Man will nicht, was man haben kann. Schon klar.

Kaum verkauft man ein altes Stück seiner Kindheit, vermisst man es. Wird man den nervigen Partner los, schon wird man zum weinerlichen Exfreund, der irgendwie noch nie allein sein konnte. Im Winter wollen wir es warm und im Sommer wollen wir es kalt.

Foto: Micha Feuer

Foto: Micha Feuer

Obwohl ich mich nie entscheiden konnte, ob ich ein Winter- oder Sommermensch bin, kann ich eines fest sagen: Im Winter steckt das Jahr irgendwie fest. Im Winter fühle ich mich tendenziell schlechter, da ich im Winter bisher immer die Hochsaison fürs Schreiben am Schreibtisch hatte. Es wird viel Zeit zu Hause verbracht und man legt plötzlich Wert auf regelmäßige Mahlzeiten.

Im Winter fahre ich ins Fitnessstudio, um meinen Sport zu machen und fahre direkt danach zurück. Im Sommer fahre ich entspannt hin und entspannt zurück, gerne mit Umweg. Im Sommer vergeht die Zeit langsamer, weil man sich mehr Zeit nimmt. Man hält an, sieht sich um und entspannt zwischendurch eine Weile. Vielleicht holt man sich ein Eis unterwegs oder knipst ein paar schöne Fotos.

Gleichzeitig vergeht die Zeit im Sommer viel schneller, ist er doch so kurz. Je mehr man erlebt, desto schneller erscheint einem diese Zeit im Nachhinein vergangen zu sein. Ist dir das schon einmal aufgefallen?

Das, was du intensiv erlebst, fühlt sich im nachhinein an, als sei die Zeit viel zu schnell vergangen.

Was man versucht, rumzukriegen, ist selbst im Nachhinein noch eine lange Zeit des Nichtstuns. Je intensiver die Erinnerung, desto mehr vermisst man die Zeit. Je mehr man die Zeit vermisst, desto schneller scheint sie ihm vergangen zu sein.

Und so wünsche ich mir manchmal im Sommer den Winter zurück. Mit einer Sonnenallergie und einer Haut, die kurz nach der Geburt noch albinotisch schien, habe ich offenkundig gute Gründe dafür, mir jetzt wieder den kalten Winter zu wünschen.

Und ich mag es sehr gerne, in Mantel, Handschuhe, Schal und Mütze eingepackt zu sein. Gerade hätte ich Lust auf Schnee. Aber gleichzeitig ist es gut, dass wir Sommer haben. Ich liebe den Sommer. Man kann beispielsweise reisen. Das wäre für mich im Winter überhaupt nicht möglich, weil man immer auf eine Unterkunft angewiesen wäre (= teuer). Außerdem kosten Aktivitäten unterwegs mehr Geld (= drinnen, warm) und das Gepäck wäre wegen der Winterkleidung schwerer.

So bin ich also unterwegs in der Hitze, klage darüber, dass alles über 22 °C zu viel für mich sind und hoffe, sehr bald einfach ins kalte Meer springen zu können. Das ist, was mich überzeugt sagen lässt: Ich bin ein Sommerkind.

Auch, wenn ich eigentlich am liebsten immer das haben will, was ich nicht haben kann, bin ich doch eigentlich nur so richtig glücklich und erfüllt, wenn ich im Meer schwimmen kann.

Das ist im Winter dann tatsächlich echt zu kalt.

Wenn ich also demnächst wieder in den sozialen Medien oder vielleicht im persönlichen Kontakt am Meckern bin, erinnert mich freundlich dran, dass ich ein Sommermensch bin.

Bis zum nächsten Sonnenstich also liebe Grüße und vergesst nicht die Sonnencreme. Vergesst nicht: Juni ist erst der kleine Bruder vom Juli. Und dann kommt noch der August! Oh weh…

kia_kahawa

Kia, der Sommermensch mit Mate-Guarana-Tee*. Regt an und schwitzt die Hitze aus.

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