushaltest. Erstelle Zeitbudgets für verschiedene Aufgaben und plan dir ganz bewusst Pausen ein. Es ist meiner Meinung nach Schwachsinn zu glauben, dass man erst wie im Arbeitsrecht verankert nach sechs Stunden Arbeit Anspruch auf eine halbstündige Pause hat. Ich mache nach zwei Stunden eine Pause. Manchmal auch nach 90 Minuten. Wenn dein Geist auf Wanderschaft geht, ist das ein Zeichen dafür, dass du das brauchst. Statt dass du dich während einer Konzentrationsphase ablenkst, nimm dir bewusste Zeiten für den wandernden Geist. Ganz oben auf meiner Liste steht dabei Bewegung.

Was auch helfen kann, ist, äußere Ablenkungen gegen die innere Ablenkung einzusetzen. Meine Windows-Notifications sind – bis auf Informationen über erfolgte Downloads, weil ich auf die meist dringend warte – ausgeschaltet. Stattdessen habe ich mir zwei Neue eingebaut. Wenn ich mehr als 11 Minuten auf einer Videoplattform bin, fragt mich die Mitteilung: „Bringt dich das weiter?“. Wenn ich eine gewisse Zeit an einem Projekt arbeite und keine Pausen mache, merkt auch das mein Computer und sagt mir: „Zeit für etwas Bewegung“. Somit ist meine innere Ablenkung gegen Null gegangen.

Übrigens: Auch regelmäßige Meditation, etwa zehn Minuten zur Mittagspause oder einfach mal zwischendurch helfen auch sehr gut.

 

Zwei Arten von Sprints gegen die Ablenkung

Zum einen gibt es den 5-Tage-Sprint von Jake Knapp, zum anderen bin ich neulich auf eine andere Definition des Sprints gestoßen. Vielleicht versuchst du sie mal.

Arbeit gegen die Uhr

Eine Form des Sprints gegen die Ablenkung ist die Arbeit gegen die Uhr. Du kannst bei Aufgaben, die du regelmäßig machst, die Zeit stoppen. Anschließend hast du, wenn die Aufgabe wiederkehrt, eine Bestzeit, die du schlagen kannst – Stichwort: Gamification. Du kannst sie aber auch verwenden, um dir ein Zeitbudget festzulegen. Du hast also eine zeitnahe Frist, die es einzuhalten gilt. Wie bei einer Klausur. In der Schule ging das ganz einfach: Klassenarbeit, 80 Minuten Zeit: Zack, alle haben angefangen, hochkonzentriert zu schreiben.

Der 5-Tages-Sprint nach Jake Knapp

Dann gibt es noch eine weitere Sprint-Methode, die ich definitiv mal ausprobieren möchte. Erst, als ich den heutigen Podcast von Auto(r)preneur aufgenommen habe, fiel mir auf, dass man diese Methode sogar für einen neuen Roman anwenden kann.

Die Methode geht wie folgt:

  1. Am Montag wird analysiert. Je nach dem, welches Projekt du dir für diesen Sprint vorgenommen hast, geht es hier um Marktlage, Analyse der vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten (insbesondere, wenn du mit einem Team arbeiten solltest) und so weiter.
  2. Am Dienstag wird die Idee skizziert. Das kann bei einem Roman natürlich der Plot, aber auch Figuren, Wendepunkte, die Message und ein Werbekonzept sein. Bei einem Café, das du gründen möchtest, kann es hier vom Kaffeepreis bis hin zur Angestellten-Struktur, dem gewünschten Grundriss und dem Farbkonzept gehen.
  3. Am Mittwoch geht es um die Bestimmung. Es wird bestimmt, wer am Freitag den Prototyp testen wird und wer wie und wann am Donnerstag welche Bestandteile des Prototyps anfertigt. Zudem geht es darum, sich zu einigen. Offene Handlungsstränge, Fragen, benötigte tiefergehende Recherchen – hierfür ist am Mittwoch Zeit.
  4. Am Donnerstag wird der Prototyp erstellt. Bei einem Roman ist das ein Teil des Buches, das geschrieben und überarbeitet wird, also eine Leseprobe. Vielleicht aber auch ein Exposé oder ein Inhaltsverzeichnis. Beim Café kann es ein Modell aus einem Schuhkarton und buntem Pappkarton sein. Je nach Ressourcen ist hier alles möglich. Von einer Skizze über eine Website, eine Powerpoint-Präsentation oder eine programmierte App.
  5. Am Freitag wird der Prototyp getestet. Und zwar von fünf Personen. Das gibt dir Feedback, wie es mit dem Projekt weitergehen soll – und ob es weitergehen soll.

 

Ich bin mir sicher, dass dieser 5-Tages-Sprint enorm wirksam gegen die Ablenkung ist. Zumal mit Testlesern oder Zuhörenden eines PopwerPoint-gestützten Vortrags am Freitag eine sehr enge Deadline und ein Publikum vorhanden ist.

Tatsächlich bin ich (durch meine eigenen Ausführungen) inzwischen fest davon überzeugt, dass ich mal einen Roman genau so in fünf Tagen komplett plotten möchte. Vielleicht tue ich das sogar mitten in der Schreibblockade, in der ich seit März stecke? Mal schauen!

Wie sieht’s bei dir aus? Leidest du unter Ablenkungen? Kanntest du die Differenzierung zwischen inneren und äußeren Ablenkungen? Und was hältst du von den zwei Sprint-Methoden? Sagt dir eine davon zu? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

Alles Liebe,

Kia



Der Auto(r)preneur-Podcast:

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