Die große Herausforderung beim Selfpublishing ist, dass du dich um alle Aspekte, die mit deinem Buch zusammenhängen, selbst kümmern musst. Dabei werden gerne einige wichtige Dinge vernachlässigt oder vergessen. Einige davon, will ich dir in diesem Artikel zeigen.

 

Am falschen Ende sparen

Als Selfpublisher ist das Geld immer knapp. Trotzdem solltest du bei manchen Investitionen nicht sparen, denn dein Buch besteht nicht nur aus deinem Text. Ein professionelles Cover lässt dein Buch in neuem Glanz erstrahlen. Vergiss nicht, dass das Cover im Normalfall das Erste ist, was Leser*innen von deinem Buch sehen werden. Sorge dafür, dass es Interesse weckt und nicht direkt abschreckt.

Dein Text, so sehr er dir gefallen mag, kann Feinschliff gebrauchen. Ja, ein Lektorat ist teuer, aber wenn deine Geschichte wirklich rund werden soll, unumgänglich. Ein Korrektorat sollte ebenfalls auf deiner Liste stehen, denn man übersieht immer den ein oder anderen Fehler. Final abgerundet wird dein Buch durch den Buchsatz. Ein Buch ohne Buchsatz ist nur eine gedruckte Textdatei und sieht dementsprechend unfertig aus.

 

Den verkehrten Weg beim Marketing gehen

Der falscheste Marketingweg ist natürlich, gar kein Marketingweg. Dein Buch verkauft sich nicht von alleine. Die Leser*innen werden dein Buch nicht kaufen, nur weil du es veröffentlichst. Du musst auf dein Buch aufmerksam machen und das nicht nur bei der Veröffentlichung, sondern davor und danach. Das Marketing für dein Buch endet nie. Bedenke aber, das Marketing kein Spam ist. Täglich auf Social Media nur dein Buch zu bewerben oder dich in Foren anzumelden, dort einen Link zu deinem Buch zu posten und dich nie wieder sehen zu lassen, ist kein Marketing, sondern dreiste Aufdringlichkeit.

Bekanntlich ist Applaus das Brot des Künstlers. Übertragen auf Autor*innen ist der Applaus eine gute Rezension. Diese Rezensionen sollten aber entstehen, weil die Leser*innen über dein Buch schreiben wollen, nicht weil du sie darum bittest oder dafür bezahlst. Wenn es ausschließlich 5 Sterne mit einem kurzen Einzeiler hagelt, wirkt das schnell wie Bestechung. Das gilt auch für Rezensionen von Familienmitgliedern und Freunden. Die wirken selten ehrlich und schrecken Leser*innen eher ab, als Interesse zu wecken.

Erwarte auch nicht, dass du immer etwas zurückbekommst. Nicht jede Aktion erzeugt eine Gegenreaktion. Für deine Marketingposts in den sozialen Medien wird es nicht zwangsläufig Herzen und Kommentare hageln. Genauso wenig bekommst du für jedes Like ein Like zurück. Ja, Social Media ist im Prinzip ein Geben und Nehmen, aber manchmal ist es auch eine Einbahnstraße.

 

Weniger ist mehr

Wir leben im Content-Zeitalter. Um im Gespräch zu bleiben, muss man regelmäßig neuen Content veröffentlichen. Dabei besteht aber die große Gefahr, dass die Qualität darunter leidet. 24 Romane im Jahr zu veröffentlichen wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie eine unglaubliche Leistung, auf den zweiten Blick aber eher, als wäre der Text kopiert und nur die Namen ersetzt worden.

Eine Geschichte muss auch nicht 800 Seiten lang sein. Vor allem bei den ersten Werken sprühen die Ideen nur so hervor und du willst sicher alles irgendwie unterbringen. Das führt aber mehr zu Kraut und Rüben, statt einer nachvollziehbaren Geschichte. Beschränke dich lieber auf ein paar Ideen, die gut zusammenpassen und spare den Rest für weitere Werke auf.

Natürlich ist nichts verboten. Schreibe so, wie du willst. Bedenke aber, dass es einen gewissen Qualitätsstandard gibt, auf den Leser*innen achten. Veröffentliche nur, was für die breite Masse bestimmt ist. Hobbyprojekte sind immer erlaubt, sollten aber dann für dich bleiben.

 

Bleibe Positiv

Negativität ist stets ein schlechter Berater. Dein Buch wird nicht von allen in den Himmel gelobt werden. Es wird auch negative Wertungen und Kritik geben, aber die gehört dazu und solltest du nicht zu sehr an dich heranlassen. Reagiere nicht mit Gegenargumenten oder Sarkasmus auf negative Kritik. Diskussionen dieser Art führen nur dazu, dass du beleidigt wirkst und das kommt nie gut an.

Auch im Umgang mit Buchblogger*innen solltest du dich an die Verhaltensregeln halten. Nicht jede*r Blogger*in wird dein Buch rezensieren wollen. Das müssen sie auch nicht. Buchblogger*innen schulden dir nichts. Vergiss nicht, dass du etwas von ihnen willst und nicht umgekehrt. Du willst vermutlich auch nicht nur einmal was von ihnen. Wenn sie dein aktuelles Buch ablehnen – unabhängig von den Gründen – sind sie trotzdem sicher offen dafür, in Zukunft Bücher von dir zu rezensieren. Natürlich nicht, wenn du sie vergraulst, indem du beleidigt auf eine Absage reagierst oder sie gar deswegen kritisierst.

Behalte immer im Hinterkopf: Du vermarktest nicht nur dein Buch, sondern auch dich selbst.

Selfpublishing ist keine leichte Angelegenheit. Viel Arbeit. Viel zu beachten. Mit einer positiven Einstellung und der richtigen Herangehensweise, wird es aber zu einem Spaß für alle Beteiligten, der sich auch auf die Leser*innen überträgt. Was sind deine bisherigen Erfahrungen mit dem Selfpublishing? Hast du dabei schon einige der hier genannten Fehler gemacht? Lass uns in den Kommentaren darüber reden.

 

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