von Redaktion | 23. Juli 2026
Jeder Autor träumt vermutlich insgeheim davon, mal einen Preis für die geschriebenen Worte zu gewinnen. Die Chancen einen Buchpreis zu gewinnen sind nicht sehr hoch, aber nichts ist unmöglich. In diesem Artikel stellen wir dir einige Buchpreise vor, die du vielleicht in deiner Autorenlaufbahn mal gewinnen könntest.
Deutscher Buchpreis
Der Deutsche Buchpreis wird jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römer verliehen. Dabei wird der Roman des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Verlage können ihre Titel direkt einreichen. Dabei sind auch Titel genehmigt, die noch nicht erschienen sind. Die Gewinner werden von einer jährlich wechselnden Jury gekrönt. Der erste Platz ist mit 25.000 Euro dotiert. Die weiteren fünf Autoren auf der Longlist bekommen jeweils 2.500 Euro.
Selfpublishing Buchpreis
Der Selfpublisher-Verband e.V. vergibt seit dem Jahr 2020 den Selfpublisher Buchpreis an Indie-Autoren. Jedes unabhängig verlegte Buch, das im VLB gelistet wird, ist qualifiziert für eine Einreichung. Dabei werden in drei Kategorien Preise vergeben: Belletristik, Sachbuch/Ratgeber und Kinder-/Jugendbuch. Die Gewinner der einzelnen Kategorien bekommen 3.000 Euro beziehungsweise 1.000 Euro. Außerdem bekommen die Gewinner und die Longlisttitel verschiedene Sachpreise der Sponsoren des Buchpreises. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.
SERAPH
In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse verleiht die Phantastische Akademie seit 2012 den SERAPH. Der Literaturpreis wird in den Kategorien „Bester Roman“, „Bestes Debüt“ und „Bester Independent-Titel“ verliehen und ist mit 2.500 Euro in der Debüt-Kategorie und 2.000 Euro in den anderen beiden Kategorien dotiert. Außerdem bekommen die Gewinner handgefertigte Siegerstatuen, die ein wunderbarer Blickfang im Regal sind. Der Fokus liegt hier auf den phantastischen Genres Fantasy, Science-Fiction und Horror.
Ein vergleichsweise junger Preis, der erstmals im Jahr 2020 verliehen wurde. Wie der Name schon sagt, werden hier Newcomer im Selfpublishing ausgezeichnet. Dabei darf jeder Titel als E-Book eingereicht werden, der bei tolino media veröffentlicht wurde. Pro Autor ist die Teilnahme aber auf ein Werk begrenzt. Aus allen Einreichungen werden am Ende von einer Jury drei Gewinner gewählt. Diese bekommen abstufend Preisgelder von 2.000, 1.000 und 500 Euro. Außerdem werden die Bücher in den Partnershops wie Thalia, Hugendubel oder Weltbild platziert.
Phantastikpreis der Stadt Wetzlar
Seit 1983 wird dieser Preis jährlich von der Stadt Wetzlar in Zusammenarbeit mit der Phantastischen Bibliothek Wetzlar verliehen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Literaturkennern aus Wetzlar und der näheren Umgebung, kürt das Gewinnerbuch. Die Preisverleihung wird vom Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar geleitet und für den Sieg gibt es 4.000 Euro. Zugelassen sind Bücher, die als Originalveröffentlichung in deutscher Sprache erschienen sind und aus dem Bereich der Phantastik kommen.
Preis der Leipziger Buchmesse
Seit 2005 wird dieser Preis jährlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen. Allen Ausstellern auf der Messe steht es frei, ihre Werke einzureichen. Er ist in die drei Kategorien „Belletristik“, „Sachbuch und Essayistik“ und „Übersetzung“ unterteilt. Eine siebenköpfige Jury kürt am Ende aus einer Auswahl von 15 Nominierten die Gewinner. Das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro wird mit jeweils 1.000 Euro auf alle Nominierten und 15.000 Euro auf die drei Siegertitel verteilt.
Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres
Ebenfalls auf der Leipziger Buchmesse gekürt: Der ungewöhnlichste Buchtitel des Jahres. Die Wahl findet über das Portal „Was liest du?“ der Mayerschen Buchhandlung statt und eine Fachjury entscheidet, welcher Titel den Preis mit nach Hause nehmen darf. Vielleicht hast du ja einen passenden Buchtitel und kannst dich der illustren Runde von Gewinnern wie „Das Mädchen mit dem Rohr im Ohr und der Junge mit dem Löffel im Hals“ oder „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ anschließen.
Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover
Dieser Preis wurde erstmals im Jahr 2017 vergeben. Seitdem wechselt er sich jährlich mit dem „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ ab und wird somit alle zwei Jahre von einer fünfköpfigen Jury verliehen. Hier werden junge Literaten gefördert, deren Karriere gerade erst beginnt. Deshalb dürfen nur Titel eingereicht werden, die nicht älter als vier Jahre sind. Für den Gewinn des Preises gibt es satte 10.000 Euro.
Du siehst, es lohnt sich, einen Titel bei einer Preisverleihung einzureichen. Selbst wenn du nicht gewinnst, kann es dein Buch in einen erweiterten Fokus rücken. Hast du schon mal einen Preis gewonnen?
von Kia Kahawa | 30. Juni 2026
Erst einmal ganz grob zur Künstlersozialversicherung: Über die Künstlersozialabgabe geben beispielsweise Auftraggeber, die einen Grafiker bezahlen, Geld an die Kasse ab. Dieses Geld verwendet die Künstlersozialkasse, um den Arbeitgeber-Anteil der Sozialversicherung für selbstständige Autoren zu bezahlen.
Als selbstständiger Autor hast du neben der KSK nämlich noch eine andere Wahl: Du kannst dich freiwillig versichern und den Arbeitgeber-Anteil einfach selbst bezahlen.
Ist die Künstlersozialversicherung eine eigenständige Krankenversicherung?
Die kurze Antwort ist: Nein! Die KSK ist sozusagen nur der Arbeitgeber. Es geht bei der KSK nur darum, dich von deiner Sozialversicherungsabgabe zu entlasten, sodass du eher vom Schreiben leben kannst, als würdest du dich freiwillig versichern.
Die KSK versichert Autoren gar nicht. Der Träger der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt erhalten. Die KSK ist der Umweg, über den du dich bei deiner Krankenkasse versichern lässt.
Das ist in einem abhängigen Angestelltenverhältnis genau so. Du teilst deinem Chef mit, bei welcher Krankenkasse du bist, gibst die SV-Nummer ab und die SV-Beiträge werden von deinem Bruttogehalt abgezogen und überwiesen. In etwa so macht das auch die KSK, nur eben ohne Lohnzettel. Weil du ja selbstständig bist.
Auch die gesetzliche Rentenversicherung ist dieselbe, wie die, die du als Arbeitnehmer hast. Deine Rentenversicherungsbeiträge gehen also (weiterhin) an die Deutsche Rentenversicherung und nicht in die KSK. Deine Rente wird später auch nicht die KSK auszahlen, sondern die Deutsche Rentenversicherung.
Wie kommt man in die Künstlersozialversicherung?
Damit du den Künstlersozialkasse Beitrag auf „Arbeitgeber-Seite“ genießen kannst, musst du in diese aufgenommen werden. Ein Bauingenieur ist kein Künstler; da sind wir uns sicher einig.
Du musst als Künstler oder Publizist tätig sein und dadurch deinen Lebensunterhalt sichern. Dabei musst du eine Existenz als Autor hauptsächlich sichern und selbstständig arbeiten.
Hast du einen Brotjob und schreibst nebenbei, kommt die KSK für dich nicht infrage. Deine Sozialversicherung führt der Arbeitgeber ab.
Hast du einen Minijob und hast ein selbstständiges Einkommen, so kommt die KSK jedoch für dich infrage, auch wenn beim geringfügigen Beschäftigungsverhältnis 13 % pauschale Krankenversicherung für dich abgeführt werden. Stichpunkt Knappschaft Bahn-See, das Thema kennst du vielleicht.
Künstler bist du, wenn du..
- Musik
- Darstellende Kunst
- Bildende Kunst
schaffst, ausübst oder lehrst. Ein selbstständiger Musiklehrer ist also ebenso über die KSK versicherbar wie der Bildhauer in seinem Atelier.
Publizist bist du, wenn du…
- Schriftsteller
- Journalist
- Blogger
- Werbetexter
bist. Es geht nicht darum, wie künstlerisch deine Texte sind. Es geht nur darum, dass du eigenschöpferische Texte der Öffentlichkeit oder einer Teilöffentlichkeit zur Verfügung stellst (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und dadurch dein Geld verdienst.
Wie immer gilt: Wer plagiiert, ist raus. Als nette Info am Rande.
Gibt es ein Mindesteinkommen für die Künstlersozialkasse?
Jein.
Im Prinzip setzt die Künstlersozialkasse Mindesteinkommen voraus, aber tut das in einem humanen Umfang, ganz im Gegensatz zur freiwilligen Versicherung für Selbstständige! Während du als Nicht-Künstler mit einer Mindestbeitragsbemessungsgrenze von über 2.000 Euro im Monat berechnet wirst, fordert die KSK, dass du mehr als 3.900 Euro verdienst. Im Jahr.
Diese 325 Euro im Monat musst du also mit deiner publizistischen Tätigkeit als Autor überschreiten und dabei keinen anderen Beruf ausüben, der deinen Lebensunterhalt sichert. Dass jemand mit 326 Euro brutto im Monat Miete, Lebensunterhalt und berufliche Ausgaben bezahlen kann, ist fraglich und ich gehe davon aus, dass jeder Autor, der das hier liest und ernsthaft über die Aufnahme in der KSK nachdenkt, über dieser Grenze ist.
Die gemischte Tätigkeit und die Künstlersozialkasse
Bei der gemischten Tätigkeit geht es darum, dass einigen Autoren der Freiberuf aberkannt wird, wenn sie beispielsweise über ihren Blog Einnahmen durch Werbebanner erzielen. Für bestimmte Tätigkeiten muss man ein Gewerbe anmelden, wie beispielsweise für Webdesign ohne künstlerischen Ausdruck. Konkret brauchst du ein Gewerbe zusätzlich zu deinem freiberuflichen Schreiben, wenn du Einnahmen als…
- Blogger
- Buchblogger
- Youtuber (Auch bei Lehr- und Nachhilfevideos)
- Musiker einer Coverband ohne künstlerische eigene Interpretation (ja, ernsthaft.)
- Werbefotograf
- Gestalter zum Zwecke der Werbung
- Autor, sobald du plagiierst
erzielst.
Eine Gewerbeanmeldung ist für die Versicherung in der Künstlersozialkasse kein Hinderungsgrund! Du darfst sogar mit anderen Autoren gemeinsam eine GbR gründen und daraus Einkünfte erzielen.
Die KSK prüft im Einzelfall, ob du mit deinem Schaffen und Schreiben über sie versichert werden kannst. Es ist wichtig, hier klar zwischen Finanzamt und Künstlersozialkasse abzugrenzen!
Im Gegensatz zum Finanzamt interessiert sich die Künstlersozialkasse für den tatsächlichen Hintergrund deiner Arbeit und schaut wirklich darauf, ob du als Künstler oder Publizist giltst und dadurch deine Einnahmen erzielst.
von Kia Kahawa | 29. Sep. 2025
Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2017 und wird nicht aktualisiert. Alles Aussagen können veraltet und überholt sein.
Samstag, der 24.06.2017 auf dem Literaturcamp in Heidelberg. In der ersten Session-Planung meldet sich Bastian mit einem wichtigen Thema für uns alle: Content. Dabei soll es um Content-Strategien gehen. Genauer: Es geht darum, wie wir unsere Zielgruppe definieren, analysieren und sie für uns gewinnen.
Session-Vorschlag #Litcamp17: Digitale #Contentstrategien für Autoren. #Zielgruppen #Analyse #MeinVerlag
— MeinVerlag (@Mein_Verlag) 24. Juni 2017
#kiaunterwegs zur Session ohne Talent, aber auffällig
Nach der üblichen Abstimmung kommt die Session zustande. 14 Uhr. Döner in der Hand. Treffen auf dem Flur. Session über Content-Strategien. Auf der beschreibenden Karte auf dem originalen Programmplan stand irgendwas von „Content ist nicht King“ oder „Content ist nicht immer King“. Interessiert stolpere ich im wahrsten Sinne des Wortes in die Session von Bastian von „Mein Verlag 2020“. Die Session beginnt für mich ein bisschen aufreibend. Mit veganem Döner vom Mittagessen in der Hand und einer herabfallenden Hartplastikflasche auf den Steinboden werde ich von Zippi mit „Ist gar nicht peinlich, Kia“ begrüßt. Den Beginn der Session habe ich nicht mitbekommen; die Session hat aber mich mitbekommen. Ich geselle mich unter die twitternd-zuhörende Teilnehmerschaft und versuche total erfolgreich, unauffällig zu sein.
Ein Autoren-Stuhlkreis zum Thema digitale #Contentstrategien auf dem #litcamp17. pic.twitter.com/PytZESRJf5 — MeinVerlag (@Mein_Verlag) 24. Juni 2017
Content-Strategien beinhalten nahezu alle Marketingmethoden
Content-Strategien haben nicht nur mit dem wertvollen Content- und Inbound-Marketing zu tun. Es geht darüber hinaus ums Netzwerken, Branding und Influencer Marketing.Angenommen, Leser deines Phantastik-Romans würden gerne nähen. Du würdest diese potentiellen Leser womöglich in Nähforen antreffen.Bastian erklärt sein Thema anhand eines Phantastik-Romans in Kombination mit dem lebhaften Beispiel nähbegeisterter Leser, erklärt, wie man sich in seine Zielgruppe hineindenken und sie überhaupt analysieren soll.Deine Zielgruppe unterscheidet sich nicht nur in Persönlichkeit, Ort und Interessen, sondern in deutlich feineren Eigenschaften. Bastian vermittelt uns, dass sich Zielgruppen auch anhand von Berufen, Hobbies, Familienstand und anderen spezifischen Attribute unterscheiden können.An dieser Stelle bringt sich Jasmin Zipperling selbst als Kinderbuchautorin als Beispiel ein. Ihr Problem mit der Zielgruppe ist verschärft: Nicht die Zielgruppe (Kinder), sondern deren erwachsene Angehörige kaufen das Buch. Das bietet schwierigere Hindernisse beim Verkaufen eines Buches und entkräftet die Verkaufsorientierung an der Zielgruppe gewissermaßen.
Ergattere deinen Fuß in der Buchbranche mit der Buyer Persona
An dieser Stelle folgt eine kurze Diskussion, Bastian fährt anschließend fort, indem er das Prinzip der Buyer Persona anführt. Das habe ich schon mehrmals gehört, finde es aber schön, wie einfach der Vortragende das Thema an die Session-Teilnehmer heranbringt.
Definiere deine Zielgruppe als fiktiven Charakter. Wird dein Buch von jungen Erwachsenen gelesen, überlege dir, welchen Beruf sie haben. Das Thema interessiert womöglich überwiegend Studenten. Was interessiert sie? Welche Hobbies haben sie? Welche Online-Kanäle verwenden sie?Bastel dir all die Antworten auf die Fragen zusammen und erschaffe einen einzigen Charakter. Für diese Person schreibst du dein Buch. Um deine Zielgruppe immer lebhaft und genau definiert vor den Augen zu haben, solltest du ihr einen Namen geben und sie zumindest vor deinem inneren Auge visualisieren. Glaubt mir, das hilft!
Bastian erklärt uns, dass wir Themen besetzen sollen. Ähnlich wie beim Branding ist es hier wichtig, das Thema zu konsumieren. Besetz es auf Twitter, indem du Leuten folgst, die mit dem oder durch das Thema bekannt sind. Folge ihnen, beschäftige dich mit ihnen und interagiere! Deine Follower, die zur Zielgruppe gehören, werden sehen, dass du dich mit dem Thema befasst und sie werden dich automatisch intensiver wahrnehmen und aktiver auf Social Media begleiten.Im Anschluss macht uns Bastian von „Mein Verlag 2020“ darauf aufmerksam, dass wir mit unserer Zielgruppe an verschiedenen Stellen in Kontakt kommen können. Das ist auch logisch, denn wenn deine Buyer Persona Carmen heißt, 42 Jahre alt ist und gerne liest, näht und Tennis spielt, hast du mindestens drei Berührungspunkte. Nachdem ich meine Gedankengänge beendet habe, höre ich Bastian weiter zu.
Arbeitet euch in die Zielgruppe ein und steckt dort Aufwand rein. Ohne Aufwand geht es einfach nicht!
Man hat nicht unendlich Ressourcen. Zielgruppenorientierung spart Zeit und Energie #ContentMarketingStrategie #litcamp17
— BlueSiren/Babsi 🐳🖋 (@blues1ren) 24. Juni 2017
Wichtige Infos über Content-Strategien
Im Gegensatz zum Branding geht es nicht darum, sich als Experte in einem bestimmten Thema zu etablieren, sondern seiner Zielgruppe näherzukommen, beziehungsweise sich in die Zielgruppe selbst einzufügen. Fällt dir das schwer? Erinnere dich daran, wie du an das Literaturcamp geraten bist. Du bist bestimmt nicht zuerst dem @LitcampHD gefolgt, sondern wurdest durch Autoren, Buchblogger und andere branchenrelevante Twitterer darauf aufmerksam. Marketing muss immer ehrlich sein. Man darf sich nicht in Gruppen einschleichen, in die man eigentlich nicht reinpasst. Kommt das heraus, fällt man leicht aus der Gruppe heraus und ist unten durch. Die Menschen wollen kein Marketing, das offensiv und plakativ ist und die Zielgruppe „alle“ anspricht. Es geht nicht darum, wie wir unser Buch schreiben und au die Zielgruppe anpassen, sondern wie wir die richtige Zielgruppe für unser Buch finden. Fast alle Inhalte sind irgendwo relevant.
Gegen Gießkannenmarketing. Erreicht eure Leser über die Definition der Buyer Persona. #litcamp17 #Marketing pic.twitter.com/2Lq42ZtMJi — Kia (@KiaKahawa) 24. Juni 2017
Über den Tellerrand hinausschauen
Authentizität ist enorm wichtig, betont Bastian und verliert sich dabei ein bisschen in den Fragen der Teilnehmer. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil: Die gestellten Fragen sind sehr interessant und bringen uns weiter. Ich genieße einen Mehrwert und sitze wie auf Speed tippend in der Ecke und höre zu, während ich meine Gedanken mitschreibe.Werbung auf Facebook kann man nicht nur auf den Ort und das Alter, sondern auch auf den Beruf und die Hobbies zuschneiden. So kann man mit so wenig Aufwand wie möglich seine Zielgruppe erreichen. Nur so kann Outbound Marketing (also das plakative, frontale Marketing) funktionieren: Indem es denjenigen erreicht, der mit höchster Wahrscheinlichkeit an deinem Buch interessiert ist, weil er deine Buyer Persona verkörpert.
Weiter geht es wieder mit dem Content. Bastian hat keinen roten Faden, der den Vortrag lenkt, sondern agiert sehr natürlich und stellt sich auf uns ein. Die Conversion Rate ist beim Content Marketing hoch, denn es fühlt sich für den Erreichten wie ein natürliches Marketing an und hat den Hintergrund „Ich möchte dir helfen“. So holt man den Leser dort ab, wo er abgeholt werden möchte.
Digitale Content-Strategien für Autoren: Mein Fazit
Die Idee deiner Content-Strategie sollte auf folgenden Fragen fußen:• Was mache ich mit meine Inhalten?• Wo platziere ich sie?• Wen erreiche ich?• Wie verkaufe ich dadurch?Sei vorsichtig und verzichte auf die Holzhammermethode (es sei denn, sie hat Erfolg).
Finger weg von der Holzhammermethode! #Zielgruppe #Marketing #Litcamp17 pic.twitter.com/c68JLoVDWE
— Jasmin Zipperling 🐾 (@JZipperling) 24. Juni 2017
Setze einen Anker in deiner Zielgruppe, indem du dich unter sie mischt.Für mich hat Bastian von „Mein Verlag 2020“ mir mit seinen Ausführungen dazu, wie man als Nicht-Mitglied einer Zielgruppe an ebendiese geraten kann, am meisten geholfen. Er gab uns dem Impuls, uns in Facebook-Gruppen oder Foren einzubringen, in denen wir uns offen als Autoren outen und Fragen stellen, Umfragen veranstalten oder Diskussionen mitlesen. So kann man sich in seine Zielgruppe „einschleichen“, ohne dabei unauthentisch oder invasiv zu wirken.Mit dieser Session auf dem LitCamp 2017 war ich zufrieden und bedanke mich bei Bastian für seinen Mut und Input.
Zur Website: Mein Verlag 2020Zum Twitter-Account: @MeinVerlagZum Blogartikel von Bastian Rang: ipunkt.biz
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von Kia Kahawa | 20. Sep. 2025
Disclaimer: Dieser Bericht bezieht sich auf ein Event im Jahr 2017 und wird nicht mehr überarbeitet. Angaben und Aussagen könnten entsprechend veraltet sein.
Dos und Donts für Selfpublisher – das klingt aus dem Mund von Books on Demand wie eine Wunschliste. Ich bin gespannt.
Die vierte Session am Samstag, die ich besuche, findet um 16:30 in der Halle statt und wird live übertragen. Ich konnte mich nur ganz spontan entscheiden zwischen einer Session über Verlagsautoren vs. Selfpublishing, dem Konzipieren meiner eigenen Session (17:30 Uhr), der Datenwiederherstellung einer überschriebenen Word-Datei und dieser Session. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, der Session von BoD beizuwohnen. Alles andere würde schon irgendwie funktionieren.
Gleich auf dem @LitcampHD im Raum „Fairer Buchmarkt“. 😉 #litcamp17 #selfpublishing pic.twitter.com/QBQYyVDWDN
— BoD Books on Demand (@booksondemand) 24. Juni 2017
Wie die Session beginnt, weiß ich selbstverständlich nicht, denn Pünktlichkeit ist bei mir persönlich irgendwie nicht vorgesehen auf dem Literaturcamp in Heidelberg. Den Einstieg in diese Session finde ich erst mit der Grafik, die einen Kreis darstellt und die drei wichtigen Schritte des Veröffentlichens beleuchtet. Es geht ums Schreiben, Veröffentlichen und Vermarkten.
Dos und Donts für Selfpublisher: zunächst viel zu banal
Thorsten Simon beginnt mit banalen Tipps:
- Macht nicht alles allein.
- Benutzt Tools wie Scrivener oder Papyrus Autor.
- Spart nicht am Cover.
Natürlich sind wir Selfpublisher keine eierlegenden Wollmilchsäue, aber wenn man sich das Überangebot müheloser Veröffentlichungen ansieht, sind solche Tipps wohl zu jeder Zeit am rechten Platz.
Letzteres scheint ebenso banal wie die Tipps davor, ist aber unheimlich wichtig. Den Fehler habe ich selbst gemacht und mit der Krankheitensammlerin* gelernt, dass ein zu schlichtes, zu günstiges Cover verkaufsschädigend sein kann. Heute würde ich vieles anders machen, beziehungsweise einen Profi an die Covergestaltung heranlassen. Timon neben mir atmet schon wieder tief durch, offenbar ist es ihm zu banal. Ich bin auch noch nicht mitgenommen und begeistert – aber nach dem Vortrag von Benjamin Spang kann mich eigentlich nahezu nichts vom Hocker hauen, fürchte ich. Gleichzeitig halte ich es für jeden, der sich noch nicht mit Selfpublishing auseinandergesetzt hat, wichtig, dass dieser Einstieg genau so gemacht wird.
Plötzlich wird’s interessant: Covergestaltung
Die Kosten bei einem Grafiker für ein Cover sollen bei etwa 220 Euro plus liegen. Die Cover müssen auch im kleinen Format funktionieren, aber ebenfalls im Barsortiment begeistern. Der Vortrag geht auf ein paar wichtige Eigenheiten eines Covers ein und fordert zur Plakativität auf. Dos und Donts für Selfpublisher: Cover
- Do: Suche dir einen Profi, der wirklich weiß, was er tut!
- Don’t: Spare nicht am Cover
- Do: Das Cover muss auch auf dem Handy in kleinster Vorschau erkennbar sein
- Don’t: Das Cover darf nicht zu simpel sein
- Do: Das Cover muss im Barsortiment überzeugen
- Do: Vergleiche dein Cover mit denen von Vergleichstiteln!
Books on Demand hat einen Tool zum Vergleichen von Covern. Jetzt wird es spannend: Das wusste ich noch nicht. Und dieses Tool hilft jedem von uns, die Dos und Donts für Selfpublisher im Bezug auf Cover besser nachvollziehen zu können, denn die Schwierigkeit hinter den zahlreichen Tipps ist die Balance. Das „Vergleichen Sie Ihr Cover“-Tool von Books on Demand bietet die Funktion, dass man sein eigenes Cover in das Tool zieht und mit anderen Covern des ausgewählten Genres vergleichen kann. Worüber der Stellvertreter von BoD leider kein Wort verliert: Irgendwo muss es passen, aber gleichzeitig auch herausstechen.
Weiter geht’s mit Standard-Tipps – das ist nicht verwerflich
Ein Tipp, der sich aus dem bisher Gesagten erschließt: Baut ein Team um euch auf. Man braucht Lektor, Grafiker, Korrektor, Testleser… das wissen wir eigentlich schon.

Sorry fürs Multitasking! Habe trotzdem eine Menge mitbekommen!
Aufgrund meines ärgerlichen Datenverlustes bin ich an dieser Stelle der Session eher mies gelaunt. Die Mitschrift bei der ersten Session ist offenbar unwiderruflich verloren. Mir dabei einen Vortrag anzutun, den ich gefühlt schon tausend Mal gehört habe, bessert das nicht. Also beginne ich Multi-Tasking, arbeite mit einer Testversion eines Data Rescue Programms und notiere nebenbei in zwei Word-Dateien Infos für meine folgende Session und in der anderen stichpunktartig, was ich vom BoD-Vortrag mitbekomme. Letzteres möchte ich euch nicht vorenthalten. Ihr müsst wissen, für wen ihr schreibt. Definiert eure Zielgruppe nicht nur anhand oberflächlicher Daten. Kommt dir das bekannt vor? Na, egal, hier die Liste:
- Geschlecht
- Wohnort
- Schulabschluss
- Ausbildung
- Beruf
- Familienstand
- Hobbies
- Ziele
- Werte
- Abneigungen
- Lieblingsbuch
- Lieblingsfilm
- Lieblingszeitschrift
Hier greift Thorsten die Buyer Persona auf, die ich schon in der Content-Strategie-Session auf interessantem Wege beleuchtet bekommen habe. Beim nächsten Tipp horche ich wieder auf: Wattpad ist eine Social Writing Community. Dort bekommt man besonders schnell Feedback der Leser aus der Zielgruppe. Eine tolle Möglichkeit, um die Zielgruppe besser kennenzulernen. Diesen Tipp halte ich für genial, denn wenn man seine Zielgruppe nicht aus Erfahrung und eigener Logik heraus festlegen kann, ist es hilfreich, sie selbst empirisch zu analysieren. Lasst Menschen eure Texte oder Textausschnitte lesen und erstellt anschließend selbst eine Buyer Persona, wenn ihr euch jeden Leser genauestens anseht.
Von der Quantität der Selfpublisher
Weiter geht es mit dem Schubladen-Tipp. Füttert eure Leser! Und zwar regelmäßig. Besser: oft!
Macht es nicht wie George R R Martin. Aber habt die Fortsetzung in der Schublade. #litcamp17 #bod — Kia (@KiaKahawa) June 24, 2017
Habt die Fortsetzung in der Schublade, sodass der zweite Teil eures Romans so zeitnah erscheint, dass der Leser noch den ersten Teil im Kopf hat.
An dieser Stelle geht ein kurzes Gelächter durch den Raum: „Macht es nicht wie George R. R. Martin.“ Ich befinde mich unter Menschen, die sich auskennen und wissen, was gemeint ist. Yay!Bei Genreliteratur sollte ein Selfpublisher allerdings alle 3-4 Monate ein neues Buch veröffentlichen.Einmal gewonnene Leser wollen mehr. Serien funktionieren gut im Self-Publishing.
Jetzt wird es etwas kontrovers: Timon L. Thöne ergreift das Wort und fragt, ob die Qualität der Bücher nicht darunter leide. Er möchte gerne Statistiken haben und betont den Unterschied von „geschriebenen Telenovelas“ und komplizierter, tiefgreifender Science Fiction.
Die Antwort schweift ein bisschen ab und betont, wie wichtig es ist, dass der Leser vom Autor lesen will. Thorsten empfiehlt Timon Prequels, Kurzgeschichten und ähnliches, was die Leser bei Laune hält, wenn man die drei bis vier Bücher pro Jahr nicht veröffentlichen kann.
Wichtig ist dabei immer die Qualität. Die darf nicht vergessen werden, wenn man den Quantitätsstandards hinterher hechtet.
Wir Autoren haben es schon hart. Liefern, Liefern, Liefern!
Und das möglichst exzellent in Quantität und Qualität, um bloß nicht vergessen zu werden!
Wisst, was ihr wollt!
Seien wir doch mal ehrlich: Books on Demand hat viele Vorteile gegenüber anderen Distributoren. Ich selbst bin mit epubli nicht mehr zufrieden, weil die Erstellung einer Neuauflage kompliziert ist und ich einige Probleme mit der Integration in den Amazon-Shop hatte. Seit dem readfy-Wettbewerb habe ich einen 19-Euro-Gutschein, der mir die Gebühr für eine Veröffentlichung bei BoD schenkt, und so bin ich ein BoD-Fan und würde mein nächstes Buch dort veröffentlichen.
Wer noch nicht weiß, was er oder sie will, kann sich mit folgenden Fragen Abhilfe verschaffen:
Soll alles aus einer Hand geschehen? Oder wollt ihr möglichst viel selbst machen?
Wollt ihr Exklusivität? Oder soll euer Buch überall erhältlich sein?
Alles hat Vor- und Nachteile. Eine exklusive Veröffentlichung könne zu mehr Sichtbarkeit führen und man könne mehr mit dem Titel machen. Ist das Buch überall erhältlich, so hat es den großen Vorteil, dass Leser, die beispielsweise Amazon boykottieren, nicht auf euer Buch verzichten müssen. Außerdem kann man so den lokalen Buchhandel unterstützen, was mir inzwischen tagtäglich immer wichtiger wird.
Informiert euch über den Buchhandel! Und über Verlage, besondere Vorsicht ist natürlich bei DKZV geboten.
Die Wunschliste von BoD oder: die Dos für Selfpublisher
Setzt Metadaten (Katalogdaten) effektiv für die Auffindbarkeit ein! Metadaten sind solche wie Titel, Schlagworte, ISBN, Klappentext und Autorenname.
Setze Schlagworte kreativ ein. Nutzt euer Wissen über Leser und deren Suchverhalten.Das gefällt mir, aber mir fehlen ein wenig die „Donts“ bei den Dos und Donts für Selfpublisher. Dass an dieser Stelle der Bogen zwischen den Zielgruppen-Tipps und der Veröffentlichung eines Buches als Selfpublisher gezogen wird, lässt mein Multitasking unbedeutender werden. Ich bin wieder voll dabei.
Und wieder kommt ein Tipp, der von andere Sessions wiederzukehren scheint: Corporate Identity. Tretet einheitlich auf, macht euch zur Marke, die nicht verwechselbar ist.Dazu gehört eine Website. Sie sollte möglichst professionell sein, denn sie ist für Selfpublisher ein zentraler Ankerpunkt.
Dos und Donts für Selfpublisher sind beim Thema Website einfach auszumachen:• Wählt ein elegantes, stilvolles Design, das euch und der Zielgruppe gefällt.• Ladet nur qualitativ hochwertige Texte hoch.• Beschreibt euch, eure Tätigkeit und eure Werke.• Bietet einen Newsletter an.• Verzichtet auf Pop-Ups und Werbung.• Verlinkt Social Media mit der Website und umgekehrt.• Zieht Leser auf Website und setzt Kaufimpulse.• Bietet den Lesern einen Mehrwert. Recherchiert ggfs. über Content Marketing.
Nutzt Newsletter! Sie sind das effektivstes Instrument bei der Vermarktung! Bietet euren Lesern dabei einen echten Mehrwert. Die Newsletter einer Website ohne integrierten Blog sollten alle drei bis vier Wochen versendet werden.
Setzt den Buchpreis fest. Orientiert euch bei der Preisgestaltung am Genre sowie am Wettbewerb.Ein weiterer Tipp, der mich persönlich weiterbringt: Bevor man in die Vollen geht, was das Marketing und die Verbreitung des neuen Werkes angeht, sollte man fünf bis zehn gute Rezensionen haben.
Dos und Donts für Selfpublisher: mein Fazit
Insgesamt empfand ich Dos und Donts für Selfpublisher als gute Balance zwischen Interessierten-Info und Tipps für Selfpublisher, die bereits Erfahrung haben. Die Tipps, die mir zum größten Teil nicht neu waren, aus der Perspektive von Books on Demand zu hören, war dennoch enorm wertvoll.
Das war jetzt noch mal ein bewegendes Ende im Livestream vom #litcamp17. Danke für’s Zuschauen & bis 2018. Talks kommen alle auf YouTube. pic.twitter.com/0Oa4xTfuvo
— Livestream.watch (@Livestream_DE) 25. Juni 2017
Es ist wichtig, dass wir Selfpublisher uns ein Team aufbauen und uns auf das konzentrieren, was wir können. Niemand ist eine eierlegende Wollmilchsau, die in allen Disziplinen 100 % geben kann. Setzt auf Qualität, aber beachtet auch die Quantität. Haltet eure Leser bei der Stange, präsentiert euch professionell und wisst, was ihr und eure Zielgruppe wollt. Ich bedanke mich für den tollen Vortrag.
P.S.: Die Session zu „Autoren an die Steuer“ habe ich erfolgreich während dieses Vortrags konzipiert. Die Datensicherung ist nicht geglückt, da ich dazu ein Software-Abo hätte abschließen müssen. Wer diesen Vortrag vollständig nachschauen möchte, kann dies auf Youtube tun.
Zum Twitter-Account: @booksondemandZur Website: bod.deZum Pressesprecher von BoD: @Thorsten_Simon
Alles Liebe,
Kia
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von Kia Kahawa | 15. Sep. 2025
Bisher habe ich in der Reihe „Autoren an die Steuer“ bereits darüber geschrieben, was der Unterschied zwischen Liebhaberei und Nebentätigkeit ist und bin auf die absoluten Steuer-Basics für Autoren eingegangen. Ist das Autorendasein ein Hobby, das sich „vielleicht mal entwickelt“ oder in dem du „womöglich mal entdeckt wirst“, sollte dich dieser Artikel über die NV-Bescheinigung für Autoren interessieren. Grob gesagt: Mit der NV-Bescheinigung für Autoren wirst du keine Steuern zahlen müssen. Und du hinterziehst dabei keine Steuern. Und du wirst erst gar keine Steuererklärung abgeben müssen. Die NV-Bescheinigung ist ein Dokument, mit welchem das Finanzamt bestätigen kann, dass du als Autor keine nennens- und versteuerungswerten Einnahmen hast. So sparst du es dir, eine Einkommensteuererklärung samt Einnahme-Überschussrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG anzufertigen. Du musst dann im Jahr der Veranlagung, also in dem Jahr, in dem du deinen Gewinn durch die Schreiberei ermitteln müsstest, keinen Gewinn ermitteln und brauchst auch keine Belege aufzubewahren. Jedenfalls nicht für eine Steuererklärung. Für Garantiefälle und ähnliches ist es natürlich ratsam, alle Kaufbelege über zwei Jahre aufzubewahren, damit du von der gesetzlichen Gewährleistung Gebrauch machen kannst. Aber kommen wir zurück zur NV-Bescheinigung für Autoren:
NV-Bescheinigung für Autoren: Wann beantragen?
Wenn du insgesamt weniger Geld verdienst, als der Grundfreibetrag beträgt, kannst du eine NV-Bescheinigung beantragen. Zu diesem Einkommen gehören dein Gehalt bei nichtselbstständiger Arbeit (Job als Angestellter), Renten (auch Witwen- und Waisenrenten), Kapitalerträge (also Zinsen… haha, nein, die gibt’s ja gar nicht mehr. Eher sowas wie der Verkauf von Wertpapieren und Rendite bei Teilnahme am Aktienmarkt) oder auch die Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, also als Autor. Dieser Grundfreibetrag ist dann nochmal abhängig davon, ob du Kinder hast oder schwerbehindert bist. Im Jahr 2025 liegt der Grundfreibetrag bei 12.096,00 Euro. Im Jahr 2026 wird dieser Betrag auf 12.348,00 Euro hochgesetzt. Betragen deine Einkünfte also insgesamt weniger als 1.008,00 Euro im Monat (2026: 1.029,00 Euro), so kannst du die NV-Bescheinigung beantragen. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Freibetrag entsprechend und wird auf beide Eheleute oder Lebenspartner, sofern sie die Zusammenveranlagung gewählt haben, aufgeteilt. Man rechnet also 12.096,00 € mal zwei und dann geteilt durch zwei. Ist an dieser Stelle also gar nicht relevant.
Der Freibetrag ist so niedrig! Für wen lohnt sich eine NV-Bescheinigung?
Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass sich eine NV-Bescheinigung für Autoren nur dann lohnt, wenn man Einkünfte aus Kapitalerträgen hat. Betrachten wir mal kurz den Regelsatz, den Bürgergeld-Empfänger theoretisch bekommen: Sie erhalten monatlich 563,00 Euro. Dazu wird den Arbeitslosen die Miete inklusive Heizkosten bezahlt, wenn sie nicht sanktioniert werden oder andere Zwischenfälle dafür sorgen, dass das Existenzminimum gekürzt wird. Bei einer Miete für eine Person in einer angemessenen Wohnung in Höhe von – sagen wir mal – 500,00 Euro beträgt der Bürgergeld-Betrag, den man in einem Jahr bekommen kann, also 12.756,00 Euro im Jahr. Das ist das sogenannte Existenzminimum und es liegt immer über dem Grundfreibetrag. Wer also weniger verdient als das Existenzminimum, kann eine NV-Bescheinigung beantragen. Das ist praktisch unmöglich, bzw. kommt es in der Praxis nahezu nie vor. Für Schüler, Studenten, Rentner, Arbeitslose mit Sanktionen oder Menschen, die sich nicht von Ämtern & Staat abhängig machen (wollen), ist das Thema NV-Bescheinigung allerdings sinnvoll. Es gibt genauer gesagt zwei verschiedene Fälle, bei denen also eine NV-Bescheinigung für Autoren sinnvoll sein kann:
NV-Bescheinigung für Autoren bei hohen Kapitalerträgen
Wenn deine Kapitalerträge höher sind als der Sparer-Pauschbetrag (2025: Höher als 1.000,00 Euro im Jahr), dann kann sich die NV-Bescheinigung für dich lohnen. Deine Bank ist verpflichtet, bei deinen Einkünften, die das Ersparte abwirft, die Kapitalertragsteuer abzuziehen. Das ist eine Quellensteuer, also eine Erhebungsform der Einkommensteuer, und zwar immer in der Höhe von 25 % deiner Einkünfte. Darauf kommen noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, falls nötig. 25 % Einkommensteuer zahlen ist aber bei Einkünften jenseits des Grundfreibetrages absolut überbewertet und so kannst du dir diese Steuer durch eine Einkommensteuererklärung zurückholen. Dazu musst du einen Freistellungsauftrag bei der Bank erteilen, die Anlage KAP ausfüllen und das Resultat ist dann, dass du mit einem komplizierten Verfahren die gezahlte Steuer zurückbekommst. Leichter ist es mit der NV-Bescheinigung: Hier gibst du alle notwendigen Angaben an und wirst vom oben genannten Verfahren befreit.
Von Luft und Liebe leben
Wenn du von Luft und Liebe lebst, also keinen festen Job zum Mindestlohn mindestens in Teilzeit hast und auch kein Arbeitslosen- oder Wohngeld bekommst, wird die NV-Bescheinigung wieder interessant. Eigentlich ist die NV-Bescheinigung nur für Menschen gedacht, die die o.g. hohen Einkünfte aus Kapitalvermögen haben. Wer so viel Geld auf einem Konto rumliegen hat oder so massiv mit Wertpapieren handelt, dass er mehr als 1.000 Euro im Jahr damit verdient, hat übrigens ohnehin keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, weil zunächst das gesamte Vermögen aufgebraucht werden muss, bis man Leistungen aus Steuergeldern erhalten darf. Aber in der Realität sieht das anders aus. Es gibt viele (gute) Gründe, auf Arbeitslosengeld zu verzichten und von Luft und Liebe zu leben. Ich habe einige Bekannte, die sich lieber komplett auf eigene Faust selbstständig machen und von Job zu Job leben, sich von Auftrag zu Auftrag hangeln, als sich der Demütigung zu geben, die man im Jobcenter schnell erfährt. Außerdem gibt es trotz aller Prinzipien des Sozialstaats Gründe, warum manche Menschen nicht hilfsbedürftig sind und somit kein Existenzminimum gezahlt bekommen. Auch durch Sanktionen kann es dazu kommen, dass die monatlichen Einkünfte aufs Jahr hochgerechnet unter dem Grundfreibetrag liegen. Kurz: Es lohnt sich, die NV-Bescheinigung für Autoren auszufüllen, wenn du keine Einkünfte außer geringem Einkommen aus der Tätigkeit als Schriftsteller hast. Diese Einkünfte müssen niedriger als die besagten 12.096,00 Euro im Jahr sein. Die NV-Bescheinigung lohnt sich für Autoren, wenn sie…
- Studenten
- minderjährig (und Schüler)
- Rentner
- Hartz 4- Empfänger
- Selbstständige in der Anfangsphase ohne Unterstützung
sind.
Wie füllt man eine NV-Bescheinigung aus?
Wenn du eine NV-Bescheinigung ausfüllen willst, musst du zunächst das richtige Formular in die Finger kriegen. Für dich ist ausschließlich das Formular NV 1A relevant. NV 2A bezieht sich auf Körperschaften und Personenvereinigungen und NV 3A ist ebenfalls nicht für dich relevant, wenn du zu einer der oben genannten Personengruppen gehörst. Die Unterlagen erhältst du im Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung. Oder auch einfach: Ich habe die Formulare hier als.pdf-Datei für dich zur Verfügung gestellt. Zunächst werden die üblichen Daten ausgefüllt: Name, Adresse, Beruf, Geburtsdatum, Familienstand, zu berücksichtigende Kinder, blabla. Alles klar. Schwieriger bzw. interessant wird es bei den folgenden Punkten auf Seite 1:
- Wurden Sie bereits zur Einkommensteuer veranlagt? Das bedeutet: „Hast du schon einmal einen Steuerbescheid bekommen? Unabhängig davon, ob du Steuern zahlen musstest oder nicht, musst du hier dein Finanzamt (z.B. Finanzamt Hannover-Nord) und deine Steuernummer (nicht die Identifikationsnummer, sondern die Nummer, die auf dem Steuerbescheid oben links steht!) angeben. Hattest du noch nie mit Einkommensteuer und dem Finanzamt zu tun, kreuze hier „nein“ an.
- Wurde bereits früher eine NV-Bescheinigung ausgestellt? Wahrscheinlich nein, sonst würdest du wohl diesen Artikel nicht lesen;-)
- Anzahl der benötigten Bescheinigungen: Das ist abhängig, wofür du die Bescheinigung brauchst. Willst du sie nur haben, um keine Einkommensteuererklärung machen zu müssen? Dann trage eine „1“ ein. Musst du eine bei deiner Rente einreichen, beim Arbeitsamt oder bei anderen Stellen, dann erhöhe die Zahl. Hier gilt: Mehr ist besser.
Auf Seite 2 geht es wie folgt weiter bei der NV-Bescheinigung für Autoren:
- Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (Zeile 33). Gib hier an, welche Einkünfte du im Jahr, um das es geht, durch deine Schriftstellerei hattest.
- Bruttoarbeitslohn des Kalenderjahres aus nichtselbstständiger Arbeit (Zeile 34). Hier trägst du das Geld ein, das dir laut Lohnabrechnung brutto von einem Arbeitgeber gezahlt wurde. Hierzu zählt nicht die Einnahme aus einem Minijob, denn diese wurde bereits pauschal versteuert.
- In Zeile 35 trägst du am besten gar nichts ein. Es sei denn, du willst Werbungskosten in Höhe von mehr als 1.000 Euro geltend machen, aber diesen Aufwand hast du auch beim Erstellen einer Steuererklärung. Ein Betrag von 1.000 Euro wird dir automatisch abgezogen.
- Deine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (ab Zeile 42) sind ebenfalls wichtig, weil sie dein Einkommen mindern. Wie auch immer du versichert bist, du kannst eine Bescheinigung für die Steuer anfordern. Deine Krankenkasse schickt dir gerne eine Bescheinigung über das, was du gezahlt hast. Falls du Schüler und unter 23 Jahren bist, bist du wahrscheinlich familienversichert und beitragsfrei.
Die NV-Bescheinigung ist prinzipiell drei Jahre gültig. Du wirst also für drei Jahre vom Erstellen einer Steuererklärung befreit. Diese drei Jahre verlängern sich nicht automatisch, sondern laufen am Ende einfach ab. Dann musst du eine neue NV-Bescheinigung beantragen. Sobald dich deine Einkommensverhältnisse verändern, du also mehr als den Grundfreibetrag verdienst, solltest du dich beim zuständigen Finanzamt informieren, wie weiter verfahren wird. Generell bist du verpflichtet, dein Einkommen anzugeben, sobald es dich für die Voraussetzungen der NV-Bescheinigung für Autoren wieder disqualifiziert. Übrigens: Falls du ein Fan von Paragraphendeutsch sein solltest, ist für die NV-Bescheinigung § 44a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG relevant. So. Das war’s hierzu soweit.