Baust du eine fremde Idee wortgetreu in deinem Buch ein, musst du diese als solche kennzeichnen: als Zitat mit Quellenangabe. Hältst du dich an die Zitierregeln und nimmst keine Änderungen am Zitat vor, umgehst du eine Urheberrechtsverletzung.

Aber Achtung: Es gibt Fälle, in denen die Nutzung eines Zitats trotz eingehaltenen Zitierregeln und unveränderbarem Wortlaut gegen das Urheberrecht verstößt. Welche das sind, erkläre ich dir in diesem Artikel.

 

Für diese Zitate musst du Nutzungsrechte erwerben

Du darfst ein Zitat für dein Buch nutzen, sofern du dich mit ihm im vorherigen oder folgenden Abschnitt inhaltlich auseinandersetzt. Es darf entsprechend lediglich als Mittel zur Bekräftigung oder Unterstützung dienen, deine eigens erschaffenen Inhalte müssen also stets im Vordergrund stehen.

Für alle Zitate, auf die du dich nicht inhaltlich beziehst und deren Urheber noch nicht länger als 70 Jahre tot ist, musst du ein Nutzungsrecht erwerben, ansonsten begehst du eine Urheberrechtsverletzung.

 

Schmuckzitate

Zu diesen Zitaten gehört das Schmuckzitat. So bezeichnet man ein Zitat, das ohne jeglichen Zusammenhang und ohne Bezugnahme mitten in einem Text auftaucht. Es dient also eher dazu, das Buch zu schmücken, als dass es etwas Aufschlussreiches zum Inhalt beiträgt.

Verwendest du ein Zitat als Schmuckzitat, hast dafür aber kein Nutzungsrecht, verstößt du gegen das Urheberrecht, auch, wenn du dich an die Zitierregeln hältst und die Quelle angibst.

 

Bildzitate

Gleiches gilt für ein Bildzitat. Dabei handelt es sich um ein Abbild, zum Beispiel ein Foto, eines Kunstwerkes. Baust du dieses Foto kommentarlos in deinen Text ein, ist auch hier eine Quellenangabe unzureichend, um urheberrechtskonform zu agieren.

 

Liedzitate

Zuletzt zählen auch Zeilen aus Liedern zu Zitaten, denn auch diese sind trotz ihrer Präsenz in den Medien immer noch urheberrechtlich geschützt. Das gilt im Übrigen sogar für solche Liedtexte, die geistig nicht besonders anspruchsvoll sind und beispielsweise aus wenigen Worten oder Wortwiederholungen bestehen.

 

So erwirbst du Zitat-Nutzungsrechte

Damit du Schmuck-, Bild- und Liedzitate trotzdem verwenden darfst, kannst du Nutzungsrechte für sie erwerben. Das bedeutet lediglich, dass du dir eine Genehmigung für die Nutzung des jeweiligen Zitats einholen musst.

Zum einen kannst du beim Autor des jeweiligen Zitats den Erwerb eines Nutzungsrechtes anfragen. Ist er damit einverstanden, solltest du dir eine schriftliche Erlaubnis von ihm aushändigen lassen. Einen entsprechenden Verweis, dass du eine Genehmigung besitzt, solltest du zudem auch im Buch aufführen, beispielsweise im Impressum.

Zum anderen kannst du beim Verlag oder Label, welcher das Werk, in dem das Zitat auftaucht, veröffentlicht hat, ein Nutzungsrecht einholen. Auch hier solltest du auf eine schriftliche Genehmigung und einen Verweis im Buch Wert legen.

In der Regel verlangen sowohl Autoren als auch Verlage für die Überlassung von Nutzungsrechten eine Vergütung.

Übrigens musst du auch noch Zitierregeln und Quellenangaben beachten, wenn du ein Nutzungsrecht erworben hast!

 

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