Effektiver schreiben mit dem Parkinson’schen Gesetz und der Pomodoro-Methode? Ja, das geht! Und die Strategien, die sich aus diesen beiden Prinzipien ergeben, können höchst effizient sein. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie Parkinson’schen Gesetz und Pomodoro-Methode zusammenhängen können und was du davon mitnehmen kannst.

 

Vorsicht! Schreibtipps

Grundsätzlich sind Schreibtipps höchst individuell. Was für dich funktioniert, muss nicht für mich funktionieren. Und was für mich funktioniert, muss für dich nicht funktionieren. Das ist natürlich höchst individuell. Die Zeit, der Ort, die Umstände, der biologische Rhythmus, die Stimmung – alles kann dich beeinflussen und dafür sorgen, dass Tipps jeder Art funktionieren oder auch nicht.

Wichtig ist meiner Meinung nach fürs Schreiben und für Autorinnen und Autoren: Schreibtipps können sehr gefährlich sein, wenn du dir das nicht vor Augen führst. Bau dir bitte keinen Werkzeugkoffer voller Zensurthemen, Not-To-Do-Denkmustern und Prinzipien auf – denn so entwickelst du am ehesten eine Strategie, dir deine Kreativität und geistige Freiheit zu vermiesen.

Im Folgenden stelle ich dir zwei Zeitmanagement-Tipps vor, die insbesondere auch von Autorinnen und Autoren verwendet werden können (und soll(t)en). Diese Tipps haben sich bei mir seit 2016 etabliert.

Etabliert meint dabei: Ich habe sie in den letzten fünf Jahren immer wieder angewendet. Mal häufiger, mal weniger. Mal wollte ich sie optimieren und abwandeln, dann habe ich vergessen, dass es sie gibt – aber ich bin immer wieder zu ihnen zurückgekommen.

Was für dich vielleicht nach Hassliebe klingt, ist die Art und Weise, wie ich funktioniere.

 

Das Parkinson’sche Gesetz

 Das Parkinson’sche Gesetz lehrt uns, dass eine Aufgabe immer proportional größer und gewichtiger wird, je mehr Zeit wir für ihre Erledigung zur Verfügung stellen.

In dieser Aussage sind meiner Meinung nach zwei sehr wichtige Impulse enthalten, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Zum einen: Die Aufgaben können sich ausdehnen, aber nicht zusammenziehen.

Zum anderen: Du stellst dir selbst die Zeit zu Verfügung. Es interessiert im Rahmen vom Parkinson’schen Gesetz nicht, ob dein Vorgesetzter, Verlag oder Jahresplan dir Fristen und Zeiträume zur Verfügung stellt. Kümmer dich selbst darum. Setz dir Vorfristen, plan dir Puffer ein, mach’s dir gemütlich innerhalb eines selbst gesteckten Rahmens.

Nehmen wir uns 100 Stunden für die Rohfassung eines Romans, brauchen wir für eine Rohfassung 100 Stunden. Das ist ziemlich wahrscheinlich. Ähnlich wahrscheinlich ist aber auch, dass wir vielleicht 104, 108 oder 110 Stunden brauchen, um diese Rohfassung zu verfassen.

Was aber, wenn wir uns 80 Stunden nehmen? Ein Roman wie „Endstation – die Passepartout-Logfiles“ hat etwas mehr als 90.000 Wörter. Das ist sowohl in 100 Stunden als auch in 80 reinen Schreibstunden möglich. Also plane ich mir 80 Stunden ein. Die anderen 20 Stunden sind – im Kalender und in der To-Do-Liste farblich deutlich anders markierte Pufferzeiten. Die Wahrscheinlichkeit ist nun enorm hoch, dass ich die Rohfassung innerhalb von 75 – 85 Stunden schreibe. Die 100 Stunden erscheinen als Notfall-Puffer. 104, 108 oder gar 110 Stunden kommen eher nicht vor.

Mein Gedanke zum Parkinson’schen Gesetz: Plane dein Projekt lieber knapp und füge anschließend Pufferzeiten ein. Besonders, wenn du eine schlechte Selbstdisziplin hast (so wie ich), ist es von Vorteil, sich an Stellen wie dieser selbst ein wenig zu veräppeln.

Ein zweiter Gedanke: Das gilt nicht für Hobbies und alles, bei dem der genüssliche, langsame Weg das Ziel ist, schätze ich. Dieser Artikel richtet sich, wie du sicher schon gemerkt hast, an Effizienz- und Zeitmanagement-Junkies.

 

Pomodoro-Technik

A propos Effizienz-Junkie: Die Pomodoro-Technik ist eine Methode, die du unbedingt mal ausprobiert haben musst.

Pomodoro ist italienisch und heißt Tomate. Der Name der Technik kommt daher, dass sie mit einer Küchenuhr (in Form einer Tomate) erstmals ausprobiert und entwickelt wurde.

Und so geht’s: Du stellst einen Timer, wahlweise eine Tomate, auf 25 Minuten. Dann legst du los. Du bist im ablenkungsfreien Tunnel und gerätst vorübergehend in einen flowähnlichen Zustand. Nach 25 Minuten hast du fünf Minuten Pause, in denen du dich bewusst zerstreust. Danach geht’s weiter. 25 Minuten Konzentration, 5 Minuten Pause. Mit dieser Methode schaffe ich es, innerhalb von drei Stunden 3.600 Wörter zu schreiben. 1.200 Wörter davon in den ersten 25 Minuten.

Eine deutsch-amerikanische Autorin, sie heißt Monica Leonelle, hat es geschafft, durch die Pomodoro-Methode von 600 stündlich geschriebenen Wörtern auf über 3.500 geschriebene Wörter zu kommen.

Natürlich ist die Pomodoro-Methode nicht nur fürs Schreiben effizient. Ich mache bevorzugt E-Mails, Kleinkram-Aufgaben und alles, was mir bei meiner eigentlichen Arbeit „im Weg“ ist, im Rahmen meiner Pomodoro-Einheiten. Und das Coolste daran: Nach fünf Durchgängen habe ich 2,5 Stunden gearbeitet und oft so viel geschafft wie sonst in drei bis vier Stunden. Ich bin aber nicht so erschöpft, als hätte ich mich drei bis vier Stunden in einen lang anhaltenden, „echten“ Flow begeben.

Das Geheimnis von Produktivität ist nicht der Faktor Zeit, sondern Fokus und Energie. Bei der Pomodoro-Methode hast du in kurzer Zeit maximalen Fokus und zugleich Energieschonung.

Und jetzt kombinier das mal mit dem Parkinson’schen Gesetz: Die Arbeit dehnt sich entsprechend der verfügbaren Arbeitszeit aus. Also planen wir knapp und mit Puffer. Und innerhalb der knapp geplanten Zeit legen wir Tomaten-Sprints ein.

Klingt gut, oder?

Probier’s aus und erzähl mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen!

Alles Liebe,

Kia



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